Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 48.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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kv, »Lien ntut Syuagig« «ck Rckgionsfchuftn sehr uoth- «vckMs, gfttifc, fi« »erde« auch erb«« »«dm — so b,ld -l» »»glich. Da» givg« aber nicht so rasch, «an Mrfe fick nicht überstürze». Erft Hütte »an Schwierigkeiten, passend» Terrain» »» erwerbe», dann käme die Baupolizei, «rne Aalechen bedürften der Gmehmignug der Negierung, die erfolge auch nickt s» schnell. Ueberdie» Hütte die Gemeinde ja erst jetzt eine Synagoge in der Linder straße in Angriff genommen and dafür 2 Million« Schulden contrcchftt und außerdem zur Erweiterung der Bnreanx zwei Grundstücke angetanst. — E» folgt wieder Irin Wort der Kritik, keine Ent» gegnun,. von Seit« der Opposition, etwa, daß ja kurz vorher von einem iütbnct erörtert wurde, die Berliner Gemeind« wolle «nd bedürfe keiner Prochtbaifteu für 2 Million«, mau könne dafür 3—4 einfache, pruuklose Gotteshäuser bauen. .lind wenn wir auch noch wehr Synagogen hätten, so fuhr bei: Redner fort, — wo wollen wir paffend« Rabbiner und Lehrer für die Schule Heruehmen?! Sie habm keine Ahnung, wie unendlich schwer e» ist» für di« Berliner Gemein'« paffende Beamte zo acquftftm. Unsere Rabbiner «üffm Fühlung mit der Gemeinde haben» fie «üff« tu jeder Hinficht Bedeut«des leist«. Ein« auswendig gelernte Rede zr halt«, da» ist leicht, da» wüßte er als Jurist am best«. Aber da müßte geprüft werde», wa» der Anzn« stellende vorher geleistet hat. Wir brauch« hier Männer van Beirmtimg. die den Lerhältuifsm gewachsen. Autorität« sind, Mt dm« wa» Respekt Hab« müsse. Diese fehl« nn» hier; ob fie etwa» «ehr »der »miger fromm find, da» ist Reb,nsache. Und gar erst di« Lehrer, davon könne er schöne li)ioge bericht«. Da wärm vor Kurzem zwei Lehrer an einir jüd. Schule angestellt ward«, von dm« der zweite t urchau» dem erst« coordiairt sein wollte l — Ist da» nicht schrecklich! Da» war übrig«» da» einzige Beispiel für dm Mangel au Lehrern. Laifter Beifall belohnte dm gewandt« Redner, der noch daraus siuwieS, daß während der ganz« Zeit der Autise» »iteuhri»« auch nicht ei» einziger Antisemit e» gewagt habe, die Bernaltnng der hiesig« Gemeind« irgmdwie aozugreis«, da» dürfte wohl als Beweis gelten, daß die richtig« Männer au der Spitz« der Berliner Gemeind« ftäudm. — Hierauf wurde sie Uvterstützuug»ftage gestellt, nnd fast einstimmig die List« der »orgefchlagenm Eaudidatm angenommen; damft war der Haupttheil der verfauunlnug erledigt. In 3 Jahr« findet e net er Wahlversammlung statt, tu der mau wieder dieselben Red« zu hör« bekommt und wiederum drei Minnien Kritik geübt werd« darf. n.\ -»» Westprentzm erhalt« wir folgmde Zuschrift: Gezm Anfang November brgauu der hrrvorragmd« polnisch« Literal «nd Journalist Boleslaw Pru« (Pseudonym für Aleznuder Glowacki) — tu de» gelefmst« polnisch« Tagesblrtte .Kuryer Lodzieuuy" — auffallend« Leitartikel nuter der Uebcrschrift .12 000000 Gulden!" — Im 18. November a. c. erschim bereit» an der Spitze de» beregtm Blatte» der IV. dieser stet» circa 3 große Spalten faffend« Artikel mit der Ankündigung einer Fortsetzung und «och immer ixiß man nicht recht, wo der Dichter hinan» »Ul. Die wmlderlichstm Ansicht« über die .Judenfrage' schwank« da wie ei» schiffbrüchiger Kahn i» stnrmbewegtm Meere. Geg» tie .Semit«" gegm dir .Antisemit«", gegm die .Arier" — gegm da» „Bolk", gegm die .Würger" — herauf und herunter — gegm die Dichter der »Freiheit nnd de» Acht«»" und noch tobender gegm die »Dunkelmänner" — kein« Ri ttnng scheint für d« Kahn, denn immer finstrer wirb bei Himmel. — — Boleslaw Prn» hat sich tiefer in die abscheulich« Werke de» „Drnmont" hinetnoe» lesen — da» Unglückselige ist geschehen! — Pru» faßte ,Drum» et" al» Ruder zur Lösung der Judenfrage nnd da giebt» kum eine Rettung. E» ist schmerzlich, daß «ft Prn» eine solch« Umwaudlung gescheh» ist. Ei» vorzüglicher Schriftsteller nnd Hnmorist, «tu Fentlletonist, um dm ihn Jules Z«ui» beneid« könnte, ei» Mann der unerschrocken« — ja sag« wir'» »f« — rin thetdiger smest der IG«, erging es ihm in b« letzt« Monat» wie Fanft nach dem Hqmtrnnke. Set» raftlös« unermüdlich« Streb» »ach Hmnouttüt. nach allem Ml» «nd Schön» w«d« zu einem fiustern Ring» in d» Tfts» de» Haffe» und der Zwietracht »nd da kam» ihm.Drnwont" uNd die »och verabschennngswiftbi-er« Zeitschriften de» el«d» Judenfrrffers Jelenski, in die Hände. Mit d» Citat» an» dies» Werk« will er di« Jndmfrage löse». Manchmal blitzt dt« edle Natur des Dichter» auf, er möchte diese von lauter Falschheit »nd Gift i» Stand gebaren» Schlang» «ft sein» Füße» zertreten, aber sie halt« ihn «mschlnngm «nd — unglaublich—Pru» liebkost diese Schlau-«, nnd Erömtmx und Lasker und Hirsch nnd Rothschild — und alle Männer de» Geiste» und de» Edelmnth« und der Wahrheit jüdisch» Glanben» werd» al» .elende Verbrecher" in sein» Abhandlung« dargestellt. — Wohin zielt das hinan»? Will Prn» wieder in Warschau eine .Judenberaabung" Hervorruf«? Er, der die» «tust al» die .Schaudsänle" der Warschauer Bürgerschaft htnftelfte, »ühft jetzt die gefthrltchft» Leidenschaft« de» Religion»haffe» auf.-Was kümmern ihn die 12000000 — für Galizien? — dort find ebeu» solche gebildete Männer und größere Judenfeinde. Dort kann mau freier schreib« nnd sprechen — als tu Rußland ——, warum wirkt Prn« nicht für die 150,000 Jud» in Wirsch»? Giebt «» da weniger Streftigkeitta zu erledig»? Scho» im vorig« Jahre dtgana der «»erfahr»« vtndiosn» Nowicki geg« di« »Alliance Jsraelfte" in dm Warschauer Blättern zu schreiben, ohne überhaupt zu «iss«, wa» da» für ein Verein sei, ohne deffeu Statntm, »der dessen Wirk» i» Gering st« zu kenn» — es galt ja bloß darum, sich mft eiuem Arftkel etwa» zu verdienen. Jetzt - aber schlendert Pru» auf demselb« Weg« gegm die .Alliance Jsrarlite" die haßvergiftet» Pfeile, auch er hat gar keine näher» Kmutuiffe über dies» Verein, natürlich Drnmont ist sein Führer. Bei dieser Gelegenheft müff« alle Jnbm in Palm herhalt«, er hätte gerne die 12 Paragraph« vo» der Synode iu Lalisz (1420) wieder geschaffm, »ach welch« Jud» nicht eff«, trink» nnd bad« dürfe», wo Ehrist« wohn» — well fie ja Alle» vergift» (?) — Wäre Prn» glückltcherweift ans Grätz gestoßm und hätte defs« Seschichtgwerk ftndirt—»der auf tanseu» Rudere, die da» Jndeuthum i» wahrem Licht« darstelle», hätte er nur .di« Projekte der Jndenreform" vom polnisch» Köuige Sta»i»lao« August»» und dm »jährig« polnischen Laudtag eingehender studirt, gewiß, »ft Höfte» ganz andere Anstcht« von ihm zu Gesichte bekomme». G» aber — mft Drnmont — uud mit Haß uud Leidenschaft geg» da» Judenthum uud sei« Eoryphä» — dft auf da» Fälschlichste dargestellt werden, — da frellich muß der Kahn zerschell» »nd die» durch Boleslaw Pru» l — Unglaublich l Jitreklh in Zlletllkenö. (O»Eorr.) Dem kurz« Bericht in vor. Nr. über die Feier des 70. Geburtstage» de» Profefiors Dr. Daniel Sander» lafim Sie wohl, Herr Redakteur, noch diesen Spezialbericht folg«: Die ganzh Stadt und mft ihr dft Elift und dft Vertreter der denn chm Wissenschaft war« von derselben tief bewegt und erfreut. ES war für Strelitz ein denkwürdige» große» Fest, da» von all« Schichftn lurferer städtisch« Bevölkerung freudig begrüßt wurde. Danftl Sander» 70. Geburtstag wurde, um er kurz zu sagen, zu einem Volksfest. D« Abend vorher; d« 11, wurde vom Gesangverein dem Jubilar ein Stäudch« gebracht. Morgens v Uhr wurde er von einer Morgmmnflk begrüßt. Bon 10 Uyr ab wogft es in der Straße zum Hause des Jubilar» von Gratulant« uud Deputation«. Allererst nennen wft zwei GratulationSdeveschm von Allerhöchster Stelle, eine von Sr. Königlich« Hoheit dem Groß- und die andere von Sr. Hoheit dem Erl sm reihft sich würdig an dft Gratulationsdepesche von würdig Sr. Excellenz, dem Oberpostmeister Stephan in Beck«. I« der Depesche Sr. König l. HAeft des Großherzog» war dft überraschende allergnädigsft Mittheilnng svon der verleihmg W