Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 50.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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mg, Gefüg: eine« Romans hineinHedräntzti werdm; dir Jugmdgrschichte de« Wvsrh allmsall«, die ließe sich zü etuer gmtttthtichm Erzähl»», vermmdm; aber der Mafth de« Au«z»««, de« Schilfmerre«, de« Sinai, die mächtljste uud writwirkmdfc Erscheinung der Mmscheagrschichtr, ist tetue Romanfignr und e» wäre et« Entweih«, de« tzeiligm Go- Helte« der tZibel, ihn in diese Sphäre hiuabziehm. . Nnu ÜLer« ist so fro»« und so kundig der Schroukm seiner Kunst um von solche» Wagniß zn laffe». Mose« und «ron spielen nicht die erste «olle tu diesem Roman, «eil der Autor nicht da« schirr Unmögliche »«sucht hat. Da« Licht de« Moseh leuchtet in jede Seme dieser Dichtung hinein, er selbst jetoch thut sehr wenig, um die Fädm de« Roman« zu verschlingen; wenn sich in der Beschränkung der Meister zeigt, so Ifi'jt Eber« seine Meisterschaft i» diesem Sinne nicht vermissen. Josua ist der Mttelpunkt de« Roman«. Der bibelkundige Lrs« genießt bei der Lektüre die Frmde zu beobachten, wie der Autor die Andeutungm der heiligm Schrift ver« weithrt und die einzelnen Steine zusammmfügt. Der Roman selbst ist die freie Erfindung de« Dichter«; nur der xeschichtl che Hintergrund ist sorgfältig nach den Studien de« Vers., der auf diesem Gebiete al« Autorität gilt, gezeichnet. Interessant ist. daß sowohl Eber» wie Gustav Bourr, drssm Manen tiefer Roman gewidmet ist, die Ansicht der jüvgerm Schule» welche d« Saszug der Jörarliten ru« dem Bereiche der Geschichte zu verdrängen, und chn al» ein spätere« Erzeuguiß de« sagmbildenden Bolttgeiste« darzustellen versuchen, nicht theilai. Ebert theill ein Wort Bauer« über diese Frage mit, welche« fteilich wie rin halbe« Zugestäudaiß an diese Nmeren klingt. Bauer sagt: „Wärm die im zweitm Buch Mose« berichnten Erripniffe — wa» ich übrigm» für au«- geschlofiea halte — wirklich niemal« vor sich gegangen. so hatte e« doch nirgmd» und zu keiner Zeit eine historische Thatsache joi gleich folgmschwerer Wirkung gegebm. Sät tausenden ,ou Jihrm lebt die Exodu«grschichte in der Borstellung v<n tausenden von Mmschm al« etwa« Wirkliche« und zeigt sich mächtig al« solche«. So gehört fl« dmn nicht wmiger tewiß, al« etwa dir französisch« Revolutiou und ihre Folgen, in die Geschichte*. Die Schlußfolgerung scheint un« fteilich etwa« kühn; Faust und Hamlet habm größere Wirkungen auf die Mms^wn, al« manche historische Gestatten; dämm gehörm sie aber noch nichi in die Geschichte. — Eber« zeigt sich, indem er diesem Ur heil Bauer'« zustimmt, al« der Repräsentant de« kulwrhistorischeu Roman«, dem Geschichte und Dichtung zusammmsließt. Josui »na ist ihm, ohne daß er e« geschichttich zu et* weism uniemimmt, der Vertreter vieler Vornehme» unter dm Jbraelitea; von diefta Bomehmrn nimmt Oker« au, daß sie flch von dm Fröhuem, die i« Druck verwildert warm, und vo» dm Hirten, die nur geringe Kultur besaßen, abgetreunt haben, um sich dm Aegyptem anzuschließeu. Josua, der Sohn Run«, ist ein angesehener krtegsmana in äayptischm Dimstm und hat Auösicht, hoch zu stmgm, trotz seiner teraelitischm Abkunft; er war zur Zeit, al« Mosch die Wunder chat, und di« isklav» trü hohem Math erfüllte, fern von feinen Stamme« zenofle» und von derRefibmz de« König- Menephtah, in Libyer thittig gewesm im Dienste de« König« uad wmmt siegreich ferm ein« Dag uach de» Au»zu-e; er finde» die Aegyprer weg« de« Stert«« der Erstgeborenen i« großer grauer; ihn erwartet «in Bote »er «tejam, die er lirtle, die eine Bropheti» war, und die chm meldete: ts, '-er bisher „Hof«* geheißen, solle nunmehr »Josua* (dessen Hilft Gott tffj heißen; so habe e« ihr Gott aufgetragm, Gott haoe ihn zu« Retter stene» Bolle« erkor»; sein Later Run, der t?ric.jo»° warn« seine» Batte, hatte ,teichsall« eine« Ski2v« techWWG^tz» Sah» im&m fct * -» wfc». **1 zichtch Steher »ar, die er besiegt hatte; die Pflicht, der Eid, bindet ih» au Pharao: da kommt eia glücklicher Zufall ihm zu Hilft, Pharao selbst smdet ihn z» den Entroanm». den» der König große Brrsprechungm macht, um sie zur Rückkehr zu beweg»; Josua glaubt so den Seine« und de» Aegyptem am besten zu diene«, aber er muß vrrsprechm. wenn seine Smdung keiam Erfolg ha», wieder zum Könige zurückzukommm. Wie er in« Lager kommt, erfährt er, daß Mi'jam, sein Vater Run. daß Chur, ja vor Alle« Mosch selbst jede» Vergleich widerstreb«; Mirjim fürchtet, daß da« Volk eia willige» Ohr dm Boeschlägm de» Josua leih« werde; sie besttmmt ih». dm Anftrag de» Pharao nicht a««zuführm, »nd seinem Eid getreu kehrt er zu« König nach Tani« zurück; Mirjam kann sich darin nicht fiadm» daß er sie und da» Boll verläßt, und wird da» Weib de« Ehur; scheidend übergiebt sie ihm eia« Botschaft de« Mosch, hier war verzeichn«: sei stark und fest. Josua kommt nach Tani«, dort wir die Stimmung gegen J«rael feindlich gewordea, er selbst wird mit seinem juagm Reffen al« Staatögefaugeurr S'ksselt «ach dm Bergwerken geführt. Jnzwischm vollziehe» in Aegypten und Israel die Ereigvisie, dir wir alle au« der Bibel komm; eine Schaar beftett dm Josua. dieser wird der Führer seine« Bolle« und wird daun der mhmgetröate Sieger im Kämpft gegm Amalek. Eber« schaltet, wie wir schon an« diesem dürrm Auszuge sehen, mit dm bibttschm Ueberlieferuagm ziemlich frei. Rach der Schrift hat Moseh d« Ramm Hofta in Josua verwaudett und zwar bei eine« wett sptterea Anlaß; Eder« ist offmbar zu seiner dichterischm Licenz dadurch veranlaßt, daß schon läogst vor de« Zug« der Kundschafter der Sohn Run« in der Schrift Josua gmannt wird. Der Charakter der Mirjam hat bei Eder« «auch« Schatten, indeß auch die Schrift spricht bei Mirjam voa einem übertriebmm Prahle» auf ihrm prophetischen Beruf. Der Prophet Micha stellt sie fteilich neben Aron und Moseh. Da« Widerstreben gegm dm Au-zag. sowohl bei Boruehmm wie bei Geringen, ist bei Eber« so fei» geschildert, daß mau da« Gefühl hat, Eber« komm« mit seiner Dichtung der Wahrheit sehr nahe. Der Roman hat freilich gmau gmommm keiam Anfang und kein Ende; er schildert eine Episode, dm erst« Monat «ach de« Auszng. Willkürlich wählt Eber« d« Anfang und da« End« seiuer Erzählung; willkürlich vollmd« ist ganz am Schluß brr Hinweis auf einen andern Josua, der „Liebe. Gnade, Erlösung* meldet. Die Wandert hat« in Aegypt» und da« Wuudrr am Schllftneere. der „Fiuger* Gotte« und die „Hand* Gotte», wie der Talmud scmh »erd» na» auch i« Roman nicht deutlicher al« in Eber» Büchern oder in der Darstellung von Graetz; die Seuche, dir Eber« am Eingang seine» Bache« schildert (da» erst« Eapitel ist nicht besonder» gelungen), ist auch tu seiuer Darstellung nur auf die Argyptcr eingeschränkt, aber woher kam da«? Da« Buch Eber« wird Erfolg habe» uudverdient ihu, »eil ««, wa« Studie» und Steif« dm verdienten Aegyptologm über dm Rordostm Aegypten», über de« Au«zug der Jüraelitrn, über dir Statioum der Wanderung, über dm Sinai sowie über dep Eharakter der Argypter und der J»rael»tm gelehrt habe«, ohne gelehrte« Ballast au- «uthtg «zählt und schildert. «tetWWI Met M jüdische «chRlwese* in He Pcheteite- Pesete. Für manch» der geschätzte« Leser diese« Blatte» dürste e» Mn Jutrresft fein, zu erfahr«, wie die Berhält»iff«,der Schul» in der Provinz Pos« iitm. Ssteswer* " hier uur von ntnn 5fft,tlicheu1ftrtteschilm Pr