Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/5369809-5935066-5956618--7356-5373381
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

~ ,'*E nnb tat Mcftlbi «ch f» Oesterreich j« de» IbermntaKK Dt»»» Of Um lenta. BHHta tt M (Wan «4t«tero, toit »•* Mag«, so wücke ta» «ist »» Jatauhaff-S auch i» uuser schlnel Land tat»,ni, ta« sich Kit ta» vegtuue unsere« Johrhu»tart» um Horte tat GlaubenSsrecheft gemach» tat* — .Soweit ich die fra^ästsch« vnlllkerung kna«, kLmwert sich dieselbe sehr wenig u« da« Gkschret riuzeluer veriüätrr »äpfe.* — .«I» bade» «echt. Di» Pariser wollen arbeite» und fi chlick sei» und überlassen die Geschäfte ta» Auftstwiti»- »m« eine» bull hävdlerisitn Spekulanten nn» einem aus die Dummheit de» volkta spetnlirrnden Sckristfleller. Uebrigen» braucht «a» blo» die lange Peschicht« der Pariser Judngeweinde auszusLlign, um »u sehe», wa« sie för di» allgemeine ftnUnt geletstn hat. Da« ist dir dich« Sntwort, welch« man unsere» Verleumdern enteile» kann.* — .Wie sind d'e gegenwärtig-» Zvftllute der Pariser Gemeinde?* — .Unser« Genreir de Mit 60,000 Seele». Doch wie diele >rme giebt e« unter diese» I Pari« ist zum Zuflucht«»,tc der Ueglücklichen geworden, welch« nicht im Stand« find, sich in ihrer Hei matt, zernähren. Sa« haben tot: mttgemacht, al« die russischen Jude», von Ihr«, Mitbürgern in» Elend getrieben, hungernd und stierend a» unsere Thören klopfte». SK gaben Millionen au«, um Hille zu schaffen.* — »Ist «» richtig. Herr Srand-Siabbi», »aß ihre Glaubende eaoffe» sich gegenseitig in olle» Sage» unterstützen?* — .Ich erra'he, worauf Sie anspielen. Sir, ein« geschloffen« Eckte du Staate bilde» I Da« ist lächerlich. Wir find vor Alle« Mensche», dann Patrioten, welch« ihr Llut mit Kr ende» fürs Vaterland opfern und erst dann Juden, d. h. Anhänger de« durch unser« Patriarchen, durch Mose«, die Propheten und Rabbiner bearindeten und weiter au«g-bauten Monotheismus. Sst unterstützen in erster Linie »nsere Glaub nSgenoffen, weil die« die Natur der Sache mit sich bringt «le kennen ualere Sp«>str»setze. Eh bien, kann »an von «in>m arme» Men'cheu verlangen, daß er, weil er in Roth ist, s ine reliaiSstu Ucberzeuguugen verleugn«? Rur die« ist der Grund unserer bestndere» Spitäler und Armenhäuser. Und ferner: »ährend der Jude gegen den christliche» Bettler kein Born theil hegt, besteht leider en solche« gegen de» jüdischen Annen. S« ist daher unsere Pflicht, diesem vor Alle« beizvstehen.* — .Ist e« richt g, Herr Grand-Rabbi» daß diel« Ihrer Glaube»«genoffen hervorragende Post«» im gesell cha'tiichen Leb'» und i« Staat« einnrharrn?* — »Gewiß. Der Senat und die Abgeordnetenkammer zägln mehrere uuserkr Glaubenkaawffe», wie Lilbonne, Millaud, Rapnal (diese beide» Letztere» waren Miuister für Iffntliche Arbeite»), llawille Dnisuß. Joseph Reinach re. zu ihren Mitg edern. Sst haken mehrere jüdisch« Geueialkonsuln, wie Joh. Gustav r. Rothschild, welcher Oesterreich vertritt; Siauuond« in Halli: Moseutbol ia Südaftika u. f. w. Herr Eamille Sür bekleidet da« Amt eine« Staattrathe»; die Herren Michel vrbal, Eugb»« Manuel und 8. Hbmert sind Sneralunterrichttinspektore».* — »Zählt auch da« Institut :x «ranc« mehrere Ihrer Glaub nSgenoffen unter seine Mitglieder? — .Ohne Zweisel und wir sind stolz darauf. Sst kennen gewiß Namen wie Jole» Opvert, Joseph Derendourg. den bereit« genannten Brtal, H. Weil!, Halphen, M. Ltvh, Loewh, Lippmann, Baron >. von Rothschftd, A. Fraruk?* — Nu», da» find lauter J«ra»lilen, welche überdiei «ft große« Interest« die religikse und geistige Entwieklung ihrer Glauben«genoffe» versolgen. Sie sind zumeist Mitglieder de« «onsiftorit m»; Adolph Kranit, der Nestor der philosophische» Schule in Frankreich, und der berühmt« Assqriolvg« vppert sind z. B. Präsidem der Sooibtb äoo traäe« juivea.* — .Ist e« ferner wanr, daß sich in der stanzösilchm Armee «ehrere Generäle vud hbhere Offizier« jüdische» Glauben« besiuden?* — »Jawohl. E» sind di« Generäle vriffar, Lambeit, Lb»i Alvarb», Ste, Abraham; »st Oberst« Salvador, Lyo«, Aiz, Hinpi, re. In Krank,eich hat «au schon lange dst vorurtheist überwunden, welche in andern Staatn den Juten dst Hähern Armeechargn versch ießin. Hasst» wir, daß endlich dst thärichst» Ammen- Märchen, welche «a» so gern« über un» verbreitet, au« der Tradition »er Böller veschwinden werden. Unsere vorsahrn haben durch Jahrhunderte «ft Unrecht viel Letten erduldet; wir «ollen da» Alle» vergeffn und in Krieden an der Blüthe unsere» vastrlande» arbeite».* Wie rrir erfahren, hat Herr Zadok Lahn sich für Annahme der Wahl zum Grandrabbiu de France erklärt, nachdem da» Eentralcomli« sein Gchalt »m da» Doppelte erhöht und in die Beibehaltung sEr^jitzigeu Wohnung gewilligt hat. VeAeilß. Der König von Italien hat vor Kurzem, wie bereit» witgethcilt, de» berühmt« jüdisch« Wundarzt -Dr. Leon!8ivante hierselbst zum Hofarzt ernannt Eine solche Ernennung ist nun keine Seltenheit, sondern in Wirklichkeit nur eine Erscheinung, welch« sich io Italien schon sehr oft wiederholt hat. Im Mittelalter standen trotz der Judenverfolgungen jüdische Aerzst in hohem Lusehen, so daß »»geachtet der caa«mischen Edikte, welche den Christen empfahlen, .teber zu sterbe», al» sich von Juden heile« zu lassen, »ick Päpste und Fürsten stch^wöhnlub von jüdische» Aerzst» dehmdeln ließe». I« seiner Abhandlung über die Geschichte In jüdischen Aerzte ia Italien schreibt Livtu» Fürst: ist allbekannt, daß vou Karl de» Großen bi« zu Franz L, welcher Karl V. u» Zusendung eine« jüdische« ~ 860 — «rjtrt tat tt tauen Fürfte» ^. welche nicht «ta« jüdffch» Arzt an sei«« Hose hatte.* Aruold, de Vtlauovo. rin erbitterter Jndenfaud, bellagte es bei« veainne de« 14. Jahrhundert« schmerzlich daß selbst die Priester da« kanonische verbot übertraten, und e« zuließ«», daß jüdisch« Aerzte sie behandeln dmfteu. Da« Beikaue», welche« Päpste und Fürste« de« jüdischen Aerzten eutgegenbrachten. war in der That aber auch ein unbegrenzte«. Historische Dokumente beweise», daß zu grwissm Perioden während de« Mittelalter«, al«.tie Tuck d'e schändlichsten Jattlguen spielst und sich gewöhnlich den Arzt bediente, wrlch« sich bereit fanden, ihre erlauchte» Patieatm durch & ft au« dem Wege zu schaffen, die Kirchenfürsten den jüdischen Aerzte» den Borzug gaben, da sie wußten, daß sie von diesen durchaus nichts zu fürchte« hatten. Papst Bonifaciu« IX. erklärte zur Schande der heutige« Antisemiten: .Jüdische Aerzte sind in der Ausübung ihre« Berufe« freundlich, wohlwollmd und entgegenkommend; sie stad eifrig, den Armm und Dürftigen beizussthen, sie drängen acht auf Bezahlung u»d zeichnen sich durch ihre Tüchtigkeit aus.' Von andern Päpsten, welche derselben Ansicht waren und sich ebenfalls von jüdischen Aerzten behandeln liehen, seien noch genannt: GelesiuS. Abxander VI-, Leo X., Paul III. und Julius III. Vou zeitgenössischer. Fürsten, welche diesem Beispiele folgten, nennen wir König Alphon« X. von Eastilie», welcher kotz seine« grausamen Judenhasses» dennoch den jüdischen Arzt Dr. Meir Algnade« an feinem Hofe behielt; Jacob I. von Aragonieo, Köaig Dom Quack und Don Juan II. von Portugal; Kaiser Karl de« Kahlen, Eonrad II., Friedrich III, dir seinen Arzt Jacob LoaneS ia den Adelsstand erhob; Ferdinand I.; Köaig Heinrich II. von Navarra; Königin Maria de Medici« von Frankreich und König Sigismund I. von Polen. ttnmüiilrn. Ituüureff. Im Gegensatz zu der judenfeindlichen Regierung Bratiavo'« hat der Leiter dr« hiesigen Ministerium« Talargi in jeder Beziehung sein Wohlwollen den Juden gegenüber bekundet. Den Direktoren der verschiede« Lehranstalten wurde ministeriell verfügt, in der Aufnahme jüdisch.'! und nichtjüdischer Schüler keinen Unterschied zu machen und die Estern sind glücklich, von dieser Seist kein Hinderniß in der Erziehung ihrer Kinder mehr zu finden. Auch verschiedene Synagogen, deren Bau der Minister gegestattet, werden an verschiedenen Theilen de« Lande« errichtet, so ta der Hauptstadt rin Tempel für den pormtziestsche« Ritu«, der den Namen de« Baron Hirsch stagen wird. — In Erajowa haben die spanischen Jsraeüsta einen Tempel errichtet, welchrr daS schönste Gebäude der Stadt ist ebenso in Pitesti, Turne Magurelli, Bacau. Für die hiesige Gemeinde hat der Minisstr eine Lotterie mü 50,000 Losen zum Bau der Synagoge genehmigt. DaS sind lauter Acte der Duldsamkeit und wahren Freist««« de« couservativen Ministerium«, zu welchen sich die Uberale Mißw'nthschaft Brationo'S nie rmporgeschwungen hätst. — Zu dem hohen Feiertage hatte der Kriegsminister, Gencral Piano, den jüdischen Soldaten, sowett der Dienst dir« gestattet, den Besuch de« Gottesdienste« durch Urlaub«» gewährung ermöglicht Nermifchte «r> «e»este Nachricht»«. Serlt». An der hiesian Uuitarsttät hat sich ei» iura« Mischer Prtvaid^nt, Dr. Hug» Preuß, sür da» Aach de» Vffniiichn Recht» kadtttttti. Herr Dr. Prnß hm sich durch vertzffnUichmig mehrckr, Staat»- und verwaltung»rrchiliche Kragen bdnffnta Bücher t» Kachkreisn bereft» eiun Rawen erworben und durch situ« eiegrnt« und fesfelnta Vortrag» weist tu der Stutanienschuft zahlretch« Htrrr gewouuen. «tack». Rach de» Religton»b«kn»tniß befind«, sich «rs »Ile» ßtschn llawrrfiüttn 70 ptt. «augelisch« «nüntra, 2ÖÄt räuüsch. »lest verschietauhm liegn tu tau . „der taikesfndn BevSiSerungSschichtn «mb t» ihrer verthuilrmg aus Mc Städte und da» platte La». prrußischrni tatholisch«. I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.