Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 50.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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ia kmgim« IBarfta jk eppekkire». 06 es fdat Ntchti«- frit arit Mcfrai Atteste hat, traf ra|tgacifcft »«ftca. Nochtr «glich Hot r» sich herraägestrstt, doß dieser Inbastrierttter, der sei, Geschäft ganz fmra» »ersteht, Briefe gefälscht hat, rai sich bei ftmme» rad wohlthöttge» Glanbeusgenosie» allerlei schnöde fterthrile zu er-attern. Et» »berfchlestscher Nobbiner ist tvt Besitze eine» solchen Falfificote«. Mit fei»«« Name« vmrde s, schändlicher Mißbrauch getriebeu m>d der ftomme wohlthäter iu gemeinster weise «hftificirt. Leider wurde die» einige Dache« za spät ruchbar, s» daß der Grauer fdntn Raub ganz ruhig iu Sicherheit brtugrn koaute. — <««lub f-igi.) Meitze, S. December. (Or.-Eorr.) Unsere Geuieiude ist zwar unier den schlesischen Städten nicht gerade bedeutend tu nninrn, da sie eine verhälinißmäßig junge, au» dm Be» standtheilen de» alte« Zülz-r Sedilloh zusammmgesetzte ist; sie birgt aber dennoch ,n ihrer Mitte Männer von großer Bedeutung, wo» B>ldung»stand, Ansehen bei Ander»gläadigen und Avlübung von Tugendm b>trifft. Um so bitterer muß <» dah.r eine solche Gemeinde betreffen, wenn gerade die angeseh'vsten Mitglieder derselben von ihr scheiden. Ja der Schlußwoche unsere» religläsen Jahre» starb im Ilter von 76 Jahren der in unserer Stadt uud in ganz Schlesien wohlbikannte hochangesehene und gelehrte Herr Abraham Hirsch Leipziger. Auf der Jeschiwa in Zäh talmudisch vorgebildet, zog er e» später vor. im Handel seine vielseitige Bildung zu verwerchen. Im Jahre 1862 strdelte er von Zülz nach Reiße über und gchörtr hier, wa» in unserer au»« schließlich katholischen Stadt besonder« hervorzuheden ist. zu dem angesehensten Bürgern. 36 Jahr« lang gehörte er der Stadtverordnete avnsammlung an «ad war während dieser ganzen Zit Bocsitzender der Finanzcommisston. Seine in angesehenen Stellungen lebenden Linder machten seinm Leben», abräo zu einem schönen. benridm«werthea. Die Trauer um diesen Mann wir eine allgemeine, die Leichenfeier, welcher autzer der gesäumten Gemeind« die Stadtverlrttuag mit dem Bürgermeister an der Spitze, die Schulbehörden u. v. A. bei« wohnten, war d arch die herzlichen Worte de» Prediger» Herrn Max Gllguther, eine besonder« erhebmdr. Saum ist lneser Verlust einigermaßen au» dem Gedächt« uisie geschwunden, da raffte am 1. December ein rascher, nach kurzen Leide» erfolgter Tod den langjährig« vorfitzend«« unsere« Gemeindevorstandes, den ebenso beliebten wie tüchtigen Mediziner H.rrn Dr. Loui« S kutsch au« «nserer Mitte. Auch bei ihm war die Trauer etue allge» «eine, wa« die zahlreichen Blumenspendeu, sowie di« große Betherl'guug an de« Leicheabegäuguiß bewiese». Die ergreifenden Gedllchtnißworte an seiner Bahre erweckte» die -tiefsten Tranrrgefuhle um den Verlust diese» edlen pflichttreuen Menschen. Doch ich will mit Freudige« schließe». Am 23. November beging unser älteste« Mitglied, Herr Saufmann Adolf Bruck, im Srnse seiner au« der Ferue herbeigeetltea Sinder und verwandle» sein 80. Seburt«tag»fest. Ihm zu Lhrrn war fern Sch in der Synagoge mtt Blumen uud Sränzea (geschmückt uud die Kabbathprüstgt nahm iu besonderer Anprach« an den Jubilar, der sich ein Gesang de» Saator» anschloß, Bezug auf die Feier. Zn« Schluß uoch die Mittheilung, daß wie im vorigen Jahre auch am dieäiährigr» Lhaaukahfeste hier eine Beschenkung der armen Sinder mit vollständiger Sleiduug stattfindet und zwar ist r» ein angesehene« Mnglied unserer Gemeinde, da» sich so al» stcller Wohlthäter zeigt; sein Beispiel .sei vielen zur Nacheiseruog «mpfohl«. lVesterreich-UtaGnm. Wie». 6. Dezember. In «r. 47 Ihrer geschätzte» ^JSrarlttische» Wochenschriftliest man in einer Eorre» spondenz an» Lngar», baß im Jahr, 1888 in wie, 781 gndeturafea »»gekommen sind. Da« ist »ich! richtig. I» vorigeu Jahre find 172 männliche und 106 »eidliche, z»> . 278 hlerfane» an» dem gndenthnm hier «»»gntrele». Dies, Zahle» find anitzeniisch, da der wiener Magistrat mir jede» Anstritt an» dem Jndenthum uattstctrt. Dr. Ad. Jelliuet Mrag, 6. Dezember. (Or.-E»r.) St« habe», geehrter Herr Redactenr, in Ihrer Anmerkung zu der Aorrrfpoudenz in Rr. 48, darauf htt^ewtese». daß uuser jüngst gewählter Oberrabbtner doch nicht oha« jede» littrrarisch« Verdienst sei» er habe ja bereit» feine wissenschaftliche Befähig«»» dadurch bewiese», daß von ihm »Arb* Pnraobzjoib-Predigteu" in Brandenburg an der Havel, seinem früheren Radbmat»sitze, einer Gemeinde vo».b«iUtufig gesagt, 60—70B*»le b*-B»ttim, erschtruru seien. An» .Predigt«»', dachte ich mir, läßt sich doch der Geist, der Scharfsinn, die Tiefe, da» hebräisch« wtffeu de» Reduer» etatgermaßea erkeuoru, und da wir hier in dieser Beziehung vollständig im Duakelu tappen und nur auf da» angewiesen sind, wa« der hiesig«, alle 14 Tage erscheinend«, ziemlich farblose »Gemeind« > Moniteur" über denselben brachte — der betreffende kurze Bericht ln diese« Bl. gipfelte in de« Satze: .Sine der erste» So »ad taten der Gegenwart schloß ihr glänzende» Unheil Über Dr. Ehrrnfeld »ft de» Wort«»: Dr. Ehrenftid ist nicht »nr der Best* sonder» nahez» der Gtnztge, den ich kür da» Prager Obnrabbinat ut empschlen weiß. Dr. Ehrenseid lebt fest 14 Jabven in Mklicher LH« mit »er Tochter de« Herr, S. Pose» au« Frankfurt, welcher (Herr Pos«) als Erzieh« de« Baton Willi Rochschil» «men nninent günstigen Einfluß ans diesen (Herrn Rothschild) an«geüdi." — so werde» fie e» begreiflich staden, daß ich nach diesen .Predigten" geradezu sahudete. I« Buchhandel waren fie nicht zu habe», durch Zufall erhielt ich «ttiquarisch eia Exemplar. Aber wrlche Enttäuschung! E» waren nicht, wie es im Lippe'schea Sexicon angezeigt steh», und wie di« Ueberschrift „Arb* Panohijoth“ vermuthen ließ .Predigten", sondern eine einzige Predigt von ca. 11 Octavseitea über die .Arb* Paruobzjotb. Bier Abschnitte," wie e» auf dem Titelblatt« heißt. Sie hat zum Text den Sa»spruch dr» Jeremia»: .Nicht rühme sich der weise seiner weiäheft u. s. und bespricht im erste» uud zweite» Theile auf je et uer Seite Parooda» gobslrallm und Paraoba» 8*obor. Der 3. Theil, der 2 Setten umfaßt, gipfelt iu der rhetori« scheu Aawendang dr» Gesetze» von der rothea Suh: .Hast du. oder irgend «in iReasch vor dir, den tiefer» Gran d der Para erschaut? jene« Gebote«, welche« »och gewiß ene« der früheste» und verbürgtesten ist, die Gott deinen Bätern gegeben! Fülle» bei Betrachtung diele« Gebote« nicht Schauer der Ehrsurch: »dar Brust vor der Erhabenheit und llnsaßdarkett de« gastlichen Stifte!?" An» dem 4. Theile habe ich mir zwei Stellen angc» merkt, welche von der geistvollen homilettschea Deutung»« weise de» Prediger» Zeuguiß adlegeu: .Damit sie (die Jeraelttr») nicht ihrer verjüngten Stürke und Macht sich überheden und ihre Befreiung etwa gar al« da» W erl ihre« Rinthe« und Kampf«« anfchamn, müfim st« am entscheidendet Abend« müßig nnd ab »artend in den RÜnmen der Häuser verbleibe»*), ja sich selbst der geringsten Kkastäaßeruug, wie de« Zebrechea» eine« Knochrn», enthalten."*") Die andere tiefsinnige Deutung findet sich iu der Anmerkung auf der vorletze« Sette, fie will »in der Vorschrift, da« Piffalam« mit ^kops, Unterschenkeln und Gingewetde" zu opfern, di« Andeutung erblicken, der Mensch habe .«ei«heit, Macht und Rrichthum" dem Herr» darzubringen. Daß »ops de» ke», Füße atckrechisteheMte, sich bewegende Kra st beze-chae» Bhuii, ist selbstverstündlnh; bedentt man aber, daß unser« Weise» Gchasheerde» oft Retchihnawquellen nenne», und erwägt man dazu, »aß der organisch« Mittelpunkt de« gedeihende» und sich soripflaüzende» Schafe« sei» Innere« ist, so verliert «nch di« dritte Beziehung viel an Unwahrscheinlicher! t." Doch genug der Proben. Der Styl ist der Mensch. Wir habe» na» ei» Bild von der Deutn«-»fähtgkeit de» Herr» Nobbtner», diese» .Beste» und Einzige» für da» Prager Oberrabbiaat* gewonnen an» seiner Predigt über: ,E» rühme fich nicht der weis« seiner Sei»h ettl" — Sapirati a&L M. JUw Mnßnra, 1 December. (Or^Eorr.) Die Welle» der confrsfionelle» Bewegung gehen in unserem Lande so hoch, daß «» schwer »ad, ffth objectio de» Gegeusätzen 121N2VN Q2cn c* in"2 nnoö btk «otn to dtimi c