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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 40. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 40.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 814 Dcelmehr sei ei ihre Seche gewesen, dm Nachweil dafür zu erbringm, daß und um welchen Betrag sie zu hach zur Stmer ecngeschätzt worren sei. Da« had« fie unterlass« und dämm habe ihre -läge als gegenstandslos abgewiesm «erdm müffm. KerN«. <Zur Unduldsamkeit in »er Schule.) Diejmigeu jüdischen Mitbirgern, die den antisemitischen Neigungen de« Frl. Boretiu« gem entgegenkamrn und fofort nach 8er* (autbarung derselben ihre Linder au« der von dieser Schul- Vorsteherin gele teten Schule nahmen, ist folgende« Schreibm zugegangen: Lehr flcclmc, Herr Ich bedaure aufrichtig, daß die von Ihnen «rwäbntkn jicitunssariikel Sit zu tem Wunsch resp. Entschluß geführt haben, Ihre Töchier meiner Schule zu entziehen. A's ich jeden nun ini Truck erichicnenen Brief schrieb, l,g mir nichtfeiner, als der Aedanle, es könne derselbe eine» Tages der Öffentlichkeit ütergeben »erden und da;u dienen, die Eltern meiner stldifchen Schülerinnen zu verleben Ter segenwünige Prozentsatz derselben ist mindesten» 33*/, — da erscheint c-> mir in allseitigem Jntereffe und aus Grund vlel» fe.cher Beobachtungen und Erfahrung geboten, ein «eitere» Steigen desselben zu mr Kinder», in dem ich vorläufig aus Reueinschulunq jüdischer Schülerinnen verzichte. Ich wiederhole: jebec unparteiische Beur'heiler, er mag einen Standpunkt cinnehmen, welchen er wollt, wird diesem Entschluß seine Bewiligung nichts?) »erlagen können. Die gegenwärtigen Schülerinnen zu behalten, war stets und ist mein Wunsch. Wenn trotzdem Eltern die A »sicht haben, ihre Töchter sofort au« meiner Schul« zu ncbmen, so bedauere ich dies, wie schon gesagt aufrichtig, kann an« eerericits aber nicht unterlassen, aus diejenige Bedingung aufmerksam zu machen, wvnack Austritt nur zu Ostern o7er Michaelis nach vor» a u sgezangenei dreimonatlicher Kündigung erfolgen kann. Ergebenst (gez,) Marie Boretiu».-- Frl. Bore in« will also die Linder jüdischer Eltern, dir fie soeben erst choöde zurückgewiesen, um de« rückständigen Schulgeldes rnlleu festhalten. Ein sehr idealer Standpunkt, der übrigen«, Iiei einer Weigerung der betreffrudm Eltern, noch zu einem interessanten Nachspiel vor Gericht führen kann! lßlberfekd, 21. Sept. Eine aufregende Seme spielt« sich gestern gexen Abend, im städtischen Biehhoke ab. Daselbst sollte ein Stier im Gewichte von über 1000 Pfd. geschlachtet werde» und hotte man dem Thiere, wie die« «eist geschieht, eine Marke aufgesetzt. Doch sollte, wa« ebenfall« häufig der Fall ist, da« Thier nicht durch Schläge betäubt, soudem erschoss,« werden. Der Schuß verfehlte leider sein Ziel und austiltt in da« Gehim, drang die Lugrl in die Zunge. Durch den Schmerz wüthend geworden, riß sich der Stier von den Stricken lo» und raste durch da» Schlachthau«, Alle«, w„« ih» in dm Weg kam, über dm Haufen werfend. Die in dem Schlachthau« befindlichm Metzger wußtm fich nur mit Roth in Sicherheit zu bringen; vule von ihnm muß:« au dm Aufzugstrickeu emporklrttem, um nicht von dem wüthmden Thiere ausgespießt zu werdm. Nach einiger Z;it wurde eine Luh durch die EiogangSthüre geschoben, worcvif r« gelang, dm wütheudm Stier zur Ruhe zu bringen und ihm durch (inen wohlgezieltm Schuß den Garou« zu machen. (Und diese Methode de« oorherigm Betäuben« will mau uu« jetzt durch die Agitation der Thierschutzvereine ausuöthigeu! M»gm diese Herren zunächst vor ihrer eigenen Thür kehren und unser humane« rituelle« Schlachten fich zum Muster »ehmm, sowie all« rohm Metzgergejellm dasselbe zur Nachahmung empfehlen.) £«Ke, 29. Septbr. (Or.»<Sotr.) Die Einfühmng de« neuen Rabbiners der hiesigm israrlitisehm Gemeinde, de« Herrn Dr. Feßler au« Landäberg a. W. fand am 19. d. Mt«, in würdiger Weise in der Synagoge statt. Di« Feier, zu welcher sich auch mehre» Vertreter der städtisihm Behörden eingesundm hattm, »urde durch dm Gesang des Chor«: .Gesegnet sei. der da kommt im Ramm de« Herrn* eröffnet. Darauf stellte Herr Fabrikant Blumenthal, der vorsitzmde der Synagogen-Eorimission, Herm Dr. Feßler der Gemeind« vor, indem er zunächst in ebreudm Wortm de« im vorigm Jahre vetstork-nen Herrn Dr. Fröhlich gedachte und dem erwählten Amtsnachfolger deffellxn Gotte« Segen für seine zukünftige Gemeind« wünschte. Dann begrüßten dm uenm geistlichen Bemlher der Gemeinde Herr Kaufmann L. Sach« i» Ramm des Gemeiude-Borstaudes und Herr Lauf««» Rosenberg, im Ramm der Gemeinde-Bertretung; der Erste« nah« zugleich Telegeuheii, dm antstfcttbeit Qccttctctn btt städtische« Behörden für ihr Erscheium zu der Feier zu danken. Nachdem daun noch rin erhebender Wechselgesang de« Cantor« und des Thor« .Ist echebe meine Augm" verklungen war. dankte Herr Dr. Feßler in bewegt« Wortm für da» Verträum, welche» ihm durch die Berufung in sein nme« Amt entgegmgebracht, und für dm freundlichen Empfang, der ihm hier bereits sei. Er gelobte uieht nur das religiöse Wohl der Gemeind« zu fördern, dem Gotieshause, der Schule und den Familim den ihnm nüthlgrn Beistand angrdeihen zu laffw, sondern auch da» Gemeindewesen durch sein« Mitarbeiterschaft der weitern Entwicklung «ntgegenzuführm. Wie einst der in da» Heiligthum tietmde Hohqrriester geschmückt war mit der goldenm Stirnbinde auf der die Worte glänztm: .Heilig dem Ewig«!", wa» ihm bedeuten sollte, daß alle seine Gedanken auf da» Heilige seine» Amtes gerichtet seien, wie er femer geschmückt war mit dem Brustschilde, auf dem alle Namen der Stämme Israel« verzeichnet waren, so wolle auch er in dm Dimst der Gemeinde tretm S«schmückt mit der unstchtbarm Stirnbinde, alle Lräfte seine« leiste« sollt« dieser Gottesgemeinde gewidmet sei« und ihren Anstalten. Aber auch geschmückt mit dem Bmstschilde, auf dem die Namen aller Gemeindemilglieder verzeichnet stehen. trete er in dm Dimst der Gemeinde, dmn sie Alle, die Lleinm wie die Großen, die Gebmgtm wie die Aufgerichteten, die Armen wie die Reich«, sollten seinem Herzen nahe stehm; All« «olle er sich widmen. Allen dienen. Da aber in heutiger Zeü gar Mancher glaubt, seine« Gott liebw, bedeute nicht« Andere», al» seinm Rebenmenschm hassen, darum sei es ihm Heizmsbedürfniß, an heiliger Stätte und im feierlich« Momente e» auizusprechm, nicht nur dmeu sich zu widmen, die hier an gleicher Stätte bete», sondem auch dmm, die an der gleichen Aufgabe der Mmschheit arbeiten — allen Menschen. Mit Absingung des Ps. 38, 3—10 fand die erhebenden Feier ihrm Abschluß. — Die mit Bcgeist-ruug aufgmommene Ansprache, sowie die am Sabbath Nizawim gehaltene Antrittspredigt werden auf Wunsch rät Drucke erschein«. Am Abmd des 19. fand ein Festessen statt, bei welche« man bis 3 Uhr Rorgms in gemüthlichem Beisammensein verweilte. Ztentße» H./A., dm 25. September. (Or.-L«r.) Was bei« Amttantritt unsere» Rabbiner» vor einem halben Jahr der hiestge Synagogm-Borftand verheißen, da» geht nunmehr seiner Erfüllung entgegen. Eine neue, de« jüdisch« Mtu« durchaus mtsprechmde Syuagogm- und Gebet-Orduung, welche, wie da» Borwort sagt, „dem vielfach hervorgetretenm Berlaugm nach möglichst würdiger Gestaltung de» Gottesdienste» in seiner äußer» Form und nach Hebnng der Andacht im Innern* «ach Lräftm genüg« soll, tritt hier mit dem «men Jahr in Lraft. von bemerkmSwerthm Amderungm sei erwähnt, daß alle chaldäischm Gebetftücke in Zukunft wegfallm; für da» Lol Nidre tritt ei» anderer, rein hebräischer Text, an Stelle einiger hebräischer Gebet« soll« de« Inhalt mtsprechmde deutsche Gebete vom Rabbiner vorgrtrageu werdm. Das Mamf an Sabbath- und Festtage« schließt sonan mit die sonst daun folgende» religiös-pottischm Stücke find nebst dm Laddescht« au de» Schluß de» vom lünaank zu tteuueudm öodaoduri»- Gebetes verlegt. Eine Anzahl kiintirn, in»besondere di« groß« zum Plaudern einladend« Stationen, sowie die die Ledusch» zerreißend« Zwischenstück« find fortgelaffeu; der Ps. 47 vor dem Schofarblasm wird nur einmal und zwar vom Rabbiner vorgrtrageu. Eine Anzahl Ordmmgs-Barschriften regeln di« Funktionen, tre Lopf- «ud Fußbekleidung der Lohant» und der zur Thor, Anfgerufenm, dm Umzug «tt de» 8ula» und dm Thararolle»; die während des Gebetes für dm Laiser- und während der Prcbigt «ntretmdm heck» dis in berat B» rndignng am «ttPan, zu verbleib«, tckht - jchtLpptchÜM

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