Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 44. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/5369809-5935066-5956615--7335-5373362
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 841 — Weisung t» frühere» Jahren «sRgte. Heute stehe uu« nur »enig Zeit dafür zu Gebote, nicht« desto weniger sei unsere, setzt ei»« größere denn ehemal«. Früher hatte die Rellgiou«- schule eiue starke Stütze amHause, die fie nunmehr größten» theil« eMbehre. Die alle Methode de« Bor- und Nachübersetzen« verwirft der Redurr und plaidirt für die Tram» «atit al» Lrägeriu de« ganzen hebräischen Unterricht« auf allen Stufen und zwar nach dem pädagogischen Satze: »vom Leichtern zum Schweren." Er illustriert seine Abführungen au Beispielen. Auf der Unterstufe will er den Artikel, da« Berbiudungöwort mit den Possessivpronomen al« Suffix« und dru Pronomina personali» tu elementarer Weise durch» nehmen, auf der Mittelstufe das Snbstan'iv und da» Verb behandelt wissen und die Beispiele zu den Uebungeu in den Uedersetzung«poffen der betreffenden Stunden gesucht haben. E« komme hier hauptsächlich darauf an, da« Sind zur Auffindung de« Stawmworte« zu führen. Da« Lind der Oberstufe soll da« Verb vollständig konjugieren könne«, doch soll da« mechanische Lernen und Hersagru vermieden werden. Der Lehrer muß vor den Augen de« Linde« die Konjugation entstehen und gleich beim Uedcrsetzen in Anwendung bringen lassen; denn di« Grammatik soll ja nur ein H Ü l f« mittel beim Uebersetzro sein. Der Referetit verspricht sich in der Bebandlnug de« hebräische» Unterricht«, wie fie ihm vorschwrdt, eine leiätere Arbeit für den Lehrer und die Erreichung eine« weit höheren Ziele«. — Nicht unberücksichtigt will Referent di« Neginoth haben. Al« Verbindung«- und Trennungszeichen müsse fie der Schüler kennen lernen. Der Unterricht in der Grammatik sei in de» Urbung«ftundeu einzuflechten, ohne daß diese in besondere Ärammalikfluudeu verwandelt würden. Nur in der mehrklasfigen Schule seien besondere Stunden für die hebräische Grammatik aozusetzen; diese seien aber so zu legen, daß die Grammatikstunde unmittelbar nach einer Uebersetzungsstuode komme, damit man z» den in der Grammatik auftretendrn Regeln und formen Beispiele von den den Schülern bereite bekannten Wörter bringen kann. Auch an diese Arbeit schließt sich eine lange auregeode Debatte.—Herr 8.-R.Dr. Buchholz konnte au« der Arbeit nicht genügend ersehen, wa« der Referent in den ein» Jeinen Schuljahren durchgenowmen haben will und in welcher ieihenfolge, ebenso vermißt derselbe, wie die Linder in den letzten Schuljahren übersetzen sollen, ob vorübersetzt «erden muß, «der ob die Schüler unter Benutzung der Lexika «« erlernen. Redner ist der Auficht, da« vorübersetz«» sei »icht ganz zu entbehren und für Grammatik müsse wohl eine Stunde bleiben, wenn die vom Referenten bezeich- »eteu Ziele erreicht werden sollen, iode« muß Herr Dr. Buchholz dieselbe» im Hinblick auf die dem hebr. Unterricht zur Verfügung stehende Stundenzahl al« zu weit gesteckt halte». Fin k-Aurich «eint, e« sei ein Hauptmoment außer acht gelaffen, nämlich der Umstand, daß un« gerade bei diese« Unterricht fast gar keine genügende Htlf«mittel zu Gebote ständru.*) außerdem »mthe «au de« Linde Dinge zu. die selbst Erwachsene», wie wir a»« eigner Erfahrung wüßten, große Schwierigkeiten bereiten. — Schweizer-Papenburg hält de» grau»». Unterricht für ganz üb e rflüssig und verspricht sich mehr von der alten Methode de« vor- und Nachübersctzeu«. Besonder« hilft er die Schwierigkeit bet den Verben für unüberwindlich. — Wolf-Aurtch widerspricht de« Vorredner und hilft de» gram«. Unterricht für «lentbehrltch, onr «üffe ein gewisse« Maß eingehakten »erde». — Krankenstetn-Osnabrück, bezweifelt,daß die ein,«übten gramm. Regeln re. da« Lind zu« selbstständigen Uebersetzeu bringe» könnten. Mangelhafte« Lesen sei auch ein Hiuderutß hierzu. 1 Uns«, kr*«« in 8. >»f altt M KrttaraM«« ai' ‘ [i* die AertßellnHg de« wum ...mi». h»-m — wv» M (kfnnteti. »tr Mum, feit Mw« «Ngliede der Sovstienz da» weiwerdreUet», t» viele» hnnderte» von silbisch»» Schule, eingechnltach löbmnt war. Aasseite ist bei AKanfs««», ta a. Aä. z» haben. » 8. Auflage erschienen« »Laüllad beaarad" an« der hebr. Srmnwa« in reicht faßlich« es Stesse» »ntsvricht ganz de» obige, ««»sehen Sein« praftische Thttigkeil bestärke ihn in dieser Auficht. — Herr Dr. Buchholz erwidert Fink, der Unterricht in der Grammatik sei doch nicht so schwer, wie dieser au«geführt habe. E« sei an de» latrin. Unterricht der Gymnafien zu denken, woselbst schon neunjährige Knaben die gramm. Schwierigkeiten überwindeo müßten. — Le vy-Norden meint, da« Beispiel von den Gymnafien passe nicht für unsere Schulen, denn dort würden schon in Sertc. 9 Stunden auf de« latein. Unterricht verwendet; und selbst wen» da« Lind die gramm. Regeln inne habe, so wende e« dieselben doch nicht in dem Maße an, wie der Referent ausführte. — Fink- Aurich hält seine erster« Behauptung aufrecht und betont nochmal«, wie gerade die hebr. Sprache viel größere Schwierigkeiten biete, al« z. B. die lateinische, wa« bei Lindern de« schulpflichtigen Alter» sehr in« Gewicht falle. — Ref. Selig- Emden vertheilt in seinem Schlußworte den Sprachstoff auf die Schuljahre und sagt dann, e« wäre gut, wenn er au einer Lehrprobe zeigen könne, wa« er in seiner Arbeit dargestellt habe. Er sei weit entfernt, die Konstruktion eine« Sage« allein vom Kinde finden zu lassen, vielmehr müssen die Lehrer thätig eingreifen, jedoch so, daß da« Lind zum selbstständigen Denken veranlaßt werde. Sprachstudien lägen ihm ferne. — Die Konferenz einigt« fich alsdann zu folgenden Thesen: I. 8« ist unbedingt nothwendig, daß in jeder jüdischen Schuft Unterricht in hebr. Grammatik erihetlt werde, da derselbe e« ermöglicht, trotz der knapp bemessenen Zeit in Gebet- und Pen tat« uch-Uebersetzen dennoch ein höhere« Ziel zu erreichen. n. In einklasstgeu Schulen ist zu empfehlen, daß der Unterricht in der hebr. Grammatik nicht al« besonderer Gegenstand behandelt, sondern mit dem Ue d ersetzen verbunden werde. III Die Einübung der in möglichster Kürze zu gebenden Regeln ist durch zahlrei che Beis piele au« dem Ue de rse tz ung «st offe zu unterstützen. Herr Landrabdiner Dr. B u ch h o l z erstattete nun al« Vorsitzender »de« Verein« zur Unterbringung armer Waisenkinder im 8andrabbiuat«bezirk Emden' Bericht über denselben. E« geht daran« hervor, daß ein Bermögen»bestand von 1246 M. vorhanden ist. Der Herr Referent bittet die Versammlung, mft allen Lräften für den Verein zu wirken und da« vermögen desselben vergrößern zu helfen. E« traten von den Anwesenden gleich mehrere al« Mitglieder bei. Darauf wurden folgende Anträge angenommen: 1. Der Jahresbericht nebst den Statuten sollen gedruckt und versendet werden. 2. Die Gründung von Zweigvereinen (unter dem Name» D’öUV mTS) ist in den einzelnen Gemeinden unsere« Landrabbinatsbezirk« anzustreben. 3. Die Aufstellung von Büchsen in den Synagogen desselben Bezirk« soll zu gleichem Zwecke erfolgen. Hiermft war die Tage«orduuug bi« auf dt« fteien Besprechungen erftdtgt. Bei diesen bemerft Le »y-Norden, die augeheuden Lehrer haben meisten« gar keine, oder doch sehr mangelhafte Keuntnt« der für da« Schulwesen bestehende« Bestimmung», iu«bes,udere der zu führenden Ästen, Tabellen. Lehrpläne it. und hinsichtlich ihre« amtlichen verkehe« mit den Vorgesetzten. Auw«,ende jüngere Kollegen bestätigten diese«. Mau war daher der Auficht, e« sei in erster Linie Aufgabe der jüdischen Seminare, dt« Abiturienten nach dieser Seit« hin zu unterweisen.*) (Daß diese« bisher unterblieb ist bedauerlich. D. E.) — Herr Landrabdiner Dr. vuchholz la« nun einige Mittheilungen der Löuigftchen Regierungen zu Aurtch uud Osnabrück, empfohlene Schulbücher betr., vor. — Al« Ort der nächste» Konferenz wurde wieder Emde» nud ul« Tage der 1. und 2. Juli 1890 tu Ausficht genommen. Herr Dr. Buchholz erbietet fich, di« •) Man MtgZ.: In de» c Ogern. Vest. v. 16.10. 187i, »Lehrplan

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.