Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 33. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 33.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/5369809-5935066-5956600--7240-5373278
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Schule durchaenommkn werden. Za dm nicht spezifisch rellgiöseu UnterrichtSqegenständen, die der Pflege de« rrligi-sm Sinne« dienen, übergehend, will der Vortragende besonder« da« Lesrbnch in den Dienst dieser Sache gestellt wissen und wünscht de«halb, daß e« Lesestücke enthalte, die — au« dem jüdischen Lebm genommen — geeignet find, für die jüdische Sach« zu erwärmen und zu begeistern. Auch ein für israelitische Schulen geeignete« Thoralbuch und eine Sammlung von Schulgrbeten hält der Vortragende für wünschen«werth. Die Schwierigkeit der Lösung dieser Aufgabe (Wege de» religiösen Sinne«) beleuchtend, fordert er dann vom Lehrer, daß er sich, wenn ihm auch durch mannigfach« mißliche Verhältnisse, besonder« die pekuniären, manchmal aller Muth geraubt werde, doch mit aller Kraft die« Ziel erstrebe, denn: „Der Lohn der gutm That ist die gute That selbst." Mit diesem Talmudworte schloß der mit vielem Fleiße und echter Begeisterung ausgearbeitete Vortrag, für den der Vorfitzend« dem Vortragenden den Dank der Bersammlung ouisprach, worauf Herr Katz-RenterShausen sein Korreferat verla«. In der Hauptsache decken sich dir Ausführungen der beiden Herren, jedoch tritt Korreferent manchen einseitigen Ansichten und zu weit gehenden Forderungen de« Referenten entgegen. Insbesondere will er weder den Vorwurf de« IndifferenliSmu», noch den de« kalten Formmwesen« in bezug avf unsere hessischen Gemeinden gelten lasien und erblickt er d«n Grund zu dieser erfreulichen Wahrnehmung in dem Umstande, daß wir israelitische Elementarschulen haben und religiöse und weltlich« Ausbildung dadurch eine harmonische ist. Im Gegensatz zu neuerding« mehrfach hervorgetrrtrnen Bestrebungen, die i«raelitischen Elementarschulen durch Religion «schulen zu ersetzen, bält e« Korreferent für eine religiöse und pädagogisch« Pflicht, die allgemeine Einführung israelitischer Elementarschulen anzustteben. Während Herr Perlstein mehr der dozierenden Lehrweise da» Wort redet, empfiehlt Herr Katz gerade für den Religionsunterricht die katechetische Lehrform. Zu Schulgrbeten schlägt er geeignete Stücke au« dem Gebetbuche vor. Für die kurzgefaßten, treffenden und von der Bersammlung mit großem Beifall aufgeuommenen Ausführungen stattet ihm der Vorsitzende verbindlichen Dank ab. Die Debatte^ die sich an die Borträge schloß, wurde besonder» durch da» Eingreifen de« Herrn Dr. Munk, welche« viele Konferenzbesucher zur Betheiliguug veranlaßt«, sehr lebhaft. Der Gegenstand kam auch zu seiner rechten Klärung, ohne daß gerade über Leitsätze abgestimmt wurde. Rach einer längeren Pause wurden die gestellten Auträge besprochen und zwar zuerst ein^von dem mitunterzeichneten Amram begründeter Ausschuß-Antrag, nach welchem in Zukunft die Anttäge zu den Jahresversammlungen und die Leitsätze zu den Borträgen durch Umlauffchreibeu zur Kennt- »iß der Mitglieder gebracht werden sollen, der fast einstimmig angenommen wurde. — E» folgte dann der von Herrn Neumark-Felrberg gestellte Antrag, den AuSfchuß der Lehrerkonferenz zu beauftragen, geeigneten Ort» vorstellig zu werden» daß der Borsängerdtenst besonder» honoriert Verde. Der Antrag wird im Einverständniß mit dem Antragsteller dahin abgrändert, daß — in Rücksicht auf ein die christlichen Lehrer als Kirchendiener betreffmde« Ministerial-Reftript — um eine Berücksichtigung der durch den Borsängerdienst dem Lehrer entstehenden besondern Arbeitslast bei Bemessung der Lehrergehälter zu petitionieren sei, mit welcher Abänderung der Antrag zur Annahme gelangte. Die Bestimmung de« Orte« der nächsten JahreSversmnmlung bleibt dem Ausschuß vorbehalteeu. Der Unterzeichnete Amram hat da» Referat. Herr David JeSberg da« Korreferat über: „Der ethische Inhalt der Gebete de« Siddur" übernommen. — Bei der Au«schußwahl wurden die beiden «tterzeichneten AuSschußmttglicdrr auSgeloft und durch Zettelwahl wtebcr gewählt. — Herr Dr. Stein schloß nun die Versammlung, für deren umsichtige Leitung ihm auf Anregung de« Herrn Torueltu«-Rotenburg ein „Hoch" auSzedracht wurde. . Da« gemetuschaftliche Mahl wurde t« Hotel ManSbach eingenommea. 9» herrschte eine gehobene Stimmung, ei» Beweis, daß der Verlauf der Verhandlungen allseitig befriedigt hat. Die gehobene Stimmung gab sich auch in einer große» Anzahl von Trinksprüchen kund, von denen nur erwähnt werde« mögen diejenigen de« Herr» Dr. Stein auf Sr. Majestät den Kaiser, de« Herrn Gotthelft und de« uuterzeichoeten Amram auf Herrn Dr. Stein, de« Unterzeichnete« Oppenheim auf die Gäste und de« Herrn Munk, der im Anschluß an eine Talmudftelle, wonach bei den J«raelite» im talmudischev Zeitalter die Kiuderlehrer den vornehmsten vorangrstellt wurden, auf die Lehrer, besonder« auf di« Referenten, toastete. Nachdem Herr Dr. Prager da» Tischgebet gesprochen, trennte man sich in der Hoffnung und mit dem Wunsche, auf rin frohe» Wiedersehen im nächsten Jahre. Die Schriftführer: fgez.) Lmram-Vorkeo. Oppenheim-Treysa. Protokoll*) der am 10. Juni 1889 im Sitzungssaale der Synagoge zu Hannover ttattgefuudeueu Versammlung de» Verein« jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. k. Anwesende Shrmmtiglteder: Herr Landrabbiner Dr. Gronemann-Hannover. „ „ Dr. Guttmann-HildeSh« m. „ Seminardireetor Dr. Krön er» Hannover. B. Anwesende Mitglieder: Hr.Lehrer Blumenfeld -Adelebsen, „ „ Stern-H ldedteim, „ , ArendS-scharmbeck, „ , Bache» Helmer-Uelzen, „ „ Bachenheimei-Dran »seid, „ , Aahn-Larftedl, , , lkohn-vovenbea, „ . D-. David-Hannover, „ „ rckmann-Riendnrg, „ , Lrle-Achi«, „ „ Frankenstein-OSnabr, , , Fleischhacker-Harbnrg, „ „ Drün « al d-Sulingen, „ „ DottheI f-Deeftemünd«, „ „ Hein « « an n-Renftadt, m „ Hartman«-Fürst-lagen, „ „ Jtalieaer-Peine, „ , Knttaer-Lemstrde, „ . Kausma a » itinbeet. Hr. Lehrer Lev y-Rorden, . „ Levy-Eldaglen. „ , Löwenft «i n-Burgdorf, „ „ LSwen stein Hell-, „ „ Levt so h n-Berden. „ „ Löwenber g-Dleidinzen, K . Ma «»da cher-Hoya, . „ M eyer-Brouau, , , Philipp-Lüneburg, , , Pionkowdk i-Begesack, „ . Stosenselb-Depena». , Eeminarl. Sommer-Hannover, . Lehrer Speyer-Hannover, . . Spanier-Stolzenau, „ » Saller-Moriogen, , . «allach-Wunftorf, , „ Wiesen-Ofterode, „ , «ose-Dehrden, .. .. Selig-ikmden. -nt'chulblgunglschretben gin en «in von den Herren: Bachrach-Prttensen, Strauß»Münden, Weinberg-Bodenselb«. Der Barfitzeude, Lehrer Blumenfeld»Adelebsen, erüffaete morgen« 1v Uhr die Sitzung mit herzlichen BegrüßuugSworten. In seiner Ansprache au die Versammlung drückte er seine Freude au« über die diesmal in so überaus großer Anzahl erschienenen Mitglieder. Die rege Theilnahme au der Versammlung läßt ihn hoffen, daß die Verhandlungen von segensreichen Erfolgen gekrönt sein werden. E« sei eine solche Versammlung der rechte Ort, von wo au« der Lehrer heilige Begeisterung für seinen Beruf schöpfen könne. Mit einem Hinweise auf uusern erhabenen Monarchen, der an Pflichttreue jedem Lehrer ein ehrende« Vorbild sein kann, und mit einem dreimaligen Hoch auf denselben schloß der Vorsitzende seine Ansprache. Al»vanu ergriff der Herr Landrabbiner Dr. Gronemann da« Wort, um die Versammlung herzlich willkommen zu heißen. Er giebt seiner Freunde darüber Ausdruck, daß der Verein diesmal wieder in Hannover tage. In die Tagesordnung eintrelend, erledigte der Vorsitzende zunächst einige geschäftliche Mitteilungen. Sodann theilt derselbe mit, daß er auf Wunsch mehrerer verein«- mitglieder bei den Herren Landrabbiuern der Provinz vorstellig geworden sei, daß den jüdischen Lehrern der Provinz Hannover die DieustalterSzulagen in gleicher Höhe gewährt würden, wie dieselben laut ministerieller Verfügung vom *) Unlieb verspätet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.