Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- Beilage zu Nᵒ 41-42.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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^eikagezuRc. 41~42 der ,I«ruek.<BBo<fienf(ftrift.“ Le« U. O. B. B. An« IS. Hcteser 1889. Sieben und vierzig Jahre find es am 13. Oktober, daß die Nee einer Bereinigung aller rdAgrstunten Nraeliten und innigster Theiluahme an de« Wohl und Wehe unserer Stammesgrnossen in praktischer Menschenliebe den ersten Altar in Amercka errichtete, an welche« die ersten Vnai B'rich heran vale». um, gleich Priester« einer geläuterte« Religion, die ersten Opferflamme« zu entzünde», welch« einst weit hinaus- ' lachten sollten in alle Lande, wo Israeliten wohnen. Henry Jone» war ihr Hoherpriester l Er ist längst dahingegongrn, aber sein Werl hat ihn überlebt, »a» er gefordert und wo» er de» ersten Jüngern in» Herz eingeprägt, da» hat allen Zeitstürmen getrotzt, ist uns lieb und thener. kostbar and heilig geblieben bt» ans den heutigen Tag. Au» bescheidenen Anfängen ist unser Orden herausgewachsen, nicht ein massenhafter Zuströmen von allen Seiten, nicht eia heftige» Erfassen des Reuen hat ib« plötzlich groß und stark gemacht, — der Quelle gleich, welche au« felsigem Schooße hervorfickernd, herabläuft in'» Thal und weiter hinan» in» Land » auf ihrem Wege hie und da die ihr zu« fließende« Wasser in sich ausnehmend und vereinigend, und so allmählich zu rinem mächtigen, stolz sich ergießenden Strome anwachsend, der aus seiner Fläche Arbeit und Hoffnung. ja selbst da» Leben de» Menschen dahinvägt, so ist auch unser Ordm, dem ja auch wir Arbeit, Hoffnung und Leben widmen» allmählich und mühsam, aber doch unaufhaltsam, au» schwachem Beginn herau» ein mächtige» Band geworden, welche» heute, »ach kau« rinem halben Säculum, Glaubensgenossen in drei Welttheilen umschlingt und innig mit einander verbindet. Seine lebenskräftige Idee, sein Lebensnerv; alle Israeliten einander näher zu führen, habe« ihn nach außen «ad »ach innen immmer «ehr erstarken gemacht. Kurz ist aller» ding» erst die Zeit, seit welcher der Orden in Deutschland eine Stätte g'funden; groß waren mitunter die Schwierigketten, mit denen er hier zu kämpfen hatte. Uawiffenheit, Unduldsamkett und Argflun haben chn wohl oft. und »och kürzlich vor dem Forum der Oeffentlichkrit zu verdunkeln versucht; aber auch in Deutschland flat er sich, siegreich über alle Hinderniffe hinwegschreitend, kräftig ausgebreitet und fort und fort entstehen neu« Pflanzstätten zur Pflege de« Sittlich-Guten. Wir verfolgen keine besondere» religiöse» Zwecke, «och rühren wir uns zu Gunsten irgend eine» religiösen Dogma'» oder einercoufesfiouell»« Richtung. Esbleibt de» Orden» eigenste, ihn vor alle» andern Bereinigungen auszeichuende Eigrnthümlichkeit, daß er seine Pforten jede« rechtschaffenen Israeliten öffnet, ohne irgend welch! Rücksicht ans seine religiöse Ansicht, auf seine sociale Stellung zu nehme». Er verlangt von seinen Jüngern lediglich eine aufrichtig« edle Sefiunung u. den festen beharrlichen Wille», zurBerwiiklichung seiner humane« Bestrebung« »ochKräst n beiz»tragen. Theologisch, Rabulisterei und fanatische Ketzerriecherei bleib« ihm fern. Wir gehen von der feste» Urberzengnag >u», daß es eine» Bereinigungspunkt gtebt, in welche» alle Jvrae« Uta, ohne Betonnug ihres religiöse» Standpunkts, sich znsamwenstndeu, könne» und solle», und das ist: da» für alles Edle empfänglich« jüdische Herz! Diese Uebrrzrugung wird uns auch ferner und in alle Zett hinaus beisammen halten, treu vereint zum Widerstand gegen Unduldsamkeit, Selbstsucht und Ueberhebung; brüderlich Hand in Hand vereint in „Wohlthätigkett, Bruderliebe und Eintracht" weihen wir uns am 13. Ostober aufs Reue unserer echabenen Nee; sie z« pflegen, lle zu hüten, sie rein und makellos zu erhalten, ist unser Borsatz. Julius Fenchel- Freimaurer «ad Jude«. Der folgende Artikel aus dem in Paola (Kansas) erscheinenden „Western Spirit" von I. B. Hobson, welcher zu de» hervorragendsten Mitgliedern de« Fraumaurer-Ordens gehört, dürste arch d-e Leser diese« Blatte« interessirrn: „Warum treten so viele Juda »a den Freimaurer- Orden?" — Diese Frage richtete rin Freund aus Paola in jüngster Zeit an uns. — Es ist eine b kannte Erscheinung, daß man selten einen Jude« findet, der nicht Freimaurer ist. (Diese Behauptung dürfte sich jedoch vorwiegend auf Amerika beziehen. Red.) Einem intelligenten Freimaurer, drr mtt dem Ritual bekennt ist und die Bedeutung der im Orden gebräuchlichen Symbole versteht, dürfte der G'und. weshalb Juden Freunde de« Ordens find, nicht uubelannt sein. In einer wohlorgauifirten Loge giebt e» kein Symbol, welche» nicht jüdischen Ursprunges ist. Alle Sinnsprüche und Eeremonien, welche b>i der Aufnahme in die verschiedenen Grate zur Anwendung kommen, sind der jüdischen Geschichte und Tradition entnommen und alle rigenthümlichen Bilder und Embleme sind der Bibel entlehnt, welche allein die authentischen Rachrichten der alten Maurer enthält. E« war Mose«, der große jüdische Gesetzgeber, welchem die erste förmliche Offenbarung des heiligen Gottesoamens, der als Parole bei der durch ihn auszusühreaven Befreiung aus Egypten dienen sollte, zu Theil wurde. Diese» Ereigniß wird bildlich durch da höchsten Grad des Orden« dargrstellt und ähnlich« Bewandtniß hat es mit allen andern Graden des Ordens. Die Formel, die Sprache; in weicher die Einführung in irgend rium Grad erfolgt, die Sinasprüche und tie Bedeutung des Eeremouiell« kommen alle von da Juda i-r. Dies« sind rin merkwürdiges Bolk. Heber da ganza ii dboden z«rstre«t, assimilnen sie sich doch den Böllern, mtt welchen sie ru Berührung kommen, weder durch Heirach noch in anderer Weise. S«e bleiben getrennt durch Abstammung und Religion und inmitten der wüthendsten Verfolgung und der grausamstin Bedrückung bleiba sie immer dem Glauben ihrer Väter treu. Sie verlieren nicht, wie andere Böller, ihre Stammeseigachümlichtett durch Annahme der Religion und Sittm der Rationen, unter welcha sie leba, sondern halten so fest an ihrer Raffe »nd Religion, wir es ihre Borsahra unter dem glorreiche» Scepter Königs Sa lomoh's» des angebliche» Gründers der Freimaurerei, schon vor 3000 Jahren gethan haben. Ist es daher eia Wunder, mur eia Bolk, welches «tt solcher SahSnglichkeit seine» Stamme und seiner Religion rrgeda bleibt und die Ueberliefernngen und Geschichte seines Bolkes so in Ehren hält, eina Orden liebt und fördert, welcher sein Fundament in jenen Urberlieferunge» und in jener Geschichte hat? Boa unser« Standpunkte wird Alles, was diese auf da Orda Bezügliches attzalta, in da drei ersla Graden wich« gesunda. Alle sogenannta höhera Grade sind nur eine wettere ArsschmLcstulg desselba. Das Wesentlich« ist in der „Blue Lodgr" «attzalta »nd für dieses sind wir dem König« Snlnmo zu Dank verpflichtet, welcher nach einer 4-jährige» Regierung starb und die Macht und da» Ansehen des hebräischen Reiches »tt ins Grab nahm. (I. Boice.)