Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 46.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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0 «sprichst» Strebe, hMt, Hat glöckltcheWohl,«trefft«. Wbet Ubift a«r et» «nwtdaer Rechmkehler «tt «ater. Mao ataäxt: et» «thSoxer Obcrrabbiacr mtspricht auch be» MaftebeTmay» bcr Sttcrabn, nicht aber «m|«kbrt. SU ist •Nr «nobfalf4; hochorthodoxr Rabbiner trctbe«die gemäßigt» Slemmtezn» Inbissermttsmn«. Viel nöthiger, «l« vier talnmbtsch-ptlpnltsttsche vonräge i» Jahre, bte ganz -nt eine» ber zahlreichen Werke diese« Genre'« eniuonunen sein könne«, ist ein «^richtiger nngehmchelter Sinn für wahrhaften Louscrvattsn»n« b. h. für Erhaltung der alten Institutionen durch moderne Schutz« «. Rmovationsbautm, ist Luftlötung der Jugend und Schaffung einer festen Grundlage für die Zukunft, ist da« Wirken im Sinne der'Wahrheit «nd de« Frieden«. Worte «nd Phrase» Ihn» e« freilich nicht; dem Schciuortho» box» fehlt Ne Wahrheit, »nd dem Hyperortdodoxeu die Artede»«liedel Darum rnfe« mir unserer Repräsentanz die Worte z«: Videant oonatdea, vo quid eoeleaia noatra d#trim«nti oapiafet Rn chfchrist. 11. November. Habmnoa papam! I» Folge der Berichte in Jh'em Blatte, von denen «an fürchtete, sie könnten etne Sttmmmzersplittrrung Hervorrufen, Hai mandieOberrabbiuenvahl beschleunigt. Dieselbefand gestern in einer geheimen Sitzung der Gemeindereprüsentanz statt und siel anf de« in süd-wissenschaftlich» Kreise« völlig unbekannte» Rabbiner Dr. Ehren selb, der sett einer Reihe vo» Jahren in der Posener Proviuzialstabt Gnesen suogirt mich durch sei» alle Logik und reliaionsgesetzlichm Bestimmung» auf de» Kops stellende» Gutachten (in einem «tawffe wegen gottesdienstlicher Störung), daß die Borlesung an« der Thvra nicht zum Gottl»dunste gehöre, and skandalöse Vorgänge während derselben keine gottesdiensüiche Störung seien, eine traurige Berühmhen erlangt hat. (Hr. Rabbiner Dr. Kohn in Jnowrozlaw hat seiner Zeit i« EJöd. Litteraturblatt" düse gutachtliche Arußernug desHr. Dr. Mtzrenselb in mchrere» Artikeln einer scharfen Kritik unterzogen und ad ndaurdrun geführt.) — lieber da« Stimm- »ähältnch bei der Wahl schweigen die hiesige« Blätter. Eine Kommission vo» v Plitgliedern ist gewählt, welche über die nähere» Modalität« mtt dem Gewählten verhandeln soll. Der Präliminarvertrag enthält Bestimmungen, die alle hyperorthodoxe» Lieilletäten unmöglich machen. Dennoch zweifelt nm» nicht, daß Hr. Dr. E. die Wahl annehmen wird, da nicht «tr Paris sondern auch Prag .eine Messe werth ist." R. Zn» Ilngar», 8. Rooemb^. (Or.-Lorr.) Eine Eutscheid»», vo» prinzipieller Wichtigkeit ist vom Gerichte i» cbKT Synagogeu-Angelegeuheit ausgesprochen worden. Die Gemeinde in Ragy-Tölövy hat ihre Synagoge mit viele» Sitzplätze» erweltert. Dadurch Hoden die Inhaber von Sitze» in der vordere» Reihe eine Beuachrheiligung erfahre» »ud Schadenersatz gefordert. Der Gerichtshof war aber der Ansicht, daß die Gemeinde ihrer Verpflichtung entsprochen habe, sobald die Besitzer in ihrem Befitzrechte bleibe». Daß die Sitzplätze auch bei bauliche» Veränderungen keine verschieb nag erlange» dürfen, daraus konnte die Gemeinde-Verwaltung Mchtverpstichl.t werden. Dervefriediguugde« religiöse» Bedürfnisse« t« Gotteshanse aber ist auch bei einer verändern», der Reihenfolge der Sitze entsprochen, und nur hieraus brät c« wohl an. — Auch l» der Lanplsiadl de« Lande« schlägt da« Semeinbelebe, H»N Wellen. Um 7. d. M. erfolgte in der Rmrösenttmten^versammlnng die Wahl de» Borstaude« der Pester Religious-Genreiode. Hervorgehobe» muß werden, b«ü die Bester Gemeiode-Orgautsaüo» eine solche ist, daß bet der Wahl der Bet waltu ag jede« einzelne» Mitglied« derselbe» zugleich, wie im Staate, der geeignete Wirkung«, krebs zngwviese» wird, n»d so die verschiedenen Admiuistratl»»«-Gebiete der Gemeinde au» dem Willen der Wählerschaft heran« entsprechend > »ertrete» sind. Da« Ergebuiß ver Pester Lorstaub« - Wählet war folgende«: Zu« Prä« jibestra mrbc wiederum »er Reichstagsabgeordnete M. ««hrmann, znm Vorsteher des Lnltus (der Synagoge») S. Deutsch, zum Vorsteher N« Unterricht« (Schulech Martin Schweiger znm Vorsteher dar Wohlthätigkeit«- A»stalte» Ludwig Adler, zum Vorsteher der Fimeuze» Ignatz Pfeifer, znm Vorsteher für Arbeite» »nd Wissen« schastsangelrgenhettm Armin Nagel erwählt. Auch da« vereinswese» erfreut sich sorgfältiger Pflege in der Pester jüdische» Gemeinde. Der I«r. Franenvereiu feierte jüngst durch Wort und Lied da« Gedüchtniß der verstorbene« Mitglieder und Wohlthäter. Die wackere vorftehert» de« Frauen-Veretn«, Frau David Bischitz, wird jetzt durch ei» plastische« Bild vo» Künstlerhand in dm Iustitntionm Ihrer Wirksamkeit verewigt »erde». Zahlreich sind die Werke der Wohlthätigkett, welche durch die milde, thatbereite Hand dieser edlen Fra» der Philanthrop Baron Hirsch stiften ließ. Dieser Letztere hat vor einigen Lagm in Wie» im Grand-Hotel eine veesamntlnug von Vertrauensmännern berufm und ein Lomitee konstituiren lassen znr Aufsicht «nd Verwaltung der Million» Stiftung für Schul- und Lnltur- Zwecke in Galizien und Bukowina. An der Versammlung nahmen «. A. die HHm. Dr. I e l l i n e k, Vorsteher Arnttni» Lohn, Fürth und Reichstagsabgeordn.ter Dr. Moritz Rappoport Theil. De« ehewaligm Aogeordueten Fürth wurde auf Wunsch de« Veranstalter» der Versammlung, der Vorsitz im Lomitee übenragen. Den Dank i» Ramm der galizischm Glanbmsgemeinkchaft sprach dem hochherzige« Stifter der Abgeordnete Dr. Moritz RivpopoN an«. — Daß solch hochfühliges Walten in der öffmtttchm Meinung der öftereichische» Metropole für Inden und Iudmthu« gitusl'ge Stimnumg machen muß, lmchtN wohl et»; wie den« auch vom allerhöchst» Throne «nd von der Staats« regier»«, au« Alle« geschieht, um dm Friedm unter dm Lonfesfioue» zu erhalte«. So ist denn der erfreuliche Umschwung erklärlich, welche« die >u«sch»ß»ahlm im neuntm Bezirke zu Wie» geuommm habm, in welche« die Liberalen durchaus gesiegt habm, welche noch vor Kurzem durch die Antisemiten verdrängt worden waren. Die beste Waffe unsere» Feinden gegmüber ist die ethische und religiöshumane Wirksamkeit der Gemeinde in Lied' und Treu zu« Glaub» der Väter, zu der Nation und dem Staatt. Arawkretch. A»» ssknrio schreibt «an der .Franks. Zeit.": vor einige« Tagm trat, wie gemeldet, da« an« 36 Vertteter» sämuttlicher jüdischer Konfistorim Frankreich« bestehende Konflstorium unter de« Vorsitze de« Areiherm Alpha«« vo» Rothschild zusammen, um dem verstorbenen Grand-Rabbi» be France, Isidor, einen Nachfolger zu geben. Die Wahl fiel einstimmig auf den bisherigen Grand-Radbiu de Pari«. Zadoe Kahn. Nn» aber erhebt sich die große Schwierigkeit, daß dieser Letzttre sei« Sraud-Rabbinat de Pari« nicht lass» will und daß auch die jüdische Bevölkern«, der frauzöfischm Hauptstadt sich nar ungern vo» ihre« Seelenhirte» trennen möchte. Um authentische Nachricht« über dm Stand der Angelegenheit etnzuziehm, ersucht« wir Her« Zadoe Kahn (der 1838 zu Mommenheim im Elsaß geborm ist) um eine Unterredung. Unsere Konversation nahm folgmd» Verlauf: .LMd di« beide» Würde» d-s Grand-Kabb'» de France »ad des wrand-Kabbi» de Paris »»vereinbar?" — »CM »lebt hierfür aller» di»ßs sei» A»t«edeas «ed ich glaube i» ber That nicht, dag dies gm - msalich sei. Uebrigens kan» hier nur das Leutrelkansistartu« stach schaff«». Ich habe »retne» Standpunkt daraelegt und ich habe jetzt Mir die «utscheldang »er genanate» HSchftm Behörde für die »noelegeaheit« des sraazdfische» Iudeatha«» abzuwerten." — »Wie faßte ma r t» Pariser jüdische» Kreisen die aaiisemtttsche Beweg»», t» Deutschland und vesienelch aus?" — „9teia «attl Wir Jude» wissen sehr wähl, d-ß wir wchlieiche Kerle»«ber i» alle» Länder», »anrentlich b» Drkxt mb im vfte» Europas, zählen. Dieselbe» versäumen keine Geleaeuhrtt um aus uns de» Geiser chres Zornes aaszugteßen. Bald greise» sie zur ratze» Gewalt, gleich bethsrte» Sittirern, bald »ehuren sie das MLnteichen der Miffcnschast m»t sie kdnueu aber auch ja die Arurnt ihres Geistes »tcht verberge» und Peraüasttge überzeuge», daß sie aa die Lügen glauben, welche sie im Volke Verbreit«. Ich glaubt, baß die «atiseauttnbeweguug in Deutschland bereits i« Sande verlause.