Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 41-42. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 41-42.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/5369809-5935066-5956612--7311-5373341
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Uni, al< Ir dt«, m»ß diese Abfertignng nttt der höchst« Genugthuung erfkllen; denn fie bewrist. daß »a» all«hschsttn Orte» der „Lreu^zettung" zwar große Bedeutung z»»tßt — keinem andern» Statte ist t» je widerfahr«, daß seine Artikel ausdrücklich und öffentlich »am Touverai« gebilligt oder getadelt wären —, daß »au aber andrersetts die Tendenz des vlattes nicht billigt. Und das, ich »iederhol« es, interrsfirt uns, in unserer Eigenschaft als Juden, aufs eminenteste: Lei« zweites Blatt hat von jeher da« Judeuthum und seine Bekrnner mit gleicher Raffiuirtheit, Planmäßigkeit und Gemeinheit angegriffen, »nie eben das Organ des «ackeren tzammerstei», und in keinem andere» Blatte konnte, »vie man aanehme« mußte, dieses System »an Verdächtigungen und Berläumduugeu uns mehr schade«, als eben in der in Hofkreise» eifrig gelesenen „Lrruzzritung". Um Erbitterung gegen das Judeothu« hrrvorzurnfen, beschuldigte «an es der „B-terlanLslofigkett, des Haffes wider Thron «nd Altar, der Urheberschaft iuteroattonaler Umsturzbestre« düngen* und ähnlicher Tendenzen; mit schlauer Berechnung kalkulierte «au. daß fich die iu allerhöchsten Lreise» bestehende Abneigung gegen die gekeunzeichneteu Bestrebungen auch auf das mit ihnen grfiisseutlich identifizirte Judeothu» ausdehueu wüff>. Mau sprach von „Judenpreffe" und bezeichuete damtt jedes Blatt demokratisch-ftttfiunig« Richtung, ob auch nicht ein einziger jüdischer Journalist iu der Redaktion des betreffenden Blattes thättg war. Unermüdlich wiederholte die „Lreuzzeituug" das so unendlich oft widerlegte Märchen von einer internattonalen Organisation des Judenthums, das in dem „jungen christlich-gefiunteu" Laiser eine» Feind veiwuthe, den es mü allen Mittel« der Perfidie und Gewiffenlnfigkttt bekämpfe. Die chliiano« iaraÄite nnivvrasUo, bereu edle und gerechte Bestrebungen selbst vor- «rtheilslose Ehiift« anerkennen, wurde iu dies. Bl. dargestellt als eine Organisation, welche die internattonale Juden- Herrschaft austr:be, di« vermöge ihres Eiufluffes und Reichthums der jüdischen Millionäre (!) schon in vielen Staate» allmächtig fei und die auch iu Deutschland da» jüdische Lägfiino errichten wolle. Doch, es ermüdet und erfüllt uns mit Widerwillen, diese Infamien und Berlänmdungeu (denn solch« waren et, wen» »au nicht grenzenlos« Boruirthett annehmer will) t-iederzugrbm. Se. Majfftät der Laiser, deffeu grader Sin» und hohe Einficht die wahren selbstsüchtigen Bestrebungen der „Lreuzzeitung' erkannt hat. auch wo fich dies« hinter dem Mäntelchen der Lönigstreo« versteckten, er wird auch die Absicht der jurenhetzerischeu Artikel des ehren»erthe» Preß- «rgans durchschaue», er »oird jene perfid« Jnfinnattoue», wenn auch niiht mit laute« Tadel, so doch nttt stillschweig», der Verachtung straf« und fortfahre», allen sein« Unter, thauen, auch »mm jüdischen Bek«»t»iffes. die an wahrhaft loyaler Gefimmug ficherlich nicht hinter der audersglänbig« Bevölkerung zurückftch«, ei» gerechter Herrscher z» sei». Die LckKm»kr«st de» Mdtsche» Vt«««e». d In sei«« im „Nineteanth Oantaiy* veröffentlicht« Artikel über .die dtäch das »ou Metzger» gekanftt Fleisch übertragen« «rmckhett»* bringt Herr Dr. H. Behrend schlagende Beweise, daß die Krage: .Gibt es Gründe für die Anuahw«, haß die jüdisch« Raff, besonder« Privilegien besitzt, welche derselbe» eine Art Schntz ,Pg« gesundhttts» schäoigeud« Einflüffe und dadurch ttn Mittel zur Lebensoerlängernng gewähren?* in bejah«de« Sinne beantwortet werden müsse. Einig« dieser Beweis« find von Zeit zu Zeit durch die »Jewifh Ehroniett* veröff«!licht worden; st« werd» aber ein« tiefe« Eindruck machen, wenn wir st« hier zusamm«gefaßt bring«. Das verhältttismäßig« F«istt» de» jüdisch« Staunne« von der Dispofitton zur Tuberculose, sagt Dr. Behr«d, ist von alle» Aerzt« in Folge dieserhalb gemachter Erfahrungen anerkannt worden und diese Erschttnung tritt um so bemerkeuswerther hervor, wenn wir de« entgegengesetzt« Zustand der meist mit dies« Dispofitionrn Behaftet« unter »deren Rationen in Erwägung zieh«. Di« Sanitätsbehvrdeu iu einem der ärmst« Quartiere London«, wo die große Maffe der jüdischen Bevölkerung wohnt, Hab« wiederholt bitte« Factum in ihr« officiell» Bericht« hervorgehobeu. Dr. Loane, Districlsarzt in Whitechapel, behauptet: „Ich weiß au« ttgmer Erfahmna, daß unter der jüdisch« Bevölkrruug meines Distrikt« die Schwindsucht wett weniger verbreitet »ord« ist, als uuter dem Rest der Bevölkerung, welcher ganz unter d«sttbm verhältnifl« lebt.' Dr. Gibbon gelangte zu demselben Resultat und Dr. Drysda le, Oberarzt am „Metropoliten Fr«e Hoapitel*, welches besondere Abtheilungen sür jüdisch« Lranke enthält, schrttbt, daß bitte nur sehr seit« au der Schwindsucht sterb» und daß ihr vefrettsei» vou dieser L«»kh«tt ttne sehr auffallende Erschttunug ist. Er fügt hinzu, daß fie bekanntlich sehr vorsichtig in der Wahl dech Fleisches find, deffeu sie fich zum B«»ffe bedien«. »Obschon es nicht meine Abficht ist, «ttne Pettönlichkttt in dieser Frag« zur Geltung zu bring«, so halte ich es doch für recht, zu bestätig«, daß währmd «einer 30jähttg« größtentheils unter jüdisch« Lrank« geübt« Praxi« mir auch nicht eia einziger Fall von Schwindsucht uuter den Gliedern dieser Glaubensgenossenschaft vorgekommm ist.* Es soll natürlich nicht behauptet »erd«, daß irgend eine spettstsche Uttache por ao beständige und nnveräuderliche biologisch« Rtt»ttate erzttl« kau»; was ich zttgen will, ist, daß ditt« Vorsicht bei d« Juden als wichtiger Factor bei der in Rede stehend« Frage gitt und daß fie durch unzählige Generation« geübt, so wie durch die au« fortgesetzter Vererbung auf dtt kommend« Sttchlechter gewonnene Inten» fUSt ein« mächtig« Einfluß «s die phyfisch« Lebenszähigkrtt und hierdurch znglttch auf die Geisttssch^se, welche bei d« Jnd« Ms bemerkenswerthes Eharactrristicn» hervortrttt, ausüdt. Proftffor Hosmer sagt: „Durch dtt gauze Geschichte Israels hat fich in bemerken« verther Weise dtt Weisheit der all« Gesetzgeber iu Beza, auf ditt« Geg«stand gezeigt. Zu Zeit« der Pest Hab« dtt Jnd« viel weuigrr gtttttt», als andere Völker; was dtt Langlebigkeit »nd d» allgemein« Gesuudhettszustand betrifft, so trat« dies« zu all« Zeit« merkwürdig hervor und hentt behauptet man in d« Lebensverfichernngsanstaltt», daß bas Leb« eines Jnd« »itt »ehr werth sein soll. Ms das eines Angehörig« aus eine« anbe« volksstamme*. Wtt Hab« gesehen» daß dtt Wirkung der Tnberele- Bacille» eine verhältuißmäßig träge ist, wen» fie »tt gesund« Geweb« in Berührung kowm«; find bttse aber durch Erblichkett »der Lraukhett ettchlafft» so cntwickeln fich ihre nwrbös» Wirkung« nngemei» schnell. La nun btt Gewebe des «»schlich« Lbrpers durch dtt in dieselbe, eingeführtt Nahrung gebildet wach«, so ist es fast überflüssig Pt sag«, daß ihre Lräftigkett ebm s, sehr von de» Lharaettr dieser Nahrungsmittel abhängt, als dtt Festigkeit eines Hauses oo» der Eigmschaft des Pt de» Ban verwendet» Materials. Ei» ganPs M«ägi» von Bericht» üb« b« fraglich» Gegenstand find« wtt in »er Emvelopädtt von Nenmann^ der» erster i» Jahre 1883 «schiene« Thetl von de» j verfass« Eng« era Bergmann, d« Entwickrlnng d« bent-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.