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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 41-42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 41-42.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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chen, polvischr« nnb Mische» Brvölkrrung ia der Privinz Posen gewidmet ist. Die große Anzahl von Jude» in dieser Provinz gewährt rin« breite Unterlag« zur Vergleich»», aller ans da» Lebe» bezüglichen statistische» Ingabe», welch« für eine Dauer von SO Jahre» sorgfältig registrirt «nrden. vergleiche» »ir dies« auch, »i« »ir »olle» — van der Zeit vor der Geburt bi» zu« höchste« Itter — die Resultate sprechen mit wenigen In»uah«eu zu Gunsten Ihrer lusprüche auf brsonderr ttdruverlängernde Privilegien. Ich b«»«rle absichtlich die Periode »»r der Geburt, weil in keiner andern Phase di« Leben»krast so markirt hervortritt, al» bei der verhättuißmäßigen Seltenheit todtgeborruer linder. Herr v. Bergmann zeigt jetzt, daß im Distrikt von Marienwerder von 1819 bi» 1879 der Procentsatz der todtgeboreaen Sinder bet de» Christen 2 66 und bei den Juden 0,63 betrug; im Distrikt von Danzig 3,38 und 0,99: in Oppeln 2.93 und 0,69. In sSmmtlicheu östlichen Provinzen Preußen« war da» vrrhLltniß 3,76: 1,72; in Westfalen 3.11 und 1,38 und in der Provinz Posen von 1849 bi« 1873 3.32 und 1,05'/, «der weniger al« '/,. L eg o y t bestätigt diese Nesultate und führt au. daß, während in Königreich Preußen 1 todtgeboreue» Kind auf 44,88 Geburten kommt, die» bei! den Juden erst unter 97,75 der Fall ist.! Sehen »ir nun eine Stufe «eiter zur Vergleichung der Sterblichkeit»verhältutffe bei den Kindern im ersten 8eb«»»jahre, so begegnen wir einer eben so auffallenden Erscheinung. Bon 1820 bi» 1870 betrugen die Lodeefälle in de« östlichen Provinze» Preußen» bei den Christen 23,81 und bei den Jude» 15,06'/,. In der Provinz Posen war da» verhiltniß 23,50 und 16,23; im Bezirk Marienwerder 22,66 und 10,97; im Bezirk Danzig 23,95 und 14,04; t« Bezirk Oppeln 23.91 uud 12,64; in Westfale» 17,16 und 10,84 uud in Baden 25,91 und 16,72. Inder« -statistische lugabeu bestätigen diese Zahlen; so findet Hoffman», daß von allen in den Jahren 1822 bi» 1840 in Preußen lebend geborenen Kindern im ersten Lebrn»jahre starben 1 von 7,5 bei den Juden und 1 von 6 bei den Christen und Dr. Loir behauptet, daß in Padna mehr al» '/• der christlichen Linder im ersten Lebensjahre sterben, bet de« Juden nicht gauz '/,- Bo« ersten bi» znm fünften 8«ben»jahre war der Procrntsa» der Gestorbeuen in der Proviuz Posen während der Jahre 1819 bi» 1863 bei den Christen 37,48, bei den Jude» 28,69; i» Distrikt Bromberg 37.72 und 26,47; ttn Distrikt Marienwerder 36,87 und 21,28; im Distrikt Danzig 37,14 «s* 23,24; in Berlin 39,44 und 27,59; in allen östliche» Provinzen Preußen« 36,41 uud 25,65; in Westfalen 28,52 und 18,35. Mayer zeigt un», daß in Fürth jüdische Kinder nnter 5 Jahre» zu 10'/, und christliche zu 14'/, starben, und Renfville findet da» Berhältuiß in Frankfurt wie 12,9 zu 24. wir sehen als», sagt von Bergmann, daß überall die Sterblichkeit unter den jüdischen Lindern von dem 5. Lebensjahre geringer ist und diese» günstige verhättniß steigert sich «tt dem runrhmenden Alter; und gerade in den seltenen AnSnahmesälle«, wo die Sterblichkert nnter den jüdischen Lindern de« ersten Lebensjahre» einen hohen Srad erreich», muß ihre Ibnahme bi» znm 5. Lebensjahre merkwürdig ausfallen. Achuiichen Resultaten begegnen wir in den reiferen Lebensalter«. Sa bettng die Berhättnißziffer der Sterbefäüe aller Lebensalter in der Prov. Posen von 1824 bi» 1873 bei den Juden 2,22 pro will«, bei den Christen 3,38; im Distrikt Posen 2,28 »nd 3,29; im Distria Bromberg 2,09 und 3,57; in «arieuwerver 1,73 und 8,56; in Distttct Danzig 1,88 und 8,44 und in Oppeln 2,02 «nd 9,88. In Pommern war da» Verhättniß «ährend der nämlichen 50 Jahre 1,58 und 2,88; in Ostpreußen 1,63 «ad 3,85; i» wrstvhalen 1,92 und 2,69; in der Rhetnprovtnz 1,82 ch ».7v; im Könipeich Prmche» 1.95 und 3,00 «nd i« Baben 1,94. und 9.68. I» Oesterreich war da» vnhättaiß von 1860 bi» 1870 2,14 und 9,02; in Rußland 2.8 und 9.8 und diese» ttotz der drückenden Armuth «nd der aesundheitschädigenden Verhältnisse, in welchen die große Maste der jüdischen Einwohner diese» Lande» sich befindet. In To»eanien waren die verhältnißzahlea 2,84 und 2,75. In Sachsen starben bei den Jude« 1 von 51 und bei den Christen 1 von 93. In Preußen zeigt die ueueste Statistik, daß da» Durchschnittsalter der Juden da» der allgemeinen Bevölkerung um ö'/, übersteigt und oifiziell« Angaben au» Algier zeigen 1 Sterbefall unter 40,8 bei den Juden und 1 unter 21 bei der anderen Bevölkerung. Dr. Mayer bestätig», daß in Frankfurt von den Juden 54'/, da» 50. Lebensjahr erreichen, von den Christen nur 38'/,; Da« 70. Lebensjahr erreichen von den ersteren 27 und von den letzteren nur 13'/,. Die Hälfte der jüdische» Bevölkerung daselbst erreicht da» 50. Lebensjahr, die Hälfte der Christen stirbt im 36. Lebensjahre; '/, der jüdischen Einwohner der Stadt erreicht da» 71., «ährend kaum '/, der Christen das 60. Lebensjahr erreicht. Dr. Neuivitle schreibt au« Frankfurt» daß von 100 an demselben Tag- Geborenen '/, vor zurückgrlegtem 7. Jahre bei den Christen, bei den Juden aber erst '/, nach zurückgrlegtem 28. Leben«, fahre sterben würden unv bet den ersteren die Hälfte zu 36'/, und bei den letzteren die Hälfte ober erst zu 53 Jahren, rrsp. '/, unter 60 und über 71 Jahre. Dr. Mayer, der statistische Berichte über oie SterblichkeitSverhältnisse in Fürth »ährend einer 10 jährigen Periode bringt, giebt für da» mittlere Alter der Christen 26 und für da» der Juden 37 Jahre an. Auf den Versammlungen de» statistischen Verein» zu Pari» im Juli und August 1865 la» Herr Legoyt über „die Lebenskraft de» jüdischen Stamme» in Europa", wobei er nach Bestätigung vieler, zu diesen Resultaten iu Berührung stehender Thatsachm eine erschöpfende Studie de» Gouvernement» - Oberärzte» in Wieselburg, Dr. Glatter, (1856 der ungarischen Akademie überreicht) ansührt, in welcher nach einer genauen Vergleichung der respertiven Sterblichkritsziffern aller JahreSklasien — von der Geburt bi» zum Alter von 100 Jahren — sich zu Gunsten der Lebenskraft der Hebräer derartige Schlüsse irgoben, daß Herr Legoyt sagte: »Die Thatsachen, auf welchen diese Beobachtungen basiren, zeigen solche charakteristische und übereinstimmende Erscheinungen, welkte wir durch eine lange Reihe von Jahren verfolgen können, daß es schwierig ist, in denselben nicht diese Privilegien und diese Immunität de« jüdischen Element» rrkeuuen zu »ollen. Die Vorzüge, welche Dr. Glatter demselben tuschreibt, sind um so bemerkenSwerther, al» die ISraelnen jener Gegead (Ungarn) sich in der allerbefcheidensten socialen Lage befiadrn; sie sind unbedeutend« Detailyändler. von der Hand iu den Mund lebend, und dem gemäß auch ia hygienischer Beziehung sehr ungünstig gesteltt. Dennoch finden wir bei Vergleichung der verschiedenen Rassen. für die mittlere Lebensdauer bei dea Croaten 20,2, bei den Deutsche» 26,7 und bei den Juden 46,5 Jahre und unser Erstaunen findet noch eine Steigerung, wenn wir die bettächtliche Zahl der letzteren in» Ang« faffen, welch« ein außergewöhnliche» hohe» Alter erreichen. Die,Beya« ScientLflqa«" »rigt in ihrer summarischen Urbersicht über dir physiologische Immunität der Juden, daß todtgeboreue Kinder überall der ihnen seltener sind, verhättniß- Äeiue größere Snzahl chrer Lmder <m Leben bleiben, erbliPeit im Allgemeinen ein« xerinzere, ihre mittlere Lebensdauer dagegen eio« länger« ist und endlich, daß sie verhättnißmäßig von luberculoseu Krankheiten verschont bleiben. Sie schiebt d«se biologische« Vorzüge zum größten Thell der sorgfältige» Beobachtung der hygienische» Vorsichtsmaßregel« zu. welche ihnen durch da» Religion»« gesttz geboten find. >: i.’.-... ’XJt.-.. - V.

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