Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 47 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Diejenige», n«lch« ihre Aufmerks,»kett auf die Uh» •ffreinnjen untere« Distrikt« nxb b«nn Mf de» Contraft ■fatal^kr zwischen kn Umfange tafelten «ob der gerinin Betheiligung an den Versammlungen besteht, dürfe» überzeugt sei», daß ttafcr Dkatrrial ein vortreffliche« unb auch im Stande ist, jede« geforderte Opfer bringe» ,» kennen, daß Wir treue Anhänge: der OrdenSsatzuuge« habe», »ur — daß der Apparat irgendwo an« der Ordnung ist. Ich hatte dir Abficht, diesen Punkt ausführlich zn beleuchten, bin jedoch j hiervon wieder zurückgekommen. Durch die Ernennung von I 17 Ex-Präsidenten zu Präfidenten für d>« nächste Geschäft«' I jahr wird der Besuch der Logenversammlungen jedenfall« I Wieder in« richtige Geleise kommen. Sollte die« nicht der! Kall sein, so wird da« Generalcomitä Schritte thun müffen, eine Anzahl kompetenter Ex-Präsideuten auszuwählen, welche die Logen zu bestimmten Terminen besuchen nab nach vorheriger Ankündigurg Vorträge in denselben halten. Die Logen im Süden leiden nicht an demselben Hebel wie im Worben. Sei die«, weil die Brüder noch ne» find und de«halb einen größer» Eifer al« die Norddeutschland« an de» Tag legen, oder, daß ihre Gesinnung in innigerem Akkord zu den. t d«o l e n Zielen de« Orden« steht; die Thatsache muß zugegeben »erden, daß ihre Versammlungen zahlreich besucht werdet und daß in den meisten Fällen die volle Zahl der Mitglieder auf denselben persönlich vertreten ist. Jedoch ist die Endowement-Frage (obligatorische Unterstützung der Hinterbliebenen) ein große« Hinderniß für die gedeihliche Entwickelung de« Orden» in Süd- und Westeuropa resp. in Deutschland. Entgegen der in vielen Logen herrschenden Meinung, prävalirt im Süd«n die Ansicht, — ja sie ist hier fast zum Dogma geworden — daß der Orden keine materiellen Bortheile gewähren dürfe, wenn er die Achtung der Brüder für die von ihm anfzestelllen Principien nicht verlieren will. Man fürchtet, das. der Orden der Brenn- und Mittelpunkt »ur Befriedigung materieller Bedürsntffe werden könnte. Zu Fälle», wo die Hinterbliebenen Hingeschiedener Orden«- drüder hilfSbedürfrig sind, möge man sich an die Logen Wenden. Die Majorität der Logen unsere« Distrikt» ist jedoch anderer Ansicht. Durch die Zahlung der Endowement- Beiträge für jeden Fall, schwindet nach ihrer Meinung La« Gefühl der Demüthignng in den Fällen, wo da« Gelt »irllich Hilfe bringt. E« dürsten also die Brüder nur nicht in Klaffen A und B eingetheilt werden. So stehen sich die > Ansichten entgegen und jeder versuch, einen Kompromiß zu siuden, ist di« heute gescheitert. Mir scheinen nur 2 Au-wege au« diesem Dilemma möglich; der eine ist, daß beide Parteien bei der nächlte» Sitzung der Großloge sich gegenseitig Goneesfionen mach:» und da« Institut allein auf Bast« der Wohlthätigkeit forchestehen lasten und die Endowement nur bezahlen, wo eine Familie der Unterstützung wirklich bedarf »der — der Säten bildet eine Distrikt«. Groß lo ge für ftch mit Frankfurt al» Mittelpunkt. Der erstere tzöeg sollte eingeschlagen und der letztere für spätere Zeiten hiuauSgeschoben werden. Wenn da« falsche Schamgefühl geschwunden sein und man erkannt haben wird, daß in dem Falle, wo der Hingeschiedene Bruder seiner Familie nicht hinreichende Mittel hinterläßt, um die Endowement zurück, »eisen zu können, von Wohlthätigkeit eigentlich nicht mehr die Rede sein tan», und daß nur ein auf Bast« der Gegenseitigkeit beruhende: Anspruch besteht; dann wird die Heberzengung sich Bahn brechen» daß ein solcher Cowpromiß den besten modat vivendi abgeben unb für die Entwickelung und Ausbreitung des Orden« in Deutschland die größte» Vortheile gewähren wird. An die Thetlung de« Distrikt« — wen» durch dieselbe auch 5 «der 6 Loge» in Süddeutschland mehr installirt werden sollten, — darf nicht gedacht »erden, da sie den Fortschritt de« Orden« wesentlich schädigen »Ürde. Zudem dürfte eine so untergeordnete (?) Frage, wo ■*» doch nur eine« freundlichen Entgegenkommen« bedarf, eine entsprechende Lösung für dieselbe zn finden, auch nie die Ursache -» einer Trennung sei». Ich will daher hoffen, daß die nächste Versammlung der Srvßloge eine friedliche Lösung dieser mißlichen Frage herbeiführen wird; dann wird die «eitere rasche Auöbreitung de« Orden« nur noch eine Frage sei», deren Lösung von der allernächsten Zeit erwartet werden darf. Berlin, den 1«. Mai 1889. D. «olff. Die 7Vjährige S»Selfeier de» Israelitischen «ohlthätiskeits.Verein» in «öl«. Am 12. d. M. beging der in Köln im Jahre 1819 begründete Jöraelitische Wohlthätigkeit«-verein „Ehewra Ge» milluth Ehastodim" sein 70jährige« Jubiläum. Ein zur Begehung einer würdigen Feier von der Generalversammlung de« Verein« eingesetzter Festausschuß unter Gorstde« Herrn Eduard I v h l i n g e r war schon vor einigen Monaten gewählt» um die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Obgleich die Feier der Freude über da« vieljährige Zusammenwirken so vieler gleichgesinnter Männer lebhaften Au«druck geben mußte, so lag doch da« Hauptgewicht, dem hervorragend religiösen und sittlichen E;arakler de« die Jubelfeier begehenden Verein« entsprechend, auf dem gottesdienstlichen Gebiete. Demgemäß fand zunächst um 5 Uhr in der zur Weihe de« Tage« überaus prächtig geschmückten Hauptsynagoge ein Festgotte«dienst statt. Bi« auf den letzten Platz war da« Gotte«hau« besetzt, und inbrünstig sandten die andächtig versammelten ihre Gebete znm Himmel, lauschten dem eigen« hierzu von dem Eantor der Gemeinde Herrn Blumenthal, arrangirten Ehorgesängen. Den Haupttheil de« Sotte«dienstr« bildete selbstverständlich die Festpredigt, gehalten vom Rabbiner Dr. Frank. »Nicht wie der 70jährige Menschengrei«, oft krank und altersschwach, sich nach der Ruhe de« Grabe« sehnt-, so schloß der geistreiche Redner seine Predigt, .nicht al« Greistnn, sondern mit dem starken Geiste der Unsterblichkeit umgürtet, ohne jegliche« Gepränge, wird auch fernerhin der Jubilar-Verein seine edlen Zwecke verfolgen al« Pfleger und Förderer der Wohlthätigkeit und in der Ausübung von Liedeswerken und Liebesdiensten in de« Worte« eigenster Bedeutung Wohlthätigkeit üben durch Unterstützung der Armen, Bedrängten und Leidenden; LiebeSwerke üben an Armen und Reichen, Liebesdienste erweisen den Lebenden und den Toten. - Nach Beendigung de« erhebenden feierlichen Gotte«die„fte« wurde auch der Fr-ud: Ausdruck verliehen. An dem im Luisensaale bereiteten Fe rmahle nahmen 300 Personen theil, und hierbei, wie bei dem Gottesdienste waren die verschiedenen Wohlthätigkeit»vereine Köln« und solcher von au»wärt«, au« der Nähe und der Ferne sehr zahlreich vertreten. Namen« de« Festausschüsse« begrüßte der Vorsitzende destelben, Herr Ed. Jöhlinger, die Festoersammlung in herzlichster Weise und ertheilte zum Toast auf unser» Kaiser Wilhelm II. Herrn Rabbiner Dr. Frank da« Wort. Ein donnernde« Hoch durchbrauste den Festsaal, die Kapelle intonirte .Heil dir im Diegerkranz- und stehend und feierlichst wurde die erste Strophe gesungen. Während der Redner noch die letzten Worte sprach, hob sich langsam der Vorhang der Bühne, in bengalischem Lichte prangte die Büste unsere« Kaiser» unter Blumen und Gewächsen, sinnig ,e> schmückt; „Germaniahielt iw Hintergrund einen Lorbeerkranz und im Kreise huldigten eine große Zahl junger Damen, in deutschen Farben, dem geliebten Herrscher. Diesem Toast folgte derjenige de« Herrn Jakob de Jon ge, vieljähriger Präsident der i»raelitischen Gemeinde Köln, welcher »amen« der Gemeinde die Grüße und Glückwünsche de« feftgebenden Verein in schönen, finnigen Worten darbrachte. Herr Simon, der Präsident de» Wohlthätigkeit«verein«, sprach hierfür de» Dank destelben au» und brachte der hiesigen israelitischen Gemeinde ein Hoch. Stadt-