Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 51.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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‘©fc hierorts cif(Ma«k »Dsutfche O^ftzter»» |eit»»|a, tritt natürlich fit de» Ans Muß kt Jnd« «»4 de» QfH|icilo«))4 d». 3» ho» Mnffnkw A«. Mt Hk» «ä,nführt. »uß da« Offizttröoms t» onotfle» Stach ei» Bereu» fti, der «ich» te seiner Mit, Wk, der niche dahin sgrhöee; da« sei sei« Kated Recht. Nach de» Satzaaaeu und Bestimmung« de« Ofsttterkorps sei jeder verpflichtet. Satisfaktion zp Gebe»; man »sie, ader »te «a» in »HeVifsr»" L reise« dariber deale. De«hold könne »a» solche Ettmmtt nicht wähle». Daß da» Osfizttrkorps «toe» jüdische» Ahttwut« »o» »oruherria Mißtrau« entgegen, bringe,, dürfe loch lei»«» t» Erstaun« ftern. Zu erster Liaie verlavge non, daß der Ossi-i» eia Bentttman» i» wahre» Sinne de« Worte« sei; da-» geh««» selbstrrdead eine' anständige Äffin tan>| »nb ei» «tensolcher Tharocter; dar» gehört ferner ei» tadellose» Borlebe» »,d die Gewähr, daß der Aspirant sich niemals zu «wer »»ehrliche» Hand» lang, sich hwrrtstt» lasse» wird. — (Frecher »ad verlogener kann allerdings die aattsewitisch« Agitatto» «icht betriebe» werde», aB wie e« i» dieser sogenannt« .Deutsche» Offizierszeituug' der Fal ist — bemerkt hier-« ttt »Freis. Zeit.') #» MMirrnßen. (vr.L«r) Dtt te Nr. 48 de« sprocheue» Leitartikel de« polnisch«» Dichter« .Bleslaw Prus' au der Spitze d,« Watte« »Kuiyer Eodzttuuh' »ehme» ihre unheimliche Foiisetzung. Nr. 8 euthält ein, lech scharfe Kritik über die Charakterschwäche der Jude». Wir höre» ja gerne die bitteren Wahcheiteu, wen» e« uur offen und ehrlich gemeint ist. Herr Pru« hat .Drmuoatverlassen, »» au« wenigverllpiche» statisüscheu Date» mrrichtigrSchlüffe zu ziehe». Er beginnt mit Preußen, wo aus 100 christliche Bewohner entfall in: 44 Ackerleute, 39 Handwerker, 5 Kauf» leute, 3 Dimer. 7 Rentier«, Intelligenz L, dagegen daselbst a«s 190 jüdische Bewohner entfallen 2 Ackerleute, 19 Hand» werter, 68 Kauft rute, 7 Diener, 10 Rentier«, Intelligenz 4. Da mm in Preusu» die Juden 2'/,*/, an«»achen und in der vorstehmd« Eoabination die Juveu nur auf dem Wageu der Gesellschaft frhrrn, (weil Kauflmte u»d Kapitalist» die Fahrmdm sind) «ährend di« Christ« dies« »agm zieh« (»eil Ackernde und Handwerker die Ziehenden fiud), so werden dt« Lhristr»» httstchtllch der Gleichberechtigung, «schädigt. Setzt mau statt 2'/, dm Prazmtsatz der Jude» tu Galizien u»d Polen «nf ls*, so stad die Resnttatt noch trauriger' — Km bringt Prut eiue statistisch« Zusammenstellung an« poluischm Bücher» u»d resulttrt: .Da dt« La»fle»tt «ad Händler i» Eurora circa 6* au«»achm, so entfall« auf die Bevölkerung von 8'/, Million tu Pol« 428000 Persoa» dieser Klaffe, Vorhäuten aber fiud 1,104000 dam» — folglich find da >!00,000 Jude» dem schrrckltchstm Lud« Preis gegebm. Diese schadm sich selbst, reißen sich hemm, da sie »icht auf g« »ähnlichem Wege «werten kö»»m — so »ach» sie es auf «u-ergewöhulichr« Wege wtt gefälschte» Waare», Diebstah , Wucher — U«d Menschenhandel — —■ Wern nur ei» Dhril in dies» llusloffuuge» wahr wäre, »erdimtm sie beherzigt -» werde». Daß aber der wett größeste Theil derstlbm falsch ist, liegt ms der Ha»d. Beschuldtgtt er fie doch früher, daß ft« ,u reich find «ch der 12 Muli»»» Guldm »icht dedtefe». Nu» kommt Pr»s zu de« Bewets, daß di« Job» sich ,ie mit dm Christ» »affimlltr»' kön»m, well ft« «18 «geuhettm hätt». die durch Jahrtansende »icht ausgurottm stich. Wird» sie 812 verlier» nb m 1 behalte» — so blieb« ste »och lpchm. — »Da« soll» di« Inten selbst behaupten." Vietiel Sophism»» liegt tu dieser Brhanptrng I Rn will Pros «ls Bewets der Lhmweterschwöche die ungarisch« »»> potrtsch» Jnd» herholt« lass« die ihr» Patriotismus best! »big wochseln. Möchte doch Pr»s dt« »ugartschm Freiheit» krioge ftudtr», wo tausmd« vou guten ab» tapfere Houtebs gefall« stub. — Hab« dt« »ach dem lobe ihr« PntrivsGWsll' gaäudert? Die Geschichte der tu Pol« scheittt Grus ck» tau» inooUniba LU |vflft VÜVCI üDM Wf QM 9VHJR pW» _ wie «rmdfasch diefe Auttaffnng» stad, dttfr ltttev mtt dm Vevänte«»» dec «rr H Pro» will ' »ad,mia‘ große Heine, Jfttt: Ättoete» slttrthümlich» Gestche» umgewantelt'. Retek fest» Lhoncktrr hat doch »och kei» Jude Heine angefeh«. Sir wird« nicht so viel Aufhebens über dies« wieder 4 große Spalt» füllend« Artikel de» H. Pru» »achea, wem i» diese« fest einem Monat sehr nick Aufschm «rcegead« Artikel», die Hr. Pru» »och fortzuste« anküadtzt, eine »iht Große Gefahr für die Jude» in Pole« Vorhand« wäre. Scho« Hab« viel« aaderr polnische Blätter, die Worte des Hr». Prus awsbeuttub, mit dm nirderträchtigstro verläumbnnam und Hetzerei« ihr Jntrigumspiel gegm die Judm i» Pol« bego»»« und versuch« — mit dem traurig« Pro. »eff« i» Wadowt« als Htettegrund — eine bsttttge Kalastwphe herdetznführ«. Herr Prus spielt »st »astchten. wir spiel« mtt de» llebe». Herr Pru» schließt sogar: «ls etttzige Lüfuug für die JndmfrM gelte: .Man muß mir alle» Kräfte» dt« z»w Ackerbau Hera», ziehe» »»d an cif er».' Ei, das ist ja «i» ganz präch. tiger Schlnß. Dag, find ja schon mehrere Vereine t» Gew ltzt« und Oesterreich gekündet. Das soll ja auch di« Hrnpt- »erwmbrng der 12* Million fl. sei»! Um z» diese» Schluff, z» komm«, ist es doch nicht vittzia mtt dem Meffer hernnizaschlag« nud es blutgetristckt «ls Panttr für Jadechetzettst» zu schwttq» — — Doch »oll» wir die weitem Anseiuemdersetznagea des Her« Prus abwart» und hoff«, daß er dem Jndmchum — nach ewem sehr witzig« ftmillkto« i» »er »Hazefir,' — nicht bu 6ioL (Scheibebrtef) vor dtt Füße werfe» werde. Zm» Gser-Achs««. (Schluß.) Nicht minder ge» fährlich ist eiue «der« Speetes von Betrüge« uuter d« Waudcrbettleru. — Dech find jme problematisch« Natur», welch« da« Schnorr« zum Hanpt. uud das Hmstrm mit Ritual i« zum Nrdmirwerbe »ach». Ei» Sehnorrer ans Saloschi» in Rnsffsch-Pol«, welcher mtt der Nmelmäßigkett des Rm» oder volünondes dtt oberschlesisch» Grenzgcmeiuden victt Jahr« und Jahrzehnte unsicher macht« und et» frommes, bescheidenes, verttanea er» weckmd«« Wes» znr Scho» trug, »erstand es bet mitleidig« llultusbeamt« Gebetrtmw» »ud andere Ritnalim zu.auge» meffmm Preis« abznsetz«. Das Geschäft ward« ganz schwunghaft betriebe». Da überzmgtt sich der Lnltnsbeamte i» Pristretscha«, der das Grhüus» vom Gebttrttmm geöffnet uud leer« Pergamentschnitzel gefnud« hatte, oou der infam« «ewiffmloflgkett »ud detrügertfch« Nttderträchti^eit jenes Bettlers, welcher sich vom Geld« uud Brod« prmßtscher Judm dtt Uwgst« Zeit gemästrt hatte. Dtt Sach« sprach sich in Oberschlestt» herum. Mau «tersuchtt des Oester« btt von jmem Banner ^kanst« Gebetriem« uud kam zumeist zu ähnlicheu traurt^n Ergchntff». Seit jener Zeit ist der scheinheilig, Bettler verduftet uud ward nicht mehr gesehen. Getue Erbschaft snchtt ei» gewiffer Joöl Detßbart aus Galizttn anzutrrteu. Dtt Ritualien, welch« er mit sich führte, war« fehttrlos und entsprach« anscheiumd d« reltgtonsarsetzlichm Befttmmuug». Er gab sich »ls ge. prüfter Thomschrriber aus. schimpft« auf Kn gewissenlose» Saloschttwr uud «ttmsMtt mtt vorlttK frrmK Phhlakteri». Da ereilli ihn in Koschenttu ein fatale» Mtßarschtck. I» Amvesenhett »es Besitzers rntersnchtt er SeKattme». Dtt PerGanmtstrrtfen nud der« Inhalt war» in bester Ordrnng. Der Eigmthümer »andtt ihm d» Rück» zu nnb dies» Augenblick benntzt« er dazu, dtt PerWunmtstreif» beuch Krad» rnd Nadir« zu fälsch« nn» «nGlti, zn mach». In llaGrnnsi ertappt, mnßtt er sein» Betrug dnrch schaümK Ohrfeig» büß». 8m «derer Sette vertontet« htnttrder, daß ihn, dtt Qnnltsieatt« für Anferttgrn, ritueller Arbeit» RMinate seiner Heimathgrunttwe aberkonn» wurde. Bezug auf dies« 8 guoiffnüf» Banner rnd Betrüger ßt sich «betchckls sag«: .laoklit in SqiUn, qni ontt Dtt Moral ans dies» Ä