Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 1 (2.1.1890)
- Date
- 1890-01-02
- Page
- Seite 4 (sequence 7)
- Language
- German
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Hass-»er, bcffca «etrfmfl «d »ftbife er «tt papr Hingebnug fieberte, p (im weithin derühntte» Mustergottesdieufte -««acht. Drr verstarb«« »ar ei» Mann bei' Wahrheit, eia gottbegnadeter mb pttbegeifterter Sänger, >ü» ferner der hälige» Schrift mb de« Synagogengesrnge«, eia feinfühliger Künstler, best« Leb« mb Scheide» moer-eßlich bleibe» werbe». Der große Leicheaz»,. welcher de» Dahingeschftbeuen bian die Srabrspfarte das letzte Ehrengeft'te -ab bie schöne» Brabgesänge de- Syaago-e»' chor», welcher eia vom verstorbene» compoairtes Trauerlleb »ortrog, »ft brs Seminarchors, dir Trauer« »ud Trostworte des finn Laodraddiuer« Dr. Gronemana mb des Herr» Semmarlireetors Dr. Krön er machte» dm Abschied zu einem wlrdige» uud erhebeadeu. Zur Erinnerung au die denkwürdige Stunde seiea die Hauptgedanken angrdeutet, welch« beide Trauerreduer Ausdruck »ei liehen habe». Her« Laudraddiner Dr. Grouemauu «mdele auf dm jähe», am Lhanuftofeste eiugetretmea Tod dm Vers a» aus dew Prediger Salomoais: pVTO1? rm n na nnagrn??ma wm erinnerte au da« ähnliche verhäogniß bei dem Weihefest der SllftshüUe tu der Wüste, als Nadad uod Abihu plötzlich dahingerafft würben. Dann schilderte er das Verdienst uud die Bedeutung des Dahiugegangm'M, indem er seinen meisterhaften Gesang als «ine stete Tenipelweihe mit dm Strahl« des Leuchters verglich, ihn selbst aber als den Träger eines Gottesdimstes bezetchaele, welcher ter Mmorah gleich aus eiu-m Guss« geformt, sein gesawmtes Licht nur »ach einer Richtmg erstrahlen ließ. Daun pries der Redner seine Amlstreue, seinen Biaberfirn und sein«: Mauneswürde und legte in tiefempfunden« Wort« der versammelten Gemeinde die Pflicht ans Herz, der hinter« lasst neu Familie eine Spenderin reichen Troftes za sei». terr Semioardirector Dr. Krön er richtete im Namen der Uduugiianstalt für jüdisthe Lehrer au dm Dahingegaugm eftngr Aischirdsworte. Dm llefm Schmerz, der Lehrer und Schüler erfülle, den Verlust, dm bie Anstalt erlitt«, bezeichnet er »ft dm Worten aus dem v. Klageliebe: “jtni wroa ror «nnra» a"M2. vqw -iswo naot 1371710 “'3X7. Er zeichnete sein BUb als Meister des Gesanges, der durch schweres Riu-m seine Gotlesgabe zu küustlerischer Vollendung gebracht hatte, als «in pt im Sinne des Weis« (nv2N,T» nt), hob seine Berdimfte um dm lluterrieh! in Gesang «ud Musik am Seminar hervor, für befsm SchAer er ein« -eei-uelm Lehrgang »er« faßt hatte, damtt fie in den Gesängm t0N37330) stch Herrn« dftdm könnt«. Er schUderte den makellosen Eharakter und dft «mschlichm Tugenden, welche der Mitarbeiter eines Schulkörpers bewährt hatte «ud ihn zur Zierde der Anstalt und zm Freude seiner Gmoffm machte, uud wies auf dm grell« Gegmfatz hi», mit de» doch so poellsch sei» Lebm endete. Aber gerade dftser verklärte Tod mb bas u« so Heller fftahlmbe Bild wandele bie Trauer «ftder in Harmonie »ad werbe ei» Trost für die verwaist« sei». H. B.*) Kchmidsmllß^ 27. Decemb. (Or^Eorr.) Für bie hur erschein«!»« Zeitung referftte ein evangelischer Lehrer über das .Weihefeft"; ich übelsend« hierbei das Referat iin Zeitungs-Ausschnitt uod spreche meir-e herzlichste Freude darüber aus, daß diese- Fest immer mehr und «ehr die Harmonie innerhalb der Gemeinde fördern und die „Rückblicke" aus die vergangen heit unseres Volkes auch An« erkmniiug stftms der Andersgläubigen staden. -Farbe bekenne»" muß in hmliger Zeft unser« vornehmste Losung sein; unser Religionsbedmtniß aber ängstlich in der Sülle hüten, daß es keines Windes Hauch an bie Öffentlichkeit ttägt. das ist nicht «ehr am Platze, das gerade schafft und stärft dm Antisemitismus noch mehr. köenn wir ein Ertnaerungsfesi an oatioaale Thaftu unsnis Volkes feiern, so wollm wir auch stets gleich hervorhebm. daß wir jetzt gnie, pattiotische Bürger Deutschlands find und bleib«; daß wir unser jetzige« Vaterland über *5 Derilnde« Dheil Ihrer «orrespondm, in nächster Sir. (Heb.) Alles lieben, unserer angestammte» Religion aber bis zum- ~ letzter Hancb treu bleib« wollen. Dis Referat lautet: .st« Aellr de» jetzt ftaitfinbenden Weiheseste» ging a» letzten Saanedead. »bend- 8 uh-, di« veschenknag einer Anzahl «wer Kinder au» ter jitdlschm Gemeinde unter Leirnna ihrer Lehrer a»d de» Gemeint evorstande» vor sich. Der Oehlkr^ch« Saal, in welchem die Feier stattseud, mar bi« aus de» letzten Platz besetzt. <H gab wohl (eine Familie der Gemeind«, bie, men» fie nicht vollzählig «schienen, nicht wenikstens durch «in Mitglied vertreten war. Die Feier hielt stch an da» knsgestellie Programm. Mit der Motette: ,Lobe de, Herr", «eine Seel« k." wurde da» schöne Fest «Ingelrttet. Rabbiner Brau, hilft sodann di« Festrede, in welcher er di« religiöse und stttliihe vrdentnng des iLeihe- oder Lichtfeste«, ansarhend von dem brennenden, leuchten» - den and erwärmenden, aber nicht verzehrenden und zerstörende» Feuer Gmtts. welche« de« Gottesmann Moses am Serge Horeb erschien, er« läm.-rte. Rach Schluß der Rede sang der Schülerchor dir zweite Moette: »Alle« wa« Ode« hat. lob« den Herrn je.“ Dann folgte dal nid r .tiit Lhanuktawnnder", ansaefüdrt von Kunden und Mädchen dtschea Schul«. Die Pauseu zwischen de» einzelnen Akten wurde» durch Klaviervorträge'ausgefMt. Äon der Ausführung de» Festivieleä können wir in Anbetracht der jugendlichen Darsteller mit Recht saget», daß dieselbe «ine vorzüglich« Leistung war. Siimmtliche Akt« waren daher auch von allgemeinem Beifall begleitet; dir Seene -der Hanna" wurde sogar mit stürmischem Applaus unterbrochen. Rach Beendigung der Aufführung de» Festspieles wurde» dl« Geschenk« unter die Km«« vertheilr und von den jungen Leuten «och eia« gemütbliche Unterhaltung durch Mufikvorträge k. arraaglrt. Jung and Alt, Klein und Groß werden die schön« und würdige Frier de» Aeihefefte« lange in Krirnerung behalten und ihren beide» Lehrern, welch« «tt großer Müh« >t»d Ansdauer sich der Sache gewidmet, sowie de« Gemeinde» Vorstand«, welcher bereitwilligst die Mittel he.-gegeben, «in dankbares Herr bewahren." Snurter, 23. Dezember. (Or.-2orr.) Gestern Abend fand >)ierselbst im Saale des Holeis .Eldorado" eine 2hanukkafeier der hirfigea vierklasstgea Rrligiousschule, an deren Spitze Herr Rabbiner Dr. Wreschner steht, statt. Da in unserer Gemein!»« eine Thanukkafrter mit solch reichhaltige« Programm wie dieses Mal noch nicht veranstaltet worbe» ist, so »ar dft Theiluahme an derselb m seitens der Sklern und Freunde der Schale eine sehr rexe. Schon kurz nach Kassruössunag war der ziemlich große Saal gedrängt voll. Dft Feier selbst verlief bl« auf den letzten Thril, der wegen vorgerückter Zrit ansfallen mußte, programmmäßig. Zunächst saugen dft Rrligionsschüler da» Lhanukkalied: .Mächttglich es sstmt mich zieht", alsdann folgte eine schwungvolle begeisterte Ansprache seitens des Dirigenten der Reliaioasschuft an dft Versammlung. Hieran reihte stch rin Prolog, der von einer Religioasschüleriu gesprochen wurde. Den oächsftn Thril bilbcte dft Aufführung de» belftbtea Festspieles: .Dir 2hanukkawunder" seiten« der Religionsschüler. Diese waren vorher durch Herrn Wreschner unter kräftiger Mitwftknng. des Herr« Lehrers Körpel so wohl eingrübt, daß dft tadellose Darstellung zur Freude «ad Bewunderung aller Anwesenden vor sich ging. Rach der Aufführung wurde noch eia 2hanukkagedicht und der Epilog von Schülerinnen vorgetragen. Schließlich fand noch oft Berlosnng von über 100 Gegenständen für die Schüler statt. Der Mehrerirag ans dem Erlös der ansgegebeae» Billets wird zu wohlthkftigen Zwecken verwendet werden. 8. IntsntenßGtts (Ob.-Schl.), 2». De». lOr^2orr.) Am 26. d. M. fand hftrselbfl im Reich'schen Hoftl statutengemäß das Stiftmgsfest des dies. Franen-Vereins mb ber 2hewrakabisch»h statt, an be» sich nicht nur fast bie ganze Gemeinde, sonber» auch viele Auswärtige bethrUtgte». Das Fest verlftf in schönster Harmonie nnb kam «nch das jnuge Ball zu seinem Rechte. Herr Dr. Kopfstein, Rabbiner aus vmttheu, erfreute dft versauunlrng durch seine Gegenwart. Bei ber jüngst pattgehabt«» Bar stand» wähl skr dft hfts. Synagogen-Gemeinde »nrbe ber bewährte bisherig« Vorstand, au deffeu Spitze Herr M. 2ohn steht, »iedergewählt, was 4 dem laug gehegte» Projekte des Baues eines neuen würdigen Gotteshauses nur förderlich fein tarn. Amrbnrg, den 26. Dezember. (Or^2«r.) Ss find jetzt süufuudzwauzig Jahre »erflaffeu, seftdem bie htestz» Deutsch-Jsraetittsche Gemeinde, (edeuso wie die Portugftstfch» Jüdische) ausgehört hat, eine obligatorische zu sei». Wöhrmck