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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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MReforw bestrebungm.tz welche «an hier kaum^anzndeut« wagt, »Lrdm meine- Erachten» nach bei unserem jetzigen Oberrabbine: auf keinen Widerspruch stoßen. Die wenige» Wochen seit denen er bei uv» «eist, hat Herr Hirsch sich gegen Jeden, welcher sich ihm »ahete, von ei»«ri>LirVe>Kwurdigkeiturd Bescheidenheit gezeigt, welche für »ns beispiellos ist und er scheint mir der geeignete Mann zu sein, uns den langentbehrt» Frieden wieder zu gebe«. (S.Prag) War doch auch cha» Haupttlema sämmtlicher Predigten, welche der Ober» rabbiner bi« jetzt hier gehalten hat und womit er die den verschiedensten Richtungen angehörend« Zuhörer zu frffel» suchte, die Pflege de» Frieden» und ein friedliche« Neben» einanderwohren, selbst da, wo ein Zusammengehen au« princ>picllrn Gründen unmöglich sei. Zunächst entfaltete er eine größere Thätigkeit auf dem Gebiete der Ähre, indem er vcrschicdene Schiurim für Talmud und dir Commentatoren, je nach den Fähigkeiten der Hörer, für die Wochentage ein» richtet« und den Sabbath für philosophisch« Vorträge au« dem Sephei Jkkarim bestimmte. Mit den Predigten, auf welche wohl der größte Thril der Berband«»Angehörigeu Gewicht leg», wird r« wohl ein wenig hapern, aber ein Mann würbe allein auch gar nicht im Staude sei», da« Bedürft iß dafür zu befliedigen, denn die Zahl der größerm Synagogen »eicht auch für den Sabbath nicht au«, geschweige für die Fettagr. Leider geschiiht von betrcffmder Seite hierfür gar nicht« und Bemühungen, welchen schon seit Jahren Einzrlne sich unterzogen, werden schwerlich zu irgend welch» m besriedigenden Resultate führen. E» wäre die dringendste Pflicht de« Syragogen-BerbandS, hier endlich einzuschreiter, selbst, wenn e« ihn Opfer kostete, wa« mir indefien noel, sehr zweifelhaft scheint, wenn nur die Sach« am rechten trnd« angefaßt wird; sind doch sämmtltche Vororte ohne öffentliche Synagoge. — Wa« wir vorauSgesagt, daß der Bestand de« Friedhofin Langen selbe, den der Oberrabbiner Stern s. Z. auf Name« „der alten r nd neuen -lau«" hirrselbst erworben und woselbst er auch sein, Ruhestätte gefunden hat, durch seine allzugroße Näh« der S:adt Altona, leicht gefährdet erslheinr, für öffent» liche Zwecke in Anspruch genommen zu werden, scheint schon jetzt einzutreten. Wenn auch der bi« jetzt für die Gräber eingezäumte Platz, ich glaube etwa der sechste Theil de« ganzen Arenal«, nicht verlangt wird, so ist doch derjenige Theil, welch-r bisher als Feld benutzt wurde, vom Fitcu« für dm Eisenbahnbetrieb schau in Anspruch genommm wordm und scheint mehr al« zweifelhaft, ob der dagegen erhobene Protist von Wirkung sein wird. ^larlorntz«, 27. Octobrr. (Or.-Corr.) Gestern in der Sabbathfrühe, eine Stunde, ehe er dm Sabbaih-Früh- Gottesdienst in gewohnter Weise erüffnm wowe, starb plötzlich der Lehrer, Cantor und Schachet unserer Hauptgemeinde. Herr Abraham Reichenberger, im Alter von krum 52 Jahren uud rin treue« Beamtmherz hatte aufgrhött zu schlagm. Bewies schon die tieft Bewegung, die im Gotte«» Hause durch dft Reihen der Betrndm ging, da bald darauf von der Karzrl herab der Trauersall publicirt wurde, so zeigte noch mehr di« ungewöhnlich stark Betheiligung von Jung und Att an dem Leichmcouduct. wie der Heimgegangene sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. Schüler und Schülerinam, Lehrer und Zrmnde, die Spitz« der Gemeind«, Alle waren gekommen, dm treum Beamtm, der 14 Jahr« hindurch hier Sewirkt, da» Ehrmgeleit zur letztm Ruhestätte zu gebe», l. R. war »i«r auch der verkörperte Typus eine« Gemeinde» beamten, der durch fei» vielseitige« Mrktu Jedem etwawar. Seine Wirksamkeit erstreckte sich auch über Karlsruhe hinau« auf Vereine i« ganzm Land« und sein« natürliche Hrrzm-güte uud praktffcbe Gewandtheit machte ihn allent» halb« belieirt. — Dir tief ergreifende an da«, bei de« Patriarch« Abraham attaufte Schristwort anknüpftud« und dasftlbr in geistrruher Weise treffend verwmdet» Trauerrede uasere« Rablüuer«, bat dem auch Lu«druck verliehen. Lnch Namen« der Lehrer der Religiouöschule ward de« verewigt» von eine« derselbm a« offen« Grabe ein warmer Nachruf gewidmet. Der Synagogm-Mäuner-Ehor, desft» eifrige» Mitglied derselbe gleichfalls gewesm. leitete dft Trauerfrier »it Gesang ei», da» üblilhe KaddischgeÄt schloß dieselbe ab. — Im letzt» Sommer war« einige angesihene Männer hiesiger Gemeinde zusammnezetreft», um emen Verein zu gründ», der sich zur Aufgabe sftllt, der Allgerreinheit eia« Einblick in dft Geschichte und Litteratur der Israeliten zu gewähr«. Der Zweck soll durch jeweilige Vorträge, der« in diese« Winter vier stattfindm »erd», «reicht werden. Dm erst« hiervon und so zu sag« den rinlcitend« hielt am letzt« Montag Abend im groß« Rathhautsaale Herr Dr. Schwarz, Stadt» und Koafermzrabbiner. indem sei» Thema lautet,: „lieber jüdische Geschichft und Litteratur". Diese« so umfangreiche Thema hrt der Redner «it bewunderungswürdiger Klarheit in einem 1'/, ständigen Bortrag so zu Grhör gebracht, daß er dir ganz« Geschichte rn folgend« sech« Periodm lheilte: in dft biblische, die jüdisch-hellenistische, die talmudische, die arabisch-spanische, dft rabbinische und die oeuesft Epoche. So fühtte un« der Rü>ner, mit der biblisch« Zeit beginnend, durch die ganze Geschichft di« auf unsere Zeit, indem er in kurz« aber scharf charaktersitten Zügen alle j«e groß« Männer, die sich, sei e« durch geschichtliche Thal«, sei e« durch litterarische Werke vor ihren Zeitgenossen ausgezeichnet haben, un» vorführte. Möge der Verein, der sich ein hohe« Ziel gesetzt und ein« schönen Anfang durch dies« Vortrag genommen hat, blühen und gedeih«. 8 Kusbeiu 28. Oktober. (Or.»Eor.) Der seit mehreren Jahr« hier bestehende Syuaoogen-Dam-nvereiri, der r« sich zur Aufgabe gemacht hat. die in der Synagoge sich be» findend« Sachen, wie Schulchandeck«, Parochr», Thoramänftlchm u. dgl. m. in Ordnung zu halt« and ev. auch zu erneuern, bereitete der hiesig« Gemeind« rin« überaugroße Freude durch die Schenkung einer Srfec Thora mtt prachtvoll« Do kodeaoh im Gesammtwktthe »on 1V00 M. Die Einweihung diese« heiligen und hochherzig»« Geschmk«« fand am Sabbath Breschith statt und gestattete fich W einer wahrhaft erhebmdm Feier. — Nachdem da» Sefe, von einem Gemeindemitgliede in Beglettung der Borsteherianm de« ge» uannt« Verein» au« der Wohnung dr« Herrn Landrabbincr» Dr. Buchholz bi« an den Eingang der Synagoge gebracht wordm war, gingen die beid« ältest« Syuagogenvorfteher, die Herr« Hermann Pel« und Mose« Stein, mit je einer Thorarolle im Arme dm Eintretend« «tgegeu uud gelettett» da» n«e Sefer auf da« Almemor. worauf Herr Kantor Abrahawsohn mtt sonorer Stimme da« BoraoL n*bo sang. Anknüpftnd an einige in diesem Lillkommmgruße «thaltmm Watte widmtte der Herr Landrabbiner, der auch Proftktor dr» genannt« Verein» ist da» Sefer dem Gottesdienst. Gin« wirkliche Weih.» erhielt jedoch die Feier durch die darauf folgende Sabbathpvedigt, welche au d« Midrasch zu d« AnfangSwotten der Thora, daß die Welt »»» der Thora willen geschaff« wurde, anknüpfend, zum Texte dft herrltch« Wotte der Hastara (Jes. 42,2) hatte. Mit de« von der ganz« Gemeinde gesungene» 150. Psalm und dem darauf» folgmdea Muffaphgebtte mdigte die erheben!» Feier, die un« noch lange in Erinnerung bleib« wird. — Am Mittwoch, den 23. Oktober, fand zu Ehren dieser Feier unter großer Bethelligung «in Ball, verbünd« mtt Konzett und theatralisch« Aufführung«, statt. Kpeaer. (Or.-Lorr.) Auch in diesem Jlahre ist der Bezirürabbiuer von kaiser-lauter», Herr Dr. Laud«» berg al« Mttglied der Prüfnng-eommisfion flir dft Schul» dienstexpektcmtm von der hiesig« Köuigl. Regien»»« eruauut worden. «« warm im Ganz« 5 tm Antte befindliche jüdische Lehrer, dft tu Gegeuwatt der »ä stra beruft»« Lommtsstoa in dm verschieden« Dtöeiplium geprüft »nrdm. Dft vo» der Regteruug etugeholtm Themata fift dft schriftlich« Prüfung lautet«: 1. Die Uusterbltchkrttttlehre in dar Bibel uud de» späte« Schttstthuw. 2. vndeütuug uud Sftffauckett der Mi berühmtest« „Moft»". tt. Jutzatt de»

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