Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5369809-5935066-5956596--7217-5373258- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 237 «tetche Cosmtirg Hat ui noch da» Britisch« Mas«»» i» London i« Besitz, welche» sie an» dem Nachlass« rin'» radbinischen Gel-hrteu atu taufte.) Bi» 1786 führt der Aalender den Lllel .Judenkalender', fetiher Aalender der jüdischen @:nrinte. Bit all« Kalender in den preußischen Provinzen ersch'ea der Iudenkalender mit der an»drücklichen Genehmigung der Sozietät der Wissenschaften, seit 1814 der Aalender» depntation. Beriin. Da» im Stöcker'schen »eiste rediairte .Volk" verlangt, daß dem übelmäßigen Andrang jüdischer Studenten zu dem llniversitLl»stndtum und dem Ueberdandnehmen der jüdischen Richter uad Anwälte ein Ende gemacht «erde, (rassisch I) — Ein glänzende» ftia»fo haben die Antisemiten In einer ver» sammluna a» Io. Juli in Düren erleb'. Nachten Herr De. Förster längere Zeit in allen Donaiten auf die Juden geschimpft und zur vilduug antisemitischer Bereine a sgesortert hatte, forderte er schließlich di« Anwefenden aus, sich in di« offen liegenden Listen einzuzeichnen, aber Niemand kam der Aufforderung nach. D»r»st»dt. Der Professor an der hiesigen technischen Hochlchule, Dr. Landeberg, wurde sitr di« Zeit vom 1. September 1889 bi« zu» 81. August 189V aas Borschlag de» Lehrercollegium» zum Direktor der technischen Hochschule ernannt. (Außer Dr Lanteberg wirkt noch rin Järaelit. Bros. Dr. Guridelsinger, an dieser Hochschule) L. Briese«. W^Pr. (Or.-Corr.) Am 7. d. Bk. wurde H. Rabbiner Dr. S. Eppenstein au« Krotoschin in sein hiesige« Amt ringeführt. In der festlich geschmückten, von Juden und Christen dicht gefüllten Synagoge eröffnet« Herr Eantor Blaustein mit eine« Chor» gesang, (Matauwn) die Feier, alsdann b'grüßte ein Borstand»-Mitgli«d Herrn Dr. E. mit einigen herzlichen Wort-n. woraus dieser die Aavzel uestieg und unter dem Eindruck diese« herzlichen Empfange» drn liGefühlen Ausdruck gab, di« ihn bewegten. Sein« Rede halt« Jesaia» 62.6 »um Texte. Mt einem Chorgesang (Ps. 121) und dem Abendgebet schloß die erbebend« Feier. Lemberg Die Borstellungen de» hiesigen jüdischen Theater» sind vom besten Erfolge begleitet, nicht nur weil die aufgeführten Stück« in der Thal meist trefflich sind, sondern auch wegrn der meisterbasten Darstellung. Di« Mitglieder dieser wandernden Bühne sind anerkennen»wer»h« Kräfte. Leider müssen sie wegen de« Jargon» sich mtt dem Berständniß seilen» eine« beschrar.ktcn Kreise» begnügen,!inten aber da» meist« Lob gerate bei der Intelligenz, wegen de« geunten Humor« und der fortschrittlich-» Tendenz der Stücke sowie wegen de» gewandten Spieler. Manche Mitglieder der hiesigen polnischen Bühn« haben sich sehr anerkennend über da» jüdische Theater andgesprochen. Drohotzycz (Galiz'en). Eine großartige Stiftung haben die Eheleute Mosi» und Stile Sartrnberg au» Anlaß de« »vjähngen Regiernngdiubiläum» de« Kaiser» gegründet. EI« haben den Betrag van Ivv vvo fl. zur Errichtung eine« jüdischen Al»er»versorgung»hause« in Drohodycz gespendet und die Hälfte diese« Betrage« zu Händen de« rrn Sletthalie,» erlegt. Au» dem Fond« der zweiten Hälfte kauften den Bauplatz an und beabsichtig n da» Hau», nach allen Anforde» rangen rer Hygienie und Bequemlichkeit aurzubauen. Am 21. v. M. fand dl« irierlich« Grundsteinlegung in Anwesenheit aller Spitzen und assiziellen Persönlichkellen statt. >»« Ungar«. An« dem Leben de» verstorbenen Rabbiner» Hochmuch erzählt Herr Dr. David tu der »Neuzeit': E» waren gerade die »neun Tage', al» er in Teplttz wellte. Er ging in» Theater und ich fragte ihn scherzweise, ob er e» nicht scheue, m de« zumeist von Orchodozen besuchten Kurort trotz der »neun Tag«' in« Theater zu gehen: er aber löste seine Karte und sprach: er fpicU mit seiner Frömmigkrit kein Theurer. Amsterdam. Bei seiner Auwesenhrit Hierselbst ha» der Schah »an Persien folgend« jüdische Einwohner unserer Stad« mit An»zeich- «ungen bedacht: Herr Abraham Heise, lpe stscher Generalconsul) und sein Sohn, Herr Jul tu» Hesse (Bieeronsul), wurden zu Com» «andurea de« Sonnen- und Lönenorden», dl« He.ren I. M. Kalisch (Journalist), Alexander Daniel» und Josepha« Jttta (Stadt- »che) und Herr I. Sequeira (Verwalter de« Amstel-Ho'el«, in welchem der Schah wohnte,) zu Rittern desselben Orden« ernannt. Amsterdam. Währen» seine» Aufenthalte« hierselbft besuchte der Schn» von Persien auch di« Dtamanischlriferel de« Herrn Daniel» 4 Södnr in der Z warten burgerstraat. Sr. Moj. zeigte für die verschieden«« chm gezeigten Borrichtungen ein große« Interesse. 8m8m. Herr Joseph Sebag-Mouteslor« hat drn Erzbischof von Carrtervury und die Rabbiner Dr. H. Adler und Dr. Gaster auf sein Landgut in East.Ellff (bei Ramgaat«) geladen. Die drei gerstlich» Bürterrteöger habe« der Cllrrladnng Folge gegeben. (Sie können daselbst Manummon benschen — tenxib rin jüd.-englische« Hau hierzu.) " London. Die jüdische Gemeind« bat durch den jüngst erfolgten 'Dod de» Herr« Barnet» Meyer« einen herben Verlust erlitten. Von diesem Manne konnte mau mtt Recht sagen: »Er war gerecht und dmder.' Sein edler Charakter verdient« und erntet« dt« rrngethcrli« Achtung nn» Bewunderung Aller, «elch« seine Lebendgeschichte kannten «ad wußten, welch herrlichen Gebrauch er von seinen Glücksgüt-rn machte, dt« er durch Ausdauer und Anemte erworben hatte. Wohlchtttgkett und aufrichtige Bescheidenheit waren dt« GrundzÜg« sitne» «den». Das öffentlich« Leben und Birken de» Bocstorcherren steht urr- «R^chlich ans den glänzendst» Blättern »er Geschichte der jüdischen Italien. I« Alter van bl Jahren starb der kiitter Salomone Manasei, ein italienischer Geschästdmann, welcher sich auch aus de« Gebiet« der Litteratur und zwar nicht nur al» Dichter, sondern auch al» Ueberietzer de» Heinrich Heine berühmt gemacht hatte. Den Ritterorden hatte er für einige Brolchüren allgemeinen Charakter» erhalten. In der bewegten Periode 1859—66 schrieb er viele »atriotische Deklamationen, welch« in den größten Theatern Italien» vorgetragen wurden und bri Gelegenheit de» Dante-Cent-nnarirrm» wurlen von ihm gedichtete Lieder gesungen, t er Geschichtsschreiber .'Zillebrand, sowie Longiello« gehörten zu seinen tntimen Freunden. Italien. König Humbert hat dem berühmten jü tischen Pathologen Dr. Tod«»chini da» Großkreuz de» italienischen Kroneiorten» verliehen. stko«. Wie römische Zeitungen berichten, beabsichtigt der Stadt» rath In der Halle de» Capitol«, welche besonder» zue Erinn-rurrg an da« Andenken von Bürgern, welche der Stadt große Dienste erwiesen haben, errichtet worden ist, eine Büste de» verstorbene, Samueii Alotri ouistellen »» lassen. Der Rath verlangt zu diesem Zwecke einen Credit, der odnc Zweifel genehmigt wird. Parts. Ein« liiedächrnißtasri, welch« besondere siteachtung verdient, wurde an te' Mauern der portugiesischen Synagoge angebracht. Sie enthält di«> Namen aller Vertreter de» französischen Volke«, welche in der ersten Nattonal-Beisammluna ssir die politisch« und religiöse Gleichstellung der Juden mtt den Christen in den Kaupf traten. Unter diesen'finden sich die Namen Mirabeau, DeSdze, der spä ere verrhridiger König Ludwig XVI., Adrien Dupo"t, der Gesetzesreforrnaior und der wackere Revolu«ion«priester und Bischof Grbgolre. Rumänien, 3. Juli. In Dorohoi kam sollender unerhörter Schwurgerichtesall ver: v'er Bauern waren nächtlicherweile in da» Hau« «tue» iö.aelitischerr Geschäftsmann«» ringedrun ren, mißhandelten idn und sein« F au aus da» unbarmherzigste und entfernten sich unter Mitnahme «ine» kleinen Geldbeträge», sowie verschiedener in der Wohnung vo.qesundener Kleidung«stücke und Nahrungiimittel. Da d-r beraubte Israelit di« Räuber kannte, so war e« nitfe: schwer, derselben hadhait zu werden und sie unter der Anklage de» gtrube» und körper» lichar Mißhandlung vor da» Geschworenengericht zu stellen. Obgleich aber di« lledelthäier di« ihnen zur Last gelegten Verbrechen nicht zu leugnen vermochten, wurde« sie doch von den Geschwor, nen sretgesprochen, da der Berthe idiger derselbe« in seiner Red« den Crundsotz ausstellt«, »daß «in Rumäne, welcher eine« Juden beraub» und mißhandelt, nicht verurlhellt werden könne und dürfe, weil di« Jude« allezeit nur di« Quälgeister und Plünderer der rumänischen Nation gewesen seien." (Lchöi« Zustände!) Rumänien. Ein Regierungsorgan, di« .Epoca', welchem man Eingenommenheit für unser« Bruder nicht zu« Vorwurf machen kann, hat vor Kurzem da» staristtsch« Material für da» Ja»r 1885 veröffentlicht, au» welche« wir ersehen, daß in diele« Jahr« enter 111,259 bet den verschierenen Gerichten de» Lande» Angeklagten nur 1,21«, Inden waren. Eine Alasfification der Arrgellagten nach ihrer Religion und Na'ionalt ät zeigt ferner, daß unter de« Juden nich: «tu einziger de» Morde», Diebstahl» oder eine« andern Verbrechen» ireschuldiat worden war. Ba« sie begangen, wäre« nur llebertretungen polizeilicher oder Civilvei orduungen und auch von der »nschuldlgurrg u«gen liebertretung dieser wur'« ein« große Anzahl sreigesprocherr. Ich "an« ohne lleber» treibung ei klären, daß '/», von diese« 1246 Juden unschuldig waren und daß die gegen sie vorgebrachten Beschuldigungen und dt« über sie gefällten Strasurtheil« nur ein An»fluß de» versalz ungssyftem» war, welche« sie durch dl« richterlichen und administtaiive« Werkzeuge Bratiano» preiögegeben wurden. Maroeco. Herr Ptncha» Asayag in Tanger, politischer Corre» spondem eine« Madrider Blatte«, ist zu« Rttter de» Jsabeleuorden» ernannt worden. Er ist der erste maurische Jourr allst, welcher sür seine der Preff« geleistete« Dienst« doeori« wurde. Rem-Park. Der einzige Rew-Porker, welcher bei der erschütternden Katastrophe tu Johnstown dem Tode entging, ist uns«, Glanovrögenoffe, Herr I. H. Klein. Derselbe hat auch den Ruh« erworben, «0 Personen gerettet oder wenigsten« zu deren Rettung »estnUich berget ragen zu haben. Bom MerchanL» Hotel an» rettete er di« Personen au» den rtern der herauschwimmenden Häuser. Unter dies,« war auch Reo. Philipp», welcher versucht hatte, während de» Kor schwimmen» sein« Frau m d 2 Kinder mittel» eine» Tische», aus welcheri er sie stellt«, und den er dann aus seinem Köpft trug. Über Baffer zr erhalte«. Da» Hau» schwankte ans da» Hotel zu und hielt sich gerate noch >o lang«, di» da» Rcttungtwerk vollendet war. Herr Klein hat außerdem noch s hr viel gechan. da» Loo» der unglücklichen Opfer fu lindern. Chrtßchurch (Reu^iteland). Herr vernar» Jsaae». Chemiker in Duueoirr, ist zu« vierten Mal« zum Vorsitzende« einer städtischen Schuleommlssiou geroählt worden. Herr S. S. Mtyer», Zahnarzt, ,st zum zroellen Male m »«selben Eigenschaft au «im« »nd«rn Schulfuftni BukrinoA^lt — Dl« Fräulein Louisn Maß, Elisabeth uv» Julie Jacob» sind zur vetheiligung au den MustkanffühkUngeu dct «elmenheit der un November zu eröffnenden Neuseel and-Airs sie llurrg gewählt worden, «orige «och». In« im Königlichen Theater zu stimara di« Oper „Lea oloohoe da Cornevilla“ mehrere Male zur Aufführung. Die Leitung »er Op.r befand sich in Händen de» Herrn Gidney Wolf. — Eln« heru«ziehen de Operrrtrupp« unter Leitun« de« Herrn M. Simons«« hat bereit« mtt gute» Erfolg mehrere kinfführunzen »er-