Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 34.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/5369809-5935066-5956603--7249-5373286- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2Sö kr kuappbemesseneu Zeit nicht angebracht sei, über die Brr« faffer der Gebete u. dgl. zu sprechen. — Herr Laudrabbiuer Dr. Guttmann wünscht, um den Unterricht dauernder und fruchtbarer zu machen, »ebr Gewicht auf die ThStigkeit in der Schule al« auf häuslichen Fleiß zu legen, da »an bei letzterem auf große Schwierigkeiten stoße. Ferner hält e« Redner für wüuschenswerth, einen auf pädagogischen Prinzipien fußenden Lehrplan für den Sesammtuaterricht aufzustellen; dadurch würden die vom Referenten gesteckten Ziele doch erreicht werden. Herr Laodrabbiner Dr. Gronemann wünscht, daß man mehr Stunden auf da« Uebersetzen krT’fillah als auf dasjenige de« Peutateuch« verwenden möge. Unser Bestreben müsse sein, da» Sind dahin zu bringe», daß e« dereinst dem Gottesdienste vollständig folgen könne. Hierzu gehöre zwar unbedingt da« Berstäodniß der min und der nSsn* Beide« zu erreichen sei aber nicht möglich, da der in der 7NVI enthaltene Stoff io der Schule nicht ganz absolvirt werden könne. Wohl könne aber der ganze Stoff der n^BTl absolvirt «erden, weshalb es ihm praktischer scheine, auf diesen Uaterrichtsgegenftaud »ehr Zeit zu verwenden. Herr Sewiuardirector Dr. Sr euer wünscht viel Gewicht auf die Geläufigkeit de« Lesen« zu legen; denn grade der Umstand, daß vielen da« Lesen Schwierigkeiten bereitet, schreckt sie vom Gebete zurück. Zur Berathung der vom Referenten aufgestellten Thesen wurde auf >uttag de« Herrn Dr. Guttmann eine Sommisfion gebildet, welche dirselden in folgender Weise ««gaben: 1. Zur lebendigen Theilnahme am Gottesdienste, wie bei dr» religiösen Uebungeu im Hause ist Seuutni« und Verständnis der ITfUlah, sowohl in ihrem Inhalte, wie in ihrer Anwendung erforderlich. 2. Daher bildet da« Äsen und Uebersetzen der Tfilluh, sowie die gottesdieuftliche Anwendung derselben einen Hauptuntrrrichtsgegeastaud de« jüdische» Religionsunterricht«. 5. Zur Erlangung eine« richtige» und geläufigen Lesen« der hebräischen Gebete ist r§ erforderlich, daß der Leseunterricht auf die ganze Schulzeit ausgedehnt und in methodischer Weise mit Beachtung der grammattschen Regeln ertheilt werde. 4 Da« Uebersetzen der Gebete hat i« zweiten Schuljahr seinen Anfang zu uehmeu und muß daun die ganze Schnlzett hindurch regelmäßig fortgesetzt werden. 6. Um da« Ziel diese« Unterricht-gegenstände«, Senatni« der wichttgsteu täglichen, Gabbath- und Festgebete, zu erreiche», ist e« erforderlich, daß der Unterrichtsstoff in konzen rischen Sreifen auf die einzelnen Klaffe» oder Abtheilungeu vertheilt werde, damit in den folgenden Abtheiluuge» da« Peusum der vorhergehenden wiederhott und von neuem befestigt werden kam. 8. Al« Borberettuug und Nachübuug ist den Schülern ein geeigneter Leitfaden dl die Hand zu geben; da« Uebersetzea selbst hat jedoch au» der I'LIttm zu erfolgen. 7. Neben einem geläufige» Leseu und gründliche» Uebersetzen der Gebete ist stet« auf ei» richtige« verstäaduiß derselben hinzuarbeiteu. 8. Sowohl bedn Leseu, wie beim Uebersetzen der Gebete sind die Schüler mtt unserm Gottesdienst bekannt zu mache» uud unausgesetzt zu einem richtigen Gebrauche der 37iUIah am öffentlichen Gottesdienste, wie bei den religiöse« Uebuugeu i« Hause anzuleiten. Hiermit schloß, mittag» 1 Uhr, die LormittagSfitzung. Fortsetzung der Verhandlungen nachmittag« 3'/, Uhr. Der Tagesordnung entsprechend, ettheilte der Borützende dem Lehrer Le v i s» h n - Beiden da« Wort zu seinem Referate: „Warum erscheint eine alljährliche Generalversammlung . „der Mitglieder unserer Unterstützungskaffe resp. Berathung „über dieselbe wünscheuswetth, uud welche Mittel und „Wege find zur- Förderung dieser Saff« in Anwendung ^u bring««.* In feinem Bortraa« führt der Referent Klage darüber daßßim allgemeinen viel zu wenig geschehe, um den Fond der Unterstützung-kaffe für jüdische Lehrer, deren Wittwm und Waisen in dec Provinz Hannover in gehöriger Wiise zu erweitern. Gegenüber anderer Pension-kaffen für jüdische Lehrer» sowie der Unterstützungikaffe der Seminaristen der Lehrerbildungsanstalt in Hannover geschehe von seiten unserer Sasse nach außen hin nicht genug. Referent fordert die Mitglieder auf. in ihren Gemeinden sowohl, wie auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die Kaffe Propaganda zu machen und giebt Mittel und Wege an. wie diese« zu!geschehen sei. Ferner spricht er den Wunsch aus. der Borland möge, wie eS bei den meistrn ähnlichen Sassen zu geschehen pflegt, alljährlich einen gedruckten Rechenschaftsbericht, in welchrm die Namen derjenigen, dir sich durch Zuwendungen um die Saffe verdient machten, verzeichnet fein sollen, erscheinen lassen, dadurch würde in mancher Gemeinde ein bedeutend größere« Interesse für die Sasse erwachen. Referent erntete für seinen mit vielem Flriße ausqearbritetem Vortrag die ungelheilte Anerkennung der Versammlung. In der unmittelbar daraus erfolgten Generalversammlung der Mitglieder der Unterstützung-kaffe wurden die im letzien Referate angeregten Punkte einer lebhaften Debatte unterworfen. L e v y > Norden motiviert den auf der vorjährigen Versammlung der Lehrer de« Rabbinat« Emden gestellten Antrag, daß nicht, wie e« im Statut heißt, alle 3 Zähre, sondern jede« Jahr eine Generalversammlung der UntrrstützuligSkasse stattfinden solle, damit, daß dadurch nicht nur ein regere« Interesse für die Sasse, sondern auch für den Lchrervecein erwachen würde. Der Vorsitzende der Unterstützungskasse, Herr Lanürabbiner Dr. Gronemann erwidert auf den Wunsch, den Rechenschaftsbericht in erweiterter Form drucken zu lassen, daß diese« zu kostspielig und für ihn resp. den Schriftführer zu zettraubend sei. Fleischhacker -Harburg macht den Borschlag, die Mitglieder der Unterstützung-kaffe mögm sich bemühen, zu Gunsten der Sasse einen Büchrrverttieb in« Werk zu setzen, worauf Herr Srminardirrktor Dr. Sroner den Verkauf feiner erschienenen Schulbücher (hebr. Fibel und Hülfsbuch zum Pentateuch» und Gebetübersrtzen) den Mitgliedern zu Gunsten der Saffe in wohlwollendster Weise überläßt. Nachdem noch von mehrerm Mitgliedern der Sasse die verschiedensten Vorschläge zur Aufbeflerung der finanziellen Lage derselben gemacht worden waren, wurde schließlich auf Anttag de« Herrn Dr. Guttmann folgend« Resolution angenommen: „ES mögen seiten» des Vorstände« in dm einzrlnm „Gemeindm Delegiert« ernannt werden, die e« sich zur „Aufgabe machen, regelmäßig beitragzahlende Mitglieder „in ihrer Gemeinde zu erwerben." Au« der Generalversammlung der Unterstützungskasse ist besonder« hervorzuhebm, daß laut erstatteten Bericht in den abgelaufenm Berwaltung«jahrea 1887 und 88 die Ein» nahmm 12 241,48 Mk. betrugm, währmd an Unterstützungen 11 173 98 Mk. verausgabt wurdm. Man überwie« somit 1099,79 Mk. dem unangreifbaren Fond, ivelcher nun eine Höhe von 44 771,8V Mk. «reicht hat. Der Borsitzmde, Herr Landrabbiner Dr. Gronemaun hebt e« mit Bedauern hervor, daß die Kasse nicht wie bisher */„ sondern nur die Hälft« der Pension zu zahlen im stände war. Der Gmnd hierfür liege eineStheilS darin, daß in den letztm Jahren dir Empfänger der Pmsionen sich mehrtm, anderacheil» aber in der Lauigkeit der Gemeinden der Kaffe gegenüber. Der Borsitzmde macht nun den Vorschlag, eine Amderung der Statuten dahin vorzunehmm, daß die Elementarlehrer» denen die gesetzliche Pmston zusteht, auf einen Theil der Pmsion verzichten sollm, damit die Religion»- lehrrr, denen keine gesetzliche Pension zustehe, die ihnen laut Statut zukommmd« Pmston au« der Unterstützung-kaffe de»