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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 49 (1889) · p. Seite 192

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
49 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 192 (sequence 2)
Language
German
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schielend «ob scharf {iftrnx*. Sei, Irtfripa kam itz» gatfch — aichtjüdisch — vor und er bnrtt e« nicht bereife». Ml dieser Besuch ta diese» Wetter j, dedntte, Hede. Der Fremde unterbrach feinm Id«»G«,, »«wie ei«» hmct« fälscht jüdische» Nonen and verlangte zu« Grat.« geführt ,« »erde» Mt de« Kopfe schütteln» u»d sich sei«, langen Varl streichelnd geleitete der Safseher de» Fremde» jar »erlaugten Stelle und hier augelangt, tegau» Letzterer die h«. brätsch« Jvschrist am »erwittertea Hölzer«, Grabmale müh. selig zu buchftabirrn. Sei e», daß dieselbe m« Zahne der Zeit ver»ischt worden war. »der auch, daß dies« Schristzüge ihm »icht gas) geläufig »otra, genug daß er nur mit schwerer Mühe u»d Zuhilfenahme all seiner S, danken die übrige« nur kurz«, Zeile« entziffern konnte. Dann überzog «ine ungewöhnlich« Bläffe sei, abgehärmte« Gesicht, seine Augen strahlten wir in »me« überirdische, Slanze und mit einem Blick« von unaussprechlichem Aurdrucke und Jrmigkrit umfaßte er de» Grabhügel, als wollte er deffeu Geheimnisse entschleiern, «ine tiefe Empfindung wühlte in sei«« Innern, seine ganzer Körper erbebte wie unter ei«m Schauer, abgedrochene Sätze kamen über sei« Lippen, uud sei« Augen hefteten sich flehentlich gen den von graue» «olkeu umzogen«« Himmel. Der Diud heult« weiter iu dem entlaubte» Geäste der Bäume, wie seufzend durchschnitten die Regentropfen die 8,ft uud der Monclog de« Fremde, wurde immer leidenschaftlicher, inbrünstiger. Der «iud spielte mit seimw weite» Mantel, der Regen peitschte sein vor ionerer Aufregung zuckende« Gesicht, uud er stand da wie nicht« fühlend, mit seinen Arme« verzweifln,,«voll gesticulireud. von Neugierde getrieben halle sich der Auffeher hinter einen Grabstein gestellt, der «ind trug vereinzelte Laute au sein Ohr, hi« und wieder fing r: auch eine» Jorgouausdruck auf, aber A«fschluß über da» Wesen der ihm rächselhafren Person konnte» ihm diese abgebrochenen und theilweise unverständlichen Sitze nicht gewähren. Der Abtnd senste sich d.reit« über die Erde, am Gottesacker wurde e« unheimlich, und der Fremd« hielt ganz erschöpft in seinem Selbstgespräche in«. Ec konnte sich kaum mehr auf den Füße» ha'ten, sei« Brust buchte und mit einem ergreifend«« Blicke, iu welchem sich tat unnennbare Seelrupern autprägtr, nahm er vom Grad« Abschied. Er schritt langsam, stell uweise innchaltead und nach rnckwärtö schauend, de« A»«ga»g« zu, und hier angelangt ließ er eiaige SoldstLcke iu die Hand de« Aussetzer« geleiten, daß dieser die splendide Gabe mit einem jMohakoeah — dem Sinne «ach soviel wie: ich danke — hinnahm und in seiner Ueberraschung sich so wett vergaß, frinnt weichen, sammtartigen Hut wie vor einem Goij zu ziehe» Der Fremde verschwand 'allmählich i. Rächt »nd Nebel und der Todtengräber starrte noch immer spracht»« in« Leere. (Fortsetzung folgt.) ««» «ei«er g«ge«d. Won Waten Rubtnstein.*) Ich bi» geboren 182V, am 16. Rovember, im Dorfe Wrchwatmez, welche« an drr Grenz« de« Gcuveruemertt« Podolsk und Beßarab e»S, am Ufer de« Dnjstr. dreißig Werst von der Stad» Dodnffar und ungefähr CO Werst von Balta' ließt. Bi« jetzt wußte ich weder den Dag »och da« Jahr mewer Geburt genau, woran die unsicheren Angaben meiner greisen Mutter, wttche di« Zett meiner Geburt veraessen hat, dre Schuld tragen. Rach den letzten Erhebungen schau der Tag meiner Ä«burt zweifello« auf obige« Datum zu fetten, da ich aber mein ganze« Leben hindurch mciaen Gcburtttag am 18. November gefeiert habe, so will ich diese« mein Famttieujest btt Beginn de« siebenten Deeemrinm«, in da» *1 Nledrrgeschriebcn noch mündlichen AnS'agen -lubtnstc n'» oo» Ltenographea der ruspschrn «onnwschttft.Rnoffknia «tat.ua- Da» Hüjtchrigc »vnstlerjnbiltn« de« Koniponslen and «trtaosen amrd« in PetetSbnrg a« L0. v. Hk. mit gtofctm Manp g«se.»tt. ich tute, auch nicht mehr verleg« und lass« r« daher berm r'.^ Alte» Reibe». Meine Matter. Kalerija Ehristofarowua, ist eine geborene , Löwenstein «nd stanuat au« Prenßtsch-Vchl«siech wo sie «ine . gründliche Bildung, besonder» in der Musik, erhielt, die ihn auch i» der Folge die Möglichkeit gab. an der «utzdildnng ihrer Sinder in dieser Kunst mitznwirken. Ihr, al« meiner ersten Lehrerin in der MustL verdank« ich sehr viel. Mein - Batrr» Srigorij Romanowitsch, russischer Untertha« and gebüitig ou« der Stadt Brrdttsche», hatte i« Dorfe «ichwattnez ei, Stück Land in Pacht. Unsere Familie war zahlreich: der älteste Sohn. Nikolai, starb iu frühester Jugend; der zwette, Jakob wurde Arzt und starb 1863; der dritte war ich; und der vierte, wieder ein Nikolai, wurde 1836 geboren und war später Dttektor de« Louservatorium» in Moskau. Bon meinen beiden Schwester» wurde Ljubow an dea Rechtsanwalt Weinberg in Odesia vncheirathet, während Sofie ledig geblieben ist, sie domicttirt mit der Mutter ebenfall« in Odessa. Di« Existrnzmittel de« Later« b.stauden ou« der kleinen Einnahme, welche tt zusammen mit seinem Bruder und seinem Schwager, dem Manne seiner Schwester» an« dem gepachteten Grundstück zog. ... Meine frühesten Erinnerungen find mit dem Umzuge unserer drei Familien, d. h. de» Later«, seine« Bruder» und seine« Schwager« mtt Kind und Kegel, in einem koloffale» Gefährte »ach Moskau verknüpft. Da« war im Jahre 1834 oder 1835.- I» Moskau richteten wir un« für'« Erste recht gut ein, denn im Anfang war noch ein gewiffer Wohlstand vorhanden. Alle drei Familien lebten und arbeitete« zu» summen, doch da« währte nicht lauge. Rein Later treant« sich van Bruder »ad Schwager und siedelte auf die Ordvaka, jeuseit» der Moskwa über, wo er ein« ziemlich große Bleistift« und Stecknadelfabrik in« Leben rief. So bescheiden auch unsere Einrichtung war, so gehörte zu derselben doch immer eia nach damaligen B^riffen nicht schlechte« musikalische« Instrument: ein Fortepiaao vor viereckiger Form, in der Art eine« Tische«, die damal« g-bränch» liche Bauart. Ja meinem sechsten Jahre begann meine Mutter, «ich iu der Musik, zu unterrichten. Später kamen auch mein« Brüder daran, doch beschäftizte sie sich mit mir . eifriger, vielleicht deshalb, ».Hl sie bei mir die größere Reigung zur Musik oder doch wenigsten« «ine leichte Faffnng«- und SurignuagSgabe entdeckt-. Sie war streng, sogar sehr; -15 streng bei der Sache, wie da« damal« Stttr war, ohne jedoch, "■* wie sie späler erzählte, hinsichtlich meiner irgend welche ZnkuuftSträame zu tarn. S e unterrichtete «ich in der Musik, weil sie selbst mustkalisch war. Unser Ripertoire bestand *vau» Hummel, Herz, Moschcle», Kalckbreauer, Ezerny, Diabelli. Elemeutt und anderen damaligen musikalisch« Leuchten; noch '3 vollstäickig Lind begann ich sie zu stadiren. Jazwische« traf in Moskau unsere Bekannte; Warwar« - Bogbanawna Grünberg (gest. 1869), die Fra» ei».'« Dostortz, - Z «tt ihrer zehnjährigen Tochter Juli« ein, di« in der Mnsik schon so wett vorgeschritten, daß sie in Moskau Lonrert« ~ fgab (Julie Lwowaa Grüab rg heirgthrte später den Srnator Tiuriu und lebt zur Zett in St. Ptteröburg). Mutter «nd. J* Tochter besuchten unsere Famllie und di« Erfolge der kleine»-.M Künstlerin veranlaßt«» «eine Mutter, «och ecnstllcher auf ' meine musikalische Ausbildung b.wacht zu >ein. Sie fühlte i sich jedoch der Aufgabe, «eiue «ach ihrer Meinung große» musikalischen Fähigkeiten in gehöriger Weise zu vervoll- » kommne«, nicht mchr hinlänglich gewachsen und erkundigt, sich daher, wer in Moskau der beste M^siktchrer sei. W. B. , M Grünberg wies auf Alexander Jwanowitsch Lllloiug hin, der 1 sich zur Zeit al» bester Musikpädagoge in Moskau großer Berühmtheit erfreute. Man lud ihn, der, wie ich glaube, - iS schon mit unserer Familie, al» wir noch hinter der Prokow- ^x» drücke wohnten, bekannt war. zu un« ein. Wir de« auch i« fein möge, er kam zu un« und hörte «eine» Spieleauf» 3 merksam zu. Di« Mutter nklärt« ihm gleich damal», daß' -3

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