Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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— 8*1 -| cm«t stat, firar Dr. ftlbncr, pollt. Kctatmr kr Rationalzeitung, Klausner, poltt. Rrdact«r kB „Bsrseukonrter4, Dr. Bedeck, i» gleicher Eigmschaft bei» »Bert. Tageblatt-, Dr. Schweitzer, nab Dr. v. 8c bei bet „Coff. 3*8 * thätig. Bo» heroorrazmd« Fenilletouisten uv» Romanschriftstellern find Ose. Blnmeuthal, L. E. Franzos, Jul. Stetteuhei«, S. Haber, ftrb. btf „Ulf4, Lex. Moszkowki, Red. kr „Lnfngm Blätter4. Aust. Karpeles, Max Rin», Dr. Rathausau. Reb. der „Ration4, genannt. Hierher gehör» noch Dr. Max Rorbau» ehemal. Lorrespond. der „voff. Ztg.4 ia Pari», Landau, kr geistoalle Theater- Rezrusent de» .Börsm-Lonrirr' und setu „musikalischer" Lollege I. Davidson, der Reb. kr „Neuest. Nachrichten". Rosen darf, der ob seiuer bedeutenden Kritik« geschätzte Rezensent der „Post4 Dr. Roseufeld, Dr. Raph. Loewenfeld, Kritiker „Freifiimigeu Ztg,4 und Dramaturg de« „Lesfiogtheatrrs', DDr. Schiff und Silber stein» Lorresponbeute« von Wiener Blätter» u. a. die in der litterarischen Welt Berlin« geschätzt find. — Auch die Kunst kauu hervorragende Vertreter der jüd. Alaubeu« aufweisen. Da« Berzeichniß enthält z. B. die Namen de« berühmten Prof. Jul. Lesstug, de« Maler« Prof. Liebermauu, bei wegen seiner jüdische« Abstammung vor Kurzem von der „Köln. Ztg.' pöbelhaft ar gegriffen wurde und zahlreicher anderer Portraito. Lavdschastämalrr, «rchitecte» u. s. w. — Ja ganz hervorragender Steife ist di« dramatische Knust „verjudet" — um einen geschriackvollrn Ausdruck unserer geschätzten antisemitischeu Freund« zu gebrauchen. Sämmtliche Berliner Theater vornehmere» Range« besitzen Letter und Künstler jüd. Abstammung: Deutsche« Theater: Dir. L'Arrouge (Lau), Sieg wart Friedmaun, Josef Kainz, Ague« Sorma, Dr. Max Pohl, Kabelburg; Lessiugtheater: Dir. O«c. Blumenthal, Marie Backany (Bertha Lohen), Sally Petri (Petersohu), Loewrufeld, Schönfeld, früher Possart; Berliner Theater: Dir. Ludwig Baruay; Residenz-Theater: Dir. Siegm. Lauteuburg; Belle-Slltance-Th.: Dir. Steruheim und Roseufeld; Schauspielhau«: Kahle; Opernhaus: Rothmühl, Lieb au, 8o la Breth (jetzt tu Pesth) Diese Zusammeustelluug ist dabei noch keine vollftäudtge! De« Humor« wegen wollen wir noch erwähueu, daß der keliebte Berköiperer de« Berliner Bolk«humor« — der urkomische L eued ix — ebensall« Mitglied der jüdischen Gemeinte ist. Wir etteu zum Schluß, indem wir noch einiger in keine .der »beu gemach:« Kategorien gehörige» Männer Erwähnung thn», die wir »rge» ihrer Stellung nicht ungenannt [affen wollen: e« find diese« der kais. Legation«rath Lahn, der Rrgteruugsrath Magnus, der Stabtrath Mamroth, die Geh. Kommerzimräthe Bleichröder und Schwab ach, die sämmtlich al« zahlend« Mitglieder der jüdischen Gemrtnbe aufgesührt find. Nachtragswetse haben wir uoch dr« Lustspieldichter« Hugo Lubliner (Bürger), de« Komponisten Mor. Moszkowskt und de« Schriftsteller« Fritz Mauthner Erwähnung zu ihn». Hiermit schließen wir unser», wie gesagt, absolute Vollständigkeit nicht beanspruchenden Auszug, au den einige an« dem Stoffe sich gleichsam von selbst ergrbenk Bemrrknngeu zu knüpfen uns uoch gestattet sein möge. Zwei Dezennien waren i» Sommer dieses Jahre« verflossen, seitdem man den Inden „volle Gleichberechtigung4 gewährt hat. Tiotz der Kürz« diese« Zeitraum« und trotzdem die von < o urthesteu geleiteten Regierungen nicht« weniger als genfigt wäre», den in dem Reichgrsetz vom Jahre 18SS ausgesprochen«» Grundsatz räckhallslos durchznführm — trotz «lledem und allekm ist r« len Juden gelnngru, nicht nur 1» den sog. „freien Berufen4, sondern anch t» Stoatsbttnste Hervorragendes zn leiste» und alle» w nrtheüskoseu Persmeen da« Zogest itud ui« »dzupoingen. daß sie wohl befähigt und wlirbig feien, das Geschenk der „vollen Gletchberechti an»,4 ohne Beschränk»», zu erhalten. In maßgebende» Kreisen scheint diese Anffaffang nicht z» kftehen: es ist bekannt, daß es z. B. einem jüd. Richter kan« zu Thril wird, «ine« höheren Posten, als kn eine« Landgerichtsrath«« zu erringen, daß jüd. Gymnasial oberlehrer zu den Selteuhetteu gehöre», daß die Verwaltung«- carrtere uuseren Glaubeusgeuoffe» so gut wie verschloss« Ist. und daß zahlreiche audere Beschränkungen für Israeliten, die sich de« Staatsdienste widmen, besteh«. Wem durch diese Praxis «ehr geschadet wird — der Allgemeinheit oder den Ink» —, mag dahingestellt bleikn. Da« akr ist einleucht«d, daß befähigte Köpfe, die durch verattet« Auschauung« von einer geregelt«, ihn« augemeffeuen Thätigkeit ferugehalten werk», nothwmdig der Sozialkmolratir, dem Receptaculum aller Unzufrieden«, tu dir Hände fall« müssen und da« damit Kräfte, »elch« bei einer rückhaltlosen Durchführung de« Sleichberechtiguugpriuzipe« zur Festigung der heute mehr denn je bedroht« Staat«- und Eesrllschafr«. orduuug hätten verwendtt werk» lönn«. zum Kampfe wikr da« Bestehende freigemacht werk». Mau sinnt nach Mitteln, die Sozialdemokratie zu unterdrücken. Nun, am einfachsten und radikalsten heilt man soziale Schäd« dadurch, daß man ihre Quelle verstopft; auf unsern Fall angew«det heißt diese«: „Erzeugt keine Unzufriedenheit dadurch» daß Ihr befähigte Mensch« einzig um ihre« Glauben» oder ihrer Abstammung willen von Beruf« ausschließt, die auszufüllea sie wohl geeignet sind!4 Georg Prise r. «iw Urtheil über die -«der» in — -«die«. Momsap. Der Wohlthätigkrits-Berein der „veni Israel" unsere« Orte« hat seinen 35. Jahresbericht veröffentlicht. Diese« Institut bezweckt dir Unterstützung armer und hilfloser Wlttwen, verlaffener Weikr und kränklicher Männer uud Freue» der Gemeinde Beni Israel. 3V Personen erhielten im abgelauf«« Geschäftsjahre regelmäßige Unterstützungen. Außerdem enthält kr Bericht noch folgende zwei intrrefiante Mittheiluugen: Ersten« gibt er Kunde von der verhältnißmäßig großen Zahl B«i Israel, welche in der Armer dien« und zwar zum Theil al« unksoldete, zum Theil als besoldete Offiziere,*) und zweiten« von der großen Sympathie, deren sich die Beni Israel bei allen Stämmen und ReligiouSgefellschaften Indien« zu erfreuru Hab«. Ein« Beweis hierfür erbrachte die im verstoffeuen September ftartgehabteJahresversammlung, welche von Hindus. Parsen, Eugläudero und Beni Israels besucht war. Der Richter Scott führte dm Vorsitz und kmerkte im verlaufe seiner Rede «. a. Folgende«: „Durch ihre Lharakterfestigkeit, ihre Beharrlichkeit, mit welcher sie da« eiumal gesteckte Ziel verfolgeu, uud ihre unerschütterliche Glaubenstreue bewahrt« die Jud« inmittm der sie umgebend« Abgötterei den festen Glaub« an Gott, wie er uns nach der Bibel offmbart wurk uud bewahr« ihn noch heute mit derselku Begeiste. ruug. Durch dttse Standhaftigkeit rag« die Jud« ia der Geschichte hervor »ad erinnern au die frruliegrade Ber. gaageuheit. Betracht:: eure eigen« Lage l Die romanhaft kliugeuk Uebertieferuug von kr Ankunft eurer Voreltern, au« etue« Häuflet» au« 7 Männern uud 7 Frauen kstehend welche« vor 1600 Jahr« an unsere Küste oerschlagen wurde' erinnert an die Verfolgungen, welch« ihr entgangen sei». Die Beobachtung «r.s Reltgionsgesetze« und die Wahrung' eurer ualional« Eigeathümlichteit« bi« aus den hmtigeu Tag in dem n«m Lande, tu weichem euch alle die neuen Religionen und fremku Sitten Indien« umgeben, erinnern an kn ehrwürdig» durch die ganze jüdische Geschichte de »ahrtm jüdisch« vvlkscharakter, wie er sich bethätigt, von der Zeit «n, als Lraham au« Eyatdäa adberufr» wurde, *) S« ist da« heidnisch« IZsdie» de» christliche« Demfchlan in kc soeialea u. stiaittchr» »leichpeliong der jgoischen veostteraag u Nietes»««,». ttted.)