Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 29.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— L2S dreizehn Pflegling,: ia der Aistalt, i» Lause de» Jahre» wurden vier ausgenommen, s» daß zu Ende de» Jahre» die Zahl derselben sich auf siebzehu erhöht hatte. I« Jahre 1887 gingen demSlttuhau» sehr beträchtlich« Geschenk und Legate zu, wir ueauen die bedeutenden: Von dem verstarb. Benjamin Matt hi a» 20000 von dem vrrst. Jsaac Emauuel 50,0C0 M., von H. Wich. Deitrlzweig 15.OOO M.. von der vrrst. Krau Julie Levy arb. Jacobsahn 15,000 SR., vom vast. I». I. Alexander SOOO und außerdem an kleineren Zuwendungen 1O.6S6 M. Im Jahre 1888 erhielt da» Alten hau» au Legate» uud Geschenken M. 10,789.12. Neu ausgenommen wurde» fünf Pfli^lluge, doch verlor die Anstatt ein« Pflegling ia seine« 85. Lebeusjahre durch den 3wd. so daß am Schluffe de» Jahre» 1888 Ach einundzwanzig; Pfleglinge darin befanden. Wenn wir nun auch da» rasche Aufblühen unserer Anstalt al» ein höchst erfreuliche» bezeichnen können, so »üffen wir doch bedauern, daß der Mangel an Räumlich!« tea va» zur Zeit an der Berücksichtigung der vielen eingehenden Gesuch« um Aufnahme hindert, zumal über den End« 1888 noch unbesetzten eine» Platz inzwischen bereitverfügt worden ist. Die Gesammtkoster betrugen 1887 M. 13 987.17 mithin pro Pflegling M. 874.20, im Jahre 1888 M. 17.184.40, mithin pro Pfleg! n; M. 818.30. Da» körperlich« Wohlbefinden der Pfleglinge war auch iu den beiden verfloffenea Jahren ein im Allgemeinen befriedigende-. wie auch da» Zusammeulebn davon Zeuguiß ablegt, daß die Pflegling« sich in unserer Anstatt glücklich und zufrieden fühlen, an Resultat, zu dem nicht am wenigsten die Unterstützung beigrtragen hat, die da Vorstand iu allen wirthschafuiche» Augelegenheüen fort deu Lhreudamea gefunden hat, wofür derselbe diesen seinen besaoderea Dank au»spncht. Dark dem Wohlwollen de» Senat- und d.r löbl. Bürgerschaft, ist e» dem Borstande gelungen, deu b nachbarten Eckplatz Keine Jahrr-reute von SR. 500.— zur Erweiterung der 1t zu erwerben. La dies« Erwerb ist jedoch seilen» der Staatsbehörde die Bedingung geknüpft worden, deu Platz bi» zum 1. Oktober 1893 für Zwecke der Anstalt zu bebauen. Um dieser Verpflichtung Nachkommen und den an da» Altenhai:- immer zahlreicher haantteteudeu Anforderung« durch Vermehrung der Räume genügen zu köunen, bedarf e» noch bedeutender Mittel. Der Vorstand richtet daher an alle edlen und wohlthätige Herzen dre dringende Bitte, der Anstalt „Stiftung cn. Jahresbeitrag-, Geschenke und Legate" zuzuwenden. E» wird iu einer desoaderen B:mrkuug hervorgehoben: .Stiftuigen" gewähr« nicht nur der Anstalt durch den ZinSgrnuß eine regelmäßige, dauernde Einnahmequelle, sondern Hab« auch für die Stifter einen besonderen Wach, indem daen Narre für ewige Zeit« den nachfolgenden Geschlechtern durch eine Tafel bezeichnet wird, welche an da Thür de» von ihren gestiftet« Zimmerbefestigt bleibt. Da Stifter kann sich ferna auch das Recht vorb.halteu, für eine Reihe von Jahren oder so lange « lebt, diej uigm Pfleglinge vorzuschlogen, deren Aufnahme a wünscht, und dieselbm werdcn aufgenontm«, wenn kein statutarische» Hindaniß vorliegt. B-i Lezaten werd« SBünsch« zur Feier da Todestage (Jahrrszeüer) jederzeit gau berücksichtigt, auch Waden die Ramm da Legatare auf riuer der iu da Anstatt befindlichen Gedenk: afelu uusecn Wohlihätn verzeichnet. Dm Vorstand de» Albmhause» bilden die HHr.: Ephr. Edward», Ehrmpräsident, Li. Z. Michael, Borsitzmda, Afred Levy, stälvntr. Vorsitzenda, Mox Bauer, Cassirer, Joseph Levy. Inspektor, I. D. Hoch, Inspektor, Ernst Liebermann, Echriftführa, uu!r die Ehreudamen: Fra« Clara Bauer, grb. OUrndorf, Fräulein Hmny Deitrlzweig, Frau Friedaike Michael, geb. ftanrr. Lwxembwrg. «LuuemHurß. CI« der ehemalige hiesige Rabbiua Dr. Samuel Hirsch iu Ehicago starb, meldete ei» tu dies« Stadt ansässiger Luxemburger (Nicht-Jubel seiueu Tod telegraphisch hierha. Jufolgedeffm saudte da hiesig« Gemeiudeverstand uebst uns. Rabbiua da» felgeude Coudelmzschreibe» au die trauernde Rabbiua-Wittw«: Luxemburg, dm 22. Mai 89. „Hochzuverehrrude Krau Doctor l wir haben zu unserem allergrößt« Bebaua» die Nachricht von dem Ablrb« Ihre» Mauue» erhalt«, uud vafichenr wir Sie uud Ihre vaehrte Kamllie uusar» aufrichtig« uudinnig« Beileid». Hea Dr. Samuel Hirsch, unsa unvageßlicha Rabbiua, wird ia da Geschichte uusaa Gemeinde uud tu unsere« daukbar« Herz« stet» die erste Stelle eiuuehme». Derselbe hatte fast während eiur» Btateljahrhundat» uuta groß« Schwierigkeit« mit settmem Talente und seltma Lharaktauud jWillensftärke die geistig« Angelegmheit« uusaa religiös« Gemeinschaft« geleitet; a hat i» jeba Beziehung segeusreich gewirkt. Wm» schon diejmig« Werke seiua raftloftu Geistesarbeit, die auf die richtige Würdigung de« Judeuthum» uud auf die Emanzipation seiua Bekenua gerichtet warm, sei»«» Nam« eium dauemd« Werth verleihen, so ist auch hauptsächlich sei» Wirken in hiesiger Gemeinde, da« Wohl a seine best« Kräfte gewidmet, welche« sein Audmken allzett zu eine« gesegnet« mach« wird. Durch die hinreißmde Begeisterung seiua Beredsamkeit^ durch d« Einfluß seiua Pasönlichkeit, die stet» mit dm edelsten Absicht« und dem reinsten Willen nur die Helligkett da von ihr vertreten« Sache gewidmet war, hat a i» da Lehre und im Leben, iu Synagoge und iu da Schule, heilsamt Babefferuugeu eivgrführt, die auf die Lai»ualich«»g und Vertiefung unserer Religion uud auf d« social« »ad inlelltklurllen Fortschritt ihrer Bekenua gaichtet waren. Sr hat da» Judenthum uud dm Nam« „Jude" zu Ehr« gebracht i» einer Zeit, iu welcher »och Borurtheil und Bakeouovg hindernd «iua beffereu Anffaffuug im Weg« staube«. I» diesem Geiste wetta zu arbett«, werden wir als dir schönste, sein Aodmk« ehrende Aufgabe betracht«. Seuehmig« Sie, hochzuveahrmd« Frau, di« verficheruug unserer vorzüglichen Hochachtung und Wathschätzuug. Der Vorstand und da« Rabbinat da Jsraelltischm Gemeinde, (gez.) Loui» Godchaux, Isidor Mayer, Gustav Gugeuheim, Leop. Sahn. S. M. Levy, Rabbina Dr. I. Blumeufteia." Oefterreich-Uagaru. 17. Zu» Angara, 8. Juli. (Or.-Lorr.) Die Jude» Hab« nicht nur eine „Religio» dr» Geiste»", sonda» auch eium geistig« Patriotismus. Ihr HeimathSgefühl ist nicht au di« Scholl« gebuud«, wo imma und wan» imm« da» Lied »da da» Wort de» Glauben» au dm «intg-eiuzig» Gott avingt, die Heilswahrheit da jüdisch« Religion zum Ausdruck Klangt, die Weih« de» Familie »lebe»» ihn» uud verwüstlichen Zauber übt. die Tugend« de» jüdisch« Stamme»; Demuth, Barmhazigkeit, werkthätige Liebe und Dankbarkeit «alten, fühlt sich da Jude ia seiua ihm lieb« uud th«an Hrimath. Dieser Patrioti«mu» de» Geiste» gerade macht d« Juden auf da gauzm Erde zu« treuest« Auhänga de» Laude» uud Staate» seiua Zugehörigkeit. Denn nicht erzmgt da Bode» di« Ivan, sonda» da Geist da Gemeinschaft de» Streben» uud Denken» weihet uud hettigt die geliebte Erd«. — Bon diese« Gesichtspunkt« au» betrachtet, war es ein ahabme» und erhebende» Ereigutß, daß achthuudatfüufundoiazig Magyar« zu de« greis» Patriot« Ludwig Kossuth nach Turin gezogm war», uud, um mtt da ltebaswurdigm Dichtertu Id« Ehristm zu red«, e» so gemacht Hab«, wie vir Judm tu früham Zeit« es zu «ach« gewohut »arm, die Tobt« iu ihr« Gräbern mit Stein«, die Stirne bei Lebend» aber mtt ' Kränz« belohnten uud nicht umgekehrt. — Sind auch btt Ziele da Nation, die tau zum Könige und dem Gesammifloate Oesterreich» verbündet« Heimathland« Ungarns hillt, r- »eit verschied« von d« Idem, welche da grase Staatsmanu zu seiua Lrbensmfgabe gemacht hatte, so bleibt »och.! . . - it.7