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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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und die Männer, die damals, während die Preuße« ein paar Meilen vor Wien standen, ihre Millionen de» Laster und dem Reich zur Verfügung gestellt hatte», wurden nach uud nach sämmtlich ausgezeichnet. Darunter waren auch Christen, wie sich von selbst versteht; die vier iSraelttischen Bankiers, die oben genannt find, wurden barcuifirt. Dar ist die Wahrheit. Areßöurg, 18. August. (Rabbinerconferenz.) Am 13. d. Mrs. traten in Raab mehrere Rabbiner Ungarn» zusamwer, um theils einen Gedankenaustausch zu pflegen, theilS Angelegenheiten des JudcnthuwS zu berathrn. Nach zwkiläMi TiScussion ergab fick der einzig positive Beschluß, daß die Einberufung einer allgemeinen Rabbinerversammlung anzufteben sei, die über die wichtigsten Fragen des gegmwärtigen JudenthumS, die auch bereits theilwrise Gegenstand der Bei Handlung in der Conferenz waren, j,u berathen und zu beschließen. Wie die große Rabbiner Versammlung zu iniiiiren sei, muß der Zukunft Vorbehalten bleiben. — d. -»» Ztngar». Daß hier der .Wunderrabbi* noch sehr in Mod« ist. gebt auS folgender Nachricht hervor, welche der »Pe ter Lloyd" bring«. Da« Blatt schreibt: »D e Snschaimvp, daß heilige Männer mir der Macht begabt sind, durch ihren Segen und Fl ich Heil rnd lluht'l über die Menschen zu bringe«, tjai bei ollen Böllern de« Aller:hum« heimisch. Bei den Chossidäer», einer in den nordöstlichen -omitaten de« Lande« exlstirenden jüdischen Seele, bat sich dieser Glaube diö aus de > heuiig-n Lag erhalten, ja sie will diese Macht nickt nur ihren lebenden, sonder, auch ihren längst verstorbenen »Sundermännern" zuzetheilr wiffen. >u« diese« G:ur.l>e pflegen sich hier die chassidäistea »Bunde» rabbinea" und ihre zahlreichen Anhä-ger am Sterbetage de« hier vor 48 Jahren entschlafenen Rabbiner« Mose« Leitelbaum, der seiner Zeit al» »Wunder:»«» a" in Ehren gehalten wurde, ein Massen-Ren dezvon« zu ge^eo. Am 28. v. M., al« am Sterbetage de« Rabbiner« Leitelbaum, versammelten fich hier mehr al« 2000 jüdisch« Ballfahrer, unter deaen wir seck«andzwanzi^ chassidäische Rcbbinen und Rabbinai«Verweser de- «erkren. Sehaareuweis« pilgerten sie in den alten jüdischen Kriedhos, wo Rabbi Leitelbaum nebe» seiner Gattin in einem gru ähnlichen Grabe ruht. Diese« Doppelgrab umschließt «in großer hölzerner Lasten, besten Ll ür am Sterbetage geöffnet wird, denn in diesen lbastra »oirst jeder Wallfahrer eia kleine« Zettelchen, «ine Att »Bittgesuchs, da« er ich durck den dort poftirte« jüdische» Schrift kundigen iu -edriischer Sprach« schreiben läsö." Ri «rkwürdiger Weise fühlen sich die Jubenblätter, welche sich in Spott und Hohn garnicht genug thun können, wmn eine Bielefelder Pasioralkonserenz auf den Amten ein Gebet verrichtet, bei diesen Wunderrabbi- Geschichten gar keine Veranlassung gegen Aberglauben rc. zu reden" — so spottet ein antisiw irisches Blatt, da« wohl die eigentlichen jüdischen Blätter nicht liest, welche sämtlich — dm Wunderrabbi-Schwindel al« traurige GeisteSveriirung g<igeln, die vom reinen GotteS» lauben ablenkt und darum von jeder monotheistischm Religion verurttrilt wird.*) SfoiMtotmien. a'laubs«. Sinen Bottrag, welcher auch für unsere Glaub:n«gmossm ein besondere« Interesse hat, hielt am Sonntag, dm 23. Juni Re». P. H. Wicksteed über da« Dhemci »Die große Idee Israel«*. Redner begann seinen Bottrag mit der Bemerkung, daß der Satz »Glücklich ist da« Volk, welche« keine Geschichte hat* nicht richtig ist, wmn unter Geschichte der durch irgmd welche Rationm auf da« Gesamwtwohl der civilisirtm Welt geübt« gute Einfluß verstanden werdm soll. Er führte al« Beispiel 3 Na! innen au, welche einm solch« Einfluß geübt hattm, und au der Spitze derselbm stellte er die israelitische Ration, welche der ganzm Welt die groß« Lehre von de« »tthifhen Monocheismu«" gegeben hatte. Zur Zeit, al« jede Ration noch ihren eigenen Gott hatte, dessen besondere Sorge eS wc.r, ihr allein iu allm natioualm Angeleamheitm zu helftn, mtdeckten die alten Israeliten die moralischen Eigen» schaftin de« einen Gotte«, welcher Gerechtigkeit und Lieb« von im Mmschm fo> bette. Herr Wicksteed führte au«, daß der ^«auptgrundfatz de« iSraeluischm Glauben» in die Wort« *) E» müßt« die« nur ouch bezüglich de« katbolistischenSohor-Schwiubel« der Fi.ll sei», den die otthotozeu Blätter leider begünstigen. (Red.) zusammmgefaßt werdm jfkünne »Waill^sein fm u ß. wird mdlich werdm* und daß diese« »muß* ei« ethische» Müsse» bedmte. Weil Israel Gotte» Volk war, mußte eS die Welt beherrschen; eS besaß im Schatz, Rastonen die Wahrheit verkündm. In Folge dessen lrhtte einer wahren Religion und konnte daher dm übrigm der Prophtt Amor, daß der Sieg Israel» nicht ein materieller Sieg sein werde, sondern die Herrschaft de» Recht», der Gerechtigkeit und de» Frieden», daß vonISrael desto mehr verlangt würde, jemehr Vorrecht« e» besaß und daß sein Abfall vom Recht ihm al» um so größere Sünde äugerechntt werdm würde, je mehr Kenntnisse von de.nselben e» besaß. Auch Jesajah verkündete die Lehre »Alle» wa» sein muß, wird mdlich werdm", west er glaubte, daß durch eine moralisch« Entwickelung der Dinge und die Macht eine» großm Jdmi» die JSraelitm wachsen und die Schwachen und Unwissenden mit fich emporziehen würden. Er glaubte femer, daß Jerusalem einst der Mittelpunkt der Welt werdm würde, nicht durch seine Krieger, sondern weil deffm Volk im Besitze großer moralischer Wahrheiten sich befindet und daß ein Reich des Frieden« entsteh:« würde, wmn alle Menschen sich al» Brüder bettachtm würden, wttl ein so gesegneter Zustand einst kommm muß. Er lehrte endlich, daß jede» Mmschm Seele der Sitz eine» inner« Lrbm»- pttnciv» sei, daß der ftomme Mmsch nicht uochwmdig für seine Thatm belohnt werden müsse, sondern daß da» Bewußtsein, Wahrhest, Treue und Mmsctjmliebe geübt zu babm, der höchste Lohn sei, der solchen Tugenden folgen könne. Herr Wicksteed bemerkte femer. daß die Israeliten glaubm, chre Idee werde sich einst al» Weltidre über die Mmschhett verbrntm und die wahre Erkmntniß eine» einzigm Gotte» werde einst die ganzeW.lt erfüllen. Sieglauben, daße» keine unzuvereinbarmden Gegensätze zwischm unserer höherm und irdischm Pflicht gebe, daß ein Mmsch trm gegm sich selbst und gleichzettig trm in Bezug auf die Gesetze de» Lebm» sein könne, and) daß. wmn wir der ILahrheit, der Menschenliebe und der Wissenschaft uns widmen, wir uu« hierdurch nicht in einen Gegensatz zu den Avforderungm de» Lebm» setzen, sondem daß die Ansprüche de« höhem uud de» niedem Lebm» vollkommm in Harmonie gesicht werdm könnm. Schließlich bemerste der Redner noch, daß selbst die Naturgesetze un» schon zu dem Rechten sührm und daß die große Idee Israel» »War werdm muß, wird endlich werdm* durch welche diese Ratio» zur Auerkrimung eine» Fortschritte» und eine» Siege» der Wahrheit gelangte, hmt zu Lage die große Idee eine« jedm Mmschm sei, welcher dm Willm und auch die Macht befitzt, die Mmsch heit zu veredeln uud zu beglücke«. Wir möchtm noch hinzufügm, >>aß e» hocherfreulich ist, zu sehm, wie die beglückeuden Lehren de» iSraelitischm Volke« in da» Bereich de» Nachdenken» nichtjüdischer Gelehrten gezogm werdm An uu» tritt aber die Pflicht Hera», die Ankunft dieser Zeit beschleunige» zu helfen und zwar dadurch, daß wir kttne Gelegmheit unbenutzt kaffen, uusem Rebmmeoschm über die Religion und Mission Israel« zu brlehrm, wie Herr Wicksteed e» iu seinem herrlichen vorttage gtthan, für welche« jeder emstdenkende Jude zu innigstem Danke fich ihm verpflichtet fühlm muß. «Laudon. Ein schöne» Werk beabsichtigt Herr Herbert von Stern auSzuführen. Er will nämlich zur Erinnerung an seinm verstorbenen Vater, Baron von Stem, 2000 Psd. Sterling zur Ernchtung eine» Glockeuthurme» und einer Triukwasserfontaine vor t«r Frorit de» Peovl^» Palace schmkm. E« ist ein glücklicher Gedanke Misere» Glauben«gmossm, da» Andmken seine» Bater» durch ein« That zu verewigen, welche sowohl Jadm al« Christm zum Boriheil gereicht. Der Glockenthurm und die Fontaine werden einm dreisachm Nutzen haben. Während sie die Erinnerung an «inen hochherzigen Mmschmfteund wachhaltech werdm sie der arbeitenden Klasse in der Nachbarschaft große» j Nutzen gewähren und zugleich ein beredte« Zeuguiß dafür adlegen, daß die jüdische Philanthropie keine confessionell» J

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