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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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MtafUer falche «geiftlgc Bestrebnngm" »»Heregt, gefördert, »ffe» »der schwetgmd gebilligt habe«? Wird »,» die hochadeligen Männer von reinstem arische« bla»ea Blut« nennen, bet« Name« nenne« dürfe«, die al< HtutermLaaer die Jndenhetzr geschürt habe«? Wird fich endlich ein jüdischer Schriftsteller jener Zeit da« Recht ronben lasse«, zu sagen, baß die Inden nnserer Zeit an Zucht und Sitte, Mäßigkeit und Sparsamkeit» Langmuth und Friedensliebe ihre Fetnde und Berläuwder weit »eit überragten? Wir Haffen znverfichtlich: nein! Luch in spätester Zeit werde« fich unter nt» Männer finden, die frei und offen ohue Rückficht auf Zeitstrvmuugeu Licht und Ftnsterniß beim rechten Namen neunen und fich zu keiner Eelbsteutwürdigung bequemen »erden. Ob sich dann auch Kritiker nach der «rt Seiger« finden werden, die jede Lichtseite de« Judenthum» um Treitschke'S willen verbergen möchten? — Da« wissen die Svtter. Caro-Pilsen. IL Wie wir au« authentischer Quelle erfahren, hat der keuntnißrrich« und durch seine textkritische Herausgabe de« Diva» von Jbn Efta am die jüd. Litterawr wohlverdiente Herr Dr. I. Eg er» in Berlin, der im Aufträge der „histoüsche» Commission für die Geschichte der Inden in Deutschland" au« de» hebräischen mittelolteilichen religiösen Dichtungen den historischen Inhalt bearbeitete und die Kenntniß der mittelalterlichen Judenverfolgungen wesentlich bereicherte, der historischen Commission mit der Urbersendung seiner die«- bezüglichen Sammlung folgend«« Absagebrief geschrieben: »Berlin, den 16. Oktober 1889. »Mit dieser pflichtgemäßen Berichterstattung verbinde ich die ergebene Anzeige, daß :ch nur bi« zum vorstehend angegtbenen Abschlüsse e« über mich gewinnen kann, der mir von einer verehrl. Commission gütigst übertragenen Aufgabe weürr «achzukomwen. Daß ich damit jede wettere Beziehung abzubrechrn mich gedrungen fühle, liegt daran, daß mich die Art der Besprechung de« Güdemann'schen Buche» durch de» Herausgeber der »Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" verletzt hat. Mein von mir innig verehrter Freund wird darin bezichtigt, die geistigen Bestrebungen der Deutschen zu verunglimpfen. Da« ist unter den obwaltenden Umstande» eine so gefährliche Denunziation, daß Herr Profeffor Geiger, selbst wenn er sie hätte begründen können, davor zurückschrecken mußte. Urberlossen wir diese« Geschäft dm Antisemitm und seien wir ihn« gegenüber smrk, aber die Hand dazu zu bieten, daß wir Juden un« untereinander in dm Haarm liegen, dafür danke ich. Verdienstvolle Männer herunterreißm bringt keinen Segen. Da« ist dir Wamung, mit der ich meine Ablehnung für die Folge ein und für alle Mal begründe. Liner verehrlichen Commission Hochachtungsvoll ergebmster Dr. 3. Eger»." Gerichte »md Gorrrspondenzen. Deutschland. . IlerÜ», 1. November. (Or-Cor.) Au« Wien bekommen wir über dm Ursprung der 18 Sätze, welche der deutschisraelitische Semeindrbunde al« Grundsätze der jüdisch« Sitteulehre verbreitet, eine gar soadebarer Kunde. Danach habe Ritter v. Sutman» dem Prof. 8»zaru« zwanzigtauseud Gitlöe» Honorar für dieke literarisch« Leistung, »elch« einen Raum von zwei Oktav-Druckseiten einuimmt, gegeben. Allerdings ein ritterlich««, ein fürstliche« Honorar. Nur hat die Sache «tnm Hakm, den» der Maecm der so glänzend houorirt, h»t allerdings pränumerando Zahlung geleistet und eine »jüdische Ethik" auf gediegener »issmschastlicher Grundlage von dem Herrn Profeffor erwarlet. Nu» hat fich Herr Lazarus betreff« dieser Hanptletstuug für insolvent erklärt und H. v. Gntmanu muß mtt dieser magem Abschlagszahlung zu» friebm sei». Was au« Andern umsonst noch zn thener ist, kostet Herr» v. Gutmano zwauzigtansmd Gulden (49.096 Mary nutz wohl »och darüber. Diese 18 Sätze find für Lazarn« nicht nur „markige", sondem goldene Worte. MerÜn 1. November. (Or. Corr.) Die ErgänznngSwahleu für die Repräsentant«. Bersammlung der jüdisch« Gemeinde find nunmehr auf veu 28. November d. I. anbr» ranmt. Die« au« der 78er Kommisfiou hervorgegaugene WahlagitationSrowitö, an dessen Spitze als Borsitzender Hr. Siegfried Leichten tritt, und al« Schriftführer Hr. Alex Haber steh«, erläßt folgende« Wahlprogramm: „Berlin, den 29. Oktober 1889. Der Eeatralverein zur Vorbereitung der jüdischen Gemetndrowahlm stellt für die bevorstehmden Wahlen zur Repräsentanten-Btrsammlung alsunbedingteForderung auf: 1. Ausführung de« 8 2 de« Gemeindestatut« vom Jahre 1869, welcher lautet: „Die Gemeinde ist verpflichtet, Anstalten für dm öffentlichen Gottesdienst, den Religionsunterricht der Jugend, sowie für die Bestattung der Tobten je nach demBedürfntß zu unterhalten; tngleicheu ist ste zur Unterhaltung derjenigm Anstalten verpflichtet, welche für anderweitige durch religiöse Vorschriften aogeordnete Zwecke gegenwärtig bestehen;" insbesondere fordern wir: Sofortige Errichtung je einer Synagoge und einer ReligiouSschule für 19,999 Gemeindeangehörige (Seelen) in der Zwischenzeit aber und namentlich an den hohm Festtagen würdige gottesdienstliche Einrichtungen unter Aufficht und für Rechnung der Gemeinde dem Bedürfnis entsprechend, wodurch einzig und allein dem groben Uufug de« gewerblich betriebenen Gottesdienste« durch Privatpersonen, gesteuert werden kann. 2. Ausführung de« § 78 b(«®ctncinbcftatut» vom Jahre 1869, welcher lautet: Spätesten« 6 Monat« nach Ablauf eine« Ber» waltungrjahre« hat der Gemeindevorstanb eine Ueberficht de» Gemeiudehau«halt« vom abgelaufenen BerwaltungSjahre, sowie eine Zusammenstellung der im Laufe dieser Zeit erfolgten Semeindebeschlüffe den Gemeindemitgliedern mitzutheilen; al« erstrebenSwerth: 3. Beseitigung der Listenwahlen und Einführung der Bezirk-Wahlen. Erster« sind zweifellos eine Bevormundung der Wähler, da auch nicht ein kleiner Bruchtheil derselben in der Lage ist, 28—26 Namen nach eigener Ueberzeugung herauSzufindeu. währmd Bezirk-Wahlen e« jedem Gemeindegltede ermöglichen, 8—6 berufene und befähigte Männer für die Gemeinde»»- tretnna ausrnwäbleu. 4. Beseitigung der dieWähler beeinflussenden »ffeneu, und Einführung der geheimen Wahl. Der Cmtralvereiu zur Vorbereitung der jüdischen Gemrtndewahlm beschließt in der hmtigm Versammlung aller Borftandmitglieder der V Sektionen nur solche Männer zu Mmtentanten bez. Stellvertretern zu wählm, welch« auf öden diese« Programme« steh« und welche sich rückhaltlo« verpflichten, für Durchführung drffelbm mit allen Dcästm zn wirken." Kamönrg, den 1. November. (Or.-Corr.) Die Oberrabbiaerftage «Prag, weich« Ihrem jüngst« Berichte von dort nach zu nrtheile», daselbst eine sehr heikle zu sein scheint, girdt mir Veranlassung, ein« Rückblick auf di« bei uns jüngst gelöste gleich« Frage zu werfen und zwar um so m«hr, öl» beide ja in so nahe Beziehung zu einander traten. Ich glaube wir dürfen un«, oder zunächst dem Synagogm- Berbavde, Glück »üajchm zu der getroffen« Wahl und auch der Gewählte wird mit dem Tausche zufrieden sein; wm« er auch an Machtvollkommenheit nicht gerade gewinnt, so wird er andererseit« aber über Hindernisse sich nicht z« beklag« haben, welche ihm in den Weg gelegt werdm, wie sie» wie e« scheint, chm in Prag entgegen trat« und vielm Kummer bereiteten.

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