Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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uv eure m Schüße Kation in Kanaan |n tränten, bis auf »tcfin Tag. Die Arten Lochin», ter Käste entlang, »erbind» in ähnlicher Düse bi« Gegenwart mit ter Vergangenheit. Di« Geschichte der Inten m ersten bU zu» neunzehnten Jahr hnnbert ist ter Berich« von eine« braven, gegen Liter, »äitig keilen und eine lang« Reihe von Verfolgungen kSmpfenten Bolle. >ter diese Zeit der Verfolgungen liegt hinter uns. Heut« steht enre Rasse anf der Stufe der vollkovrmensten Gleichheit. Die reichsten Männer in Europa sink Juten. Kein Voll aber wendet seinen Reich thum zu tefieren Zwecken an, als daß jüdische. AlS ich vor 3 Jahren Jerusalem beinchte, wurde ich anfS Höchste überrascht von den WohllhätigkeilS- und Erziehungsanstalten, welche dort vor den Bekenne» aller Religionen, besonders aber von den reichen Männern eures Glaubens ins Leben gerufen worden waren. Die düster blickende Stadt schien durchaus nicht so gar traurig; und als ich die alle Mauer in ter RSH« des TenpeltergcS besuchte und dort Haufen zur Erd« gebeugter Inten sah, welche in ThrSnen zerflossen über den Verlust ihr rS Tempels und der heiligen Stadt, da beseelte mich sofort die Hoffnung, daß ei« bessere Zukunft ihnen beschieden werden möge. Eh« ich schließe, möchte ich aber noch zu einem andern Punkte übergehen. Ich habe nämlich heute etwas, wie von eine« Schisma in eurer Gemeinde — einer Trennung in eurem steinen Lager — gehört, welche eine BerintrSchÜguug der allgemeinen WehlthäÜgkeitSbrftrebnng» verursachen könnte. Ich hoffe zuversichtlich, daß diesem Gerüchte der Boden seilen möge. Die Einigkeit, die Solidarttät der Juten find fast sprichwörüich geworden. Das Band einer gemeinsamen Ldligion, der ehrwürdige Charakter d«S auSerwählteu Volkes, daß Band einer großen und altehrwürdigeu Geschichte, hat fie durch viele Hunderte von Jahren, odschou über die ganze Ei de zerstreut, in geistiger Verbindung erhallen. Wenn auch ohne Land, bleiben sie doch die große, jädische Nation; wenn a»ch ohne kirchliches Oberhaupt, ohne staatliche Unterstätzung, blüben sie dennoch einig in Lufrechterhaltnug ter ehrwürdigen Religion chrer Väter; darum meidet den Zwiespalt — meidet die Trennung!" Wahrlich erquickende und beherzigenSwerche Worte! Die Söhne Trnt's konnten von den Hinbn'S noch manches lernen. Gerichte ««fr Demtschknnd. IRaftetstf. Im Anschluß an den Leitartikel in vor. »himmer theilen wir mit, daß zahlreiche Briese, di« der »Kreis. Zt^" zu,«gangen, bekunten. daß der Ausschluß der 5>utea aus de» OffizierkorpS sich auch schon geftend «acht bü der Beförderung zum Gefreiten und zu« Unteroffizier. <So wird ans Frankfurt a. M. geschrieben: Zn den August» ibnugen teS 81. Regiments waren ca. 90 Reservisten auf acht Wochen eingezogen. um Pt Unteroffizieren, wie eS aus» »rücküch hieß, auSgebiltet zu »erden. Unter diesen SO Res irvifien befanden sich auch etwa 40 Inden, darunter mehrere Sßefteite; von ftmmsticheu Inten wurde nicht ein Einziger, auch kein Gefreiter, zu» Unteroffizier befördert, v«ährend von den übrigen dt« p»ßerr Zahl, darunter auch kücht^ßefteite. dieser Beförderung «heil hastig wurden. Au» Breslau wird mitoetheilt, dich di« Juden auch von den Aeldbeamteustellen i» Latereth-, Proviantamts- und kjenoalteugSdienst resp. bei» MvnÜrnngSdepvt ans,«, fchlvsseu find. Bei denKoutrallversammlNUgeu wird zur sReltemg für solche Stellen anfgefvrtert tust dem Bemerk »aß Betenguug dafür fei, Gefroüengrad mü Qualifikation zu» Unteroffizier und di« Zurücklegung einer sechswächeutliehen Hebung, «eit Jäte» aber find Gesuche von Israelit». »elche den vorgeschriebenen Bedingungen voll und ganz entsprechen, Ptrstckgewies» worb» mit ter BeGündnug. dich leine vakauPn vorhanden seien, während in derselben Zett Gesuche von anderen Bewerber», ffv beispielsweise von Lehrern, »elche int ganzen nur 6 Wochen gedient haben» ' also den vorgeschriebenen Bedingungen bezüglich teS militärischen GradeS nicht entsprachen, ohne wefteres äugenommen find. AnS Mannheim wird geschrieben: Bekanntlich erhalten die EinjShrig.FreiWilligen, die zur Beförderung vorgesehen find, separat« JaftruktionSstnuteu durch «inen Offizier; nach den ersten S Monaten erfolgt daun di« Erneuuung zu Gefreiten, und nur dies« Eiujährig-AreiwiSig-Gefreiten setzen die gesonderte Instruktion fort, um zu de» Offiziers- Examen vorbereitet zu werden. Lei de» jüngst entlasten» Jahrgang befand fich auch «ine größer«Anzahl Inden, die tHeils gar nicht zu den erwähnten JnftruküouSftmw» herangezogen, theils nach de» ersten Halbjahr nicht befiedert worden waren. — Auch drei jüdische Einjährige von verschiedenen Kompagnien erhielten di« Gefretteukuöpse, zugleich theilten ihnen ihre Feldwebel — jedenfalls in höhere« Auftrag« — mit, daß fie künftighin nicht »ehr an de» Unterricht Theil zu nehmen hätten, da ja infolge threr Konfession daS Avancement zu« Reserveoffizier ausgeschlossen sei. Daß die Konftsston der einzige Grund ihrer Richtqualifikation gewesen, bewies der Umstand, daß dies« drei Einjährigen als Reserveuteervffizier entlaffeu wurden, nachdem fie bereits das letzt« Vierteljahr ihrer Dienftzett Unteroffizierdienste gethan hattten. Au« Fr au Pa dt geht ein« Mtttheilung zu. wonach ein jüdischer Einjährig-Freiwilliger bei dem Infanterieregiment Nr. 58 zugleich mit vier christlichen jungen Leuten eintrat. Die vier Lhriften wurden alSbal» zum Unterricht bei« BataillonSadjutauten befohlen behufs Ausbildung zn Reserveoffizieren. Derselbe Befehl giag dem jüdischen Einjährigen nicht zu, obwohl derselbe sich im Dienste laut FührungSattest nichts zu Schulden kommen ließ und seiten» seiner Vorgesetzten mehrfach Anerkenn an, empfing. «so ohne daS Vorhandensein einer ausdrücklichen Bestimmung find hiernach unzweifelhaft innerhalb der Armee Grundsätze maßgebend, welche eS den Inden nahezu unmöglich machen, zu Offizieren befördert zu »erden. ««ttn, 2. Dezember. (Nach der Wahl.) Die Wahl der Repräsentanten ist vorüber, wiest« ausgefallen — daS «iss» die Götter, d. h. die wahlkvmmcsfivn; wir gewöhnlich» Steuerzahler müffeu uns noch circa 14 Lag« gedulden, bis die Zusammenstellung dir viel» Lauseute von Namen, die nach de« unglückseligst» aller Wahlsysteme ans ten Asten herauSgesucht werten müffen, erfolgt ist. Ob und wie viel Candidat», die von de» Central» wahlverein ausgestellt wann, ihr« Sitz in dem Lolleginm einnehm», läßt sich nicht einmal vecmnthnugSweis« angeben. Di« Betheiligung war sicher eine viel regere, alS in ten früheren Jahr». Var es doch sstwn ein Fortschritt zum veffer». daß nicht alle Wähler gezwungen waren, vom Güten und West» nach der Oranienlmrgrrstrast« zu notetn n» dort ihre List» abzngeben» sondern Jeder an «teer ter fünf Stell«, die ihm am nächst» leg, von seine» Wahlrechte Gebrauch «ach» konnte. welch« «am» ans der Urne heiworgeh» werten, ist im Grund« Nebensache. Die wohlorgauifirtt Agitation hat te*r bteterta» Seiten und Sümmsührm» gezeigt, daß auch dieser festgefügte Ring durchbrach» werde, kann, daß fie der Volksftivune Rechnung ttag» müffen. Eines soll noch an dieser «teste hervorgehoben werten, »öS auch bei ter am Dienstag, ten 28. v. M^ stattmhabten öffentlich» Bersamncknng teS Cetera i-WahlvereteS mit Recht von de» rtb«gewandt» Refemten, Herrn Gchetzei wurde: in ten beiten «inander gegmüberstehenten 1 trete keinesfalls ter Gegensatz zwqch» .literal" und dox" zu Lage. Di« Partei, welch« na«, phxnoa für lich« bisherigen «»räseteate» und Gßellvertrewr G-tB-stck« MIM- |a mh ittea-A# |u nfctrttr* Leiter teS CeutralvereteS bilden stage^ nicht ten