Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 47 (1889) · p. Seite 186

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
47 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 186 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6492351-8722856-5956680--1262-5373617
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Mtorbitter Lieb«««» feierte i» sei»«« Toast dir Verdienste de» Rabbiners. Es sprach«» ferner »och dt« Herr« Gustav und PhUipp Fleck. Klei». Während der Tafel sang eine junge isr. Künstlerin Romanze» uud Arie» sowie mehrere Lieder von Schutzmann »ad Bohw. Mit besoaderer Aufmerksamkeit folgte» die zahlreiche» Zuhörer auch dem Biolin-Solo de» Eoocertmeister« am Stadtheater. Tafellieder, gespendet voa Mitgliedern de» Bereit»«, trugen ebenfalls zur Hebung der Stimmung wesentlich bei. Herr Jöhlinger dankke den Mitwirkendeu für die Bereitwilligkeit, mit welcher fie zur Verherrlichung de« Feste« beigetragen und vrrla« eine größere Zahl Begrüßung«- und Glückwunschtelegramme, welche au« dem In« m>d Lu«la»de inzwischen eingetroffeu waren. Zur Beendigung der offiziellen Feier ergriff da« Wort Rechtsanwalt Simon Meyer, welcher, anknüpfend an Goethe« Worte: »Tage« Arbeit, abend« Gäste — Saure Wochen, frohe Feste" dem Festausschuß und besonder« mit Recht dem Vorsitzenden desselben, Herrn Eduard Jöhlinger, zu danken für die unermüdliche Thätigkeit und die Opfer, die er gebracht, um eine Festfeier zustandezubringen, die so schön und herrlich verlaufen sei, daß fich alle Theilnehmer noch in später« Jahren derselben frendig erinnern werden. Zu dem nun folgendeudrn Theil, „das unvermeidliche Tänzchen", hatte fich unterdeflen der schöne große Feftsaal und seine Nebenräume mit Ballgäften ange- ’ füllt. Bor Beginn deffelben gelaugte noch eine Poffe zur Aufführung, die wohl gelang und mit großem Beifall ausgenommen wurde. Ihre Leitung hatte der Präfident de« Kölner Lesevereiu« „Union", Herr Isidor Kaufmann, übernommen. Bi« zum frühen Morgen herrschte die ungetrübteste Freudigkeit. So darf denn der Festausschuß wohl zufrieden auf den überaus schönen Erfolg seiner Mühen zurückblicken, der Israelische Wohlthätigkeitsvereiu aber mit großer Genugthuuog auf die 70jährige Zeit seine« segensreichen Wirkens Unfern Bericht beenden wir aber mit dem Wunsche, daß Gotte« Huld auch fernerhin dem Vereine bescheert sein und derselbe durch ungezählte LiebeSwerke noch reichen Segen ausstreuen möge l _ Lie Pseudoprediger i» England. Was ist ein Raue? — Bas uns Rose heißt, Lik es auch hieße, würde lieblich duften. (Shakespeare) So wenig Werth man in England auch auf Titel legt — die armen Frauen gehen fast alle leer aus — wird gerade mit dem „Reverend (Ehrwürden) und Professor" der weitgehendste Mißbrauch getrieben, welchen aber die glückliche» Träger dieser angeoommeuen Titel vortrefflich zu rechtfertigen wissen. Trotzdem glaube ich, daß die Angaben de« londoner Eorrespondenten der „Israelitischen Wochenschrift" vom 3. c. nicht ganz corrcct sin». ES komm: allerdings sehr häufig vor, daß ein jüdischer EultuSbeamrer in einer Neinen «emeinde, der zugleich Borbeter, Schächter und ReligionSlehrer ist, fich in einen schwarzen Anzug steckt und eine weiße Halsbinde umbiudet — die (Kantoren in den großen Gemeinden sind alle schwarzgekleidet und tragen alle weiße Halsbinden — und sich ohne jede Prüfung und ohne jede Erlaubnis den Titel „Reverend" beilegt, der allerding« nur einem Prediger gebührt, aber deshalb ist er noch lange kein Prediger und wird auch gar nicht dafür gehalten. Er selbst betrachtet fich ganz einfach als zu dem geistlichen Stande gehörig, und folglich auch für berechtigt, fich Reverend tituliren zu lassen. Prediger heißt auf englisch xroacrfiar — auf die englische Benennung kommt e« ja hier hauptsächlich an — und e« wird keinem dieser Herren je einfallen, sich xreacrfier zu neunen. Sollte e« aber doch einmal einem eiufallrn, fich dahin zu verlaufen, daun würde fich auch noch Niemand den Kopf darüber zerbrechen, wieso ,r zu diesem Titel kommt und auf welcher Univerfität er ihn erworben hat, wen« er nur sein« Sache «nt macht. 9» finmt ja auch »er, daß ei» strebsamer Autodidakt r« »ach «nd nach mit Hilfe der Predigtmagazine,—wozu wäre» dies« saust da — «na» ganz hübschen Bortrag zu halten, tont oomrua ohe» nou. Diese Herren würden fich auch bei uns schüchtern und bescheiden nach und nach Herr Prediger nennen lassen, und drüben in England würde er sogar nur zum Leotnrer — zu deutsch Vorleser — emporsteige». Fast ebenso »erhält e« fich mit de« Professor. Mit besonderer Borliebe nehmen Musik-, Sprach- »der Zeichnenlehrer diesen Titel an, d. h. auf ihrer Bifiteukarte oder auf dem Schild an der Hausthür, denn angerrdet wird er nicht damit, und e« küaimert sich wiederum kein Mensch dann», wo diese Herren eigentlich ihre Titel herhabe». Aber darüber herrscht nicht der geringste Zweifel, ob jemand ein Pseudo- oder ein wirllicher Univerfitätsprofeffor ist. Ich kannte seiner Zeit in London einen Professor Brown, uud der Herr war weiter nicht«, als ein Haarkräusler, allerdings ein sehr geschickter und darum sehr gesuchtrr, aber der Herr war nicht im gerirgsten beleidigt, wenn mau ihn ganz einfach Mr. Brown cnredete, sowie auch der Reverend Jsaac B. Salomon« gar nicht pikiert, ist wenn er nur Mr. Salomo»« angeredet wird. Drum gönnen wir doch den Herren da« Vergnügen; e« kostet ja nicht«, schadet uns nicht und den Engländern noch weniger. Wa« schadet e« un«, wenn die erste beste, einigermaßen anständig gekleidete Dame, gnädige Frau angeredet wird; wenn in Oesterreich jeder Mann ein „Herr Bon" ist, uud wa« kann ich dafür, wen« mich mein Schnöder auf der Rechnung .Hochwohlgeboreu" nennt? Da« find halt menschliche Schwächen; der Eine glaubt dem Andern mit dieser billigen Rangeserhöhung eine besondere Freud« zu machen, und vielen macht man in der That eine Freude damit. M. Silber stein. I. Deutsches ^ko^ogryph. Ein Thierchen kenn' ich, winzig, klein, Schon Manche« bracht' es schnellen Tod; Versetzt inan zwei der Laute sein. Zeigt'- in der Schrift ein streng Verbot. II. Deutsch-Hebräisches <^ogogryph. Bon C. in B. Ein Baum ist's, den die Bibel nennt; Sobald von ihm den Kops man trennt Und setzt da» Herz an oessen Stelle, Zeigt'» ein Geschenk für manche Fälle. Die Laute nochmals umgestillt Deal' nun hebräisch, wem'« gefsllt; Das Won nennt dann ein Strafgericht, Bon dem schon früh die Bibel spricht. III. Keöräische« «Logogrypch. SSon A. K. in London Eia schneller Vogel mit vier Zeichen Erscheint in meine» Räthsel» Wort; Derselbe wird un» g'eich entweichen, Nimmt ein» der Zeichen man ihm fort. Und wa» vir jetzt noch vor un» sehen, I« Lauf der Zeiten auch ausbört; Doch wird cs wieder neu erstehe», Wie uns In weise P red'ger lehrt. Arrsiösmrg der Kitthfel tts vor. glr« I. *n* (ffl), «nua! Susann«. II. Sumatra; rm 5*1 (Böses.) Ritthsel-Aufgeöbe«. «eianiwonluher R.dacreur: Dr. M. Rahmer, Marburg. Drink »oa D. L. «olss. Magdeburg, «erlag v», Rodert Fries«. Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.