Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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260 — SprichworiS-pcjSMS K1* -pana «*?•) vielmehr bn Partei, welch« nur Zank und Streit dauernd zu erhalten strebt, zu Gewüthe führen wird, daß den Frieden in der Gemeind« zu siö'en ihr Machwerk sei, und daß ti keine DW? ft',"Iw flpITTO D'&V ist. welchen sie seit Jahren treiben. Hoffen'lich ent. spricht er Sem Rufe, welcher ihm voraogeht: ein SI'TW am* und DVW *TTTl zu sein und der Zeit, so weit al« zulässig. Rechnung zu tiagen. ES würde auch seiner Klugheit wenig entsprechen, wollte er sich von vornherein mit de» Borstande, welcher ih, berufen, sowie mit der staatlichen Behörde, welche seine Wahl zu bestätioen hat. in Widerstand setzen. Wie man mir schreibt, wird im Laufe der nächsten Woche im Israelitischen Tempel zu Hamburg eine Feier veranstaltet werden, um vier von Herrn Dr. Leimdörfrr in da« Judenthum auftevommenn Bräuten Gelegenheit zu geben, öffentlich ihr neue« GlaubenSbrkemftmß abzulegen. Sinttgarl, 1. August. (Or.-Corr.) Gestern fand im Hotel Eisig hier die jährliche Bersammlung de« Unter. stützungSvereir« israel. Lehrer und Vorsänger Württemberg« statt, die auch die Herren Kirchenrath Dr. v. Wassermann her und Rabbiner Dr. Einstein-Heilbronn mit ihrer Anwesenheit erfteuten. Voran« ging eine zweistündige Aosschußsitzung. in welcher hauptsächlich UnterstützungSgesuch« erledigt wurden. Für da« lausende Jahr wurden 1670 S. bewilligt, worunter ein Beitrag für den evangelischen Lehrer- Unterstützu»g«oerrin. Da« Berein«vermögen hat wieder einen erhebliche» Zuwachs erhalten; e« erhöhte sich in der »er» stoffenen Etatsperiode 1886—89 von 30 039,82 Mk. auf 35240,66 M. also um 5200.84 Mk. Diese Zunahme rührt haupttäch ich au« den freiwilligen Beittägen der Gemeinden her, derer deshalb in dankbarer Weise gedacht wurde; auch einiger Stiftungen zum Grundstock durste sich der Verein erfreuen. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder erhöhte sich von 52 auf 59, incl. der heute aufgenommeneu auf 63, wovon nicht ganz die Hälfte anwesend war. -Bei der Neuwahl des Ausschuss.- wurden die bisherigen Mitglieder wieder gewählt. Hierauf begann die freiwillige Konferenz, in welcher Standesangelegenheften berathen wurden. Der Vorstand, Oberlehrer Ster n»Eßlingen, berichtet« über die Erledigung der vorjährigen Beschlüsse, bezüglich der AlterSzulagen der Vorsänger und die Leseduchsroge betreffend. Diese Frage bildete auch heute den wichtigsten Gegenstand der Verhandlungen. Dr. v. Wassermann sprach in längerer, anregender Red« über dft Schwierigkeiten bei der Herausgabe eines Lehrbuch« für i«rarl. Sckulen, der« Zahl sich tagtäglich re,mindere, so daß der Absatz der Bücher rin kleiner sei und bleibe. Die Vorbereitungen de« bi« jetzt eingeführten .Lesebuch« sür iSrael. Schulen" haben 9 Jahre gedauert, bi« e« die Genehmigung der Behörden erhalten habe. Straßburger-Buchau legt der Bersammlung den Entwurf einer .F bel- und eine« Lesebuchs für Mittelklassen" vor, worüb r der VeceinSvorstand rrserftte- Es wurde beschlossen, die Arbeit einer Kommission (Di Einstein und Frank- WerkerSheim) zur alsbaldigen Durchsicht zu übergeben, damit wenigst, nS die Einführung dieser beiden vüchcr baldmöglichst stattfinde. Der Verein-Vorstand begründete nun seine Thesen über .den Unterricht im Lesen de« Hebräischen", worin er ein sprachrichliges Lesen forderte. Dabei besprach er auch die von Ettaßdurger vorpelegte hebräische Fibel. Gestützt auf daS talmudische Wort: — jnDETI >6 mrtö fCBn, empfahl Dr. v. Wassermann, die Anforderungen nicht zu hoch zu stellen, und schilderte die traurigen religiösen Verhältnisse unserer Glaubensgenossen, die der jüdische Lehrer nicht zu ändern im Stande sei. Dr. Einstein empfahl ebenfalls, eia korrekte« hebräisches Lesen zu föidenr. Lrhrrr Spatz schilderte nun die Verhältnisse der württ. isrorl. Lehrer, die sich alljährlich durch Auflösung von *j .Weder Detern Honig »och Deine» Stachel." **j .Wer zuviel will, erreicht nicht»." Volksschulen und deren Umwandlung in Religion«» schulen verschlimmern. Er empfiehlt die Gründung eine« jüdische« Lehrervereia« für Württemberg, der zur Beseftigung dieser Mißständ« wirken und bei den Behörden die geeigneten Schritte thun könnte. Metzger-Eannstatt bekämpft de« Anttaq. da der Ausschuß de« Unterstützung«- verein« bereft« Eisprießliche« für die Besserstellung der Lehrer geleistet habe und noch thun werde. Stern hebt hervor, daß man jetzt dahin zu wirken habe, daß die Lehrer aller Kcnstssionen sich zu einem Vereine zusammenfinden Der Antrag «urdejedoch abgelehnt. Rach der Bersammlung vereinigt« ein Mahl di« Theilnehmer, wobei e« an den üblichen Torsten nicht fehlte. N. #u August" (Or.-Cor.) Da, alt» jüdische Sprichwort .da« Ende de» Sommer« ist unerträglicher durch die Schwüle, al« der Sommer", bewährt sich ganz besonders unter unserem südöstlichen Himmel«sttiche. Bei solchen Temperatur-Berhältniffea ist der Besuch der Synagogen ein spät sicher, und hallte nur von wenigeu Kanzeln herab der prophetische Sabdath-Trost: .Tröstet, ttöstel mein Volk". Die Gemeind« war trostlo» ob der großen Hitze am Sabdath sowohl, al« auch am vorauSgegangeuen Tage der Zerstörung Jerusalem«. Die Schweißtropfen perlten manchem Erntor von der Ski «ne. als seinem Herzen Jehudah Halevi's unsterblicher Song entströmte: .Zion, wirst du endlich die Kraft erraffen, den Gefeffelten Freiheit zu verschaffen?" I«, nach Freihnt und Erlösung seufzt die Brust jede« Glaubenegrnoffen, der ongestchr« der antisemitischen Umtriebe ganz besonder« im Zion Oesterreichs, in der Kaiserstadt an der Donau die sich beängstigt und bedrängt fühlt. Die demnächst bevorstehende Zusammenkunft uns«re« König-, de« Kaisers von Oesterreich, mit dem durch Heldenmuth und Gerechtigkeitssinn ausgezeichneten jungen Könige von Preußen,. Kaiser von Deutschland, in Berlin erweckt im Herzen der Völker beider Reiche die angenehmsten Hoffnungen de« Friedens nach Außen und der konfessionellen Eintracht nach Innen, welche Alle erschnen, denen deutsche« Culturideal, wahre HerzenS-Rrligion der Liebe und Duldung heilige Lebensaufgabe ist. E« sind jetzt siebzehn Jahre, daß Seine apostolisch« Majestät der König von Ungarn in Berlin eingezogen waren zu jener denkwürdigen Drei-Kaisrr-Zusammenkuuft, welche so lange Jahre sich als Friede« gebietend in Europa erwrefm harte. Von den drei Mächten lebt nur noch, und G. s. d^ zur Freude und Zierde der Rationen, zum Schutze und Tröste der GlaubenSgem-inschast, der Kaiser-Köaig Franz Joseph. Der Allmächtige beschirme ihn! ttuutifa. fftap. Folgender Bericht de» .Daily New«" vom 28 Juai bringt die Einzelheiten über einen empörenden Akt der Brutalität, wie wir sie diessefts de« Ocean« nicht für möglich gehalten haben. Da» Blatt schreibt: Otto Lind», ei« Barbirrlehrling, 17 Jahre alt, ist wegen Berübang eine« schändlichen Verbrechen« gefänglich eingezogen. Lindo war ft» einer Barbterftube der Nord- Soenue und Mohawkstraße beschäftigt und da hente Morgen während der Abwesenheit seine« Prinzipal« keine Kunden anwesend waren» wußte derselbe sich die Zeit nicht zu oerttetben. Unterdeffe« hielt Otto Guttmanu, ein jüdischer Knabe, welcher mit Zündhölzern hanfirte, vor der Bardierstube und fragte den Lindo, ob er so! che kaufe» wollte. Der müßige Lehrbursche uölhigte den «naben herriuzutreteu und zwar in der Absicht, einen Scherz «ft ihm zu tteibeu und einigen seiner Lameraden, welche bei ihm waren, zu amüfirea. Nachdem er erfahre«, daß der Knabe ein Jude sei, und sich über sriue Religion lustig gemacht hatte, zwaug er denselben wtt Gewalt auf einen Stuhl uud mißhandelte ihn in schändlicher Wcise mit einem Rastrmeffcr. Der «nabe rannte laut aufschreiend aus die Straße und rief durch sein Geschrei ein« große VoUsmeuge Herdei. Diese holte sogleich eioe« Polizei»