Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 49 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 3)
- Language
- German
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- ft* ihn »otzl sehr fax ol» «et»« Mnstkletzar sch« würde, baß st* aber chcht die Kittet habe, w phcbic ©tauten ,n Sagten. B»ota> teettt« sich *» antumton, bah et ans Gei» nicht zu sehn, brauche, »ad bah er gern« übrrnchme. metae «ustkalffqe Ausbildung za leite», und »war »hur jegliche« Honorar. So kam er denn zu un» und erthrille «ir Unterricht: Er blieb «ei» einziger Lchrrr; nach ihm Hab« ich in «eine« Leben kein« andere» Musiklehrrr gehabt, «it Ausnahme übrigen» de» später« »heorettschm Stadium» der Musil. Acht Jahre alt, begann ich mich unter der Leitung Lilloiug'» Ä»ilten, »»d al» ich 13 Jahre alt war, endet« der liscke Unterricht, vor all« Ding« »muaudte Billoing viel Mühe und Sorge, und zwar mit ziemlichem Erfolg darauf, «rin« Häuten eine nchtige Haltung betautem««; dafür »ud für ein« gut« Ton sorgte er sehr. S«ne Schale ist'wohl bekanut, und er war zu der Zeit einer der best« Professoren, wen» nicht der teste Professor der Musil. Ihm allein und Niemand Anderem verdanke ich in der musikalischen Kunst da» feste Fundammt, von welchem ich schon nicht »ehr fall« konnte, und ich habe, wie ich erklären muß, in meinem ganz« späteren Leb« ein« besser« Führer im Musikunterricht nicht getrost«; er wurde mir ein Freund, ein zweiter Vater. Er starb, 70 Jahre alt, vor nicht allzu langer Zeit, im Forstkorp», und hinterließ außer einig« Geigen absolut nicht«: er starb al» Künstler — arm wie eine Kirchenmau«. Am 11. Juli 1839. im zehnten Jahre meine» Leben», gab ich auf Wunsch Billoing^» mein erste» üffeatlichr» Eoncert, und zwar in Moskau, im PettowSky Park. Hierauf bereiste ich drei Jahre hindurch mit «einem Lchrer Europa, vorher jedoch mutz ich voch mittheilen, daß die GefchästSangeleg«. heit« meine« Vater» recht schlecht ging«, doch erinnere ich mich nicht, daß mein Vater dadurch sehr teunmhigt war. wir Kinder begriff« übrig«» wenn, davon, beachtet« e» auch nicht. Wa» meine Mutter an betrifft, so verfolgte sie mit Aufmerksamkeit den Unterricht Billring'» und beaufsichtigte in seiner Abw:s«he>t meine Repetition«, sowie die Vorbereitung meiner musikalisch« Aufgaben. Ich sagte schon, daß e» nach damaliger Sitte beim ltaterricht sehr ftreng, jr rauh herging; Püsche und Ohrfeig« waren an der Tagesordnung. Man kann sich jetzt kein« Begriff davon machen, wie streng e» damal« sowohl in der Schule al» auch zu Hause herging. Ich sage nichh daß ich durch»»« für Strenge diu, aber ich bin ein Feind jede» Seheulafftu»; Disziplin ist durchau« nvthig, und früher war wirklich Disziplin vor» hauten, jetzt aber w«ig oder auch garnicht... Ich erinnere mich nicht, wann und wo ich, der ich ganz und gar von der Musik adsorbirt war, Lesen und Schietten Selernt habe. In meinem elften Jahre reiste ich bereit» urch Europa. In diesem Alter erschien ich auf d« Estraten überall ohne die geringste Verlegenheit; ich sah auf meine -Looeerte, wie auf ein Spielzeug, auf ein Vergnügen, d. h. benahm mich wie ein Kind, da« ich auch war. Man sah übrig«» ebenso aus «ich. Wie mir noch jetzt erinnrrlich ist, wurde ich, al» mich Billoing 1843 direkt au» dem Auslaute nach St. Petertbarg gebracht haue, wo ich ein Eoncert zu C wohlthätigem Zweck gab, nach temseldm von der Laisenn l , Al'xandra Fedorowna wie ein Kind gehätschelt und dann t-- aas ihlen Wunsch auf ein« Tstch gestellt..* & - ‘ - [t Wir knüpfen folgende neueste Mittheilung: 7^. Diese Woche wird in Peter«durg eine sechStägig« ^Nubiustciu-JnbllSnm' in großartiger Weise gefeiert. Am erst« Tage derselben, dm 30. November, fand der offizielle Festakt statt. Radinstein erhielt vom Kaiser 3000 Rubel StaatDpmsiou, wurde Ehrmdürger Petrr«burg« und Petrrs Hof«, ferner Ehrendoktor der Petersburger Universität, lieber A 70 Deputationen überreichten Adreffen I« Namen Ber- ' liwer perstnlicher Freund« über braßt« Hosmnfikverlrger Hugo U - Bock, Edwin Bechsteiu und Koncertdirrctor Hermann Wotff r*\ de« Jubilar Nnbiustriu« Marmorbüste. jHerr Hugo Bock hiett die Ausptache, Herr Herma»» Wolfs überreichte außer, de« eine Adresse de» Verlmrr phUharmouisch« Orchester«. Allerlei skr de» FftmtUietttifch. Die Grafen von Roseterrtz jüdischer Abstammung. Nach dem ,XIX. Jahrhuuberi" ist die Eutftehuug»- gefchichte der Sraf« Roseberr, folgmte: .Der Großvater der Graft» Noseberrh «ar ein Herr Primrose, welcher sich große Neichthümer erwarb uad eine polltische Rolle zu spiel« aufiug. Dieser verdankt er seine Erhebung i» den Adrlstaud, bei welcher Gelegmhrit er sein Bankgeschäft aufgab. Man erhebt sogar Zweifel über ten ursprünglichen Namen diese» Schotten. Mau sagt, er wäre an« Deutschland eingewandert, hätte sich Ro'eudlmn »der Ros«banm» ein bei ten polmschdrutschen Judm Zfter» »orkommrud« Ramm, genannt und hätte dies« Nim« i» Primrose «mgewaudelt. Di« Endung — Rose — hätte sich «(»bann auf den neuen Namen Roseberry übertrag«. JQ(t Name Rpse stabet sich sehr oft bei teutsch« Fam'li«. die polnischen Ursprung» find. Da Graf Herbert Bttmark sich mit einer Roftberry verheirathen soll, so wirb unzweifelhaft dm Herrn Trntonen an« dieser ftmtltsch-arischm verbindnug großer Kummer entstehen. Was soll auch wirtlich an» Deutschland werten, wenn der Sohn de» trof}en Kanzler« sich mit einer Dame verlobt, der« Ahn« vielleicht.haseuverkauftnte Juden" gewesen, welche die große und unerschöpfliche wüste de» Osten» »»«geschüttet Habel Leopold vernstamm. Die Stadt Pari« beherbergt einen «sfischen Glau» tenSgenoffrn, welcher zu der Hoffnung berechtigt, al« «tlbhaner ei« nicht minder gläuzmte Larriäre zu mach«, al« sein berühmter jüdischer Santemann: AntokolSki. Herr Leopold vernstamm, welcher bei der An«stell»ng eine Medaille erwarb, ist brr Sohn eine» Handet«manne«. Da derselbe schon in sriner ftühestm Jngmd ein besondere» Talmi im Zeichnen entfaltete, schickte der Bater ihn. «l» er da« 13. Lebensjahr erreicht hatte, auf eine Zetchmfchnle in St. Peter»»«», wo re bald den erst« Prri« erhielt. Später erwählte er ten Berns ei«» Bildhauer« und wurde in seinem beschrib««n Atelier mit Aufträgen überhäuft. Die Stabt PnUawa beehrte ihn mit der Anöführnng einer Büste Alexander« IL; auch eia Basrelief de» Eathariue«»-Institut« ging hier au» seiner Haud hervor. Im Johre 1884 begab er sich nach Jtali«. um sei« Kuustftudt« ,n beend«; ,n diesem Zwecke besuchte er Flormz und Nom und schuf dort mehrere berühmte Werke. Von Jtali« kam Hwr Bernstamm »ach Pari», wo er trotz eluer stark« Konkurrenz sehr bald di« Aufmerksamkeit der Künstler weit auf stch zog. Herr B. ist Director de» Grevtn'schen Mnsenm«. und die zahlreich« Büsten, welche er an»^führt hat, «erden al» Muftrrwerk« der Scnlptar gerühmt. Salomon Raiuum. Die „Bern» de denx mondee* «thält in ihrem Octoterheft unter der Urberschrist .«in polnischer Jute' au» der Feder eine» umer ten Namen Arobte Baime bekannten Schrtstfteller» eine längere Abhandlung über Salomon Maimon. Da diesrld« viele Unrichtigkeit« und auch ein* fettige Anffaffnngen enthält, welche sowohl auf die Poesie de« Maimon al» auch «uf die Cultarzustäute der poluischrn Juten fich bezieh«, und tu nicht ganz unparteiischem To« geschrieben ist, werten wir nächst«» eine gemmr Analyse btaft» Artikel« unter Berichtigung der Fehler geben. — Unter Dchrrem erzählt Baime mit großer Ausführlichkeit die Heirathöoorgeschichte de» Maimon, schildert da» Bestreteu der polnisch« Reichen, einen talmudtandigen Schwiegersohn einzufaugr», da di« Jadm auch ei« Aristokratie de» Geiste», weu» «uch mit kltugruter Münze, für sich begründen mdchtrn.