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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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'• — m — ■'(TUE ziehen Unten. Diese Statuteuändnuag wird jedoch ans die nächstjährige Versammlung vertagt. Somr: ist die Tagesordnung erlchigt. Ans Eintrag de» Herrn Landrabbiner» Dr. Guttmann werden al» nächstjähriger Bersammlungöort Hildeshcim und al» Konfeienztage der Sonntag und Montag nach dem Wochenfrsie festgesetzt. Vorträge übernahmen di« Herren Lmdrabbiner Dr. Guttman«, Bachenheimer- Dransfeld und der Unterzeichnete. Nachdnn noch dem Herrn Landrabbioer Dr. Gronemann al» Vorsitzenden der Unterstützmrgskaffe und dem Vorsitzender Blumenfeld für ihre Mühewaltung von de« Anwesender' gedankt wurde, wurde die Sitzung um 6'/, Uhr nachmittag» geschlossen. Emden im August 1889. 93. Selig. Schriftführer. □ Stimmen der Presse Ster de« Orden „B'me Brith". IV. Ae»-D,rt. Die sechsmonatlichc Amtsperiode der Beamten der BundeSlsgen ging vor der letzte» Sitzung der DistriktS-Großloge zu Sud«. In dieser wurde aber der Beschluß xefaßt, daß dir Thätigkeit der Funktionär« bi» nächsten Jrnuar fortdauer» und die einjährige AmtSperiod«. beginnend mit Januar, wieder eiugeführt werd-n sollt«. E» zeigt sich nämlich sehr schwierig, Persönlichkeiten zu finde», xlche geeignet find, in der heißen Jahres;«.-. »ie Loge» amtlich zu besuche» und die Beamte« zu installier». Auch finden die Generalversannnluugeu im Juli selten die erwünschte ketheiligung. Kerner wurde beschloffen, daß di« Maimonides-Bibliothek während d«» Sommer» geöffnet sein sollte und zwar an de» bi» jetzt ütlichen Stunden. — Tie groß«, alle 5 Jahre stattfiudende Bundesversammlung (6lvQöral-0ouvoutioQ) de» Orden» B'ne B'rtth wird nächite» Frühjahr in Richmond stattfinde». Da» neue System der Repräsentation wird die Zahl der Delegirte» bedeutend ixschränkeu. Statt der gegenwärtige» 400 Mitglieder soll diese Körperschaft auf noch wenigrr al» 109 rrduztrt »erden. Die Bundesversammlung wird wichttge Fragen zu erledigen haben, da ihre Verantwortlichkeit im Berhältni» zn der numerischen Größe dieser leitenden Bruderschaft eine nicht geringe ist. Ihre Ziele find von denen anderer Orte» sehr verschiede». Ihr Streben hat eine mehr intet ectuelle Richtung; ihr Arteit»feld find die Ordens- Häuser, Affte und Bibliotheken. Sie bat Biele» übernommen, wa« alle entern Orten außerhalb ihre» Bereiche» gelaffen haben und zu de« ist da» Wachsthum diese» Orten» in de» letzten Jahren langsamer vor fich gegangen al» ftüher. Mit der Einführung dr» Llläomsoasut-Planes*) in den Orden wurde derselbe so zu sage» au» dem Geleise gezogen; er hat da» richtige Fahrwasser »erlaffe« und ist noch nicht wieder in daffelbe zurückgekehrt. Dieser ^Luckowomond-Plan" ist ohne Zweifel an sich selbst ganz vortrefflich; e» find aber Tausend« und abermal» Tausende, xlche dem Orden nur seiner ander» Zwecke und Ziel« willen beigetrete» sein würde» und xlche die Wohlthat jener Institution nicht in Anspruch zu nehme» geuöthtgt sind. E» giebt Tausende von jungen Leute» und auch Märmer über 4V Jahre, xlche sich mit Vergnügen dem Orter anschließe» und zur Erreichung seiner eigentliche» Ziele wie die Förderung der Alterversorgung»-, Kranken- und Waiseu-Hiuser. der Bibliothek und besonder» der intrllecturlleo Bestrebungen beitrage» und gern chren Jahresbeitrag mit Berzichtleistung auf die Wohlchat der ^uckowomout* leisten würde». *) SKan versteht darunter gewisse vattuuge» von Unterstützungen (der Mitglieder) mir rechtliche« Anspruch. Der Orte» hat, wenn er seine eigentliche Mission erfülle» will, nicht da» Recht, diese Märmer dadnrch fern zu halte», baß er sie verpflichten will, fich an der „Daäovomout* zu betheilige». Dieser Punkt mnß und wird wieder zur Sprache komme». Da» »Luckowomout* ist nur et» Zweig der Ordensthätigkeit. Wolle« wir deshalb die jnugen Leute znrückhalte», welche dem Orden seiner übrigen Bestrebung« will« wohl beitreten möchten- Präsident Myer Hrllm an» vicepräfident William A. Gan» und Schatzmeister Salomo» Sulzberger find enschirteu für die Einführung einer Bestimmung, welche Jedem, der da» Orten»xrk unterstütz« will, d« Zutritt ermöglicht. Auch andere hervorragend« Mitglieder werdm diesbezügliche Anträge unterstütz« und dir Frage wird bi» zum Termin der Buude-versammlung i« Frühjahr 189V noch reiflich erwogen werten könne». lAmeric. Hebe) Gerichte u»d Gorrrhroudrnzrn. Deutschland. Magdeönrg. Da» in Berlin feit kurzem erscheinende, ganz i» Stöcker'schen Geiste redigirte „Bolk" entblödet fich nicht, in Nr. 181 «inen Leitartikel zu leist«, in xlche» die von den Antisemiten au»gegrbene Losung: Kaust nicht bei den Juten!, woran selbst sehr viele vernünftige Christ« Anstoß nahm«, xil fie mit Recht darin ein „unzulässige» Hmübertragen de» polittsch« Kampfe» auf rin rein wirlh. schastliche» Gebiet erblickt«, tu echt jesuitischer Weise wie folgt zu motioirm: »Trotzdem »chmru wir es als ei» moralisches Recht «»bei»« »irthschastliche Pflicht i» Anspruch, dahi» |n wirten, daß nasrrr «taube»«- und tztammesge»offen s» «eulg wie «»glich bei Jude» kaufe». Da» Recht steht uns zu, weil stch ja mehr und mehr bas Indrathum als der inner« Feind herausgestellt hat, der vuser Volk aufs Schwerste bedroht. Segen innere Feind« aber ist jedes grsrtzllch«^ Mittel zur Abwehr erlaubt. Schuf man eia Ausnahmegesetz gqpm di« Sozmldrmokraii« aber gar gegen die Katholiken, welch' letztere doch in ihrer Rehrhett nicht al» „innere Feinde" angesehen werde» »aneu, »« wie viel mehr habe» wir das Recht, Ausnahm«r,g«l» zum Schutz« gegen das Judeuthum anfjustelleu. ... . Sn« Pslitt aber liegt »»« ob, well zur Zeit dieser wirthschaftlich« Kampf gegen da» Judenthum der einzig wirksame ist. Bei de» Seift, der heute »och unser« Regieruag und unser Parlament beherrsch», ist an «ine gesetzliche Abhilfe gegen da» Ueberwncher» des semitisch«» Sinkluffes »och nicht zu denken. So «äffe» wir denn den Weg der Selbst Hilfe beschreite-. Darum di« Losung: staust bei keinem Juden l" Dieser Standpunkt ist doch wohl nicht ganz unberechtigt." Wahrlich eine schöne Logik, die hier im Nam« der Religion der Liebe gepredigt wird, die ja doch selbst die Feinte zu liebe» befiehlt. — Doch hör« wir da» Blatt noch weiter: „Da hört man: „Warum soll ich nicht bei de» anständige» Juden kaufen?" Gewiß giebt es nicht Wenige, di« Juden und nebenbei «nstkndige Leut« find. Aber jeder Pfennig, der in di« Lasche selbst des „anständigste»" Juden fließt, kommt damtt dem Jndenthun» als solche« zu gut«. Bilde» doch säiunrtlich» Juden, greint durch da» Band der Religio» und der Abstammung, «in« international« Sewetnschast. in der all« Unterschied«, selbst' die zwischen .Inständigen" und „unanständigen" Jude» verschwinde» gegenüber de« grundlegenden Gegensatz« zu de, „Gojim". Wer bei einem „anständigen" Inte» kaust, der glanbt, nur einen anstäntigen »keuschen zu unterstütze». I» Wahrheit aber stärkt er dadnrch di« ganz« gndenschaft, di« „Xliianoo iarasllto", dies internationale staatsgrfährltche Institut. (Solche Hetzer-Logik richtet fich in de» Augen jedes Bernünstigr» von selbst.) Aaprenttz, 19. Auguft. (Oru-Eor.) Wie vor zwei Jahren gelegentlich de» ersten Besuche» de» Prinzregente» von Bayer» wurde auch diesmal Herr Rabbiner Dr. Ku»zuitzki zur Königlichen Tafel geladen, au xlcher zu beide» Setten Ihre Königlichen Hoheiten die Majestäten de» deutsche» Kaiserpaare» saßen. Bo» geistlichen Personen habe» nur noch theilgenommeu Herr Dr. Schick, Mitglied de» protestalltischen Koufistorium» und der katholische geistliche Rat Herr L orzendorfer. — Nach Aufhebung der Tafel wurde der Herr Rabbiner vom Priuzrrgenteu terrch eine leutselige Ansprache geehrt und von demselben dem Kaiser vorgestellt, der mtt ihm über Größe «nd Alter der hiesigen Gemeinte fich unter hielt.

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