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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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MwaatSplawAerei. «•n JC 8. Wir Urnen poat feetum, wollten wir heute mit einer Besprechung der Cdanockah-Feier vor unsere Leser treten, mit einer Lesprechu ng jenes Lichtfeste«, ha« i» seiner Bedeutung de» Inden in einem Zeitraum von über zwei Tausend Jahren die nöthige Helle «u bereu nur allzureicheu traurige» und düster» Erlebnissen gebracht hat. Allein, wir sehe» uns nichtsdestoweniger veranlaßt, auf da« Ehaouckah-Feft, da« »n« der Monat Aislew gebracht, zurückzukommen, um von tifltr ans die Interpellation de« Abgeordneten Richter an den Arie,«minister bezügl. der Beförderung der Juden zu Osfizieren in Betracht zu nehmen. Wenn Heldenmuth Offiziere schaffen kann, so dürfen wir Juden wohl mit Stolz ans die Makkabäer, von welchen da« Chavmkah.Fest uns erzählt, Hinweisen und sagen : .Wenn diese Helderschaar kein anderes Verdienst gehabt hätte, als da«, in «neu gewissen Beruf hiaeingebore« zu s in; wen» ihr nicht auch eine wahrhaft spartanische Tapferkeit zur Seite gestanden hätte, so würde mau heute au« seinem christlichen Bekenutniffe heraus dem Juden den Eintritt in da« Offizierkorp« nicht verweigern können, aus de« einfachen Grunde, »eil man kein christliche« Bekenntniß besäße, — denn aus den Juden ist e« heroorgegange». „Aber, — wird man sagen — Heldenmuth allein thnt es nicht, es ist eben erst der Ehrbegriff, der den Offizier bildet*. — Gut, wir wollen daran nicht vergeffrn, wir sage» sogar, daß der Ehrbegriff jedem Berufe iunewohaen muß, will er nicht der Korruption verfallen. Freilich darf man von dem -hrbewußtsein nicht so vollgepfropft sein, daß kein Raum mehr für Im« Rechts- und Schicklichkeitsgefühl übrig bleibt. Um r un aber auf die Juden io« Besondere zurückzu« kommen, fi age» wir: find dieselben der Ehre bar? Man beginne von der Zeit au, wo dieselbe» t« deutsche» Heere diüren und versuche es uachzuweiseu, daß fie irgend etwas gethau, was fie ehrlos machen könnte. Nicht das Geringste hatte mau ihnen vorzuwerfen. — ja nicht einmal Schulde« habe« sie gemacht, wodurch sie ans de« Heere hätte» entlasten werde» müsse». Oder habm die Juden sonst nicht das Zeug dazu, Offiziere zu »erden? Wohl, fie haben es, denn in ander« Staaten sehe« mir die Inden die höchsten Offiziercharge« erreiche«. Da werde» wir deutsche Inden schon so restguiere« müssen, wie es jerer arme Man» gethan hat, der also kalkulirte: »Hab' ich auch kein Geld, was schadet es? wenn nur andere welche« haben." — Das »Frankfurter Journal", da« die Frage de« Ins. schlaffe« jüdischer Offiziere al« eine rein gesellschaftliche Formfrag« betrachte», würden wir bitten uns z» sage«, was de»u geschehen würde, wenn diese gesellschaftliche Scheid«^ auf dem Schlachtfelde, de« eigentliche« Berufsarte de« Sol« bäte», fich vollzöge? Du, «et» Gott, wenn »an vor Metz und bei Sedan «gefangen hätte, fich gesellschaftlich zu sonder» und die Krage anf^worfe» hätte: darf der Jude mtt «ns ins Feuer gehe» »der nicht? Wed «ne, wo es in Kriedensznte» gilt, die Edemüthigkett der Aoufesfioue» weiter Iß pflege, und d«rch gleichmäßige Verl Heilung »er Rechte sie einander i»erth zn machen hat ma» es hermesgestende». dich die gesells haftltche Thetttuig im Heere «öiht, se^ als ob hier die Soldetenpfiicht nicht Alle gleich mache. Sr. Majestät des Aatsers Dienst trägt eise Homo« genickt ii das Heer, die jedes Separationsaelüfte »»ge. setzltch »»» »»gerecht machen müßte. R»r der ftä* herdetsesßhet dnrch Me «efichchag, kan» hier «nterschetden» anftteten. De» tznpes sesellschaftttchen Zerglteternng «yrw sich nur der Bürgerst»»» gestmte». Riwnwttmetzr «»der dürste dieselbe i» »er.Heeresverfaffnng Platz greifen, wo die Sillkühr sonst ja auch in so strenger Weife ansgeschlofferr ist. Wo« nun »och gesagt wird, daß aus der Ranglistg, weil daselbst fich Name» jüd. Alands vorfinden, hervor^de. dich Jaden bereits Offiziere geworden, — ist eitel Flnnkrrrt. Wir selbst haben Ehrtsten gekannt, die da» Name» Ibra« ha« führte», auch mit de« Namen Loh» find ans welche bekannt. Was sollen wir erst sage» von de» Josephsons, Jaeobsohn« u. a. .Sohn«' — ob fie wirklich Inden stad, oder ob fie ihr Judenthum, wen» fie jemals eins besessen, nicht bereits aufgegebea habe», »m so vom Jude», tdum geläutert, tu da« Offizierkorp ausgenommen z« »erde»? E« bietet nichts Angenehmes, von erltttenem Unrecht sprechest zu müffeu, aber wann haben wir Jude» aufgehört, davo« dettoffea zu werden? Danken wir Gott, daß un« der Sumor dabei nicht ausgegaageu, daß wir «och immer so viel efalleu am Leben finden, um unseren Feinden zu beweise», daß es mit ihre« Bernichtangsversuche» au »ns nichts ist. Wir haken im Lau'e de« Monat» durch die .Wochenschrift" vernommen, wie viel wir noch werth find bei hochangesehene» Christen. Man stellt nn« zu« Beispiel für Andere hin. Will das nicht viel sagen in einer Zeit, wo mau un« auf der andern Seite so gern »och den Paria anhänge» möchte? S« war e» immer und so wird e« stet« sein. Jude zu sein mag im praftischeu Leben nicht« Angenehmes haben. Verftteg fich ja sogar ein polnischer Jude einmal z» der «enßernng: .Meine Saon'icn (Feinde) solle» e Jüd' fein." — Nichtsdestoweniger haben wir Inden, wenn wir es im »ich» Sinne find, die Gewißheit ans die Achtung eines jede» «* ständigen Menschen rechnen z» können, und dieses gtedr «ns de» Math und die Znoerficht, allen unliebsame» Begegniffe« und feindlichen Angriffen, ob sie von oben oder unten komme« mögen, mtt der Arast des guten Bewußtseins entgege» zutrete a. «iwige ve«erk»»ge« z«r letzte« Ge»era1versck«ml«»g der Am 14. Oktober hielt, wie iu diese» Blättern eingehend berichte» war, die Achawi (Lehrer»Uaterstützuag».Berei«) in Frankfurt die siebeate Generalversammlung ab; dieselbe war gleictzeitig zur Feier des fünf»adzwanziaiährtge» Bestehen» diese« Beretn« angevrduet worbe». Die Theil« nähme der Lehrer war nicht besonders groß» größer als sonst aber die Theilaahme von Ehrenmitgltttern. Die Brr» hältaiffe des Verein» stad erfreulicher Wnse im stetige« Wachs» ihn« begriffen, aber immer »och nicht besriedigea d. Dean dazu grhvrt eine auskömmliche Sicherstellung des Lehrer« für seine und der Veiaigea Zukunft. Diese zn erreichen, ist da« Ziel des Vereins; — eia gewagtes Vor. habe«, wen« «an daran denk, daß die Gegenwart de» Lehrer — wir zählen hierbei auch die Rabbiner z« de» Lehrer» — noch vieles zn wünschen läßt. Wir verdenke» es de« Lehrern nicht, daß sie mit de«, was der Verein ihnen nnd den Ihrigen im Fast« oer Hülfsbedürfttgkest bei In-» validttüt nnd Tod bietet, fich unzufrieden erkläre». Mehr aber» als geleistet wird, kann der verem bet seiner gegenwärtig» Finomzlage nicht bieten. Anträge, welche bnaif gerichtet waren, eine höhere Letstnng zn veranlasse», «nßte«, ^gleich sie a» sich berechttgt wäre«, mtt schwere» H»zen zurßtß. gewiesen werde», Bestand »nd Fortgang des Verein« oer» lange» die«. Die »öglichöett aber, mehr z» leiste» ist demioch Vorhände», fie liegt bei de« Lehrer» selbst. Da» Lehrer» zunächst et» auskömmliches Gehatt g» gebe«, hat meist seine Schwieriglest t» de» Anne» vmhältaich» der SS «ettlde»; hier Abhüch z» schafft», da»» wüee et» verband der Gemeinde» nähmen big, z» dem Zwecke sich gegensesti» z» helfe». Ts ist dies tu ähnlicher Wesse ei» verback der Gemeinden, »st Me Lehrer eine» solch» zur aegensetttze» Hilst für fich gebildet chben: dst «champ. »sts myschwterck sei», aber der Ginn dafür ist doch »och»ben, es fehtt

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