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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · Beilage zu Nᵒ 41-42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
Beilage zu Nᵒ 41-42.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Heriiste tut* GOrrefpMrdeiye«. D-utschlwwd. Aerki». Die Suud^buug de« ,Reich«anzetgpr«" geg« die .Lrmzzritt u," fördert eine Reihe mehr oder weniger glaubwürdiger Enthüllung« zu Tage. Reuerdiag« wird im .Wien. Tagebl." erzählt, Fürst vi«marck Hab« ia der ersten Zeit der christlich-sozial« Bewegung Herrn v. Pnttkawer von Friedrichginh au« telegraphisch aufgefordert. Stöcker auf Grund de« Sozialistengesetze« au« Berlin au«zuw«iseo, wa« Herr v. Puttkaoirr ablehnte. Diese Meldung kauu. weniglteo« in der vorliegenden Form, unmöglich de» Thatsachea «utsprechen. Denn al« Herr ». Puttkamer am 18. Juni 1881 da« Ministerium de« Inner» übernahm, war die .erste Zeit der christlich-soziale» Bewegung" schon seit drei Jahren vorbei. Glaubwürdiger würde allenfal!« klingen, daß Fürst BiSmarck i-, der .letzten Zeit der christlich-sozialen Bewegung" die Ausweisung Stöcker« dem Minister de« Inner» nahegelegt hätte. Solchem Anfinoen nachzngeben, dazu war übrig u« Herr v. Puttkamer gewiß der am wenigsten geeignete Mann. Wer daran je gezweifelt. der mag fich durch eine Enthüllung der .Löln. Ztg." belehren lasten. Diese« Blatt stellt di: Lhatsache fest, daß .die Einladungen zu der bekannten Woldersee-Bersammlung am 18. November 1887 »»«schließlich oon Herrn v. Puttkamer erlaffen worden find, und daß in«b,:sondere weder der damalige Prinz Wilhelm, noch der Graf Waldersee stevntoiß von der Einladung Stöcker« zu der Versammlung gehabt haben. Oestepreich-Uugar«. N. In» Muß««, 1. Oktober. (Or.-Corr.) Sollen die Neujahrskarte, durch Geld abgelöst werden, oder solle» sie ohne Geldspenden weiter bestehen? Diese in der gesch. .Wochenschrif t angeregte Frage au« Deutschland möchte ich war« haogcrioo auch für da« deutsch« Zudmthum beantwort«: Man gratulire dm Arm« mit Geld und den Reichen mit Wünschen. Dort übe man Müde, und hier rege man religiös-humane Gesinnung an, und ist in keinem Falle die jüdisch« HrrzenS-That durch die auf fremde« Boden heimische öffentlich« Wohlthäiigkeit (durch die Zeitung«) S ersetz«. UrberdieS ist zu befürcht«, daß wenn die Absung mit Amtlichen Gaben e, folgt, auch ia Famllimkreis« dir Beglückwünschung — wenigstens in der Feme — unterbleib«, und ein heilige« Band gelockert werde. Die Familie ab« ist der Zauber unsere« Volle«. Hnr Rabb. Dr. Hildesheimer in Berlin, der ja von seiner Lismftädtrr Wirksamkeit au» hier zu Laude nicht vergessen ist, hätte dem Zudmthnme al« Inbegriff der HerzenS-Religio», ein« nicht zu unvrschützmdrn Dimst geleist, r. wenn er dm Tultu» wechselseitig« SegenSwünschung zum Tage de« göttlich«! Gericht« gestützt, rbmso, wie wmn er seine Unterschrift; nicht unter jene 15 Punkte gesetzt häi e, die die Gotte«- und Famllirn-Gtmeinschaft nicht warm u„d nicht präci« gmug! Sr religiös: Sittenweisheit und Sittmwahrhett beton«.!it dem Kupfr läßt fich ebm auf religiöse« Gebiete weder in der Orthodoxie, »och in der Reform, eine geistig« Thathandlung konstruir«. Hier giebt e» zwei Factorm, di« in Betracht kommen »üff«: da« jüdische Herz und da« jüdisch« Leihen in Familie und Gemeinde. Ich verstehe unter .jüdisch" nicht da« volktpsychologische, sondau da» Mommt religiös-sittlicher Heilswahrheit der Gotteslehre in ihrer praktisch« Geltung und segmöreichm Einwirkung. v. Hpietzöurg, 8. Oktober. (Or.-Corr.) Die Berichte drr Blätter über die Panique im hiesig« orthodoxen Tempel am K»l-Nitre->b«d find übertrieb«. E« kam keine einzige Verletzung iwr. Eine Frau ist «nwohl geword«, und da »au »ach köaffer rief, um sie zu lab«, glaubte mau, «» sei Feuer au«g chroche», wa« fich aber bald aufklärte. E« ist auch nicht i»ahr, daß Rabbiner Schreiber behus« Ermahnung zur Besoon mheit die stauzel bestieg. Die Andacht wurde nach der leicht hergestelltm Ruh« wftder fortgesetzt. Die Ausgtuge von der^Fraumgatlrrie — bi« jetzt war uur ei» . solcher — «üff« jetzt vermehrt wrrd«. Audapest. lieber den Besuch ie« Cultutzminister bei dm Taubstummen bringt aEgT6nlte4f * folgend« inter.staute Detail«: Am 18. d. M. Bormitt,Kö 10,/' Uhr, grlaugte zur Lmntntß der Direktion de« isr. Landes-Taubstum««- mstitut«, daß der CultuSminister noch im Lauft de» Vormittag« dl« Anstatt besuchen werde. Dir Directto« verständigte hiervon sofoit die Mitglieder te» leitend« Comstt«. von den« der Prästd«t Samuel Deutsch, Rabbiner Dr. Samuel Loh«, Martin Schweiger und Dr. Josef Simon vor 11 Uhr ia« Jastttut eilten, allwo'einige Minute» später der Cultu«minister Graf Albia v. Csäky, in Begleitung de« Staat«serrttär«, »Weier Miuisterialräthe. sowie eine« Schulinsprctor« erschien. Rach der Begrüßung«-Ansprache de« Dr. Lohn ward« dir Gäste in die Lehrsäl« geleitet, woselbst die Prüfungen ihr« Anfang «ahm«. Die in der Anstalt uatergebrachtea SO Taubstumm« (42 Lnabm und 48 Mädchm, darunter 7 Latholikm und 2 Reformirte) sind in 8 Grupp« eingetheilt (die Zahl der Jahrgänge bettägt 8) jede Gruppe hat einen Lchrer, bezirhungSweise «ine Lehrerin. Die Gruppen wurd« einzeln de« Minister vorgesührt und Se. Exrelleaz bestimmte selbst jene Zöglinge, welche nach seinem Wunsche geprüft werden sollt«. Die an den Lippen ihre« Lehrer« häageade. Linder könnt« in der erst« Gruppe nnr Laute, die in der zwett« schon Worte, die der dritt« schon einfache Sätze spreche», in dm letzten Grupp« jedoch schon verständliche, rein vernehmbare Gespräche führen. Die Aufmtlffamftit de« Minister« stieg von Gruppe zu Gruppe und al« ihm die zwei Gmppea vorgesührt wurden und die Zögling« auf die Fragen ihre« Lehrer« ohne Fehler antworteten, richtete der Minister, gleichsam al« wollte er Zweifel heg« an die geschaute Wirstichkeit an den wackere« Direktor die Frage: .Würden sie auch andere Mensch«, al« ihre Lchrer, versteh«?" .Ja wohl, Excrllmz, wmn man dmtlich mit ihnen spricht nnd die Zöglinge dir Lippen be« Sprecher» sch« können." .Bitte dann den hohen, braunen Lnabm vorzurus«." Der Lnabe ttat vor. .Sag' mir mein Sohn" — sprach der Minister — .wie heißt Du?" Der Gefragte antwortete sofort laut und mtt reiner ungarischer Betonung: .Ich heiß« Carl Spiegel." .Bon wo bist Du?" — .Boa BätaSzäk." .Wie heißt Dei» Vater und womit beschäftigt er sich?" .Mein Vater heißt Heinrich Spiegel und ist Holzhändler." .Wo bist Du jetzt, mein Sohn?" .Ich bin in Budapest, der Hauptstadt Ungarn«." .Giebt'« in Ungarn noch andere Städte und wie heiße» diese?" »Ungarn hat noch viele andere Städte: Szegedia, Szabadka. Preßdurg, Laschau, Temesvär . . ." .E» ist gut, mein Sohn, aber kannst Du mir auch zeigen, wo dies« auf der Landkarte verzeichnet stehm?" .Ich kann'«: hier find sie" und der Lnabe zeigt« allsogleich auf der Lart« die erwähnten Städte. »Sieh' mal mein Sohn" (der Minister zeigt« auf der Latte da« Alföld) »giebt e« auf diesem Theil »rgmd eiu« berühmt« Stadt?" .In dieser Gegmd ist eine berühmte, große Stadt: Debreqin." Hierauf ließ sich der- Miastter von dem 11 jährigen Taubstumm« die Flüsse, die Berg« und die Grenz» de» Laude« zeig«, wobei der Lnabe «uht einmal stockte. .Ich hätte nie gedacht, daß e» möglich sei, solche Erfolge zu erzul«; wahrlich, da« ist stauam«»erch. ja beiuahe unglaublich." Diese Worte fiub wetth, daß die Pester jüdische Großgemeinde sie in Marmor eiugravire; sie enthalte» die unverfälschte, vrrdievtr Anerkennung der Lrtstuuae» der A «statt. Ans die Worte der Bewunderung, »elchr der Miutstrr

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