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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Mt ttffcuKmbt Hat« und BtOnlhaft, M briet« rM Schdpferwort, Mlty« Mc mve IBcft fn# Las«» rast. Batet» Ift i* «tt Mt «Sota« für Mc WttlHb «rreqmde Zukunft M Lchrrr». friaer Shhac und Satfrn; hier fehlt das Herz «cht. Dir Gnu ei« den würden qeden, «ehr geben und kräftiger helfen, die Anreaua« dazu fehlt nur und zw« «eisten« bei den Lehrern silbst. Die Beweis« liegen vor. daß durch An» reguug viel, Sdrenwitglieder zu gewinne« sind. E« mag Me« an alle« Drten n'cht gleich leicht sein, aber so viel ist vorläaflg und sofort überall zu «nieten, daß die Gemeind« ol« solche durch den Vorstand die Ehrenmitoliedschaft erwirbt. Rur wenige Geineioden, deren Lehrer Mitglieder de« Achawaverein« sind, habe« diese Ehrenmitglietschast erworben; wohl keine würde dem anregenden Lehrer, zumal bi dessen Eintritt in» Amt, eine obschlägge Antwort geben. Die kleinste Ae» weiade vermag 6 Mart jährlich diesem Zwecke zu opfern, zumal sie sich gleich,eilig selbst damit dnnt. Auch im Rothfolle mühte sie dem Lehrer helfen, wo« in anderer Weise sic vom Verein teanspiuchen kan«. Deutsckland zählt an 2000 jüdische silmmndm: zählen wir 600 ab, welche zur Zeit ohne Lehrer sind, s« würden di« übrgm 1200 durch ewen 3ahre«beiiraa von 6 Mart dem Brrein jährlich 7200 M. zuführen. In viele,', namentlich größeren Gemeinden werden auch einzelne «Semeindemirglieber noch al« Ehrenmitglieder zu gewinnen sein, außer Schenkungen uno Legaten werden auch bei fteudiqea und traurigen G-legmhciten Spenden zu wohlthätigen Zveck'N verrinn,.hmt werde»; wir werden daher nicht seht gehen, wenn wir hindurch auf eia vermehrte« Jahrr«n»kommen von ca. 10,000 Mark rechnen. Wir richten daher dir Aufforderung, diele« neue Hilfswerk in Angriff zu nehmen, an alle Lehrer, Ribdiner und Vorstände, die e»n Herz für J«rai:l. seine Lehre und Lehrer haben. Denn von der Lehre und den Lehrern hängt J-rael« Bestand ad, und Dehrer. namentlich gute Lehrer, wird Jarael sür seine Lehre rn ou»reichrod<r Anzahl nur dann haben, wenn die Gegenwart und Zukunft der Lehier und ihrer Familie hinrerchend und dauernd grslchrrt sein wird. Also zur Au«füvrung ge» schrittln! Hand an» Werk! So rufen wir allen, namentlich aber und zunächst den Mitgliedern de« A tzawa V:i e n». zu. B.-A. Gerichte mrd G»eechpOndr«ren. Deutschland. Kreoka«. Wohl selten hat sich der Spruch de« weisen Einig« -rav Bßsrtan oipoa .an der Stätte de« Recht« zeigt sich — Rischus" so sehr bewährt, wie jüngst hier am 18. Dezember. Bor dct Strafkammer srand ein hiesiger jüdischer Kaufmau» E., augeklagt de« Betrüge« und der Urkuodcufälschung, degaogrn durch Ersstoa einer Forderung. Die Verhandlung war, wie dle »Bert. Morgenztg" berichtet, eine sehr lau,»irrige, da dt« Staatsanwalt,chaft eine Meng« »an veweiseu sür »r« dösen, und dir Angeklagte ein« noch gröhrrr Menge von Beweisen sür seinen gute» Leumund «Ural. Eia« ganze Reih« von Zeugen beschwor, daß st« von bim Augeklagt» io der „eigennützigsten Weise drdirnt ward««. Der Gerichtshof fällte nach kurzer Brrathuug auch «st« freisprecheude« UrcheU mit der Begrüuduug, e« seinen »«dir die Merkmale de« Betrug»«, »och dir »er Urkunden, stllschuug »«Ich,«den. Auch der Staatssuwalt, Herr lkodllgk, «rkauul« aa, dt« Beweisaufuahm« die eryadeue Anklage tu ««»che» vezteh»»geu t» Stiche grlufse« Hub«, platdtrte «her für »schuldig de« Betrüge»"', nachdem er folgend« für «tue» verirrter der köwtgltche» Anklagedehörd« höchst merkwürdig» Betracht»»,«» »araasgrschtckt Hütte: »llea, »atz «taea gab» <d» «a hta auter Lnkla^ gestellt« chrtst» .ca wird: daß Nmn Mt «twtch». Malt «Mn schied M mt Zahl der l ftwwaut. 91mm* wU» Im kanxf zu» Re «maisaanallkchis» lrichttr fHK*at fri, «egeu «tarn TtzAßm »»>««» «a «tzedea. oder daß di« Wwlfa«nr «c«m wstch« Neerllg« MUfntim «ad. warte, frie,. als ftr* d'e ArtjHttr» ««trimer. I« Ge^mtzrils »eil di» Biaatlaawaltfcha't weist, wie schwer itdisch« vrtrL»r ja Mn stad, acht sie bet »»Haar, owe, dieselve» «der nach »mlltwditcher z« Werk«. Die Urftche liegt darbe, dast sich uMrr dem Mische, Betrüger» ei, gu, bestimmt« Lypus befimet. der »nt«, wegt »all «stwm bestimme» Schema tzaedrlt. Dies« stad meiflmw »chldab'ad« Leute, dir »o» Gridmschäste» lebe» mW daher i» der «aemhme» Laee st»d, sich dl» L ut«, dir sie «■ ihre» Ovstr» «• witzle«. me«l,chen ,u wem«. Rur da rau! ist e» )i nfKnn, dast rin solcher Setiltger eine gaaze Reitze Var Zeug« «»szatrettz » vermag, dte ist« Dvst«. da« Veste nachagen. Sich solche Zeuge» darch gele-rwtiLe «otzsthaie» t» drpfltchiev, »,« achsri che» »st »a semem Geschäft, za lesterm Renommee. Dieser Ltzpas »an veträgera, dir ich ku^weg. ich »erd« wotzl dabei nickt «ist» »erstaod« »erde», jädtsche Betrüger nenne, sucht flch beschrä«kü, »»gebildet« Leute ga seinen c»'rrn an«, »brr gerade deshalb hestt» ick el sür unser« tllnsgabr, solche« Betrüger» gegenüber nicht di» Klint« ins Kar» »» »eisen und sich «st der Ansicht pibtsch'tdmh dte man su »st «tslpreche» ddn: Ja, gegen diese Leute komme» »tr nicht au,I Diese Leute sind zu gerislen t I» wirr rt»e Schaub« für unsere St'aseechispstege, wenn e» nicht gelänge, dies« Betrüget» an den Kragen zu kommend Der Borfitzende de« Gcrichtshofe«. Lrndgerichtsdirectvr Freytar. ließ diese geradezu unqnalifizirdaren Aeußernngen ohne jede Erwiderung; der Brrtheldiger begnügte sich damit, sein Staunen darüber auszudrücken. vor einem Richterkollegium Uusführoagrn gehör» zu haben, die in eine antisemitische Volksversammlung, aber nicht in den Gerichtssaal paßten, und fügte bei. er werde dem Herrn Staatsanwalt auf diese» Gebiet nicht folge». (Man hat wohl dergleichen in uncivilifirten Ländern, wie Rumänien und Rußland, gehört, aber in einem Rechtsstaat wie Preußen, da» an der Spitze der Etoilisarion marschirt, in einem Rechtsstaat«, in welchem alle Bürger vor dem Gesetze gleich stad, und die Gerichte ihr Urtheil ohne Ansehen der Person und de« Religion«- detmnknisse« fällen, ist dergleichen unerhört, kann da« nur al« eine häßliche Frucht vom Giftbaum de« Antisemitismus betrachtet werden.) Zu« zveftgreatzen. (Or.-Lorr.) Zu dem in Rr. GO d. Bl. veiöff.mlichlen Artikel .Statist sche« über di» jüdische Schulwesen in der Provinz Posen" sei e« mir grstattei, ähnliche Notizm über da« jüdische Schulwesen in der Provinz Westpreußen hinzuzusügen. Uns re Provinz ist dckanntilch die jüngste der Ostprovinzen unsere« Königreich-« und hat erst vor wcnizen Jahren ihre Selbstständigkeit erlangt. Da« Schulwesen war hier auch, ähnlich wie in der Provinz Posen, sehr uff Argen und sind die Rachwehea d:r vernachlässigten Schulbildung auch jetzt noch sehr zu verspüren, denn die mysten Analphabeten st.llen die. beide» genannten Provinzen. Wa« unsere Glaubensgenossen in der Provinz Westpreußen betrifft, so habm sie sich von jeher redlich bemüht, nutzt hinter dem Bitdungs-rade ihrer christlichen Mitbürger zurück» zubleibeo. Aber, wie überall, so war iharn auch h er der Zugang zu den Biiduugsftsirrn, wenn nicht ganz verschloffrn, so doch sehr erschwert. Die »a kleinen Städten lebenden Juden warm daraus angewiesen, sich der Piwatlehrer zu drhtenea, dir zum Thrll m>t, zum Thetl ohne dl« hierfür nölhigen Keunrniffe und ohne behördliche Eclaubniß Prroatschlürn hielten und außer „Hebräisch" auch dte nothwrndigsten Elemente im Lesen, Schreiben und Rechne« lehrten. Unter diese» Umständen konnten, da der Privatunterricht dem Lehrer doch dm nothlveodigsteu LedmsunterhaU gewähren mußte, nur dr« bester situirim Judm ihren Lindem diesm Privatuuterricht zu Thetl wrrdm lassen, während dir große Mehrzahl «nftrer Glrl»bea»gmoffm ohne Keantuiß der vorher genau nlm Elemente auswnch«, hüchstm» etwa« „jüdisch-deutsch^ lesm, Mische Eunenychrift nochdürfttg schreiben lemt«. Im Rechnen half ihnen da» augrborme Talent; schrtstlich gerechnet wtrrdr um „Szamech und Wuwchm" al« Zahlbtlder. Eme Amderung trat in diesm Zuständen erst et», ol« der Staat mir stimm Machtspruch „Schalzwang" hervortrat. Jetzt „sollst»^ «Ile Liuder, auch d» jüdtzeheu, der Schule z»ß«führt werde». Fvrllich «ad e« auch damal« noch diele Etirr», dte e« für flagMl hielte», ihre Smder i» di« „goisische Schul""

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