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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Der Mensch kenn die Anregungen und Mahnungen der Religio« nicht wiffen, wenn sei« Herz fest bleiben soll ta Stur« ««b Sewoge de« Leben«. Do« Judenthum soll durch seine» Unterricht wie durch sein Leben E h a r a kt e r e erziehen, die in lebendiger Ueberzeugung festhalten au dem Bunde der Väter. (Fonsetzung folgt.) Stimmen der Presse über de« Orden „v'«e Brith".*) i. Wßikadekpßia, 18. Juni. Die zahlreich besuchte Versammlung der hiefige» Mitglieder de« Distrikt« No. 3 de« Orden« B'ne Berith, welche von dem Präsidenten de« General- Lamitee«, Herrn David Llein, auf vergangenen Sonntag Abend in de» versammlung«saal de« Tempel« der Kenesety Israel-Gemeinde zusammendeArfen war, verlief ohne ersichtliche« Resultat. Zweck der Versammlung war .Erwägung de« gegenwärtigen Zustande« de« Ordens." Der Vorsitzende. Herr Met», nachdem er einen Umriß der Geschichte und bisherigen Thätigkeit gegeben, schilderte die Situation als eine nicht erfreuliche und Dauer verheißende. Nur energische Thätigkeit der einzelnen Orden«mitglirder zur Stärkung de« Orden« durch Anwerbung neuer, jugendlicher Mitglieder, kvune die Organisation vor dem verfalle retten. Die nachfolgende» Redner brachten nicht« Neue« vor, und von keinem derselben hörten »Ir die Frage erörtern, oder durch praktische Vorschläge beantworten: welche Bort heile man jungen Mäuuern biete» könne, um sie zum Anschluß zu veranlassen! Nachdem di« v'ne Berith, sowie ähnliche jüdische Organisationen, die ursprüngliche Basi« ihrer Existenz .Wohlthäligkeit, Bruderliebe und Harmonie", verlassen und die, dieser sinnreichen Devise entsprecheuden Tendenzen durch eine .Lebensversicherung" unter der Bezeichnung .Endowment Law" zur praktischen Auöführung zu bringen versuchten, bilden jene Grundprinzipien nur noch rin sehr lockere« Band des Zusammenhaltes und haben ihre Auziehnng«kraft längst verloren. Wie sich die Zeiten ändern! Jener Prinzipien, di« früher mü so stolzem Selbstbewußtsein bei dergleichen Veranlassungen bi« zur Ermüdung hervorgehoben wurden, wurde in jener Versammlung kaum mehr gedacht, heute handelt <» sich um die Versicherungssumme, und was für eine Garantie der Orden für die Auszahlung derselben im gegebenen Falle biete» kvune. Doch unser Raum verbietet uns «in näheres Singrheu auf die Geschichte des Entstehen«. Bestehen« und auscheinrudru Vergehens dieser .geheimen" Verbindungen. Di« Behauptuug des Vice-Präsidenteu de« General-Eomitees, Herrn S. M. Meyerhoff, daß der Distrikt seit den zwanzig Jahre« seines Bestehens nie in blühenderem Zustande gewesen, als jetzt, staud so iu offene» Widerspruch mit den Schluß, iußernuge» de« genannten Herr», sowie mit der vorher von Herrn Präs. Mein gemachten Schilderung der gegenwärtigen Situation, die überdies zur Genüge bekannt ist, daß sie nicht nur «hue Eindruck blieb, sonder» die Hörrr uur noch mehr verstimmte. Die Abnahme der Mitgliedschaft von 2800 auf 2208 — ei» Umstand, der rin schlechtes Aeugntß von dem .Wohlthätigkeitsfirm" und der.Bruderliebe" der sich von de» Orden zurückzieheudeu bemitteltere« Brüder giebt, — der schwach« Reservefond von ca. Doll. 1« bi« 20,000, find wahrheitsgetreue Angaben de« Präsidenten, Herr» Klein, die über dt« wirkliche Lage keiur Täuschung znlaffen. Der Erfolg des auf Auttag des Herr» Advokaten Adolph Lichholz schließlich augeuommeuen Beschlusses, ^.daß der Präsident eia Lomitee, bestehe»« aus je drei Mitglieder» jeder 8oae. ernenne, um neu» Mitglleder anzuwerbev," muß die Zukunft zeige». 1 DerRedacteur de» amerikanischen Blatte», de« wir nachfo'genden Artikel eamchmen, «ev. Dr. Mise in Lineinnati. ist ein langjähriger Bruder de« ll. 0. B. B. und bekleidete bereit« di« höchsten Remter t» diesem Orden. □ Da, wie wir »iffe», die.Deborah" auch iu Deutschland gelesen wird, haben wir vorftehrudis mit einer abfichtltchea Ausführlichkeit geschrieben. Wir raöchten, so viel wir r« vermögen, unsere Brüder (notadono, wir meinen .Glaubensbrüdrr", da wir selbst nicht dir Ehre Iiaben, ein .Ordensbruder" der B'ne Berith zu sein, ein Umstand, der un« in uuserem Urtheil um so unbefangener macht), durch die gegebene Schilderung zur Vorsicht mahnen in der Uebernahme von Verpflichtungen, welche weder in der ursprünglichen Tendenz der Verbindung liege«, noch so leicht von derselben zu erfüllen sind. Obwohl gegen gesellschaftliche Vereinigungen zu gegenseitigen wohlthätige«. oder all-«mein Humanitären Zwecke« auf religiöser Grundlage im Allgemeinen nicht« einzuwenden sei« dürfte, so müffen wir bod) gestehen, daß wir von Anfang au die Verpflanzung dieser söge rannten .geheime n jüdischen Orden" von hier aus den Bodin des alten Vaterlandes mit einem grwiffeu Gefühl ängstlicher Brsorgniß betrachtet habe«. Wenn wir auch nicht« wahrhaft Gute« au« dem Grunde ungeschehen lasten sollen, weil uuse re Widersacher unsere Bestrebungen mißdeuten könnten, so glaaben wir doch, au« naheliegenden und bekannten Gründen «nsi rr Glaubensgenossen im alteu Baterlande in der Bildung neirer Genoffenschastcn, als »geheime" «der auch nur.exclusive" Verb indüngen, zur äußersten Vorsicht ermahnen zu müssen! Ob überhaupt in unserer Zeit ein fühlbare« Bedürfnis für die Aufrrchterhaltung, viel weniger Neubildung, dieser jüdischen Orden besteht, ist eine Frage, welche von vielen Mitglieder« derselbe« hterlande« stark verneint wird. Wir wünschen iudrß da» Fortbestehen der bisherigen zum Besten der weniger Bemittelten, die mit harter Mühe seit lange» Jahre« die von Jahr zu Jahr sich steigernden Beiträge entrichtrt habe», in der Hoffnung, dadurch für ihre Hinterbleibenden zu sorgen. Hoffen wir. daß e« einer energischen, umsichtigen, organisatorischen Kraft innerhalb der Orden gelingt, die zerstreuten resp. sich zerstreuenden .Bundesbrüder" zn sammeln durch die Anwendung eine« .modtu operandi", welcher die jüdischen Orden in den Stand setzt, mit vereinten Kräfte« der einzegangenen Verpflichtungen sich, zu entledigen I (.Deborah".) Derichtr und Gorrespondeuien. Deutschland. 8. fl?. Werkln. (Or.-Lorr.) M. (£« ist in dieser o sch. Wochenschr. schon ostmal« erwähnt worden, da« 7 euoe jüdischer Kinder B.wlin» sehr mangelhasten oder q—, gar keinen Religionsunterricht genießen. Zi solchen Kindern stellen sowohl reiche wie arme, sowohl orthodoxe wie nichtorthodoxe Eltcin ihr Eontingent. Düse Zustände sind so kläglich, daß e« mir widerstrebt, sie aussührUch zu schildern; ich mag sie nuc obenhin berühren. Ein großer Theil der betreffenden Kinder wird von pädagogisch ganz unbeiähigten Studenten, Schoch tim, Schammoschim und ähnlichen .Religionölehrern" 1 oder i‘ Stunden wöchentlich im hedr. Lesen — wie die Herren di«, ohne Einübung auch nur der allereinfachsten grammatischen Leseregeln betriebene, mechanische Geleier zu nennen beliebe r — unterrichtet. VoilA tont. Und die jüdischen Religionsschulen Stritt« P Ich wage ohne Scheu die Behauptung, daß dir allerwenigsten Knaben, wenn sie dar mixwah werden, auch nur — von Ander« zu schweigen — die hebr. Benedictionen über die Thora recht verstehen, da» Hauptsächlichste au» der Liturgie wiffen und sich am öffentlichen Gotteidienste, wie stds's gehört und gebührt, betheiligen können. Mir sind hier kaum drei Religionüschulen bekannt, die in dieser Hinsicht pflichtmäßig Wirken. Aber der Jugeadgottesdienstl Run, fragt doch die ganz« jugendliche Schaar, die M inch a betet: waszuMaariw gebetet wird, oder Aehnliche», und ihr werdet staunen, lieber die Allotria, die sich manche Kinder während de«

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