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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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feste«, «har. (bomater anch Daar«), DtMtn, sich fcniftfc das Beste zn leistes ssd derEchckg w« tensss ssch itOcs Seiten ein selnngeser. fe seit« nnr zn Wünschen, daß dich Feier nicht allpirasch verrausche» sondern nachhaltig auf die Gemeinde mm* mOu)w« ggsstsfiSSj, 20. Dezember. (Dr.-feu.) Sestern sab heute beging die hiesige israelitisch« Gemeind« ein seltene« Fest, da« in«befandere verschönt «ar durch dir allgemeine Betheiliguvg auch Seiten» der christlichen Bevölkernag. S« galt der Sin»«th»vg der neuen Syudgog«. Nachdem «an in der statt Synagoge der Schlußgottrsdstast abgehaitra, bildete sich der Festzug, de« sich, anher dm Smuriademitgliedera und zahlreichen Fremde», der ansehnlichste Theil der Bürgerschaft anschloß. Er dem egte sich durch die reichgrschwücktm Straß« nach der »«um Synagoge, Woselbst der Schlüffel von de« Bamnetster Brühl dem Herrn Landrath Grheimm Rrgiernnggroth Damboi« unter paffend«Wartm übrrgebm Wurde, der ihn dann gleichfall« mit einer gemüthvoll » Laf rache in di« Hände de« Heim, Bezirksrabbiner» Dr. Silberei» von Witednd« legte, welcher ihn «ats^esjhfrechendm ankrswort« mtgegmuah«. Die Linweihaagäserer verlies in der üblichen Leise. Den Mittelpunkt derselbe», wie auch in der alten Synagoge, bildeten die formvollendeten, gedaakenreich« Nedm de« Her« Bezirksradbinn», die einen mächtig« Eindruck auf di« dichtgedrängte Zuhörerschaft hervarbrachlm. Abend« fand ei» vaakett in de« rerchgeschmäcktea Rachhau«- saale statt, bei de« der erste Toast auf dm Kaiser au«gebracht vom Herm Rabbiner Dr. Silberstein, mit stürmischem Beifall aufgenonuam wurde. Di« andern Tag« beim erste» Hanpigatttedtenste gehaltene Predigt de« gmanatm Herm, Welche iaterne vrrhälmiffe der Gemeind« besprach» «rzmzte nickt «iader eine tiefe Wirkung, die hoffmtlich nicht mit de« Feste schtvindm, sondern sich dauemd deihStigen wird. Morden, SS. Dezember. (Or-Eorr.) Am nsteu Ehanucka-Admd fand in unserer Elemmtarschule eine Feier statt, welcher der grüble Theil unserer Gemeinde, inebesonder« Damm, aavHale. Diese Schulseier wurde durch eiaea drristtmmigm Lobgrsang und einm Prolog, nach welche« cha» Auzünden d«t> Ehaankaltchte» ersolate, eröffnet. Alsraan sang» die Kinder die deutsche Bearbeitung de« ,Ao»u» Zmta, und trug ei» Schäler die Festzeschrchte de» Ehnanlla nnd drsiea geh«« vor. wonach Gesa», und paffend« Drelamatioaea in schöner Reihmfolge wechselt«. Der erste Theil der Feier wurde geschloffen »st de« Gesang au« Psalm ISS, 7 bi» 9 und Psalm 87,11, »ach Lewandowtki. Hiera» «ihr« sich der heiter» Theil de« Feste«, destehmd ia einer Verlasuug paffender Geschenke, zu der« Ankauf die Gemeinde- Mitglieder berestwilligst beigestenert hast». E« war für jedm Kwderfrmn i ein Genu«, die frmdestmhlmdm Gesichter »er Schüler bet Empfanmrahme ihrer Geschenke, bei denen Rüffe und Lonseet nicht fehlten, z» sehen. Aber auch ans die Übrig» Thalnehmer «achte die 1'/.ständige Feier einen erheb»»« Eindruck, »nd wmdr allersest» der Wunsch an die Lehrer gerichdst, diese Schulfeier alljährlich zu wiederhol». Ass de» GßrpGfeß, im Derember. (Vr.-ferr.) Am 18. November estschlief tu Siereuz (Oder-Elsaß), der «reise Radbiurr Hirsch im 93. Lebensjahre, I» Aufträge der Famstte, die de« schriftttcheu Wunsch« de« thrurea Dahtugeschie»»« uachgekommeu »ar, ward» sämmtttche Amtebrüder de« Entschlafenen, bi« im Louststorial-Bezirke Lalmnr fungireu, zur Tranersrier geladen, die auch di« auf eiaea einzig«» erschienen »arm. (Herr Rabbiner Dr. Asch kann z« in Rrteersrpl, der ia Folge uagüuftiger Bahnoerbiaduog detziudert war, der Tranerfeter üi Siereuz beizuwohum, fehl te aber bei der Beerdigaug in He ge,hei« Sicht.) Der Heiiugegaa,»« war eis echter elsäffer Rabbi, ftiebliebeud und trotz seiner alir» Richlnag tolera«, Rtemand» hernttefordernd. Er »ar daher ate frommer Gelehrter geachtet und geliebitu seiner Gemeinde oo» Jud' und Lhrift, die ihm auch die letzte Ehre erwies«. indem alle drei Loafesstonrs» brr Herr Pf«r«r sab stts Meer, sowie «asch Mc Pratestaut» ah ihrem Ktrchiuvarstaste, sämmüich «st Lrauerabjetch». in «Rereuz bei der Iraserfeter zsgeg« war». «r erftchr» erst sachher, baß drr katholisch« Pfarrer und der Borstmld der Prarestastes-Ktrcheszeiseisde Willes« mar», au der Bahre de« verblich««» «hr»d« Werte de» Aubesken» zu spreche«. Allein fi« hast« (mabrschetnltch an« vescheideuheit) «» uuterlaffm, dm Herm Ober-Rabbiner Weil »n Lolmar, der anwrsead war. um Srtheilaug de» Worte» z« ersuche», »nd ohne Srlaubaiß de» letzteren dorf i« Obrr-Llfaß kein Seelsorger, mit Au»uahme de» Local- Prediger«, bet Welchem «»laß es auch sei. »ffeutlich predig«. Selbstverständlich hätte «a» dör utcht-i»raeltttsch« Geistlich« keft zn Siereuz da» Wort ertheilt. wenn ihr dttebezügltchrr Wunsch nur rechtzeitig bekannt gewes« wäre. Aber in doaio rolaiaao »nü» «at, und soll auch htermst der nichtteraelstischea Bevölkerung oo, Bier«) der Dank «»«gesprochen merbea für »te Ehre, die ste de« hetmgegaagmeu Rabbiner gelegeuttich der Troaerfeier erwies« Hab«. Z» dedanem ist bet oieft» leider traurigen Fall der Umstand, baß ein Stnkel-Rabbtner t» Nachbarlandr, der, im G«g»satz zu der nichttsrarkttisches GetstUchkeft zn Steren», «hu« -rianbuiß de« Herm Oder-RaWssW otue, wenn asch ts jeder Beztehaag mißlungen« Ansprache bei brr Beerdigung in Hegmhet« hielt, sich erbrristete, tn einem jädische», sattsam bekaantm Hetzblatt« d« Tranergotttedimst zn Liermz zn einem Angriff« gegen unser« alloerehrt« Herr» Odrrrrbdiaer und die übrigen dort an»es«de» Rabbiner z» mthbrauchm. Man höre und staune! Der Traaergotltediesft in S. mar, wie ia jenem Hetzblatt« selbst zugegen, wird, erst -egen Mittag zn Eide. Ru» hat die jüdische Gemeind« Ster«z kein« Gettesacker, »nd muß daher ihre Todtea nach Hegeaheim — 2lL Stnuae Wrge» — führen, »oi jene» fr»»»» Blättchen merkwürdigerweis« zu bericht« ganz vergeffm hat. Seldftverstäadltch könam die bet eiaea sonst vorkommend« Trauerfall «Uwes«- den Gäste nicht mit nach Hegenhri« geh«. Die Begleitung besteht in »er Regel nnr an« den nächstrrrwaudten Lridtrageadm. Der t»r. vorftmd drr Gemeinde Siereuz hatte daher Sorge getragen, daß sämmtltche Anrwirttge, die znr Iraner» frier ihre» Seelsorger« etngetroffm aarea, aas Koste» der Geattinde.aach alterSitte mgaazElsaß»Lochrt»g«,v»rd«rAbretse et» m«ig reftaurirteu. Ran kommt je»«» frommesBlättch« »st de« Srtteahtcb: .»ach aichi-jüdtschrr Art'. Ich möchte einmal dies« 8 t«.Schal yaa-Amch keaam, wo deajenigm, die einen mettm Weg Herkommen, um einem Tobt« die legt« Ehr« zn erweis«, auch »ach ftattaefaudeuem Tranergotteödtenst da» Speis« verboten sei. Ich fordere j«e« Artikelschreib« hiermit auf. den dezüglichra ß bekannt za machen. Z» brmerkm ist noch, daß fämmtltch« Leidtragende bei der dezügltchea Mahlzett nicht zngeg« war«. Obwohl «» hier zu taade thatsächüch eine alt-jüdische Art ist, sämmUtche Fremde i» Trauerhause »ach statt,rsundeaer Beerdigung zn bewirthen. Selbstverständlich stad« sich immer Bekamtte und Freunde der Leidtragenden, die die eigentliche Bedtrauug übemehmen. Bisher hat Rieaaad dagegen protrstirt, auch nicht drr wirtlich fromme und gelehrte Raddiner Hirsch au» Sierenz; aach nicht der als fromm bekannte Raddtner an» Souuheim, der «eine» jWtssea» nach stattgrfunbeuer Traaerfrirr im Tranerhanse gespeist hat. Als» wozu j«e heuchlerische Berleumdaag unter dem Deckmantel der Frömmele»! Jsttera. Da» Interesse, welche» die Reoolutiou in Brastlie» für di« Jaden al« solch« hat, ist natürlich eia sehr fern liegende« und beschränkt sich größteatheil» ans die Person de» «tttzronte» Kaiser«. Eure Ration, welch« so triftige Gründe hat, dt« Folgen der Bedrückung beurcheileu zu köaae», kan» ein« Monarchen, welcher die o»llige Abschaffung der Sklaverei tu sein« sämuttlicheu Staaten öecretirt hat, nur von Bewunderung erfüllt sein. Aber auch an« nech einem

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