Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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840 »trd et» ItfcnM|t« Vorbild für afle kommenden Geschlechter bleiben. Lu den jüdische« Vorbilder» Verde» sich bis in die späteste» Geschlechter di« Leidenden und Gedrückte» aller Nati»»ev »nd Religionen aufrichteu. »Wohl dem, der seiner Väter froh gedenkt, der froh vo» ihren Thaten fich unterhält.« So find wir a« Schlüsse, vir wollen da» Jndeuthum, seine Lehreu und Heilig« thüwer hinüber retten au» dunklen Zeiten in die humanere, bester« Zukunft. Wir wollen uu» die Pietät retten, die eine Zierde war unsere» Stamme», der Segen in unseren Familien. Wie wir selbst unsere Eltern ehrten, di» über'» Grab hinan», di» an unser eigene» Ende, so wollen wir auch geehrt sein »ou unseren Lindern. ' Wenn der Augenblick gekommen, der «Ich ruft vor Bolic« Thron: Daun erfüll« «eine Sitte, tyte mein geUebter Sohn, Lage täglich »addisch, wie e» unser« Väter auch gethan Un» am Sterbetage zünde auch da» kleine Lämpchen an.*) Man soll auch in der Zukunft rühmend sprechen von der Reinheit und Keuschheit unserer Frauen und Jungfrauen, vo» der treuen Sorge der Väter für da» Wohl der Ihrigen, von der Nüchternheit der Juden. Man soll un» den Ruhm nicht rauben, daß die Wohlthätigkeit nach allen Richtungen hingebung»volle Pflege findet unter den Juden; von unserer Aufopfrrovg»fähigkeit, unserer regen Strebsamkeit für da» gemeine Beste, sowie für da« Wohl unserer Familien. Darum retten wir unser heilige« Erbe durch Einführung unserer Kinder in die Lebre, in di« vieltausendjährige Geschichte unserer Religiou«gemeinschast—durch Religio «»unterricht. — In ihm sind die starken Wurzeln unserer Lraft! Und wenn nicht? Dann wird die Geschichte un» kennzeichnen al» ein ehr» und pflichivergestene» Geschlecht. Dann werden unsere Sinder auch un» vergrflen und verleugnen, wie fie die Religion abwerfen und preiSgeben. Dann werden unsere Nachkommen immer noch Semiten, aber keine Juden mehr sein. Darum: „bewahre da» Zeugniß, leg' al» Siegel die Lehre au meine Jünger'. _ Stimme« der Presse über de« Orden „B'ne Brith".**) in. □ Al» wir von der geehrten verlag«handluug dies, gesch. Bl. vor eipigen Wochen mit der ehrenden und vertrauen», vollen Aufgabe betraut wurden, die Redaktion der die jüd. Ordensangelegenheit.n betreffenden Abtheiluog zu übernehmen, haben wir — gleichsam zu unserer eigenen Orientirung — zunächst au» dem reichen un» zur Verfügung gestellten Material einige Stimmen der amerikanischen Prrfle über den Orden B'ne Brtih herau»gehoben, weil dort, im G«burt»lande der jütischen Orden, die Presie vollständig frei »nd die offene Meinungsäußerung über die Entwickelung, da» Gedeihen und die Zustände der verschiedenen Orden nicht nur gestatte«, sondern auch erwünscht ist — e» giebt daselbst kein jüdische» Blatt, da» nicht eine stehende Rubrik über da» Orden»- und Logen-Lebev enthielte und auSfbhrlite Bericht« und Besprechungen au» demselben brächte, die nicht bla» refertreud, sondern (wie au» den •) Sanilätsrath De. Dawoskv. Kaddtlch. (Lehmann ,gu Ehanukah» S. Iw.)—»u» der ^«r. ttoch.» 187» «. IM; Lihmann Hai dt« Quelle nieht anaeaeben. (Red.) —j Aus auterückllchea Wunsch de» Herr» «obbiner» De. «ahmer «klären wir hier miwerholt, daß sämmUiche Anik-l über Orden». «»Gelegenheiten von eine« Spejtalrrdaeieur rrdigtri u) von »»» »er Wüiilicht werde». (D. Verl.) £e.-c: in dm S letzten Nnnonenr mitgetheilte» Proben ersichtlich) «ch krttislrrnb stad. Und so ist e» recht, dadnrch gewinnt der wettverzwetgte, so segen»r«ich« Ordm nicht nur au äußerer LnÄdreltuug, sondern auch m innerer Loafistenz, er ist vor Einsettigkrit und jeder Lbweichuug von sein« herrlich« Gruudprinzipim geschützt, den» wenn er i« Begriffe wäre, einen falsch« Weg etuznschlageu, so würde e» nicht au warnenden Sttmmen in der Presse fehlen, die auf di« bevorstehmdm Sefehrm rechtzeitig Hinweis«. Eine solche öffentliche Ln»sprache hat auch »ach zwei andem Seitm hin noch einen doppelten Werth, einmal nach oben: fie schützt vor etwaiger Vergewaltigung in den verschiedenen lettmbm Kreisen, vor jeder Rechtlverkümmerung, denn die östmtlich« Meinung ist die hdchste Wächteria de» Recht» und beste veschützerin der Gerechttgkeit, und uach unten: fie verhindert die Ansammlung von Gährung»stoff bei den unzufriedenen Elementen, fie mtzieht der im Geheimen schleichenden Aufwiegelei und Spionage deu Boden, alle Mta»meu gedeihen nur im Dunsten; wo Sicht uud frische Saft freien Zulaß haben, verschwinden fie. Selbst eine nicht wo h lw« l len de Kritik ist doch immer in ihrem letzleu Effekt wohlthuend, denn die vffeutlichr Kritik wird durch Replik und Antikritik reguliert, und die durch Jrrthum oder Böswilligkeit gefälschte Wahrheit geht desto geläuterter und reiner au» dem Schmelztiegel der Ltttik hervor. Die Gefahren de» freien Worte« können niemal» so groß sein, al» die Gefahren de» gewaltsam unterdrückten Worte«. Die Stimme der Wahrheit läßt fich nun einmal nicht, weder durch Gewalt noch durch Jntrigue unterdrücken, «» giebt, — da» zeigt ja auch die Geschichte de« Freimaurer- Orden» — vor der Fackel der Wifleuschaft uud dem Sonnenlichte de» 19. Jahrhundert» kein Geheimniß,«» ist eben nicht» so fein gesponnm, daß e» nicht käme an» Licht der Sonn:! Da» weiß man in Amerika sehr gut und man hat e» dort nicht gewagt, da» heiligste aller Menschenrech.e, da» freie offene Aussprechen seiner innersten lieberzeugnn g, auch nur im mindesten anzutasten, denn jede noch so segm«reiche Institution wäre jenseit« de« Ozean« sofort dem Untergänge geweiht, wen» sie mit Geiste»knebelung. Preßordonnanzen und Maulkorb«paragraphen auftretrn wollte. Und nun gar erst in einem Orden, der fich die Förderung der höchsten Güter der Menschheit zur! Aufgabe gestellt hat! j Braucht man e» heute, am 160. Jubeltage der Proklamirung der Menschenrechte — am 4. August 1789 — , erst »och zu sagen, daß Gedankenfreiheit. Rede- und Preßfreiheit zu den höchsten Gütern der Menschheit gehören? Wer e» wagen wollte, da« Rad der Welt- I geschich'r gewaltsam zurückzuschrauben, über den würde «», und sei ed der Mächtigste auf Erden, zermalmend hinwegrolleu. Auch in dem Zweige de» Orden» B'ne Brith, der vor 7 Jahren nach Deutschland verpflanzt wurde, hatte man dieser großen Wahrheit — im ersten Lustrum wenigsten» — sich nicht verschlossen und der jüdischen Blätter zur AuSbrei'ung de» Orden« sich bedient; di« „Israelitische Wochenschrift" stand da in vorderster Reihe, sie hat — wie allgemein bekannt — dem Orvea die kräftigsten Piontrdienste geleistet; der Schreiber diese» hat au» ihr nicht nur die erste Kenntniß von diesem Orden erhalte«, sondern auch durch ihre Artikel und Berichte Hochachtung vor demselben und Begeisterung für die edlen Prinzipien deffelben in dem Maße gewonnen, daß er die Absicht kund that, diesem schönen jüdischen Bruderbünde beizutreten, — nur seine Zuhörigkeit zum Freimauerorden stellte fich in letzter Stunde der Ausführung al» uoübersteigliche» Hntderuiß entgegen. Seit bald 2 Jahren soll e» aber ander» geworden sein in diesem deutschen Zweige, «an sagte un», daß rin neue« Regime an die Spitze desselben getreten sei, welche» Mit» theünageu in der Presse mttersagt haben soll, keine Kundthnnng au» de« Orden oder über dnrselben dulde, und noch tritt »euiger rin« Benrthrilung der Beschlüsse gestatte; die Blätter dürfte» »nr da» veröffentliche», »a» ihnen al» Präparat □