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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 38. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 38.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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298 einer neuen Stelle wegen, denn eine glänzend« Stell« hadr er verlassen und sich von seit langen Jahre« ihm liebgewordenen Freunden loSgerijsen, um dem an ihn ergangenen Rufe, an dieser Gemeinde zu wirken, zu folge«. Wenn er dieseneu« Amt übernommen habe, so sei dienur geschehen, um davon seinen Borgängern, den verstorbene« Overrabbinern Bcrnay« und Stern, mit großem Geschick hier durchgejührte traditionelle Judenthum fortzuführen. Er habe likbgewonnene Berbindungm gelöst in der Hoffnung, hier neue liebevolle Berbindungm herzustellm. Da« Erste was er zu ihun habe, sei Gott zu danken, dann dem Bor» stand und dm Mitgliedern der Gemeinde für dageschenkte Vertrauen seinen Donk au-zusprechen..und um ihre Unterstützung bei seiner Amtsführung zu bitten. Der Augenblick dieser Mer bewege ihn nicht nur tief, sondern erfülle ihn auch mit Bringen, wenn er daran denke, daß er damit 1» großem Geschick geleitete Werk seiner bewährtm Vorgänger forlsrtzrn solle, weil er sich der Schwere und der Berantworiung se nk« neuen Amte« voll bewußt sei. Di« ihm übertragene Arbeit sei nicht nur eine verantwortliche, sondern auch nicht selten Anfechtungen ausgrsetzte und habe er deshalb auch wohl erwogen, ob es ihm, dem schwachen Diener Gottes, gelingen werde, sein neues Amt zu verwoltm und er im Slan re sein werde, dir drei Grundpfeiler der Religion: Thora (Lehre), Gottesdienst und Wohlthätigkeit, zu stützen oder zu stä ken. Ich ttete meium Dienst in der Hoffnung an, daß der Allmächtige, der mich hierhergeführt hat, mir auch fernerhin seinen Beistand leiste. Menschenliebe, Friedfertigkeit und Vaterlandsliebe der Gemeinde Israels einzuflößen." Mit einem Srgm und einem Gebet für bat Aatfer, die kaiserliche Familie, die Obrigkeit der Stadt Hamburg, deren Bewohner, die Gemeinde, Schule, Lehrer, Voisteher und Vertreter der Gemeinde schloß der Redner seinm warm empfundmr» und beredtm, auf die Zuhörer der tiefften Eindruck machendm Vortrag. Nachdem der Krabenchor unter Mitwirkung de- Thorverein« mü Insttumentbegleituug dm Ps. 100 gesungen hatte, sprach der neuawählte Oberrabhiner bei der geöffneten heiligen Lad« noch eiu Gebet für den Smat der freim Stadt Hamburg, anschließend rn da« Gebet für den Haifa und die Fürstm Deutschlands. Mit dem Gesänge d«S Ps. Ibv schloß die «rhebmde Feier gegm 7'/, Uhr. K««I«rß, dm 1b. September. (Or.-Torr.) Gestan erfolgte di« Antrütspredigt de« Rabbiner« Hirsch in da Synagoge .Elbstraße', über welche sämmtliche Hörer de« Lobe« voll find. Der Redner schilderte darin, wie a seine Aufgabe der Gemeinde gegenüba auffaffe und mit Sanft« muth unt Friedensliebe solche zu erfüllen bestrebt seiu werde; nur wo da göttliche Name entweiht wad«, sei Strenge gerechtfertigt. Er käme zwar al« Nichtdeutscher i erher. aber deutscher Sitte und Bildung Hab« a stet« nachgestrebt und die hiesige Gemeinde sei chm durch ihre religiöse Führung sympathisch geworom. Deshalb mf« a: »Frieden» Frieden dem Fernen und dem Nahen!" An unser« Lehrer Mose werde besonder- Sanstmuth gerühmt» die a auch stets bethätigt habe, aba a habe sie erst dewiesm, al« a die Führung übernommen und Gott ihm sagte: jbn *3SD J'n: bv „tritt mit Milde auf! Die . Friedfertigkeit sei auch bei Josua da Grnndcharacter g.'wesm und deshalb sei a von, Mose zu seiuem Nachfolger ausrrsehm; auch ihm sei da« 'J77i "70 vom Engel zugerufm, doch ebmsosehr das svttl ptn auch zur göttlichen Bedingung gemacht worden. — Am nächsten Sabbath wird da von da Tempelgemeinde zrm zweiten Prediger gewählte Dr. Selig mann von BreSlliu in sein Amt angeführt wadm. ZtertzOnrg, 16. Septemba. (Or^Tor.) Unta Bezugnahme auf die Notiz vor. Nr. Ihre« gesch. Bl. tbelle ich Ihnen nachstehend Nähere« über die Feia de« 25jährigen AmtSjubilciumSunsere«LehraSu. CantorSHerrn Böhm mst. Am Sonnabend, dm 14. d. M. hiest Har Rabbtna Dr. Flaschna in der Synagoge eine Ansprache an Herm Eantor Böhm, in da a brsonda« die Badimste. welche sich derselbe um die Hebung de» Gottesdienste« und da Schule erworben durch Einübung da Tempelgesängein eigen« zu diesem Zweck gegründeten „Böhm'schen Gesangverein«', ferna die Bescheidenheit, Frirdfatigkeit de- Jubilars, und seine Beliebtheit bei den Gemeindemitgliedan und Mitbürger« havorhob. De« Abend« irugm die Mitglieda de« Böh«'» schen GesangvaeinS im Hause de« Jubilarda Feia ent» sprechende Lieder vor. _ Am Sonntage, dem eigenilichm Tage de- Jubiläumstage«, erschien zur Beglückwünschung de« Jubilar« zunächst da Borstand der hies. EultuSgemeinde, welcher im Ramm da Gemeinde gratulitte vnd dem Jubilar die Mittheilung machte, daß ihm eine Gehaltszulage gewährt sei. Sodann da Vorstand deS „Böhm'schen Gesangverein»'. Hierauf da hiesige langjährige Deligirte deS D. I. G. B. Hr. Banquier Roritz Wolfs, welcha im Aufträge de« D. I. G. B. «in Glückwunschschreiben übeaeichte und dem Jubilar eröffaete, daß ihm eine LebenSversicherungSpolice über 500 Mark in einigen Tagen zugehen würde. Derselbe Hrrr überreichte auch ein Sparkassenbuch üba einen ansehnlichen Betrag, welchen a in Grmeiuschaft mit noch zwei Gemeindemitgliedan gesammelt hatte. Alsdann erschien Herr Rabbiner Dr. Flaschna mit den ältesten da Schulsinder, von dmen einige Borträge aufführtm und sinnige Gaben überreichten. Fast sämmtliche Gemeindeangehörigen kämm zur Beglückwünschung und ehtten gleichzeitig den Jubilar mit Ueberreichung von Geschenken. Abends fand ein allgemeine« Festessen statt, und legte die rege Betheilignog Zmgniß von der Beliebtheit de« Jubilar« ab. Toaste feiatm den Jubilar, seine hiesig« und auswärtigen Angehörigen, welche zu dem Fest« erschimm warm. Depeschen von nah und fan liefm in Unmmge rin. Nach dem Festessen vergnügte sich die Jugend an Tanz, womit die fröhlich« Feia endete. Maiuz, 16. September. (Or.-T«rr.) Dir gestriege Nr. de« hiesigen „ Neueste« Anzeiga«' enthält eine Ba. öffeutlichung de« „Borstaude« de« BezirkSverein» der Mainzer Buchdrucker", die üba die Grmzeu da Stadt hioau« einm Thillul haschem (Entweihung de« jüdischen Namen«) d« ärgstm Art vabreitei, der umso betrübenda ist, al« die Baaulaffung dazu von eiuem Blatt au«geht, da» fich ba« „Tenttal-Organ für da« orthodoxe Judenthum" nennt, und fich zum Splitterrichter über die jüdischm Gemeinden und dam Beamte aufwirft, ohne den Balken im eigenen Auge zu sehm Der betr. Arsikel lautet: „Die hi« erscheiueud« Zeitschrift: Israelit und Jeschurun', hemu-gegebeu von Herrn Rabbiner Dr. Lehmann, brachte In ihr« Rümmer vom 5. Eiptember unter Berlin eine» Artikel betreffend die .Entheiliaung der kirchlichen Rübetag«,' welchem «. A. der «rtikelschreiber au«sühit, daß wir (die J-raetiie») überhaupt jeder religiösen Empfindung unsere Achtung und Werihschätzung zolleu.' Ran erlaub« wir un« Har» Rabbina Dr. Lehman» t« vertrauen zu verrat he», (wenn a e« vielleicht nicht schau wiffen sollte,) «le und in welcha Weise dies- .Achtun« und Werthschützung religiösa Ampsiudungen' von Seite»-seine« In «ligiSsr» Diohen sehr orthodore« Sohne», de» Buchdiuckerei-Besitzer« Har» 0«k»r Lehmaun (Inhaba der Firma Ich. Wirth'sch« Hnsbuchdruikerei,) aehaudhabt wird. Besagta Har läßt, trotzdem a dem zwilchen Prinzipalen und Sehilsen vaeinbäte« allgemeinen deutschen Buchdruckertarist seine Zn» stimmuug gegeben (in welch«,» Tarife hauptsächlich auch die zehnstündig« Arbeit»,eit betont ist.) sein überwiegend christliche« Butdruckerei» Persoaal die 60 stündige Arbeit«uit pro Woche in fünf Lage» erledigen, um seine» Sonntag nicht «»theiligen zu lassen. Run kommt «» aba dem Herrn Luchdruckereibesitzer O«kar Lehmann absolut nicht darauf an, an seinem Sonatagr, wen» auch nicht imtna da« ganze Personal so do h eia« kleine Anzahl dessel den (6 — 8 Mann) arbeiten zu laffe», weu» er — und dir« kommt bei seine« Se» säiLstSgebahrkn sehr häufig vor — einen Druckaustrag zu eine« Preise übernommen, tu welchem sich sonst hia am Ort kein Prinzipal gefunden haben würde; genau»la Har übagiebt nun, um nicht ganz vmsoust zu arbeiten und doch noch sei» .Profiühea' heraurzuschlagen dies« Arbeite» «ine« Lousortinm von sehr billige« Setzern (tote natürlich unta sothane» verhältniffea, wie man »u sage» pflegt, für einen »Apstt und Stück vrod' arbeiten) und diese düisea dann am jüdischen Sonntage diese billige» Ardelteu zu eina Pauschalsumme Herstellen I — Wir

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