Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 48.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Zufall nicht tfeabru nab »«»ich», pch, a»» dem «Acht»«. Hand»,sei, de» Römer» Loaseqnenz^n in |k»at bk kt» Herr, Ob«rTabt<aflr in ope nicht» uxaigir tU günstig st»». IO|t»(i» ist hier kok Gerücht tofbttittt. toi» »er Homlmrger Dtotr«bbta«T Hirsch oaf ,bk fa|«' »brnpto Bofljagrac Wahl nicht bering« Einflnß z«Ü»t hot. Di« LeMe »iffcii hier an» Ersahrnuz. daß »ent ei, adgehender »«kbtnn, Prediger oder a»ch Lantar, für kie Besitzt«» »er nach ihm »acavlen Stell« einen Nachfolger in Vorschlag bringt' tiefer ihn »eist hin in kriner Beziehung überrag«» darf, denn soviel Selb ,lieb« brsttzt ja Jeder, daß er vo» srine» Nachfolger nicht Ll erstrahlt sein »ill. Di« Auwenknng macht sich Jeder von selbst. Selbstverständlich richtet stch der Unmnth der Gewdnbegliedcr i» erster Linie gegen kt« Repräsentanz. Sie denken — »a» vielleicht auch nicht ganz „gerechtfertigt ist — ki« Mitglieder der Prager Gemeinde Hütten doch so viel Rücklcht verdient, wie «an sie koch in jeder Synagogrnge« mein,« b«t Wahl eine» nenn, Prediger» «alte, läßt, wo gewö;nlich drei oder vt<r würdig« M»„«r ln Vorschlag ge« bracht «erden; unk wenn and) de» Vorstand allein da» «echl ingestanden wirb, einen von kiesen anz,stellen, so ist dich die Sohl stet» van der öffentlichen Meinung de» einflt.it, »der gntgehetßen. Da» absichtliche Geheiwhalten unk Umgehen drr Geweinde rnft, «ie gesagt, eine Mißfttaunung hervor unter der zumeist her Nengewühlte zu leiden habe»! wird. Sin ähnlicher Fall ist aus in der Geschichte kr» Prager Robliinat» aufdewahrt. Anno 1604- «nrk« Rabbi Salomo Efrai« an» Senczyez al» Stellvertreter de» hohen Radti Lö« der zugleich ul» dessen präsumtiver Nachfolger zu gelten halt,, gewühlt. Zn dieser Zeit bilSctc sich auch eine Gegenpart,i. trotzdem de» Erwählten der Ruf eine» tüchtigen Tal. muk sten und „übertresflichen Lanzelrebner» voranging; «an halt,' aber damal» schon gegen Polen überhaupt und polnische Rabbiner in»»«sondere eine Avnfion. Rabbi Efrai« war ein biederer Charakter und wollte durch seine Pnson nicht eine, Paneizwist in »ie Gemeinde hinerntragrn; er reist: de»halb inoogrüto nach Prag nnd hielt kort al» unbekannter Rabbi «inen stanzelvorirag. Die Deroscha fand großen Beifall, und der ihr ebenfall» beiwohnend« Rabbi Löw erkannt« cn» dem scharfsinnigen Discanr» bald seinen Mann und zwang ihn, an» stivem Jncognita herauszutretrn. Gr wußte bald durch seine Ünßnst «tlehrlr, Barlrüge nnd frinc einnehmenden Umgangsformen die Gegenpartei für sich zn gewinnen, und dann erst, al» er den Gemeindesrirdrn für gesichert hielt, rrNürte er die Stelle anzunchmen. Wir wünschen nicht» Sehnlichere», al» daß r» de« Hern» Dr. Ehrenfild gelingen mö,e, di« vielleicht nngnechtsertgt« nnd unverschuldet« Mißstimmung nwznwandeln, damit der Friede in der Gemeinde gewahrt bleibt. Unver» antiaorUich »üre es jedenfalls, wenn Herr Dr. Ehrenfeld den vielen lauten Stimmen sein Ohr verschließen und nur auf sein Mandat pochend alle» Andere tgnorirte, dann dürfte wal»rlich seine Stellung hier als Oderrabbiner eine nicht» w Niger al» beneiden»werth« sei». Drag. In unserer sonst fttedfertimn Gemeind« herrscht ein: große Aufregung UKgra der Wahl de» Oberrabbiners, die unsere Repräsentanz getroffen hat. Ein Schüler de» Dr. Hildeüheemer paßt durchaus nicht für die hiesig« Genemde. Er wird an» einer musterhaft friedliebenden Gemeinde rin« Stätte te» Zank» nnd de» Streite» machen. Man soll ih« di« geheim« Ordre gegeben habe», an seine Annahme die Bedingung zu knüpfen, daß er allein Rabbiner der Gemeind« sein müsse, nnd im Falle, daß rin RobbinatscoOeginn nolhwendig sein solle, so »üffe es ih« freistehen, die Beisitzer sich ftlbst an» der Mitte der hier lebenden Lamdanim zn wählen, ohne jede Jngerenz de» Vorstand«», d. h. mit andern Worten, die hier wirkenden Rabbiner und Prchiarr refnsiren u. s. w. Kann die Repräsentanz e» vor Gott nnd Menschen verantworten, daß sie den Frieden in der Prager Gemeind« stüri? Wird der neue Oberrabbiner mit den hiesigen Rabbiwern nab Predigern friedlich und frenndschastuch verkehren? Sann er e» nnd darf er e». wen» er de» Maximen seine» Meister» treu bleibt? Eonflirt« sind naan»bl«tblich, und die» alle» wegen eine» Manne» wie Dr. Ehrenfeld? (Neuzeit.^ - G»sßst»i1««»ten. L„kan. Die Anrede, mit welcher Herr E. Bell den neuen Lordmoyor im Namen der Wahlmünner de» Bezirk» Portsoktn begrüßte, lautet in deutscher Urberstrtznng: Ivr -dtV7.INALN '22k mw"? .Der hnrlichrn, Srone, dem zierlichen Diadem für den Urberrest seine» Volke»!" De« hochwürdigen Herrn Henry Aaron Jsaacs, Lordmayor von London! wir, ihre Wähler an» dem Bezirke Portsoken, dessen Aldercken Eure Lordschast sind, wünschen schnlichst, ihn« unsne herzlichsten Glückwünsche zn ihrer Erhebung auf den Posten de» Oberbürgermeister» dicser großen Stadt beim Schluffe de» siebcnten nnd beim Beginne de» achten Jahr» hundnt» ihrer Jrcorperation, einer längeren Periode al» die, derm selbst da» Parlament sich rühmen kann, dar» jubtinger. Wir sind stolz darauf, al» die Inhaber de» Bürger» Präsidium» «inen Aldcrmeu diese» Bezirke» zu sehen, wclcher schon in vergangenen Zeiten ebenso berühmt nnd hervorragend war, wie nur irgend ein Bezirk unserer Stadt. Wir sind f,st übnzeugt, daß unser Alderman sich der hoben und schweren Amtspflichten, in welch« Lag« sein Beruf ihn auch bringen werde, mit derselben ausgezeichneten Geschicklichkeit nnd Weisheit, demselbm Eifer und derselbe» Begeisterung. welche ihn bstsher ausgezeichnet und unserer Hochachtung und Verehrung würdig gemacht haben, entledigen werde. Wir sind seiner stolz in de« Bewußtsein, daß der Kampf für bürgerliche und Religionsfreiheit, welche die Wahl de» nerstorbenrn Sir David Solomon» zu« Al» dermon veranlaßt hat, von diesem Bezirk« ansgegangen ist und daß» obschon unser« damalige Wahl vergebni» war, nichts best«»« niger di« Principiea der Toleranz und der wahren Gerechtigkeit, um welche wir stritten, später den Sieg davon trugen und wir heut«, indem wir auf den Ursprung zurückbltcken, nnsern eigenen Alderman al» Lordmayor begrüßen können. Wir freuen un», daß in diesen Tagen der Freiheit und Frcistnnlgkeit Verdienst und Fähigkeit. Scharfsinn und Ausdauer, hohe« Ehrgefühl und rckllrche» Streben insofern zur Aurrkennnng gelangt sind, daß an» einer Gemeivfchast, welch, in früheren Zeiten ein Object de» Haffe» nnb der Verfolgung war, in dieser Stadt ein Mann hat hervorgehm können, der auf den Posten der höchsten bürgerlichen Autorität erhoben wurde, en Mann, der so zu sagen »der Eckstein de» bürgerlichen Fundament»" geworden ist. Mögen Eure Lmdschaft Ihr A«t»;ahr glücklich zurück» legen und möge e» Ihnen beschiedrn sein, nur solchen Verhältnissen zu begegnen, welch« zur Bertheidignug aller Angriffe auf alte Rechte. Freiheiten und Gerechtsame diele, großen nnd mächtigen Stadt sich ol» geeignet erweisen werden. London, den S. November 1860." Der Lordmayor antwortete ungefähr wie folgt: »Mein« Herren au» dem Bezirke Porisokeul Mit großer Freude und Genugthnuug erfüllt mich di« schmeichahafte Anrede, womit Sie «ich bei« Eintritt in den Bezirk al» Lordmayor van London zu ehren die Güte hatten. Mit aufrichtiger Brfrichigung vernahm ich di« Anspielungen auf d^n Geist der Religion«freiheit, welcher heute im ganzen britisch« Reich« herricht, ein Geist, welcher e» möglich ge» «acht hat, daß ein Glied der in früheren Zeiten den schreckllchst»» Verfolgungen an»grsetzte» Religiausgenoffeuschaft zu dem höchsten Amte hat gewählt werde» könne», welche» seine Mwbürgerilpn Übertrag,konnte»,daßdirseWahl einstimmig durch