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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 50. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 50.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Die -fttcHttctaa,* veröffentlicht eise Auschrist Itt antisemitischen Wahwerrtn» für da« Königreich Sachsen an den Vorstand de» »ationallideralen Verein« in Leipziq. An« diesem Brief geht Hervar. daß anch der nationalliberale verein für da« Königreich Sachse» „die »irthfchastliü Bekämpfung der, da« soziale und wirthfchastliche Lebe» unsere« Volk« schädigenden Answüchse de« Judenth»««- als einen hervorragenden Therl seine« tzstogr,««» anerkennt, nnd an« diese» Grund« eine besondere artisemittsche Organisation in Sachsen kür überflüssig hält. Wir sind von diesem, so heißt e« in der Zuschrift Liebermann von Sonnenberg« und Fritsch«, wenn arch noch etwa« schüchtern verhüllten Zugestäavni», daß audi die R tionalliberalen »Antisemiten" sind, sehr befriedigt, stelle« die Thatsache hiermit fest und können un« der Ansicht nicht verschließen, daß unter diesen Umständen eine ge» einsame, die Konservativen, Nationalliberalen und Deutschs,iztalen umschließende antisemitische Organisation mehr Aussicht auf Erfolg hoben wird al« da« alte Kartell. (Wadrlich—da« neue Kartell, wonach die Rationalliberalen sich »erppichlet haben, für sämmtliche Eandidaten der Konservativen einzutrrteu, also auch für die Stöcker, Böckel und Pnttkamer, machen e« jedem noch so loyale« jüdischen Wähler zur Unmöglichkeit, in dem bevorstehend« Wahlkampf auf Seiten b«r Rationalliberalen zu stehe», lienn »nur di« allerdüwmsten Kälber wählen ihre Metzger selb«!') Zu, Nlrderschidßenden v. D«. (Or.^lorr.) Am 1«. d. M. finden dir Ergänzung« mahlen für die Anwalt«- kämme r in Brerlau statt. Lu« diesem Anlaß sieht sich «in »schlesischer RechtSaowalt" gemüßigt, folgenden Aufruf an seme »christlichen BerufSgcooflen in der Provinz" zu verenden, wobei chm da« Malheur passirie. einen jüdischen Anwalt unserer Stadt, seine« nicht prononeirt jüdischen Namen« wegen, für einen seiner Glauben«, und Gesinnung«- geuoffrn zu holten und ihn mit der Zusendung eine« Aufruf« zu beglücken. E« verlohnt sich der Mühe, von demselben Notiz zu nehmen. »Lheistli che verusögeoossea in der Aroos»»? ruf: er jommerud und Mnedürschend. »«« 4. Dejewb«, ». I. ist m» die a» «. Rovnober d. I. festgesetzt« ragetoednung für di« «n 14. L,z. » I. ftattfinde,»« Voll-versa««!»», »öserrr Avwoltökavtmer zugegan^n. Liiapp jehn Zage vorher «sichre» >»b', dotzsür acht auoscheibe,»« vorft o»d»-Ltitglteder »eu- »„hlen stattznpnde» jade». — I» »re»lau ist natürlich un» unsere» jüdische» «erusogeuosse» dieser wichtige Pu»kt da Lage«ord»-»g lüngst erörtert worde», und e« ist wohl letue >'»uichu»tz darüber, daß ihr Streb» bahi» acht, »ie stahl der Jiirige» t« Vorstände nach LUMüeÜ bet dieser »«leg». U-i« zu vermehre,. — Lenkt a» di« Ueberraschnug, welche unser« «ernfogeoofteu t» «amwergerlchtobeziek u»lüngst erlebt habe» ll — «en» Luch, wi« mir. di« dort durch- «setzte «erdrüngung der chrtstlicheu «nwülte — «rwnter Rünner »on d» hervorragendst« Berdi»ste» um «>lern ga>>t» «tavd — durch Jude» «d Judengeuasseu di« «chamröthe in da« «eficht getrieben hat, dann «erdet sthr an «ahlwge nicht tu bm gleich» Kehl er der Lauheit aad bei! »ehenlasseu« verfall« „d Such zu Hause die Schlos» miitz« über die Ohr» »iehm, um Luch t» Vretla» nicht u to))««. — Ihr werdet »ielmetzk den »ohlverftanbene» »„teresseu unsre«» aaiqeu Staub« da« klein, Opfer au sttlt drtog» «»d Luch vallzühlt, i» vrebla« versa»»«« — Ihr «erdet damr. »a et» «rberwettig« «rimr, »»«tausch bei der Kürz« der Zeit ---»»gttch " - christltche» verusoäeoossm etusech » L»ch über posseob« Lrsatzmäauer für bi« »chlta«, zu verftüubtg» such». Laßt unserem «tob« eine ühnltch« Rieberlag«, wie in Berlin, t» vre«la» ersprrt bleibeul Krmüglicht so deu dochangesrheue» christliche« vorst««b»mit,lieber» ei» »»«harren tu ihre» Amt. »der dt. ülunahme eimr »iederwahl l l - Sa« würbe« Jh^stm«. «euu noch acht jüdisch« >»»ült« tu de» Vorstand traten? 0« Material würd» di. H«r» ja nicht in «erl^mhmt siin. De«kt a» Rein» denkt an die Uoveifrorrnhett de« tapfer» Anonym«, der den jüdischen «nwülte« Absichten vindicirt, an bir kein Mensch gedacht und thalsächlich hochvevdiinte vorstan!» - Mitglwder — darunter de» AküMackra der ' ' I in oriiitv »er» andeavetti^r «ümm» lichtsydi« outi cheideud» wtederwtdle» und di« «der«» Beiden am Kammer — au» ihm» Amte vabräng«, möchte, lebiBch »ckl sie nicht sestwö Glauben» ob« fein« Gesinnung! Dt« Aulmort wird de« Wacker» wohl am Wahltag« werden. A, L & Mm Göerschteste», 29. Rovember. (Or.^orr.) Almas«, Bettel, Betrug — diese Ideen-Affociotta» ist Israelit«» mit war» schlagende» Herz«, und offene» Hände» leider sehr geläufig von Hanse au« beding nnd er,äuze» sich Almosen, Bettel und Betrug tu keiner Weise. Daß deu Almose» der Vettel nnd dem Vettel der Bettug auf de« Fuße folgt, lehrt dt« prakttsch« Erfahruug täglich uud stündlich. E« liegt »»« fern, da« sittlich« Verdienst der Almoscnsprndeu würdige», dedürfligeo, »uverscholdet tu'» Unglück Gerathene» tu Liebe uud Wohlwollea gereicht, irgendwie unterschätzen zu walle». E< hieße .Eulen »ach Athen tragen", hierüber erst uach viele Worte zu verliere». E« werde« — Gott sei Dank! — auch jetzt noch innerhalb der jüdische» Gemeinden uud Familien gauz beträchtlich« Summe» für Almosen verwendet. Wir müsse» »»« aber sragen: Werde» die milde» Gpeudeu nicht nur in der rechte« Gesinnung, sondern auch in der rechten Dris« geübt? Komme» fie wirklich nur de» Würdigen nnd Bedürftige» zu (Buk? Wird nicht durch unser planlose« Geben die Begehrlichkeit oft der Unwürdigsten gereizt? Wird nicht durch verkehrte« und verfehlte« Almosrageben der Waudrrdettel und der wauderbetrug ge züchtet und künstlich groß gezogen? Ist der Wanderbetlel ein jämmerlicher Krebsschaden, s« ist »er Wauderbetrug eine schmachvolle Pestbeule am socialen Körper de« modernen Iudenthumö. Statt aller theoretischen Erörterungen »ollen wir einige prattische Fälle herausgreifeu, welche die foule Methode und die arg« Mißwirchschaft beim Almosenspenden in etwa« nähere Beleuchtung rücken. I'aot» loqaantar. Aus »er Btldfläche erscheint der «oder« Hochstapler, der ans da« Ganze lo«geht und fich mit Kleiaigttilra priaciptell nicht befaßt. Einen abgefeimten durch und durch geküchenen Iaduftrieritter bedenklichster Art erellte die Nemesis vor mehreren Monate» in K a t t o w i tz. Au« Russisch-Polen leas ein fei» gekleideter Manu ei», der nicht» Geringere» i» Schild« führte, al«, wenn möglich, sämmtliche Gemeinde» Deutschland'» tu der uaverschämtefteu Weise zu brandschatzen. Angeblich nur de» Hebräischen mächtig, stell» er fich sei«» GlaubnMgeuoffe» al» Abgesandter der Gemeinde Teheran i» Persteu vor. Zur Beglaubig«», seiaer Angaben diente et» vom Chacham-Bascht tu Lehern» ausgesertigte» uud »ntersiegelte» hebräifche» Documeut, tu welchem ««»geführt ward, der jüdisch« Friedhof tu Teheran sei au Mohammedaner verpfäudet, die Gemeinde außer Staude, ihre Berpflichtuug zu löse«, Gefahr im Verzüge rc. rc. Et» große» Sammelbuch führtt der Shreumaau mtt fich uud er war mit Rücksicht auf sei« hohe Misfio» sehr «ugehalteu über di« Gering» fügigkeit der ihm gereichten, wahrlich nicht kleiueu Boden. Der Mauu logirte im voruehmeu Hatei, spieltt deu uoblr» Herr», reuommtrtt vor deu Hotelgäste», deueu er sich tu schlechte« Französisch al» Sahu eine» proteftauttscheu» russische» General» varstelltt, gab viel Geld au», ließ fich die nicht-rituelle Hatelkost gut schmecke», bi» er dt« AsfArÜfrskrtt der Polizei erregt«, welcher sei» Sammelbuch fit die Häude siel uud die ih» de» Betrug«, bezichtigte. Anfrage» tu Teheran ergaben die Unwahrheit seiner Augabeu uud die Strafkammer tu B e u t h e» vernrtheilte ihn wegen Urkaudeafälschnug zu einer mehrmonattiche, Gesängntßstrafe, obgleich er fich in. der Schlußsitzung a(« Missionar, Christ mb Prvtestcuü erkennen gab nnd ans seine frühere» Glauben». ö*t>osse» in fließende« Hedrüisch weidlich lo»dornerte. «esser erging e« jüugst eine» «rdärmlichr» Hochstapler aeringerer Qualität. Ei, angeblich taubstummer Vater au» varauo» bei Kempen wollte — wie er Dauben wachte — zwei setuer taubstumme» Kinder einer Taudstuuuuruaustalt lukststre». desRabbioer« ,» Ole wttz, such«, fit, chu Sttmmrng pr — «d — da» Mitleid »otzlthättger — - -

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