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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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noch einmal dahohe Glück haben, uns Sw. Majestät erhabene» Person nahen zu dürfe». Ew. Majestät erhabener Wnnsch, Freundschaft und Wohlwollen unt;r den verschiedenen Bevölkerungsklassen in Sw. Majestät Staaten zu erhalte», hat auf unwie auf unsere Landsleute einen tiefen Eindruck gemacht und wir werden für die hochherzigen Versprechungen, welche Sw. Majestät nach Allerhöchst ihrem ersten Besuche durch dero erhabenen Vertreter Malcoar Sahn unS gegeben, daß nämlich in den persischen Staaten keine soziale oder politische Necht-uagleichheit unter den Unterthaneu, welche unter dem milden Scepter Ew. Majestät rin glückliche» Daseiu führen, stattfindeu soll, unauf ewig zum höchsten Danke verpflichtet fühlen. Durch di« Gnade Gotte« wird die Geschichte einst Zeugniß geben von den beglücke:,den Folgen der von Ew. Majestät erlassenen weisen und zeitgemäßen Gesetze, nach welchen die Bekenner der verschiedenen Religionen, in den persischen Staaten mit derselben Gerechrigkeit behändest werden, daß unter keinem Vorwände Personen, welche die mohammedanische Religion nicht bekennen, je ihre» Besitzthums oder irgend eine» sonstigen EigrnthumSrechttberaubt werden, oder in irgend welcher Weise und unter dem Vorwände, daß alte Gewohnheitsrechte die rauhe Behandlung irgend eines Unterthanen Ew. Majestät rechtfert'gen, bedrückt oder gekränst werden sollen. Mit besor derem Danke erinnern wir uns der Maßregeln, durch welche Ew. Majestät kurz nach Dero ersten Besuche die Juden Ihrer Staaten unter den veranivortlichen Schutz des auswärtigen Ministers gestellt haben und durch welche Ew. Majestät im Jahre 1881 allergnädigst geruhten, die Verordnung, nach welcher rS den Juden verboten war, in den Bazaren chrr Waarru ouS»ustellen, zu modificiren und daS Gesetz. nach welchem eS den zum Islam üdergetretenen Juden gestattet war, ihre jüdischen Verwandten aus ihrem EigrnthumSrecht zu verstoßen, aufzuheben. Ew. Majestät huldvclle» Interesse für da» Wohl Ihrer jüdischen Unter» thanen gab stch ferner 1886 kund, als unter Allerhöchst dero erhabenen Schutz eine Kolonie persischer Juden, welche in einem benachbarten Staate einer grausamen Behandlung auSgesetzt war, in Sicherheit gebracht wurde. Da es Ew. Majestät gefallen hat, unfern früheren Vertreter so gnädig zu empfangen, so fühl-u wir un» er» muthig», in der gegenwärtigen glückverheißenden Zeit Ew. Majestät wiederholt eia allrrunterthänigstes Gesuch zu unter» brnten. Fest überzeugt, daß Ew. Majestät da» größte Interesse an der Erziehung Ihrer Unterchanen nehmen, bitten wir Ew. Majestät, die Gründung von ' ulen, welche auch jüdische Kinder aufnehmen, zu fördern und Ihre jüdischen Unterthaneu zu de« höheren Unterrichtsanstalten zuzulasfen, um sie hierdurch zu befähigen, sich dem Gesammtvaterlande für die ihnen in solcher Weise erwiesenen Wotlthateu dankbar dezeigea pr können. Schließlich erflehen wir von Ew. Majestät, durch sämmtliche Provinzen de» großen persischen Reiche» jene gnadenvolle Edikte aufs Reue in Erinnerung bringen lassen zu wollen, welche Ew. Majestät in den letzten 16 Jahren haben vrröffevtlichea lassen und welche alsdann durch diese Erneuerung um so wirkungsvoller ollen Stämme», Religiou»- genofsruschaftrn und BolkSklassen die Grundsätze der Glnchheit und der Duldung in» Bewußtsein rufen werden. Denn noch geschieht r» in einigen der entlegenen Provinzen Ihre« ausgedehnten Reiche», wo die Behörden nicht da» Glück haben, unmittelbar und ununterbrochen mit Ew. Majestät erleuchtenden und huldvollen Befehlen bekannt zu werden, daß noch viele der alten RechtSgebräuch«, welch« Ew. Majestät Mißbilligung erfahre« haben, in Anwendung gebracht werden, wodurch die Juden jener Gegrüben einer harten und entwürdigeude» Behandlung verfallen. Möge die allmächtige Vorsehung wie bisher S». Majestät Ihren hrmmllschrn Schutz angedeihen lassen in all dm groß« Maßnahmen, welche dazu führen könne», die Herz« der Unterthanen an da» Herz de» Herrscher» zu ketten und sowohl den Regin eudm al» den Regierten e» zum Brwußtseia zu bringen, daß Ew. Majestät keinen Unterschied gestatt« in der Behandlung der verschiedenen GlaubenSbrkevntuisse. Mögen ferner alle Unterthanen Ew. Majestät, ob Mohammedaner oder Nicht-Mohammedaner dahin streben, durchdie Erwerbung von Kenntnissen und die Erlern»iug guter und nützlicher Beschäftigungen da» Glück ihre,! eigene« Lande» fördern zu helfen und durch ihre Uuterthavemreue die väterliche Fürsorge, durch welch« Ew. Majestät einen so ruhmvollen Namen in der Geschichte der persischen Herrscher sich erwarb« haben, zu belohne». Arthur Lohr», Präsident de» Londoner Deputirten-EomitS» der britisch:« Juden; I. 8ebag Moatesiore, Vtee-Präsidmt: Roth» ichild; »lbert Sassoon; Reuden D. Sassoon: Julian Soldsmtd, Präsident der Anglo-Jewiah A*aoci*tion; John Simon; F. D. Mocatta; Leopold Schl» b; ElliS >. grantlta." Lord Rothschild und Sir Julian Goldsand bansten de« Schah noch für feine wohlwollend« Gesinnungen gegen die Juden und sprachen die Hoffnung ru», daß diese ihn auch femerhin nicht verlaffen möchten. Der Schah richtete hierauf rin ge Worte an d« Prinzen Malcom Khan, welcher zu den Mitgliedern der D putatioa gewandt, denselben sagte, von dem Schah beauflagt worden zu seia, den britischen Inden für ihre Wünsche sein« Dank abzustatt«, ferner, daß e» der Wille Sr. Majastät sei, alle seine Uirterthanm mit derselbm Aufmerksamkeit zu behandcln und daß die Juden seine besondere Fürsorge erfahren sollt«. Sr. Majestät wünsche, daß e» bekannt werde, daß auch der niedrigste seiner Unterthanen da» Recht habe, vor ihm zu erscheine« und ihm persönlich seine Beschwerde« über ungerechte Behandlung oder sonstige Kränkung vormtragen. Nachdem der Schah d>e Adresse in Augenschein ginommm, gab er durch Zeichen zu verstehen, daß er stch sehr freue, daß dieselbe in persischer Sprache abzesaßt sei und erkundigte sich durch seinln Gesandt« nach dem Namen di» Uedrrsetzer«. Ebenso befahl er dem Gesandten, ihm die Rim« der Deputirlea zu n«nea und gab hierauf durch Gesten zu erkennen, daß chm diese nicht unbekannt seien. Nilchdem er nun noch einige Worte in persischer Sprrchr mit Sir Albert Sassoon, welch« er zu der Adenduntnhaltung im Königlichen Theater einlud, gewechselt hatte,, entließ er die Deputation auf» huldvollste. Einige Mitglieder der Deputation wurd« noch vom Schah zu dem am Mitwoch Ab«d stattfindenden Hofballe und zu der Gartenpartie beim Prinzen von Wale» auf Donnerstag Nachmittag eingelad«. Am Donnerst rg beabsichtigt der Schah, da» Zwischeneff« (lrurolr) bei Lord Alfred von Rothschild emzuurhou»; später will derselbe stch auch vom Baron Ferdinand von Rothschild bewirthm lasten und am Freitag Morgen seine Reise nach Birmingham sortfrtz«^ Kermischle tt«> »eirrste Nachricht»». Magdeb«r». Der Herr Gantlältr-th Dr-J. Blumenthal in Berti» «hielt vom Saistr von Rußland dm Sta»i«la»S-Ord« zmetter Smffe. - Magdeburg. Wie di« gesch. Leser an» de« JaserureiiiheU M „ßitUiamiDiatte** ersehen, ist von der v'etsach von un» begehrte», fa» vorig«, Quartal von un» mttaetheittm Anklagerede de« Ln^mtxrger Sta»t»av»altS aegm die Schtmpsartitei, die da« dürrer ■•rt* über bfc jüdische Religio« brachte, «in Smderobdmck erschtmr». Dt« schön anSgestattrt« Broschüre, «eich, der Luxmrdnrger Rabbiner, Herr Dr. Blume,ftetn, mst eine« über dm ganz« vrozeb güt orimtirmdm Lorwort« versth«, har, »erdie»t die »ritefte Bermritnag untrr Ehriften al» best» Abwehr aegm dt« anitsemtlisih» Be» schlmosuagm u»strer Religio« und alt gründlich« Widerte» rn-g der Rohlina's<ym Lüge». Der billig« Preis dürste der Maslenverbrmnag dm besten Vorschub leistm. Reom jede« Exemplar de» Rohltng'sch» .Talmudsude' mfifele eia Exemplar dieser .Anklagerede' liege» — da» «Sr« da« «trksamste Mittel zur Bett«p sang de« »nttftiiwf«»*. Mard»rg, 18. Juli. BScktl ward« »or. Woche vom hiesig« Schösfeagertchr wegm veletdigu»g de» Setreidehändler» Simon Will» stet» »» Bochum, beaanaeu in dm» aatisemitischm Blättchm .Der RrichSherold" zu o0 Mark Seldftrast und vervssnullchimg de» Erkümt» »Isst« tu dem gen. Bl. »erorthrill. Brett», lluter d« »mestm Erwerbnvgm der Bmliaer vlatglich», Bibltoihet ist «in« nahe»» vollständige Sammüma vom Sale »der »<t , jüdisch« •aatinM ta Berit» au» der Zest von 1789 dt» 1818. (Kat. -

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