Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 52.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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ju schick, n md so viel als »-glich sie kttm znrückhielt». Durch da» Gesetz vom SS. Juli 1847 amtbm die jüdischen «Semeivd» z» Lorporatim»» erhübe» und de» Juden „besohl»", ihre Kinder 1» die Ottsschnle u schick», sofern sie nicht den Nachweis sichre« konnt», dag sie durch Privatunterricht für genügenden Unterricht in den Elementarsthnlfächerri gesorgt hätten. I« jede« Kalle aber waren di« Juden versWchlet, zur Unterhaltung der Ottöschule beizu» tragen, auch wenn sie eiue Privatschule unterhielten. Um der doppelte« Last zu entgeh», schickten sie ihre Sinder i« die Ottsschnle, und nicht in die -evangelische Schule. Di« n» Gesetz oorgeseh»e „Möglichkeit", für jüdische Geiueindm eine eigene Schule zu unterhalt», war so schwer, daß nur sehr wenige Städte, in den» besonderviele wohlhabende Iud» wohnt», von dieser „Möglichkeit" Gebrauch macht». — In ganz Seftpreuß» finden wir wirkliche jüdische Schul», d. h. Schul» in d»» nur jüdische Sind« von nur jüdisch« Lehre» unierrichtet werd», in d» Städten Dt. Krone, Gollnb, Thoru, Briese« und Zempelburg. Die Schulen, welche zu besuch« d» jüdisch« Kindern gestattet war, waren aber ftrma confesstonell christliche Schul»; tie jüdischen Kiuder sollt» jedoch — nach de« Gesetz — auch Religionsunterricht erhalten, was blieb da Wetter übrig: der jüdische Schächter, der ja ia jeder Stadt existnte, ertheilte, so gut er ebm konnte, d« »Pater» richt im hebräisch» Lesen und da» hieß dann — jüdischer Religionsunterricht. Al« Anfangs der stebeupger Jahre Dr. Falk das Kultusministerium übernahm und ein frischer > Vmd durch die preußisch» Schul« «ehte, da wurde er darauf aufmerksam, daß die Art »ud Leise, wie die Schächter dm ,;üdislh» Religionsunterricht" ertheilt», doch nicht mtt der gesetzliih verlangt» Art sich decke und es wurden an Schul», in welch» Kinder verschied»» Lonfessiouru unterj richtet wurreo, Lehrer angestellt, die de« Kinde» der verschied»» Konsesfion» auch konfesstonellen Religionsunterricht «rtheilm könnt». So »«stand» die Simultanschul», «ad in d» Städt», in dm» »tapfere Männer" wohnt«, die sich nicht durch ein» RückwetS der erst» Behörde abschreckm ließm, find» wir heute solche Schul», d. h. Schul«, an d»en auch jüdische Lehrer als vollberechtigte Beamte, wie ihre andersgläubig» Lolleg», all» Kindern iu all» Kicher» Unterricht zu ertheilm Hab», nur i» Religion unterrichtet jeder Lehrer di« Kiuder seine« Glaubens getrennt. Die au Simultanschulen an,«stellt» jüdisch» Lehrer „müssen" dm jüdische« Kinde» Religionsunterricht ertheil», hatldn aber mit der jüdisch» Gemeinde als stlche nichts zu schasst«. Es hat wohl in fast all» Fäll« Mühe gekostet, oirs» Zustand herbeizusührm und ist fast immer durch die letzte Entscheidung des Minister» die Einrichtung der Simultanschule dewirkt Word». So lange Falk „am Ruder war", «tstaud» immer neue Simultanschulen; unter sein» Nachfolgern stad wohl etliche «»gegangen, aber keine neu» hinzugekomm», und „wer weiß wie nahe mir mein Ende" kann vielleicht von mancher Simultavschule gesuagm werden, wmn man nur wüßte, wo die definitiv angestelltm Lehrer jüdischer Coafessioa hingeschickt werd» könnten. Zur Zeit besteh» Simultansihul» in dm Städt«: Danzig (1 Lehrer, 1 Lehrerin); Tuchel, (2 Lehrer); Löbau (2 L.) P. Stargard, FlatowIrojanke,Kulmsee,Lautenburg,M.Fri«dlaud, Neuenburg, Neumark und Schlochau mu je einem jüdischen :§hrrr. Boa den ob» gmannt» Konstssionsschul» hat Thorn eine drecklassige, Briefen,Gollub und Zempelburg Hab» je eine zwrittassige jüdisch« Schule. Pl ocki- Flato«. A. Hlattsor (Oberschlefieu). In erst» Tage des Lhaunkafestes fand hier die solenue Einweihung der neu erbanreu prächtig» Synagoge statt, die der Stadt zur Zier»« und der Semeüide zur Ehre gereicht. Das Fqst-Eowits hatte auch alles vorbereitet, um dir Einweihungsfrier zn einer würdigen z« gestalten. Au fünfzig Ehrengäfte waren gelad» worden uai die meisten waren auch erschienen. Der Re» gieruugsprästdeut, der ttznusllgi Mstststee Dr. v. Bitter, der Hersog »m Ratibor «ld der Stodtpfarrer hott» che» Abwesmheit schriftlich eutschnldigt, »an der kathoüsth» Betst» lichkeit war krttmr erschien», dagegen folgt» der Sohn des Heigog« (Prinz Eg»), der Sautmtth, der Bürgermeister, der rvan-äische Pastor; der Major von Pape«, der Gerichts» prästdent, Gymnaflaldirector, und Reetor» anderer Schule», Stadtrüthe, Rrgierungdräthe und Vertreter der Presst der Einladung, von d» etngelad»» obeischlestsch» Gemeind» hatten Dqmtatioaen gesandt: Leobschütz, Kätscher, Rosenberg, Bleiwitz. Sohra», veuthea, Mvs» lowitz. von Rabbinern mar» anwefmddie vvr.Kopfstet »» Beoth», Münz-Glctwitz. Loh»-Kattowitz. Krakauer- Leobschütz. vormittags 11 Uhr fand ei« für di« Vorsteher uud Rabbiner der Rachbargrmeindm berettites Frühück statt. Der zwette Vorsteher der Rattborer Gemeinde, Herr Hugo Sch ütz, der mit vielem Beschick alle Festlichkeit» arrauG« hatte, begrüßte die Gäste und hob d» »ichtofstziell» Ehavoeter dieses Dejenna's tnxoac, indem er glttckgetttg darauf hin wies, daß die Gemeinde Ratibor an» verschied«» Gründe» von eurem allgemein» offiziell» Festmahle des Abmbs habe Abstand «ehm» müssen. Herr Rabbiner Dr. Koh n dankte hierauf dem Vorstand« für die Eiuladuug zu Freude und Ernst, für die gesellige »ad religiöse Fei«. Der Rabbiner der nächste« Nachbargemeind« Dr. Krakaner-Leobschütz dankte de« Vorstand« der Natiborer Gemeind« dafür, daß er dm Gäst», namentlich d» Rabbinern, Gelegeahett gezebm, d» Bland» an da« ideale Strebe» im Jud»thume zu befestig»: die Erbauung zahlreicher Gotteshäuser in der Gegenwart liefe» d» sichersten Beweis für di« Opserfrmdigkett. die noch mtt. «»geschwächter Kraft i« Jndrat-ume herrsche. Dr. Münz toaftetc dann auf bra greis» jüdisch» Talmudgelehrt» Her» Kirschaer aus Loslau (der interimistisch am Bres» laner Seminar nach dem Tod« des stl. Direktors LazarnS uud d s sel. Seminar-Rabbiners Dr. David Josl Talmnd-. Vorträge gchalt» hatte) und Dr. Kopfstein ans dm jugeud» lich« Rabbiner der Ratiborer Gemeinde. Außerdem sprach» noch Herr Luft ms Leobschüß »ad eia Herr Schindler aus stoischer. Um halb drei llhr begab man sich zur Feier nach der Synagoge, die ei« Prmhtdan erst» Ranges ist. Das große und arränmig« Gotteshaus war von einer dichtgedrängten Mmfchenmeuge »gefüllt. Rach dem Eiutrttte der fünf Rabbiner begann die Feier. Der Ehor stimmte da« Rad-towa »ater Begleitung bis Orchester» an. Dtt andächtig gestimmte Mmge laafchtr dem ergreiseadm Gesänge, insbesondere dem vortrage des Eaator» Rose», thal, der mit einer prachtvoll», mächtige» Tmorstim«« ansgerüstet ist. Hierans folgte das Leih^eb« de« Rabbiners «ad da» Aazünd» der „ewig» Lampe" durch dmselbe». Hierauf wieder Ehorgrsaa, mtt Orchesterbeglettuuz Psalm 1^ in steter Bearbeitung, die heilig« Lade ward hur ruf geöffnet; Eintor und.Ehor sang» bas S1033 vm und wlhrend de« Umzuges mtt d» Thorarolleu, gerrag» vom Lanlor und den Rabbi»», das OHStf IttV. Nach de» Einhetm der Thorarollm hielt der Raobiaer der Gemeinde die Seihe» rede, die jrnm bekannt» Midrasch zum Text« hatte» wonach Abraham die Andachtsstätte ein» „Berg", Jsak „Feld" und Jakob „Haus" gmannt habe. Die Ausführung enthielt für den Kundig» nichts Neues*), doch war die Sprache blüh«d und da« Ganze gut memorirt, so daß sie de» Eindrucks nicht verfehlte. Hierauf folgte das Gebet für Äoifec und Vaterland, daun als Schlußgesang Ps. ISO. Was den Eindruck der Gesammtfeier anlangt, so dürste die Amßeruug d«S Prinz» Egon wohl maßgebend sein, in zu einem Herrn vom Fest^Lomitä gesagt Hab» soll: „Sag« Sie de« Vorstand«, dag ich noch selten einer so schön« Feier beigewohnt habe." E« hatten Alle. Vorstand, Fest- ").DIe i» Oberschles. «azeiger abgedruckle Heit weift «a«h» ftu lrhauag «n Schmiedel'« öanfciantm, »lahmrr'd Predigmagattn, »er,«» Predig: tat «uweihuag der Daajiger Synagoge a»f.