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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Arb PrSizer i» Lodz, qvalifictxtc fUft ftr W* flfittgtt Post» m» ist daher unter diese» Beide« ein« Wahl zu treffn». (Wb wir höre», hat der Letztere ei»e sehr beifällig a«sgmoma«e Gastprchigt in Lemberg gehalten.) Tchivalz. Hofes. (Zur Schächtfrage.) Bo» Bonde«rothe soll dewnächst in einer recht heikle» Krage — ter Schächtftage — entschieden werden, nachdem bekanntlich vor längerer Zeit di« Israeliten im Aargau und neuerdings die israelitische Lultu»- gmofsmschrst in Bern gegen die Verbote ihrer respektive« Regierurgi« betreffend da» Schächten bei ihm vorstellig geworden str d. Darüber schreiben die »Baseler Rachric^en": Der BundeSrath hat einen schwierigen Stand, insoseru er in Fragen de» Thierschutze», von welchem Standpunkte au» die Sehächteraogelegenheit in Aarau und Bern angesehen wird, vorlivfig keine Kompetmzen besitzt, und iu Rituals'agen, dem Stondpuukte der auf die gewährleistete LultuSfreiheit sich berufenden Rekurrenten, nur ans Grund de» ersten Alinea von Art. 80 der Bundeßverfaflung: »Die frei« Ausübung gottetdieusllicher Handlungen ist innerhalb der Schranken der Sittlichleit und der öffentlichen Ordnung gewährleistet", entscheiden kenn. Mit «um Worte gesagt, der BundeSrath kann in Siche« nur prüfen, ob da» Schächten al» innerhalb der Schranken der Sittlichkeit und der öffenllichen Ordnung liegend anzusehen sei. Die meisten Gutachten von Phyfiologen und Thierärztru sird, Vorbehalt« die uöthigm Lauteten, daß dem zu tödtenden Thiere bei» Umwerfen u. s. w. nicht unnvthig Schmerzen bereitet werden, der Schächtmethode günstig, während auterrrseit« nicht mit Uoncht geltend gemacht wnd, daß alle jene Vorsichtsmaßregeln. welche da» Schächten schmerzlos machen sollen, in den meisten Fällen nicht(?Red. d.J. W.) beachtet werden. Allem Anschein uach dürste der BundeSrath die Schächtftage nur vom rein polizeilich« Standpunkte au» betrachten und den it raelitischeu Lulturgenoffenschafteu den guten Rach erthellen, frll» sie glauben, daß die kantonalen Päizeiverordnuogen gegen ihre bisher befolgte Schächtmethode zu strenge und zu weitgehend seien, mit ehren entsprechende» Lanton«- behöben ir Sache» de» Sächteu» einen Kompromiß anzustreben, wie solcher bereü» in Genf zu beiderseitiger Zufriedenheit abgisch lassen und bereit» iu di« Praxi» überführt worden ist. Bekar ntlich haben s. Z. die Israeliten sazusagea den letzte» »nsloß, der den Stein der Berfaflung»rrvisio« 1871 ln'» Rollen brachte, gegeben, und e» sollte mich nicht wundern, wenn fi« t ielleicht in nächster Zeit den Anlaß böten, daß die Thierschutz «uude läbl. Eidgenossenschaft Wege» de« Schächten» die Thierso-utzstage vor di« «idgen. Räch« brächten und einen der Ihrigen veraolaßte», den bereit» öfter iu llcinerru Thierschutzkrriseu ventllirtea Antrag - .Der Thierschutz im ganzen Gebiete der Eidgenossenschaft ist Sach« de» Bunde»" allen Ernste» zu stellen, womit allerdings die ganze weitschichtige Thierschutz rage (da» Schächte« einbegriffen) mft einem Schlage einheitliche: Regelung unterstellt, gleichMiq aber auch der Bund — entsprechend dem Zuge der Zeit — mit einer nnun Kompetenz «»»gestattet würde. Wie ich erfahre, sollen in dieser Richtung Andeuwugeu^mch^au^uteu Boden gefallen sei». <£«•)*«. (Schluß). Günstiger al» die Rachrichte« über dt« politische» Verhältnisse derjenigen Läuter, zu »elchru die A. I. A. tu Beziehung trat, laute» die Berichte über da» Unterricht», und Erzirhuogt wesen iu denselben. Die «omttee» und Lehrer der jüdische» Orieutschulcu entledigen fich «it Eifer »ud Energie ihrer Aufgabe»; die Schülerzahl ist fast au allen Schule» i« Zuuehmeu begriffen und di« Letstuu^u der Schale» stad vou den nicht-jüdischen Schulbehörde» wiederholt der höchste» Anerkennung gewürdigt worden. In wauche» Ort« fchlt es jedoch »ach au Schul« und geht das Streb« der >nglo-l)ew^»ff. bahiu, tu dmselb« Elemrutar- «ud Haub« arbeilSsch» « zu erricht«, die al» erste Beding»», M die «efferstellvug der Lage unserer «rüder im Orient unerläßltch erscheii m. Di« Affoeiatiou sudveutiouirt« im adgelausea« Hohr« die Schul« zu Bagdad, Beyrut. Bombay, Brouff^ BÄareft (Lmbb«lch«le) «onstantinopek, Srajova. Dama»«», Fez. Haifa. Jaffy, Jerusalem, Mogadsr, IhilippvpoliS, Salonichi, Smyrna und Tetua, »ft einer Summe vou 1833 L. SterL 19 ■. Die Gefammteinuahm« betrug« 2,482 L SterL 19 •. Der Berwö,«»bestand beziffert fich auf 4,491 I-. 4 o. 8 ä. Kerner briugt der Bericht folg«»« Ueberficht: I» Persieu leb« in 21 Städt« etwa» «ehr al« 21,000 Jude», hiervon tu Teheran 4000, Sash.m 3000, Hawadan 2360, Jspahu 2100, Shira, 2000, Aezd 2000, Lermau»hah 1000; bi d« übrig« Ort« varttreu die Zahl« zwisch« 940 und 20. In Kurdipau leb« tu 29 Ort« ungefähr 14,600 Juden, hiervon in Mafful 2500, «rwll 2100, Zakho« 1500, Sulimauiya 1400, Kirkouk 120; in d« übrig« Ort« variirm die Zahl« zwisch« 800 und 20. (Bei einer künftig« Aufstellung muß darauf Rückficht geuomm« «erd«, daß einige unter P ersten aufgeführte Ortsnamen zur Türkei gehör«.) In Bagdad «ud einig« ander« Ort« im Gebiete de» Tigrt» und de» südlich« Euphrat» leb« 32820 Jud«; hiervon in Bagdad 30,000, Hillah 1100, Bafforah 1000; die üdrige» stad auf 11 Orte in der Zahl von 220 bi» 10 vertheilt. «L-utz-u. Wb verzeichnen mb Gevugthuuag, daß der Bicar von St. Botolph, «ldgate, welcher zum Eaplan der «eugrwähltm Lord Mayor» ernannt wurde, gegen die Be» Nutzung seiner Kirche zu Judeubekehrung-tvecke« Stellung genommen hat. Der Riv. R. H. Hadden ist in dieser Hinsicht de« rühmentwerthen Beispiele seine» Borgänger« Rrv. Mr. Roberto« und de» Rector« von Bi»hop»gate — Theology* — Roger», unter welchem er als Euratpriester stand, gefolgt. Da« Pfarrmagaziu für Oktober enthäft dm Jahresbericht de» Bicar« von St. Botolph an seine Pfarreingeseffmm und Gemeinde. I« diesem Doeummt begegum vir folgmdm bemerkm»werth« Wort«: »Dreimal bin ich ernstlich augegaugm wordm» db Aldgate-Kirche z» einem Lmtrum für Judmbekehrung zu mach« und dreimal Hab« ich diese» entschbd« abgelehnL Ei> wbd mb vollkommen genüg«, wenn all« «driften meine« Pfarrbezirk» gute Ehristeu und all« Jude« gute Judeu sein werden." Möchte die so eiufache und vernünftige Amßeruog eine« Bicar» der englischen Landeskirche auch weüerhin vernommm werdm und ihren Einfluß auf andere Geislliche, welche au» falschverstandenem GlaudenSeifer ihre religiös« Eigmthümlichkebm auch Andersgläubig« aufdräug« wollen, nicht verfehlen. In dem Falle, wo der Pfarrbezirk auch eine zahlreich« jüdische Einwohuerschast hat. wird. db Handlungsweise de» Rev. Mr. Hadden ganz gewiß da« deibag«, da» gegmseitige Einverständuiß und db freundschaftlich« Beziehung«, welche alle vernünftigen Bürger jeden Glauben»bekenutniffe» herbeiwüaschm müssen, aufrecht zu erhaben. Die Werchlostgkeb aller in London angestellt« Bersuche, db Jud« zu Ehrisbn zu mach«, ist schon leb lange klar genug erwies«. Diejmigm Geistlich«» »«che die Thalsache aneikmn«, beweisen, daß sie vernünftig sind; diejmig«, welch« e» nicht thuo, verrath« hierdurch ihre Thor heit. Da» Ehristenthum gewinnt durch diese Bestrebung n nicht», vergeudet dagrgm viele bester zu verwerthende Thalkraft und verschwendet große Summ« Geld«»; anderseits verliert aber auch da» Judenthum nichts was de« Behalte»« werth wäre; nur da» gegmseitige gub Einvernehmen wbd gelockert und in diesem Sinn« wbd da« Besbeben derer gehemmt, welche zur Erhaltung ter Röchsteultebe wb sie von gute« Ehrisbn «ad guten Jud« glbchmäßig gewünscht und aagesbebt wird, chre Kräfte «iusetz«. Wb wünschm dem Herrn Bicar vou Aldgate «ud sein« Psarreiugesessmm Glück zu dem von ihm ringeschlageuea loben«- werth« Berfahren. «ff-». Z«»« Hagdutz bring« bb hebräische« Zeitung« ,Hazephba" uud ,Lhawazrlet" herzzerreihmoe Bericht« über Gr-

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