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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 22 (1889) · p. Seite 85

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
22 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 85 (sequence 3)
Language
German
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iWht und ßatinf« fc*t sich nicht »efiirchlrt. Jetzt hat fk kr Herr <#■» kftraftf . «(ka, D» Rft dach sanft et» ptter Kerl! Da« will GM nicht, Wj Mt Mensch«, risoskr §» feixte Ehr« kt« Ja» txttftrtetc »icht, akr bei stch bachtr er: »Was .-weiß et» Ink bavo». «xb »exn er anch etx Luztt wäre." Er half stch ax« kr Verlegenheit xnd plauderte gxtmüthtz »etter. »Der alte Herr, Gatt hak ihn selig", — er kreuzigte Sttrx und Brust — .war ja axch ei» guter Herr, aber krix Wirth. Wäre es damal» wir unter dem jux ge» Act», »a« »äre an« uxser» Gütern geworden l Hol ha! Wa« ist uxser Paxitschek für ei» Wirth uud di« Wtelmozna: fit ist immer mit ihm a»f km Ktthe! Iber Herr Doetor", rannte er diesem in'« Ohr. -*l«w »leibt er nicht hier, da» sage ich Jhur». Ol» OjAsyan», wuysko dl» Qyosynyxn»!*) Der ist et» Polackl Hol hol viele Pole» gehe« »ach Pari» an» «nserer Gegend, unser Herr bleibt auch nicht lauge Per, net» l Bei uuserm Probfte find Versammlungen; jede» Lag komme» und gehe» Fremd«, und Bote« trage» Briese hi» «>d her. Hol bol Ich »erstehe mich auf solch« Sachen," sagt« er schlau mit k« Augen zwinkern». Dr. Rembrand hörte mit großem Iuterefie auf diese Gftttheünngeo. Alle zerstörte» Hoffnungen der Pole» hatte» dach da» vertraue» aus Fraukreich »icht erschüttert, e» blieb ihnen ihr Hort »ad Schirm. Bei sauer Rückkehr iu» Schloß beqeguete Dr. Rembraud Lomaschek, der ihm mittheilte, daß Frau vo» Wintawska berat» Henrik» Lob erfahren. Kattaka war dott gemesr», bi« Gräfin batte mit der armen Mutter gemeint, um da» haffunng»volle Kind. Da» Begröbuiß war besprochen und all' der Lrdeutaud, kr al» letzte 8iebe»gak dem Dahtngeschiedeueu gespeuda murk, lenkte beik Kraue» augenblicklich »on km Schmerze ab. den fie so tief ewpsuuku. Die Gräfin besprach die» schumrzltche Lretgxiß mit km Arzte «tt »ehr Fassung, al» er «märtet hatte. Sir giag eben in ka Garten, wo unter einer mächtigen Link Üef im Parke, der Frühstückstisch gekdt Mar. Rach de» gestrigen Regen prangte dort Alle» im duftige» Grün, km kr Sonne freundlich erglänzend. Arthur war t» der Racbt angekommrn und schon war er an de» eben dezentutten Platze, wo n gern die Morgenstnnde» zu wichtige» Aubarbeitnugen benutztt. Er hatte eine große Mappe mit verschiedenen Abrissen . zu Baute» vor stch und saß ganz vatirst in seiner Arbeit. IU» Frau vo» Wiuiawöka und der Doetor sich nahten, er» k»n,tt er de» liebe» Hau»arzt sauer Eltern sofort, und dieser blickte mit fast väterlichem Stolze auf den herrliche» Jüngling, de« der Ernst de» Manne» «üstaad. Sie reichten ein an da die Hand zum herzliche« Willkommen. v0nfon hat mir Erfreuliche» über Sie erzählt, Herr Graf, ab« ich bi» vor Alle« al» Arzt von Ihrem kräftige», gestruden Aursehe» erfreut; eine echte Heldengestalt Polen»." .Mein höchste» Bestreben ist ihr« würdig z» sei»." erwidert« Arthur mit aufrichtig« Bescheidenheit. .Sir, Herr Doetor, sehen ab« wie ei» Mann au», kr au« dar Stürme« de» Leben» glücklich in ka Haft» de» Fried«»» gelaugt ist. Gerso» hat mir vo» Ihne» und Ihr« Hänölichkat Benei» denkvathe» erzählt." .Ich gebe gern zu. daß mein Lebe» »ich beglückt. «» , ist bin glänzend^, akr ein vo» Gott gesegnete», «h genieße e» mit dankerfüllte« Herzen. Ich hak übrige»» Grüße für Sie, Herr Gras, 'von Gnson, kr Sie wegen verschiedener Baechouogen bald zu sehe» wünscht." ,D« Herr Doetor sagte mir von Esth«, daß a fie ganz auffallend verändert finde; statt chre« Frohsinn» ernst und still, statt ihr« Harmlofigkett voll Nachdenken", bemerktt di« Gräfin. Arthur fuhren diese Worte wie ei» Stich durch» Herz. Mit dem Instinkt« kr Liebe «kauxte « die Ursache jene» .... •) fttrSa» Vaterland, Ue* filr da» vaterümdl Znstaxde» n»d »a» » sich bi»h« nicht z» gestehen wagte, daß « gellebt werk, war chm zugleich beglückexk »xd schmerzliche Gewißheit. »Und ich muß fie verlafieu," dacht« « tief «regt. Er fühlte, doß dir künstliche Schntzwehr. die seine Bernxuft sein« Leioenschaft grgexüb« ausgebaxt» wie et» -artruhan» zusammen brach. Xtaft Gespräch flkc Esth« wnrde von de» Anwesende» estrig fortgeführt, wrd so bemerkte «an nicht de» verrätherstche» Auedruck seine» «bleichende» Gesicht«». »Esch«» Eonftitution ist vorzüglich, nicht so, H«r Doetor? Hoffen wir, daß stch alle» mied« ordutt. Könnte fie nicht zu «n» kommen, di« frstch« Laudluft würde che gut thun? I Ich habe da» Mädchen so g«n in «ein« Nähe," faate Krau ooo Bisiottltfii .Gersoa fährt nächsten» zur Mess«, dann stt sie kr Mutt« im Geschäfte unentbehrlich," «wiekrte kr Arzt. .Wer erwartet »nt« solche» Verhältnissen ein Mäd hea wie Esth« zu finden," sagte di« Gräfin. .Sie könnte die Zi«k jede» aristokratischen Hause» sein." .In ihr »ereinigru sich die besten Eigenschaften ihr« Eltern, kr gute Geist de» Hause» kann nur verttrelad aus sie wirken," versetzte kr Arzt. Arthur blätterte zerstreut iu seine» Zeichnungen, um stch zu sammeln. Endlich sprach « mit gewonnen« Selbstbeherrschung: .Wissen Sie. Hen Doetor, daß Napoleon bald wieder an kr Spitze sein« Arm« stehen wird? .Ich la» e» neulich in kr Zeitung wo « kr .eor ische Räuber" genannt wird, den vo» kr Erde zu vertilgen, heilige Pflicht sei", sagte kr Doetor. .Freund uud Feind muß indeß diese mmPvolle Erscheinung auoetea okr fürchte». Sie «scheint wie eia drodende» Meteor, «schreckend in sein« Pracht, da« selbst weun e» schminkt noch unvergeßliche Spuren hinftrläßt." .Er wird fiegeu," ries Arthur begeistert. .Er, kr Befrei« kr Völker. Rebe» d« Trikolore wird Polen» Fahne wehen l E» lrk Frankreich l E» leb« Polen!" .Ahnen Sie Herr Doctor, wa» Atthur jetzt ersehnt? ftagte die Gräfin. .Sie werka stch kr polustchen Legion anschlirßea, Herr Graf, sagen Sie, habe ich e« «raihea?" .Gewiß, lieb« Freund. Wäre e» nicht Trenbruch an ihm und nn« selb«, eilten wir ihm nicht zu Hülfe? ft», p» ft»," sang Atthur enthusiastisch. Frau von Winiaveka blickte mit Stolz aus ihr« Eakelsohn, dem sie schon au kr Wiege FreiheitAliekr gesungen, und spät« die Geschichte seine» unglücklichen vatalaak« seine Kämpft, seine Geg« und seine Riekrlage mit Worte» eingeprägt, die seine junge Sette für iumn iu sich ausgenommen. .Da» Batertand ruft! Die Ahne», deren Blut seine» Boden getränkt. solle» gerächt werden au seine» Unterdrückern. Unsere heuiige Gmeratwu denkt nicht ander» al» jene vo» l7Sl. RxP wahr «eie Atthur?" Sie lehnte ihr edle», verklärte» Grstcht an seine Helden, brust. So standen fie da, umschlungen, ein Bild kr Ops«- frrndigftit und kr Verkörperung de» Heldenmnthe», die wekr Geschlecht »och Jahre»unterschied bei dieser Heldemmtio» verändern. »Ich spreche mit »03cm Herzen dir Worte jener Römerin »ach: .Eutwekr mit dem Schilde okr aus km SchildeI" ries di« Gräfin mit bewegt« Stimme und wie cm« weihende Priester« legte fie die Hand auf da« opsnbereite Haupt de» Ealttsohae». Tieft Stille herrschte riogsumh«. al» dft Beiden schwiege«. Rur ein leise» Flüstern zog durch die Link und kn Park» man meinte in eiuem heiligen Hame zu weile». Rach lang« Pause sagte Arthur: .Uns«« Rationalität stt «tt «n» verwachse» «ft dft Liek zu »usr« Mutt« und zu uasr« Religio». Sie versftheu die» Gefühl, Herr Doäor, auch ihr Bol! hat dftft Treu« für sein Vaterland bewahrt."

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