Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 261 — bcflKtrn, «elcher b«n sauberen Bursche» arretirte. Er »urd« d«S Uebersalle« mit einem tödtliche» Wertzentze cm-eklagt. Weich de» jugendlichen Ungeheuer, welcher vor einigen Lochen tu New-Aork einen jüdischen Knadeu ermordete, ist Lindo deutscher >dft«mmung. Dir können es nicht begreifen, weshalb die verschiedenen jüdischen Gemeinden der Stadt es unterlassen haben, tu dieser Sache Partei zu ergreifen. Das geringste, was wir sagen können, ist, daß ihre Nachlässigkeit ihrem Nus keine Ehre dringt und sehr geeignet ist, fie der Berachtuag ihrer christlichen Mitbürger auszosetzen. Kopüinooikke (Sentucky). Den meisten Lesern ist ohne Zweifel der Name unserer Stadt »och unbekannt und doch ist fie eine der ältesten unsere» Staate«. Sie zählt ungefähr 8000 Einwohner, welche in Fleiß und Unternehmungsgeist keinem nachsteheu. Die Hauptstraßen zieren elegante Wohn« Häuser, deren Besitzer hinter denen der Großstädte nicht zurückstehen wollen. E« wohnen bierselbst 15 jüdische Familie», welche fich in jeder Beziehung als Familienangehörige der nichtjüdifchen Einwohner betrachten da Neid und Mißgunst unter denselben nicht Platz gegriffen haben, vielmehr Glück und Zufriedenheit die Signatur unseres gesellschaftlichen Zustandes ausmachen. In geschäftlicher Beziehung stehen unsere GlaubtnSgrnoflen an der Spitze; fie defitzen die größten Geschäftshäuser und ihre Unbescholtenheit steht sprüchwörtlich so fest, wie die »Felsen Gibraltars". Die Herren Joel Fräukel, Lhrilhaber der vereinigten LoafeklionS- und Schuhwaaeen- Gesellschoft und N. Schyer wurden zu Direktoren de» kaufmäunischrn BereinS gewählt, woran» allein schon erhellt, in welcher Achtung fie beim Publikum stehe». Australien. z»«Ierto« (Transvaal). Seit der Ankunft dt» Herrn Reverend P. Dolfer«, ist hier in religiöser Beziehung schon v ele» gethan worden. Während der Dauer de» Peßachfeste« fand regelmäßig öffentlicher Gottesdienst statt und fanden die Predigten Herrn Wolfer» ougetheilteo Beifall. Gleich »ach Len Feiertagen wurden die jüdischen Gemeindeschulen eröffnet. Diese waren natürlich ein driagende» Bediüfniß, da e« vorher nicht nur an allen Mitteln fehlte, hebräischen und Religionsunterricht zu erhalttn, sondern auch weil der Profanunterricht Hierselbst höchst unbefriedigeud ist. Herr Wolfer» hat, um den Unterricht zu fördern, reich« Erfahrungen au« Sondsn, wo er längere Zett al« Schuldirrktor gewirkt, mitgebracht und dürfen wir mit Zuversicht erwarten, daß unsere Linder jetzt auch einen gesunden Ele« «eutarnnterricht erhalten werden. Vermischte und neueste Nachrichten. «-«»etzmrg. In bcm an «semitischen Blatt .Westfälische Reform" finde» wir ein-n Aufsatz von Dr. Paul Faerster der folgenden Sa» enchill». ,E« steht un» demnach fest: Wir bekLmpsm da» Lindringe» de» Judenthum» in nnser «olk, mögen s i e (?) glauben, wa« fie wolle», al» «in« Verschlechterung unserer Rasse, al« eine sichere GewLhr dr» Rück, gange», wenn nicht Untergänge» unserer sittlichen und geistigen Kultur. Mag »ran mit de« Einzelnen ein« «uluahme machen; mag dem Linzelne» selbst ein scheinbare» Unrecht geschehe». Da» ist un vermeidlich. mo da» oberste Geletz. die Wohlfahrt de« Volke«, in Frage steht. .«* soll Feindschaft sein zwischen seinem Samen nad ihre« SamenI" — Der 6m Dr. scheint nicht zu wissen, daß dieser letzter« Bibel »err von dem giftgeschwollenen Schlangmgezüchr, da» sein gefährliche» List nach alle» Sei m hi, verspritz», gesagt ist. Bern bürg, llnseiem um Stadt und Bemeind« hochverdiente» Mitbürger Herrn Isidor Lhifeld wurden zu seinem 80. Geburte tag« (am 10d. Mt».) von allen Seite» dt« mannigfachste» Ovationen dargebracht. Di« größte Freud« bereitete aber dem würdigen Jubilar da» ihm vom Magistrat übersandte anerkennende Gratelaiion»schreib«a (da» wir in nächster Rr. «ittbeilen werden. Red.). , Darinstadt, 9. August. Unser Rabbiner Dr. Jnliu» Land»- »e r ger feierte heute seine» siebzigjährigen «eburttta, und zugleich den Ta« seine» dreißigjährigen Wirken« in n-.serer Gemeind«. De« in der Gelehrtenwelt al» Orientalist bekannten und hoch zesch ätzten Jubilar wurden von Rah und Fern, von de» Glaubentzenosse» sowie von Ander»gläubigen, die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. vom Rhein. (Or^itorr.) Gest einiger Zeit erscheinen in der Provinz »w«t von Lehrern redigirtr Blättchen, die sich dadurch bemerkbar machen »o>e», daß sie von Zeit zu Zeit i» gehässigster Welse gegen die »Jtraelitllch« Wochenschrift" anzumtnPsen nnd fie in den Auge» Ihrer allerding» kleine, Schaar van Lesern und Mitarbeitern bald al» lehrerfeindlich, bald al» Altance-ftiudllch hinzuftellen suchen. E« find da» «eist dieselben jungen Herren, di« auf der letzten ikonferenz der rhetu.-westsälischm Lehrer unter Führung eine» jungen Heißsporn» mit «wer Majorität von 10 Stimmen «in« Resolution betr. die — riorrm taoaatiol — Lehrersetndltchkeit der I. W. in heißer Debatte durchsetzte». 88 Lehrer — di« ruhigen und besonnene« — stimmten gegen diese» selbstmörderisch« Antrag. (Air werde» de«halb doch nicht aufhör«», dm HHr. Lehrern nach Kräften zu dimen. Red.) <r»ä Lhalfaug, 11. Auzust.V<vr.^or.) Am 7. d. M. verschied hier nach längerem Leiden Herr Lehrer Abraham Ackermann i« Alter von 61 Jahre». Derselbe, hier grborm. war 81 Jahre ununterbrochen Leh er der hiefigm t»r Bolköschale und verjah mit der allergrößt« Gewissenhaftigkeit sein Awt. Seine Beerdigung gestaltet« sich zu einer imposantm Manifestation; nicht allein, daß die Beamtm de« Orr«», sowie die Lehrer der ganzen Gegend zugegen waren, auch die beiden evangelischen Oberpsarrer n. brr au» der Fern« berbelgeeilte Schulinspector Pfarrer Hackenberg au» Rottmbach gaben de« verstorbenen datietzteEhrmaeleit. Die Leichenrede hielt der von dem Vorstand« berusene Rab». Dr. Blumen st «in au» Luxemburg, der seit viele» Jahren mit de« Berstorbenen befreundet gewesen. Anknüpsmd an die Worte Jesaia» 66,5 beleuchtete der Redner « tiefeinpsundmer Red« die aufopfernde Dhätigkeit, dm idealen Sinn, da» wtfienjchastlrch« Streben, die aufrichtig« und uugeheuchelte Relialosttät de» verstorbenen. Namentlich aus dem Gebiete der jüdischm Wissenschaft hatte der Lersw bene durch rastlosen Forscherlrieb ei» beoeute td«» Wissen sich angeeiunet; seine Schule wurde von dem Krei-inspector gelegmtlich rer letzten Prüfung für die best« de» Bezirke» erklärt. Parts. Da» französisch« Heergesetz ist nach langm Berhandlnngm endlich zu Stand« gekommen. Rach ihm müffcn die züdischm Ddeologm gleich den übrigen Liese» ein Jahr dimen, im Kriegefalle weiden dieselben zu den Hospitälern und soistigeu Sani'ät»di«uften herangezogen; außerdem müssen dieselben jährlich eine 28 tägige Uebung mtmrchm. Rom. Rabieale Blätter bringen die vielbesprochene Abreise be» Papste» nicht mit dem Giorbauo Bruno-Denkmal in Berbindung, sondern mit dem Baue der umen Synagoge in Rvm und Leitartikel in bekannter Manier über da» Thema: .Die Kirche macht »er Synogog« Platz", al» ob da» »schwache J«rael" in Rom eine Gefahr für da» »mächtige Rom" wäre. London. Wie an» dm Zeitungen zu ersehm, beschäftigt sich augenblicklich die Gelehrtenwelt damit, einen -llgemeinm Meridian zur Bestimmung bec geographischen Länge anzunehmm. Da jedoch jede» Land sei neu Meridian für dm einzig richtigm hält, so ist eine Linigung bi» jetzt noch nicht Zustand« gekommen. Lin italienischer Gelehrter soll nun, wie man sagt, den Meridian von Jerusalem in Vorschlag »ebracht haben und zwar mit Rücksicht darauf, daß Kaihol.ken. Protestantm, Juden und Lürkm dieser Ort heilig ist. Sollt« dieser Vorschlag angenommen werden, so hätten Wissenschaft und Reli,t«n mit einem Male nicht nur «in Frmndschastädündniß sondern ein Band der Bersöhnung geschlossen. Aber wa» jür Seitmstechen würde dieser nme Meridian dm anttsemitischm Matrosm und sonftigm H-lbwisiem verursachen l? Lisinbo«. Der König von Portugal hat Eugm Perrire und seine Frau i» dm Srafmftaud eehobm; bei dieser Gelegmhett sei auch erwähnt, daß Herr Georg Rosenthal, Bankier in Amsterdam, S"bn de« ftüherea haanoverschm Klan»rabbiaer», gleichsall» vom Könige von Portugal geadelt wurde. Moivchefter. Währmd de» Ausmthaft» de» Schah von Persien in unserer Stadt macht« Herr William Arontzberg demselben ein Aneroid-Baroweter zum Geschenk. Diese» Instrument,ft von große« Werth« und außerordmilichrr Schönheit und so construtrt, daß man vermiitelst desselben Höhmm-ffungm bi« zu 20,000 Fuß vornehme» kann. Der Schah hat mit großem Woblwollm da» Geschmk angenommen. vor 14 Jahre» «acht« Herr Arontberg dnn Sultan von lanzibar et» ähnliche» Geschmk, für welche» dieser ihm mit der Brr» icherung bankte, dasselbe al» eine seiner angmehmsten Lrinneruagm an einm hiesigen Ausmthalt in Lhim haften zu wollen. R«tzl,»d. Bei der Prei»o«rth«il>:»g an die besten Schüler de« Gymnafiunl» zu Kiew sielm 2 von dm 8 zu vertheilendea goldenen Medatllm und zu Sitomir 4 von den 6 zu verthcilmdm goldenm und silbernm Medaillen jüdischen Ktudmtm zu. (I. St.) Constantinopel. Bei de« offiziellen Empfang de» Herrn Salomon Hirsch, Gesandten der Bereinigten Staaten Rord-Amertka'S inlloustantinopel. dm» den Großvezier de« Sultan», b egrüßt« dieser denselbm mit folgeadm Wortm: »Sie kommen au» eine« freiheitsliebenden Staate, wo «S keinm Unterschied in Folge de» religiöse» Brkenntniffe» giebt. Wir begrüßen Sie al» den Vertreter diese» großm Staate»; auch kann ich nicht umhin, «eine Freud« darüber »»«zusprrchen, daß e» wieder ein Sohn J«ra»l« ist, der aus einen so hohen Posten berufen wurde. Wir haben Ihre Glaubm»gmusjeu in unsere« Änd«, welchem sie so wichtig« Dienste geleistet, schätzen gelernt und Ihr Vorgänger, welcher auch Ihr Glandentgenoffe ist, hat «ährend der kurzen Zeit, die er unter nn» gewirkt, so sehr unser« Zuneigung und Hochschltzung gewonnen, daß wir sein Scheiden tief bedauert haben würd.-n, wenn wir nicht überzeugt wärm, daß Sie, sein Rachsolger, ihm in der Förderung de» öffentlichen und gemeine» Aohlc» nicht im »eringftm nachstehm werden."