Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 38 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 2)
- Language
- German
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,®t milcht'»« 6m! Ofim hoch «f Muri >»gev »D» spittft mit Schiffe» mfc mit Eierschalea, »Ah ist Du rt »icht, »atz an dem Strand, dem kahle», „Dtffelbe* Woge» sich am Ga»»« breche»?! „Gliicht »iri'< Bild nicht n»serm Menschendaseta? ,Lo t auf de» Leben« So-«u stürmt'« daher „Bill Vutb un» Kraft »n» leuchtend wie da« Meer ,,Un» so wir die« be-renit durch Sand «r» Staub!' „Sellen I» den Meereeflutrn „Seid geküßt von Eonnengluten „Und die aanze S'ernenp'acht „Spiegelt sich in stiller Rächt. , Unten i» keqstallee.cn Weiten „Scherzend Ungeheuer gleiten; „Monde-licht lockt Klei» und Trotz „Au« de« Meere« Wunderschootz. „Uekerall welch' schaffend Leben, .RLlhselhaste« Beben, Schweben: „lraumvolle heilige Natur „Dich ries Gatie« Won hervor." Die saumselige «eise mit dem Segelschiffe — Dampf» kraft w»r damal» eine ungeahnte Macht — hatte da» Gute für Arno, sich im Englischen praklisch zu rrrvollkommne», seine tteoretischen Studien in dieser Sprache kamen ihm jetzt zur Berwerthung. Seine kleine Reisebibliothek unterhielt ihn, wenn er an»ruhea wollte von der überwältigenden Bewuuderuug der Naturwunder. Sein liebeo»würdige». taktvolle» Benehmen, erleichtei te ihm die Bekanntschaft der Reisegefährten. Alt! die Küste England» mit ihren mächtige« Kreidefelsen hinüberschimmerte, siegelte Arno Briefe nach der Hei» math und die Gedichte al» versiegelte Einlage für Esther ein. Esther ging nach der Abreise Arno'» io» Getreidefeld, im Hause war e» zu Sde. Al» wäre die Brücke zu ihrer Bergausenheit abgebrochen, so verändert erschien ihr da« Dasein; sie fühlte, r» gelte jetzt sich ein neue» zu schaffe«. Die schine Gewohnheit ihre« Leben», den Freund neben sich zu Haber, reichte bi« ihre Kindheit zurück. Herangereift hatten se kein Geheimniß vor einander, wie sie e» wohl von sich sagen durste: ihr gegenseitiger Grdaokenan«tausch vollzog sich so natürlich, wir Abend und Morgen wiederkehren. In diesim Sinne gedachte sie de» Freunde«, sie empfand zum erseumale, wie unersetzlich er ihr sei. Bei dem Ab. schiede r»ar ihr die» nicht so Nar vor dir Seele getreten, jetzt stoffen Säirincn über ihre Wangen. — Ali> Tante Valentin ihr begegnete, die eben an dem Grabe ihre» D aune» die ersten Treuvungsschmerzen zu überwinden versucht hatte, trocknete Esther ihre Thränen. — Sb: umarmte Esther. »Un« Beiden wird er am meisten fehlen. Du hast einen guten Freund von Dir gelaffe», mein liebe« Kind." »Liebe Tante, e» ist gut für ihn, daß er fortgrht. Du wirst ei> erleben, ihn glücklich wiederzusehrn. Eine neue Welt öf uet sich ihm, wo sein« reiche, schöne Begabung sich entwickeln wird. Gönne« wir e» ihm!" »TaS sehe ich ein, mein Leben, da« giebt mir auch «eruhigimg; auch Hab« ich weder da« Recht noch den «Men, sein sch lue« Streben zu hemmen. Ich hmrdle hier im Sinne eine» Vater», da» weiß ich. — Komm, hilf mir im Ges«l>äfte, die Sonntag»kunden werden bald da sein." Si, gingen an die Tagesarbeit. — Deblaue Himmel, die helle Sonne blickten auf da« fröhliche, buntgrschmückte Landvolk, wie auch auf «nsre vielgeprüften Freund« nieder. Ihr werdet sie auch noch recht oft mit dankbarem Herzen genießen. Die Welt besteht; der Einzelne kämpft, bi« e« ihm gelingt an dem, wa» ihm geblieben, Ruhe uiid Friede zu gewinnen und zu verbreiten. »Liebe Tante schone Dich, bat Esther, überlaffe mir heule da» Schwierige." »Geh!" antwortete diese humoristisch, »dem Einen schadet lein.Gift und der Andere stirbt au Eingemachtem." »Arbeit, Arbeit I Du Mahnung an da« Paradies — kein Fluch war e» dem An«ge»iese»en »Du sollst arbeite« i« Schwei-« Deftw« Angesicht»," sagt« »ei» Mann. Arbeite in Dir, um Dich, e« stählt Körper und Seist in Freud und Leid, geliebte« Kind." Esther war »edel, hllfteich und gut" für Alle die ihrer bedurften. Nicht kalte« Pflichtgefühl leftrte sie. e» wir die« selbstverständlich bei ihrer Natur. Sir übernahm di« schriftlichen Arbeite« in de« Vater» un» dem Geschäfte der Tnnte, die Arno sonst au«geführt; ihrer Mutter verschaffte sie die «bg» lichste Erleichterung in der Wirtschaft und bet deren Wohlthätigkeit»bemühuugen: al« Krankenpflegerin war sie wochenlang im Hanse Remdrand« an den Lrankenbetten der Kinder; in ihren gesunde» Tage», war st« diesen Splrlkameradt» und de« Eltern Freundin. Die Bezieh«»» za riese« wurde immer inniger und bereicherte« Herz u>» Geist. Lektüre, sogar Uebnng im Englischen wurde gepflegt, sie wollten gar so gerne mit Arno englisch korrespondtreu. — Ost bemerkte die Fra« Doktorin, ihr« Berttant«, wie Alle« wa« Esther in Plander- und ernsten Stunden äußerte, sich auf de« Entfernten bezog. Er war» ihr selbst unbewußt, der Mittelpunkt de» Leben» geworden, dorthin richtet« sich Alle« wa« sie durch da» Strebe» ihrer geistige« Fähigkeit«« zu entwickeln vermochte. — Arno'» Briefe brachte« immer neue Nahrung dafür: »Gr thrile jeden Genuß mit ihr durch »Mittheilung" — äußerte er. So verband Trennung die Beiden in vertraue« u«d Hinneigung, sie wurden einander immer unentbehrlicher. — »Verliert man einen geliebte« Menschen durch seine Un» Würdigkeit, dann verschließt sich manche» Herz de« Leben", äußerte die Doktorin, nach einem daran bezügliche« Gespräche. »Ist aber der verlorene heimgrgaagen, so wie wir ihn erkannt, dann läutert sein Andenken den Schmerz «m ihn. Sein verklärter Geist lenkt mild unsre Wege z« den Menschen. Findet man den weg zur' erhaltenden Ruhe, rnft da» neuerwachende Leben, — verscheucht e» nicht. Da« Menschenherz soll gesunden, sich und Andern zum Heile." _ (Fortsetzung s-lgt-) Vptzrai« Spiro. 11] Novelle »ob gda H»smann. (Fortsetzung.) Im grmüthlichen Familienkims« floffe» der Familie de« Lehrer» Staubesche« die Tage dahin, ohne rin besonderes Ereigniß, still, wunschlos und glücklich. Mit frischer That» kraft war der Lehrer au» dem Bade zu seinem anstrengende« Beruf zurückgekehrt, dem er mit dem gewohnten Eifer oblag. Karl «a» bei dem Onkel in der Stadt uatergebracht und besuchte dort da» Gymnasium. Frau Staubesch««, die seit der Geburt der jüngsten Tochter die voll« Gesundheit nicht wieder erlangt hatte und oft leidend war, war seft einiger Zeit an» Lager gefeffelt. Eben trat Franziska au« de« Krankenzimmer» um im Garten ein wenig frische Luft z« schöpfen, al« ein Fremder auf sie zutrat, sich nach Herr» Staubesche« erkundigend. »Sie sind Fräulein Franziska?" sagte er halb fragend, halb bestimmt. Diese verneigte sich und wollte den Vater rufe«, der Fremde aber bat sie, zu verweilen, da er ihr von eine« gemeinsamen Freund« ein Andeukrn zu überreichen habe. * »Dann find Sie Herr Prau." /// Franziska freute sich herzlich mit dem Lieutenant, deffeu männliche Erscheinung, deffeu tiefe wohlklingende Stimme, und deffen ganze» Wesen, da« Geist und Gemüch verrieth, sie auf» sympathischst« berührte. Und wie der Tochter, so erging e» der ganzen Familie, die de« Lieutenant/ welcher sich einige Zeit in Garbenheim aufhielt und allabendlich da« ftugale Mahl mit ihr theUte, bald lieb gewann/ Er wußte in feffelndrr Weise au« seinem bewegte« Lebe» zu erzählen und auch de« gemeinsamen Frrimd«» wurde oft gedacht.