Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 41-42.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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— 824 - Hn ungarisch«, Juristentage nahm auch der Justizniiniftrr v. Sziltgyi lebhafte« Antheil und betont«, daß die Kreise der wiffmschastlichm Persönlichkeitm de» Lande» auf die Justiz-Resonn von segm»reich«r Einwirkung sei« werde». Der Juristeutag sei ei» geeignete» Forum zur Be« urtheilung und Borbereituug gesetzgeberischer R«cht»-Maßnahmen. — Lehrend der Großstegelbewahrer de» Staate» in Steioamanger den Justizpalast rinweihte, begab sich der Minister-Präsidmt S. von Tilza nach Großwardein, um vor sei nm Wühlern Rrchmschost abzulegm ganz besonder» in Bezug auf die grplantm BerwallungS-Reformm, welche eine Verstaatlichung de» Rnnicipal«Wesm» zum Zwecke größerer iincherheit de» Beamtm-Körper» durch die Autorttöt der cmtral isttschen Staat»regi«rung. zum Inhalt« habm. Au» der Rede de» ungarischm CabiaeK-EhesS ist der Satz her« vorzuheberi, in welchem er dm Frieden und die Eiutracht der Confe sionm auch dann mit aller Entschiedenheit zu schütz« verhieß, wen» gegen dm Fried« und die Etattackt der verschied«« Klaff« und Glaubm»ge«ei«schaftea mit dm Waffen de» „Idealismus" gekämpft werdm sollte. — Zu ähnlichem Sinne sprach stch auch der Statthalter Graf Thun in Prag den abgesaadtt» Rabbinern dieser allehrwürdigen Gemeinde gegenüber au». Der Kampf zwischen AU- und Iuvgczechm berührt glücklicher Weis« da» Judeathum nicht, w«n auch der altczechische Abgeorduett Prof. Dr. Zucker (Jude) in bitterer Weise von dm Jungczechen angegriffen wird, die von russisch-parslavistisch« Tendenzm erfüllt, weder dem österr.«ungarischen dualfftrschm Staat»system. noch dem deutsch-österreichisch«« FrmndschrftSbündni» gmeigt find. Nur die böhmische Königt-Krünuog ist da» grureinschaftliche Ideal beider czechischm Parteien. Unter so be« wandt« llmständm würden die Deutschm Bühmm» empfind» lich zu leid« habm. wm» sie nicht in der geistig« Ge» wrinschas mit den Dmtsthm Oesterreich» und de» verbündeten Dmtschm Reich» und mit Ungam» Botte ein« wichtig« Stützpunlt finden. Wie sehr in unserem Land« unsere Glaubmsgemeinschast fick, öffentliche Geltung und Anerkennung zu «ring« verstand«» hat, beweist die Thalsache, daß da» „Magyar Ztido Siemle“ (»Jüdisch« Revue") ein« Erlaß de» König!, ungar. U oterrichtsminifter«, Graft» Albia Sztky mittheilt, in welchem für sümmtlich« Behördm de» Lande» die einheitliche Einführung der Bezeichn»«« „Israelitische Religion" und R«ligion»-Gemeinfchast amtlich eapfohl« wird. — Nicht nur der deutsch«, auch der ungarische Jude kann recht dankbar sei». Nicht uur besteht srtt Jahr« in der Hauptstadt Ungam» eia „Moutestore"-Beretn, sondem e» hat sich auch für humauitire Zwecke jüugst eia „Baron M. Htrsch".Wohlthätigkrit«-Brrrio" gebildet, der in seiner koustitutrenl« General-Versammlung schon 4V0 Mitglieder aufweis« braute. Mlge dir Wohlth ätigkeit, da» heilige Erbe der jüdisch« Gesammthrit, immer mehr Bedeutung nach Inn« und Aui dehuuna nach Auß« gewinn«. Der Herr verzecht ja die Sünden seine» Lotte»: weil Er die That der Lieb« will. (Micha 7.18.) FUfthenHerg, 2ö. September. Da» neue Gotteshaus, welche» die hiesige israelitische Eultutgemeind« in rühmlicher Bethütigung opsäwillig« Gemeiusinne» wtt einem Kosteuaufwand« r>ou circa 150,000 fl. erricht« ließ, wurde gestem Abend» n feierlicher Weis« «ingeweiht. Unmittelbar vor dem Hauptportal« hatten die zur Feier geladenen Gtstt Aufftellung g«oauu«. E» war» u. A. erschirue» da Herr«: Bümermeifter Dt. Schücker «tt mehrerer Stadtverordnet«, Beztrtthanpemaou Schlögl «Ü d« Bennttm der Bezirk»hauptnumnschaft und de» Strnerantte», Krrisgericht»-Präsident Watzka «ft dem L-G-R. v. StranSkh, Lerttrttr der Garnison, Erzdechant P. Anton Hoffmanu «ad Haodrltkammttprüsidmt Jantsch; semer war» ’■ vertreten di« protestantisch« Gemeind«, der Lehrkörper der Staatögewerbeschale. Mittelschule und der übrig« Schulau-, stall« Reichenberg« re. re., die Bereue und Korporationen. Bor dem Portal« hielt Herr Banmeistrr Sacher» tmv kurze Ansprache, in welcher er der glücklich« Beendigung de» Baue» gedachte und für da» vrrttaum dautte, welche» ihm durch Ueberttagvna de» Baue» mtgeg«gebrocht wurde. Nach Uebergad« de» Schlüffe« an dm Obmann-Stellvertreter - der Eultulgemeiude. Henn Laagstein, bettattn die gela» dmm Gäste di« Vorhalle de» Tempel», woselbst Herr Lang» stein dm Büroermeister Herrn vr. Schücker mit folgender Ansprache begrüßt«: La» vor einigen Jahr« in «ine« Kreis« achtbarer Mönner Unserer «emeinde der Bedanke «geregt »mb«, »in Batteoh«» für der« «tt» «ivse vedürsaiffeza erbau«, «arm wir aa» der Schtvieriakeil« mM ttwußt, die der >u»führu»g diese, Me« eutwgmstanden. Nicht mpki* rdeub davor, bk hierzu ersorderlichm bedmteudm staaneleL« Mimt ein so große« Unternehm» zu beschafi» and der rfaaul aagereaten > Idee dt« Aussührimg folgen gu lasse», unternahm «» der derzmig» Vorstand der hiifige» <rultu»gmi«ind«, m dm Opferst«» wiserer »«- «eiad« zu appelltrm uad »unst »««hast« Zeichaaugm derselb», \omit durch zahlreiche Svmbm der Börger dieser Stadt »ab ga»z besonder» durch da» srmadltch« B nt gegen ko »»m der hirstgm Sparkasse, die »i» et» grlßere« Darlehm bewilligte, ist e» nu« aelnng«, eia Baumert »u schassen, da» nicht u»r uaserm religiös» vedürfnifsm »»Sbnaa» »tsprech«, souder» auch eine Zierde der Stabt, derm Nufblühm »tt - «tt regste» Jmeresse folg«, »erd« soll. Raa ist diese« «er! voT» endct uad gehobea» Herzm» »ad in freudiger MttfHauaaag tvcll» »vir und unsere geehrtm Festgüsk hmie »um ersten Mal« in dasselb» einz'ehm und demselbm dir religiös« Meide geben. Sk aber, hochverehrter He« Bürgermeister, al» Vertreter dieser Stadt, bin« wir, dies» Bau »u schützen uad zu schtrmm uad «tt an« eiazutrrt» ta da» »me Hau», tadem wir dm Segm Botte» für unser aeUebre« Herrscherhaa», die vehördm, dk Vertreter »ad Bürger dieser Stad«, sorok für all» Lieimtäm ersteh« woll», die a» unserm Veftrebnna» d« tauigst« tzlntheil genomarm habm. Diese Brföhle bitte ich Sk, geehrter Herr Bürgermeister, vo» »rtr, al» de» berusenm Vertreter unseöer Bemetnd«, t» Ramm derselbm frrundltchtz mtgmmzunehmm »ad spreche ich Ihn», sowie silmaNlichm FesWea für Ihr srmadltch«» Erscheinen dm wörmstea Dank au»." Herr Bürgermeister Dr. Schücker erwiderte: ^sch danke Ihn« für die sreuadlichm Werte der vegrößaag, di« Sk aa dk aawekadm Festzöste and an mich al» Vertreter der innerhalb kurz», Zeit noch Ueberwttdaag mancher Schwierigkeit« nab Hiadernifie erroaqm habe». Sera« nehme ich dk Berficheruna «nt» gegm, daß dk t«raelitisch« Lultuöaemelnd« in Reichmberg. teseest v»a v, patriotischer Bestanung, dem Aufblühen aasrrer Stadt ihr wörmste» Jutereff« zuwendet an» ich dia überzeugt, daß Jeder van Ihn« sich -^3 al« Bürger dieser Stad« fühlt und «tt aa» ^metnschafwch eia tritt . »ad arbeite« für da» Mahl derselben. Ihrer Birk msiprechmd, rrtlär» ■ ich, daß dk Stadtgeraeiade uad derm Vcrtrewag innerhalb der ihr zg «tagerilmn'ea Machtfphire und ta Lrfüllaag der ihr krefi derftlbm obliegmdm Verbindlichkeit schützend »ad schtrmmd »achm wirb öbee diese» am« SoUeshau», daarit e» seiner erhabea» vesttawmaa «tmaerdar dime; ums» bereitwiwger gebe ich Res« Brklöraaa» al» ich an» erkmn«, daß diese» vaawerk eia Werk ist de» Beaeeinstaae», welch«» entstaadm ist durch da» opsenvilltge, eiatrklchtige Zasaaraeeagthea etaer groß« vnzahl unserer Mitbürger, und Alle» daraus aakoaüat, daß dieser Gaaetafiaa stet» erhaltm, stet« geweckt, errmt »ad «ge MhalkN »ad belebt werde; dem, nur ta diese» Brmeiastna liegt die »rast unserer Bmuinde und die Zatuast derselbm» «ha« deaselbm a»örbe aaser Beawtawes« nicht gedeih« uad könnt« sich akdt nach vorwtrt» schrritrud eatwickrla. «ögm alle «ttakieber wirr Religiwttaeaoffeaichaft in diese» »mm Sottr»hause Dwst «ad Liaderang. Krlwm and , «rhebuag findm ta dm «echselsöll» de»Lebm», welch« Re Herz«dm ' Mensch» bald srrudbald letdvall beweg«." 'r* Die Güstt bcgobm stch sodann unter Führung der „ Eomitö-Mitglieder in dm eigmtlichm Gebettan«, wosttbft der Gottesdienst seinm Anfaog nahin. 'Nach einig« Wethe» Z warttn de» Her« Rabbiner» Dr. P osn anöktz ersolgtt der A eigentliche Wetheoet durch Aazündm de» ewig« Lichte», wo» " rauf di« Gesrtzeörollm au» der BuadeSlade gmommm und unter Gesang dermugetragm wurden. Herr Gerhardt * hEe der Eullusgemeiude durch die Mdmuug einer , Hymne" eia stuntge» Angebinde übeneicht. Die Mitßl! der »Ehocverrinigunq" warm bemüht» da» tteffliche Werk nnserr« heimisch« Eomponistea »irkuü>»vol zu» Lortruatt * zu bringen. Au dtt vom Herrn Robdin« PosstalrökH^Z