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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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AerN» S. November. (Or^Lorr.) -im sehr sch»« Feier fort ^rrdtaf Uxa» i» der htefig« alt« &ßi*t0§t in der Haiderrutagaffe finit. I« Dienstag uäntttch, de« 4. d. M.. hatte Herr Seit, Hamburger sei«, fiebzigst« Geburtitag gefeiert so» hatte dei dieser festlich« Ge» legmhett ein prachtvolle« Sefer-Thor» »tt Sttberfchmrrck dem Gotteähanse geschenkt. Diese« wurde un» unter Gesang in die Lade eiugehobe» und Herr Dr. Uu geriet der htett tu For» eine« Gchete« eine ergreifende Ansprache. Da« Sottrshaud »ar übervoll vou Zuhörern. Für du erste Zett de» Kutter« mindesten« entfalle« die Iugrudg»Ue«dieufte, an die fich da« Berliner Publikum schon allgeuuich gewöhüt hatte, «eil di« .neue Synagoge" in der Orarieubnrger Straß« fich einige» baulichen Per» Suderunge» intterztthm muß; der allwöchentliche Gotte«dieust hat während dieser Zett in der großen Vorhalle »er Synagoge statt. Um einigermaßen Ersatz für dies« thtffrf zu bette» sollen allwöchenllich beim Sabbat-Minchah» Gotte«» dienst btt Kandidaten der Lehrauftatt f. d. Kiffenschast de« Jndenthum« daselbst predige». (Kanu denn »er Jugend» gottr«dir«ft richt in einer der anderen große» Synagogen statt» finden? E« » u ß doch nicht gerade die Orgelsynagoge sein.) Alzey, im November. Meine Lehrerfrenndlichkeit wird »enerdtng« tngezweifttt, ich «erde sogar i» beleidigenden Zuschriften rarüder vrrhührtt, daß ich für eine steine Land gemeinde m t 600 M. Jahre«gehatt ed»eu seminaristisch g>> bildete» Religiouölehra und eine» mustlaltsch gebildeten Lautor suche. Frize. anonyme Zuichrifte» der Art könnte ich uu» berücksichtigt lassen, fie ma Heu mich in meiner 8ehrrrfr«wd. lichkett nicht ttre. Meine lrrstärung hat nur einen sachlichen Zweck. Daß die Gemeinden kein höhere« Gehatt bieten können, bedcnre ich mtt den Lehrer»; aber trotz de« nttdrigeu Gebot« birtin fich Lehrer an. Daria liegt der Beaei«, daß die Noth der Lehrer immer »och größer ist, al« btt Lehrer» noch. Au I«n Lehrer» liegt e« daher, fich nicht finden z» lasten, um da« Sehhalt in die Höh« zu treiben. Daher »ersuchen so zar solche Gemeinden, welch« mehr bieten können, für ei» billige« Sech Lehrer zu finden. Judeß giebt e« Gemeinden, welche ledi^ich rin höhere« Gehnlt nicht bieten könne«. Oi e« rachsaw ist, daß diese ohne Lehrer bleibe« ist eine andre Frage. Ich biete aber meine Hand nicht dazu, daß «in unfähiger Lehrer und Eantor berufen »erd«; in dttsem Falle sag« ich, lieber ohne Lehrer und Eantor, al« ein unfähiger oder gar schlechter. Ein Lehrer mnß srmiaaristisö, und ei» Eantor musikalisch gebildet sein; da» ist lediglich fachgemäß« Vorbildung und die geringste Forderuvg. Oder «eint man, daß für steine Gemeinde» und deren Schuljugend Lehrer gut gmng seien, welche nicht«, weniger al« Lehrer und Lcutt ren find? Zu deren Be» rufung biet«: ich gerade a»« A ituug vor dem Lehrrrstand und au«. Feundlichkett gegen ihn meine Hand und Mitwirkung uiwmermrhr. Ken» ich die Sache nicht t» die Hand nehme, sondern den Vorstehern überlaste, so finde» diese für ein noch billigere« Gel» au Lehrer» «ud Eantor«, «a» ihnen genügt, aber znm Schade» für die Lehrersach« und den Zehrer stand. Gerade durch bester« Lehrer und Leiftnuge» «erden dir Vorsteher au höhere Ausordernugen gewöhnt nid zu größere» Opfern gezwungen. Darch geringe Leistungen and unwürdige Persönlichkette» wttd dir Achtung vor dem Stand und die Bereitwilligkeit zu Opfern für denselben gedrückt. Steigt di« Achtung »or de« Lehrer »nd Lantor in den Angea der Vorsteher, so wagen fie nicht» dies« wenig zu bieten. An mir liegt« daun nicht, mehr für dieselben z»i fordern. Uebrigeu« ist hier zu Land« allgemein auch da« staatliche Anfang-gehalt der öffentlicheu Bolk«- schulleyrer, welche ebeufall« seminaristisch und mufikalisch gedttdrt find, nur 600 M. An qualificirtru Bewerber» für die ftagliche Stelle hat e« iudeß nicht gefehlt. Dr. «othschild. N. der Wrontnz Hfofe». I» diesen Tage, ist bei H. Engel n Berlin rin neuer durch geringe Verspätung um »icht« ,» snner Vedeulsawkrtt »"> keinem hohen ptanraep «ach« gewrzter verlagoartikrl eri hieneu, welcher allsrtt« veachttlna und weiteste Berbrettn» x verdient und stcherüch auch aewmnen wirb. E« ist die» ber vor einige» Koche» i» diese» Bl. berett« angekündigt-, aber leider in der Her« an«gabe etwa« verspäteter »Israelitischer A»t«kalender" auf da« Jahr 1800 (8650) untre Mttwtrknag wiffenschaft^ licher Eapacitäteu von Rabbiner Dr. Loevy-Götttuge» zu« sauunengestellt und hera»«gegebea. Dieser neue Saleader in seiner vorzüglichen systematischen Anordnung und Marichtunq nnr) gweifello« einem längst und vielseitig empfundeam Bedürft« fl« in Fnb- und anderen jüd. Jateresten-Srelfen auf« g'üunlichst« abhelf« und d« Herr« Radbinera, B ediqern, Lehrern, Erutorm und sonstig« Gemeindebamten, nicht minder allen jüdisch» Gemeinde-Vorständen, eine Willkomm«« Gabe sein. (U würde dm Rahm« einer Eorrespoadenz weit überschreite^ wollt« wir eine, wenn auch »ur knapp« U be-stht über d« reichen Juhatt diese« Kalmd-rö aufführm. Derselbe wird d« jüdisch« Beamte» jeder Saiegorie al« täglich an-, wmd» und »utzbarrr religiöser Rathgrber sich bald lieb und werch, ja selbst unentbehrlich mach« und al« .Amt«" Kalender insbesondere «ine Lücke ansfüllm, die in L-Hver», veamttn- und verwandt« Berufökreisea and rer Konfession» längst nicht «ehr vorhanden ist. (Wir kommen auf de» Inhalt diese« sehr praktisch« Salmder« demnächst i« Litterbl. auöführlicher zurück.) Oefkerreicft-Ungaru. Hfrag, 10. November. (Or.-Corr.) chnäiatnr «t alter» El Unter diesem Motiv gestatt« Sie mir wohl, geehrter Redaftenr, der ich, wie Sie mir bezmgea w.-rxa, i» m grsch. Bl. noch nie üb-r hi-sitt Gemeiadezustäud« berichtet habe,*) jetzt einmal da« Kort zu der unsere Gemeind« ttefbewrgeuden Oberrabbiaerfrage. Doch »ei», nicht zur Oberrabbiuerftage — denn daß da« erledigte Ober» radbinat wieder besetzt werden soll, dürfte wohl schwerlich eine „Frage" sein, trotz der sehr sachgemäß« Ausführung der vorletzt« Eorrespoadenz (iu Nr. 44) — sonder» zu der schwierigm Frage: Den wählen wir? Welcher religiös« Richtung soll der zu «ähleude Oberradbtmr angrhöreu? Die Lorrespoudeazru iu ihrem gesch. Blatte Hab» ts de» gemäßigt« Kreisen der httsigm Gemeind« groß« Auklaug gesund«, obwohl di« letztere nicht ganz frei vou Jrrthümer» war.**) Der betr. Rabbiner iu der striaeu Gemeinde der Provinz Posen ist nicht der verwandte eine« hiesig« Vorsteher«, sondern der Schwiegersohn unsere« frühere» Oderrabbioer« Hirsch; es kann-daher vou eine« „Nepotiämu«* — ein scharfer Vorwurf! — im vorstandskreise nicht di« Rede sei». Fnmer bestudtt fich in der G-meiuder«präs«tauz kein Jargon-Schriftsteller; der einzige Schriftsteller tu derselb« ist ein sehr beliebter dentscher Litterat. Bi« a»f dies« Jrrthümer find die gemeldet« Lhatsach» allerdings der Wirklichkeit entsprechend, uur nimmt c* hier sehr Wunder, daß Ar Lorrespoudeat die gerügt« Jucousrqaeaz« de« Ha« Hirsch »icht schon während beste« Lmtlwlrksamkett httrselbft gerügt hat, sondern erst jetzt »ach best« Abgang. Da Schwerpunkt der ganzen Oberrabdiaerwahlfrage llegt darin, ob man ihn au« den hyperorthodox« Kreis« wähl« «ud folglich ein« Verleugnung der vou da dttr. Persönlichkeit bi«ha befolgten Priuzipi« verlang« soll«, oda ob man bei da Kahl nicht der Majorität der hiesig« gemäßigt« Kreise Rechnung ttagr» müsse. Die Absicht« »nserer hiefigm Repräsentant« entspring« dm lautersteu Motto«. Stt find all« vom ehru *) vir bnufn die», lade« wlgleichMg die Verautthaig, •U ob einer der HH.Rabbk»er,Pre ig-r oderNeliataual tzrer i» Mrag verftfier oder Emsötder der iü gsten Vettchte »o« dort gew-fe» sch al« nicht der Wahrheit entsprechend hie-nü» zurückwett«». 1»t«d j —, Dielelbe, find tnzwischea anch vom Üorresp. sr'ost berichtigt worden; ,»ch sMlt, e« statt .Largo» „Ghetta^chrtftsteller". .

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