Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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näfmn nrfxk, — j« Sxgti kt OMt bn W«k kfcf, «* s» Ifcptt schnellft b!t Vtaan fei,«» Kaatrf am bk SchAlftrn, — ApvlV» warmer S>moea strahl liest ih» di« schützeak Hülle adleg». Da» Licht kr «dänische» Siek aber ist wärmer «I« die 6mnk Apoll'«. Doch war» die Zuk» vom «hriste»q»m nicht» spüre», a» die kalte, Stürm« de» Gaffe« »»d der «eracht»»,, de» Hohn» ,»d der ««rfolz»»L l» werk» ff« de, Mantel trvtzi^r mrd schmerzlicher Opposition immer fester schaolle». «kr — f» werde. Sie sage», »ei» lieber Fremd, dar» ich weiß ja. bist Sie nach ei, wr»i, «ilisrrnit stad, weiigste,» t» ihre» Reigunge» »ab Instinkt«» — aber soll«, wir kau ka Herrschaft!» kfticbangrn bet jüdische» Geiste« ms dem Gebiet der Kapllalwirth» fchaft »ad »ach der Litteratnr ruhig zusehe», soll,» wir auf »»serem vaierläadische» Bok» da» gerwaaische Elemeat und de» christliche» Glaukn ol« «in« veraltet« und verrottet« wir hi»fi«lle« loffe» »ud di« christluhe Arbeit der jüdische» Speknlatione» ükrlieser»» Reft, «et» Freuad, da» solle, wir »Icht, aber wir solle» vor Allem gerecht sei», wir solle» dieD Ing« aagreife». »ad »icht die Personen. «Sind den» kr Gründnngäsö wiakl, kr Wacher, da« Bötftxtreibe» aut schließlich jüdisch« SLadr»? Geht kr rückstchwleft Mammon»» dteast »icht bi« hoch hinmf i» di« christliche Gesellschaft? Und ist nicht gern!»« hier in Berlin der gesilhrllchp« »ad atgeseimtest« Wucher mit km »nwürdig'n Lriiger e!»el Siaunl vom ksten Klang« verknüpft getieft»? Mache» wir dmch uasere Gesetzgebung, so viel ,» «r» ist, den Kapitolswucher in jeder Gestuft »uwdglich, so wird auch da» aiek e Jukuthum sich nicht »ehr mit demftlk» besoffen kdaae». — Aber wir staden leider auch i» christliche» Kreise» zähe» Wtderpaad gegen fo!d,e reiaigende Gesetzgebung. Und dm» «üffea wir doch »whl anerkenn«,!, da» «» gerak de» Jak» weniger zu verübe!» ist, wen» p« kr ax rknka Speculotlou vorzugsweise ihr« Kräfte zuwenk», dem seft Juhri »aderte» waren ihnen — außer der Knast und Wissenschaft (?) — all« übrige» Gebiet« verschioffe», — diejenige» Bevorzugte» aber, welch«, v, rgöaat war, kr koftulischea Quelle zu nahe», haben «» wohl kroieser, daß auch aus ihr,» Häupter» di« Flamme de» Ideal» sich «atzünk» kann. . . .* Di« Jude» stad fttt 1848 voäkowmea glkichberechttgt« Staut», kürzer gevordea. Ob ich zu jener Zeft dasür gestimmt habe» würk, mag dahi , gestellt sein, d,mal« batte uroa »och da» Prinzip de» »christliche» Staute»" und ich glauk kaum, daß di« Jude» i, «ine« jüdische» Staat christliche Richter dulk» würk». Doch kr juristische Staat, — um dieser «»»druck zu gebrauchen — ist uuwiderrustich geschaffen und dft Bast» einer vierzigjihrrgr» Gesetzgebnag geworden, e« ist unmöglich, da» zu ander« »nb dft Ausguk der christlich germmisch«, Bewegung linu -« ,ur sei», innerhalb der Forme, de» R«cht»stuat» de, kutschen und christlichen Geist I» Lek» de» Bolle» zur Herrsch,st »ab zum kraftvollen Widerstund gegen jede» fronte, Geist zu führe». So wirklich Mischer Geist »ud jüdische Art sich christlichem Geist« seiadllch »ad aamißend «ntgegensteM, da werk ich der Erste sei», der zu schneidige» Kamps« mahnt. Doch wird die» wohl srlftaer der Fall sein, ul» er sch«»«» möchte, wenn wir nur vou dem Pharisöerthum lasten, de» den Juden al» Ink» von vor» herein verunheilt — und dam muß der Kamps mit den «affen de» Geiste», der Wahrheit und Gerechtigkeit geführt werde«, nicht mit de» vom Haffe vergiftete» Pfeilen der Brrhtzung und Verleumdung, »Ichtmit so thörichtr» und haltlose» «r,umenten. wft mm sie in» Feld führte, al» mm dem «oll «inrede» riollft, «»sei eiae»Lhriste» unwürdig, «ine« jüdischen Richter «inen Eid zu schwöre«. De» Eid lchwört mm «icht dem Richter, sondern man schwört ihn .Sott" vor dem Richter, der nur beglaubigt, »aß kr Eid ,» kr gefttzlichen Form geschworen ist. Mtt derartig« sophi. stffchen Mittel, wird wahrlich nicht» erreicht und gewomen. Versuchen Eie e», lieber Freund, kn Irden mit Wohlwollen md Achtung «I, gleichberechtigten Menschen entgegenzntreten, — ohne darum de» Siandpmtt bei christliche» Bekemtniffe» mch mr um eine» Haare» Brette aufzugebi n — und, Sie «erde» bei ihnen der edlen menschliche» Eige». schasu» x enug finden und ki freundlichem Entgegenkommen wftd der amrme Lichtstrahl den Mmtel von ihre» Schüller» fallen lasse». Der steinig« tzicker, der einst dft Saat de» Evangelium» verdorre» ließ, ist durch di: harte Pflugschar zweier Jahrtansenk dnrchqearbeiftt md dft «dft Saal wag heute wohl leicht keime» und dft Früchte treibe», wen» fie »nr von frenndlicher Hand im Geiste kr Liek aulgesrirut wird. Judenthum und Freisinn gehöre» nicht zusammen, der Freistm ist der Mantel |(tu ka Sturm k* Antiftmlti»»««, kt sich n»4' irnnrerfesterzusmime»zieht, wem au» kmMuakde« Wiadmeister» der beruft» sein sollt«, die Wahrheit z» verkünd«, der giftig« Hauch der Verleumdung geblasen wird." Obwohl der Schlußpafiu» ollzudeutlich die Absicht de» .alten Diplomaten" verräth: die .Jade," vo» .Freist»»' loSzureißm und dem Kartell zuzusührea — «in etwa» durchsichtige» Wahlmanövrr —, und die Gelüste der .inner» Mission' darin llar |n Tage treten, so könne» wir doch mit dieser Behandlung der Judenfrage im Ganzen und Großen wohl zufrieden sein und wünschen wir der Broschüre weite Beibrritung. _ Geiger contra Gsidema««. l di ist keinrSweg» di« »bficht dieser Zeilen, in der Rede und Gegenrede bei der Beurtheituog de« Werte» van Güdemao» diesem etwa helfend beizuspriuge». Sei» Aufsatz .8. Geiger -l« Kritiker' in Nr. 44 d. Lit.-Bl. enthält eine so treffende, gerechte und deck Gegner zermalmende Abwehr, daß kein Wort mehr hinzuzufüge» wäre» um die ganze Kläglichkeit derer zu beweisen, die einzig und allein durch' Bitterkeit und Lieblofigkeit gegen die eigene« Glauben«^- «offen ihre hohe Unparteilichkeit nrbi dt orbi zu zeigen bestrebt find. — Ja dem H. Bande de« Güdemaun'schen Werke«, welcher die Geschichte de« Crzirhuug-ioesen« und der Cultur der Juden in Italien während de» Mittelalter» behandelt, geht der Vrrsaffer von denselben Grundsätzen au». Auch dort zeigt er überzeugend nach, daß stch Sitten, Gebräuche und Charaktere »ach der Umgebung bilden und auSgestalte», daß di« Juden im Allgemeinen stet« bi« au die Fläche zrttge- »öffischer Bildung heran-, oft aber darüber hinau»ragten und daß der Berkehr zwischen Menschen und Menschen so lauge ein inniger geblieben ist, bi» blinder Glaubenshaß trennend und ächtend dazwischen trat.' Cr ist aber »och keine» italienischen Kritiker, sei er Jude oder Christ, eingefallen, Südemauo vorzuwerfen, daß er in seinem Buche die geistige« Bestrebungen der .Italiener' verunglimpfe. Und was soll mm eigeMlich diese« Beschützerthum der edlen Deutschen iw Mittelalter bedeuten? Meint Herr Geiger ein defferer Deutscher zu sein, al» Grartz »ud seine Schüler? Wa» mehr hat Börne'» Feder in Gift und Galle gegen Deutschlaud getaucht, al« seine innige, sein ganze» Denken erfüllende Liebe zum Baterlante, was «ehr hat die Feder vou Graetz so verbtttert, al» der tiefe Unmnth auf Deutschland» geistige Größe nicht ganz so stolz sein zu könne», wie er e» vo» Herzen gemocht hätte! Oder verlangt Herr Geiger von jüdischen Schriftsteller», daß sie e» vermeiden solle», gegen ihre eigenen Glauben«geuoffen au» Bescheidenheit gerecht zu sein? Eine solche Bescheidenheit wäre »ach de« bekannten Göthe'ichru Spruch in der That nur eine» Lampen würdig. Aber noch etwa» Andere» möchte ich den Herr» von der breitspurig eiuhertreteude« Unparteilichkett zu bedenken geben. Wird e» einem Geschichtsschreiber erlaubt sein zu erzähle«, daß bald nach der großartige» Gestaltung de» neue» deutschen Reiche» eine geistige Pest über dasselbe hereinbrach, welche ein erlauchter Mttgründer jene» «eiche» eine Schmach de» Jahrhundert» nannte? Wttd ein znkünftiger Geschichtsschreiber auch' vou einem z»künftigen Kritiker beschuldigt »erden, dtt geistigen Bestrebungen der Deutschen zu verunglimpfe», wenn er erzählen wttd, da» im 19. Jahrhundert während fast eine» ganz» Jahrhundert« in der Mnttrrstadt der deutschen Bildung kein« Buchhandlung ahne dtt schnödesten Schriften, keine Kunsthandlung ahne dtt gemeinste» Karrikatnren gegen Jude» uut Judeuthw» gewesen, daß in unzahligeu Vereinen und Versammlungen ungestraft dtt rohesten Lerläumdungea, btt r erweislichste» Ans-, reiznngeu haben lant werden dürfen? «tt» wa» e» erzähle» dürfe» oder verschweige» müsse», daß Professoren, Gelehrt«,