Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Urflcr* retrntlr» sich vielmehr m b» rtna ^^ntaxfcsV «d ktnuljtai ihre Stellung iu kr verwoltuwz ols ihr« Domä«, sie slvd füglich «rftauut «d evtrüfttt, kf «uch nbm, „miiibcmfrtfjige* St»erzahler ehe Wirt «itrek» ■»•fl«. Libmnl Uno« doch die flSflmcr nicht gaumt »erde», die de» fUbUcn Zusta»d aaf die Dauer aufrecht erhalt» »oll«, die fein Inge für ka Nothstoud i» Betreff der rrligtssen Anstalt« Hab» und ruhig es mit «useheu, »t« alljährlich i» K»rip» und Laazlokol» wit gottesdienstlich» veraupoltuug» a»f eine widerwärtige Weis« Sp«ulatioo geirukm »ird. Was die opvostttouellr Partei austrebe,Unat» alle Geweindewtlglteder unterschreiben, ohne i» d» Berdecht der Orthodoxie zu lowmru, denn daß schrri»d« Mihgegroftäude tu der Berlin«» Gemeinde vorhanden sind, löaueu die Herr» am grün» Lisch« nicht tu Abrede pell». Wenn die ganze Bewegung weiter nichts erreicht Hab» ollte, als d» »Herr«" die Lug« zu sffuen, »nd ste zu reraalaff», künftig etwas mehr zum Volke hinadzusteigeu, — so hat sie vorläufig genug bewirkt. Vorstehendes ist etwa dos Resumä von all» Reden, die iu biefer Versammlung gehalt» ward», in welcher ' natürlich dieses Mal die .anber« Partei" prävalirte, die am Ab»d zuvor < stehe de» Bericht tu vor. Rr.) von dem vorfitz»deu des liberal» Wahlkomitees zum Schweig« gebracht wurde. Jutereffaut und hochdrkutsom war dir Dtskusfioa über dm Punkt, warum der Lmtral-Wahlvereia einige disherig« Reprümlautru nicht iu ftiae List« ausgenommen. Mit - Recht wurde bei eine» namhaft» MttgUrd als Grund an« dm, ba| in der enger« Familie desseldeu verschied«- rhdrige ir der lehtru Zeit — bei der Kirche ihr Heil gesucht hätten. Bei eine» Ander» wurde als Grund des Ausschlusses aage geb», daß sein Geschäft selbst au d» hoh» Feiertag» nicht ,^schloff» »at. Lehrres kauu und wird »icht «Art» aussä,laggrkud gewesen sei», denn bei der Uaterfttchnng auf dos religibse Leb» würde «au bei den Meist» «nserer .Grrß»" auf diverse Manco's stoßen. I« Laster» ward» Beschwerden laut, daß detuahe 2000 zahlungsfähige Etuwohaer unter den Juden Berlins nicht zur Gemeindesteuer herangezogeu würden. Mit der Minimalst»» von ö—8 Mark timte »au schon eine Synagoge nnterhalteu. Ferner wurde der Handel, der vv» d» untern Beamreu mft d» Billeis an d» hoheu Feiertag» getrieb» wird,, zur Sprache gebracht und «blich scharf gerügt» baß der Vorstand die Unternehmer der ambulanten Betlokale »ulerstütze, tute» er für arme Mitglieder 60—80 Plätze in eine» Lokale aukauftr. Ob die von ein» Repräsentant» nnsgesprochene Auficht, daß es schon lange sei» Wunsch war, fäntnulich« fletmtm um Fretplätz« in eiurr besonder» Synagoge uutrrzudring«, wohl ernstlich gemeint ge »es« seist Au s'iurr Ehre wall« wir anneh»», daß er feine Wart«, di« oh« Widerspruch geblieb»» nicht reiflich erwog» habe. Gs wäre denn dach «in «igmthümltches Bild in einer jüdische» Gemeind«, für di« Arnw» et» besonderes «ettotal eiuznricht« <NNv2 ras ran vpa?). Gerade bas ist das Wesentlichst« de» gemeinsam« Gottesdienstes, baß Arm »wd Reieh, Hoch »ud Niedrig vor Gott gleich dchtetzeu. Und an» »och am Schluffe «me Mahunog für di« Rrugewahlt«, welcher Parte» sie anch angehsr». Mögm sie nicht alle» die Verwehrung der Gotteshäuser »nd Schul» ans« den, «ube» in erster Reih« die für die jetzig» Brrbäünisf« gänzlich unbrauchbar» Statut« abäuder». Mög» sie unter aiderem dahin streb», daß künftig anch die Wittwe», brr» Bernlüg« noch Mül»»« zählt, stenerpftichtia »erb», dann »mb die Lrrmaltuug spielend »nd ahn« Belastung der Mitglieder oll» Aufgab» »ud Lnfachenulg« der groß» -Demetob, ,«recht wer»» Mm«. Mraoih», 86. November. Der Seniaa der Breslauer -Stadchmorlwemchersammlnnch ei» « dir Tamm»»» hoch» verdientrr iSürger, «tu Mau», von deff» vielseftiger Lhätig- -Air Merke der Wißmsehast uud gemeinnützig» Schaffe«» dan«nd Knud« geb» werden, ist gestern früh aus unserer Mitte geschieden. Der Geheim« Saaitätsrath Dr. Julius Grätzer hat längec als «in halbes Jahrhundert hindurch seine Kraft äffentlicben Jaterefsm gewidmet; überall, wo er mft seinem Wissen, seiner Erfahrung unv sei»«» Wall» eiutrat, hat er etwas gesbaffru. was seinen Mitbürge» zu« Segen gereicht hat und noch in Zukunst gereichen wird. Bis in seine letzt» Lrbmstage hinein hat er. noch ans de« Kraukmbe'te. im Dienste der Wissenschaft, im Dimste der «llgemeiaheit thätig zu sein sich gedrängt gefühlt, nachdem es ihm, de« Dreuuidachtziger, beschiel»» war, vor wenig mehr als eine« Jahre sein» l'tterarisb« Ruhm durch ei» treffliche« Serk au« der Geschichte der Mediein i« Schlestm zu erhäh». Als Mann der Wissenschaft hat er sich Berdimst« erworben, die, weil sie sich ununterbrochm häuften uud ia Folg« deff« den hiesig» publieistischea Organen wieder« holt Anlaß gaben, sie zu feie», zu b kanat und zu unbestritten gewürdigt sind, als daß wir heut darüber etwas Neues zu sag» vermöchten. Wenn Brei lau für die Wiffmschaft der Staiistck ein» clakstschen Boden bildet, so ist dies v"e Alle« b» zahlreich» werthvolleu Arbeit» Grätzer's zu vcroankm. Er hat als freiwilliger Bearbeiter der Breslauer «rmeastatistik die klaffende Lücke ausgefüllt, die sich in der Statist I Breslau'« ohne ihn immer schmerzlich bem-rkbar gemocht haben würde. S« ist bekanat, daß der berühmte englische Astronom Haller d» B.rechnung-a, die er über die Wahrscheinlichkeit dar Lebensdauer für o,e ersten Lebensverficherungrn angrfertigt hat. das in Breslau m früherer Zeft gesammelte Material zu Grunde gelegt hat. Der Nachweis für diese iutereffaatr Thatsach» hat Dr. Grätzer rn seinem Werkt .Edmuao Haller und Caspar Reumann, rin Beitrag zur Geschichte der B«älkeruag«statistck" geführt. In den Beginn seiner schriftstellerisch» Thätigk it fällt die gruadlsg«de Studie .Die Organisation der Armen-Lraukmpsleae ia gräßerm Städten." Aus dieser Schrift sprach ebenso sehr der praktische Arzt wie der für das Wohl des Rächst» besorgt« Menschenfreund. — Di« Mitgliedschaft verschiedener inländischer uud ausläadischer gelchrter Gesell,chast» wurde ihm als ehrmder Beweis der Anerkmnung. die er sich in d.r wiffmschaftlich» West erworben, zuerkauut. Al» Bürger hatte er fest 1847 ohne llateebrechunz Gelegenheit, iu der Stadtverordaeteuversammluug ersprießlich zu wirken. Ja der bewegt« Zrü nach 1846 war Grätzer zwei Jahre laug Borsttzmder des Eollegiums. Jahrzrhüte hindurch war er Mitglied des Curatormm» und der Directioa des Allerhei1ig».Hospitals. Als Mitglied der «» »-Directioa hat sich der verstorbene gleichfalls d« Das? seiner Mitbürger erworben. Seine Glaubrnsaeaosseu sah» cha seit einer Reihe von Jahr» an der Spitze des Repräsentaut»-Eollegiu«s der Synagogengemeiak stehea. Und wie er Primärarzt des Fräakei'schm Hospitals war und hier tu wahrhaft humanem Sinn« wirkte» so fand der vielbeschäftigt« Arzt noch immer Zeit, zahlreich» aaderea Humanitätsaustalt» «in wervhätiges Jat-reffe zuzuwmd». Sie all« betrauern in de» Dahiaaeschiebm» ihr» treu» Freund, ihr» Wohlchätrr, desim And»!« bet ihn» in Cegra bleiben »ird. — Das Setchmbrsävguiß fand Rittwach vormittag statt. I» der Lranerversammlung befsudm sich dt« Vertreter der Uniosrsttät» zahlreich« Profeffor» (»amrutlich von der medietatsch» Famttüt) ferner der Psltzet-Präfident Freiherr »», llslar-Gleich«». Der Magistrat hatte ei« aus d» Herr» Oberbürgermeister, Bürgermeister uud den Stadträth», silmmtltch tu Auttstracht, bestehend« Deputation entsandt, di« Stadtverorburtm-Versomwluno war durch rttm ous zahlreich» Mitglieder» bestehend« «bardmmg unter der Führ«M »es Gtakverordaettuvorstcher« oerkrrt». Auch di« Luratar« d«s ALoktzeil«gr»-H«sptlals uud »kl« Mitglieder kr «rvw». »irertto« war« zu k» 8rtch«ukgäus»iff« erschien». lluttr ka »«gchsrtg« kf «reslover «eqtestaaks, kfaak» sich bk dtrtgtreade» «eqte der tztrfip» Hospt'älrr. Ferner