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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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d«S Ritterordens der Wendische« Krone an den Jubilar. Mae Deputation de- Magistrats mit dem Bürgermeister au der Spitze derselbe« überreichte dem Jubilar «ach einer feierlichen Ansprache daS Diplom seiner Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Strelitz in kunst- und sinnvoller Arbeit mit der Abbildmig deS Geburt-- und Wohnhauses desselben. Darauf überreichte der Landrabbiner Herr Dr. I. Hamburger im Namen des ^israelitischen Gemeindebundes eine GratulationSadrrsse, worin in würdiger Weise die Verdienste deS Jubilars anerkannt werden. Ebenso ehrenvoll gratulirten mehrere Deputationen des Krieger-, Gesang- und Turnvereins, lieber hundert GratulationSbrrefe und Depeschen von bedeu- und Auslandes lagen auS- 'tenden Persönlichkeiten deS Inui gestreut aus dem Tisch. Seine fti früheren Schüler, sowie sein Verleger beschenkten ihn sehr reichlich. Wir nennen von fdenselben: I. einen goldenen massiven Federhalter mit einer lvenen Feder; 2. eine prachtvolle große Vase mil einer vnen schvarzen Ebenhotzsäule; 3. eine Krystallkanne mit ilberbeschlag; 4. einen prachtvollen Regulator; 5. eine 'Marmorgruppe mit Schiller und Göthe; 8. einen herrlich großen Teppich u. a. m. Der Jubilar sah an diesem Tage recht rüstig und wohl aus. Er selbst sagte: »Ich fühle mich heute so frisch und jung, wie lange nicht zuvor.' Gott erhalte -ihn in oiesee Verjüngung noch recht lange! Den Höhepunkt dieses schönen Festes bildete der großartige Fackelzug Abends 8 Uhr. Mit 280 hellloderndcn Fackeln bewegte sich dieser Zug zum Hause de- Jubilarunter Musikbegleitung und Abftngung deutsck>er Volkslieder. Der Rektor der städtischen Schule hielt eine sehr würdige Ansprache über die Berdiemte de- Jubilars um die deutsche Sprache. Der Jubilar banne recht bewegt für die ihm dargebrachte Ehre. .Deutschland, Deutschland über Alles!' war auch da- Ideal seines StrebenS und Ringen-, das Ideal seines ganzen bisherigen LebenS und Schaden». .ES wurden mir, sprach er, zu diesem Tage von vielen Personen auS vielen Orten überraschende Aufmerksamkeiten zugesandt, aber die von meiner Vaterstadt war mir die li.bste und meinem Herzen am theuersten. Allein Großvater lebte schon hier, ebenso mein Vater, und ich bin hier geboren und befinde mich auch heute noch hier. Ich bin sonach ein Strelitzer» ein Mecklenburger und daher -«in Deutscher mit deutschem Sinne und deutschem Herzen.' Ein donnerndedreimalige- Hoch erscholl von allen Anwesenden, die unter wiederholter Absingung: .Deutschland, Deutschland über Alles!' den Rückzug antraten. ^«mtne», de» 21. November. (Or. - Eor.) Am 21. b. M. feierte die Beerdigungs-Brüderschaft der' Deutsch-Israelitische» Gemeinde ei» Fest anschließend an eine Versammlung, die dernfea worden mar, di« Ergänzung d«S Barstands, welcher eines seiner Mitglieder verloren hatte, -varzonrhme». stkachdem, wie eS van Alters her Gebrauch war, der Neuerwilhlt« aus seiner Wohnung geholt und.sosort ei»geführt wordeu war, verkündet« der Präses dem unter den eingeladenen Gäste« erschienene» Oberrabbiner Hirsch, -baß der varstanb ber Brüderschaft beschlossen habe, ihn als Ehrenmitglied aafzunehme» und erklärte der Herr Ober- Rabbiner sich nicht nur sofort bereit, diese Wahl auzunehme», -sonder« auch thäig mttzuwirkeu. I» dem Mahle, welches die Feier beschloß und die Theilnehmrr, zu denen anch Mitglieder d«S Gemeinde» Borstandes sowie des Vorstandes des Gynagogen-Brrbandes -gehbrle», lauge ÜI»«r Mitternacht hiuanS vereinigte, betheiligte -sich Herr Hirsch anr wenig, dagegen würzte er dasselbe durch sein« Reben» »eich« »llseittge» veifa» fanden. Auch bet bsifer Gelegenheit zeigt« sich wieder daS leutselige Wese« d«S Herr» OberrabbiuerS, das ihm täglich neu« Freund« erwirkt; dis ans di« stein« Zahl der Unversöhnliche«, welch« rS vistleiöft nicht ungern gesehe» hätte«, wenn er sich 2W.5Ä - Gr. GßS», 24. Rovemb. (Orig.-Corr.) Nicht bloS Gie KSntgl. Regierung z, Wiesbaden, sondern anch dir von Arnsberg hdt unter b. I. d.Mt. «tue Polizrtverotbnng mit Zustimmung d«S BezftlSauSfchuffeS betreffend dir Schlachtung d«S BirheS i« allgemeinen erlassen. in-welcher folgenue Vorschriften über das Schächten enthalten sind: K. 1.. Alles Großvieh, welches nicht »ach Mische« Ritus zur Schächtuug bestimmt ist, muß.. vor der Blutentziehnvg völlig betäubt werden, ß. 6. Bei dtr Schlachtumg nach jüdischer Methode (Schächtuug) find folgende Vorschriften maßgebend: ») das Niederlegen der größeren Thier« muß hauptsächlich durch Winden oder ähnliche Vorrichtungen bewerkstelligt werden. Diese Winden sowie die dabei gebrauchten Seile «. s. w. müffen haltbar sei» und stets geschmeidig gehalten werden, so daß die Ausführung ohne Vrruig geschehen kann, d) während de» Riedevlegen» muß der Kopf des Thteres gehörig unterstützt uud geführt «erdea, damit ein Ausichlagea derselben auf den Fußboden uud ein Bruch der Hörner vermieden wird, o) beim Niederlegm deS ThiereS «aß der Schächter bereits zugegen fti«, um uawittelbar darauf die.Schächtuug vorzunehmen. Letzter« muß sicher und schnell ausgeführt werden, a) nicht nur während deS SchächtungSakies, sondern auch für d.e ganze Dauer der «ach dem HalSschaitte eintretenden MnSkelkrämpfr muß der Kopf de» ThiereS festgelegt werde», damit nicht der Kopf de» in Muskelkrämpfe liegenden ThiereS am Bodm aufgefchiagen und verletzt wird, o) die Schächtuug darf nur durch erprobte Schächter auSgrführt «erdea. tz. 7 enthält die angedroht« Strafe gegen Zuwiderhandlungen. Bi» jetzt — soweit mir bekannt ist — hat noch keine Regierung in Prrußea solch eingehend« Bestimmungen über daS Schächten erlassen, wie ,ctzt die Arnsbergrr, und wir können ihr nur Dank dafür wissen. da dadurch den Antisemiten und Tierschützlern zum großen The-l der Agitation-- baden entzogen wird. — Rach der »Antisemitischen Korrespondenz" hat di« antisemitisch-deutsch-sozial «Parte» 9 Kandidaten für die nächste ReichStagSwahl in Aussicht genommen. Dr. König Witten wird in Dortmund und Herr Lruß tu Essen gründlich — durchfallen. Oestarratch Uwaar». Hstie«, 18. November. Da» Ministe,»um de» Innern hat einen Erlaß gegru di« antisemitischen Agitationen an die Landesregierung gerichtet, Micher den Polijei-Direetivac» uud politischen Behörden erster Instanz mitgetheilt wurde. Der Schlußpaff«« diese- Lrlasie» lautet» »Nachdem die Agitationen der antisemiüschen Presse zur Ausbreitung der an« tisemitischen»Beseg«ng und zur Berttefuuz de» Hasse- und der srindseligr» Gchnunng gegen die Angrhöngm der israel. Confessio« beitragen, ist nunmehr allen strafoarea Emana» ttonen der aatisemltischen Prrßorgaur, sowie aufreizenden Kundgebungen dieser Act in BecetaSuud anderen Versammlungen mit allen gesetzlichen Mit ela entgegen zu wirken." ThH> 24. November. (Or. - Lor.) I» den hiestgen hebräische» Buchhiudlurrzrn war dieser Tag« stark« Nachfrage »ach de» GetfteSprodaetea de« ne» erncueate» Oberrabbiner« De. Ehrenfeld. Di« verkänser hatte» sehr viele Mühe nm de» Suchern klar z» mache», baß vom Benannten »eber et» Buch »och «in« Broschüre »der irgend ein wissenschaftlicher Artikel erschien«» sei. Die Leu!« wollt«» de« keinen Glanbe» und ließe» sich von der veraltete« »»ficht nicht Ebringen, baß Derjenige, «orlcher zn ber Prager Oberrabbinerstrlle berufen sei, doch ei« berühntter Gelehrter sei» nud diese» Rnf durch llUrrarisch« GeifteSprodnct« docnmrnttrt habe» nrüff«. N», wurde Eh. D. Lippr'S neneste« bibttograph. Lexik»», da» orveubci anch et» Nadbtner-Adreffenbach ist, den Lentr» zur Gelbstüberzeugnag vorgeteg»; aber Herr Dr. Ehrrnfel» ist tu demselben nicht einmal benannt.*) Da« ist »ahrllch «ta böse« Omen, die Lentr »olle» absolut an «inen I» der erste» A«a«»br sandea »tr de» Name» mit der A»> ^«r rormwtzoo-VnVtztcn. vnmdenwr- 1814(?;

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