Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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21» 'Wortklauberei, wir Hab» wohl Beide Recht; Berfaffer hat Mittel bezeichnet und ich bin der Meinung, nun sind wir doch »och «d»s» wett wie zuvor. Man gestatte «tt. die» näher z« erörtern. . Die Uederfüllung de» Lehrerstande» und der Seminarim soll Schuld au der mißlich» Lag« der Lehrer sein. Wird aber, wmn diese Ucberfüllung besettigt ist, nun der Uebelstand schwind»? — Die jüdische Voll «schule, der» principirlle Daseinsberechtigung von so viel» Seit», selbst von Lehrern, bestritt» wird, kann nur durch die Tüte tyrcc Leistung» Anhänger gewinnen. Diese Güte der Leistungen (auch in d» weltlichen Fächern) herbrizuführe», dazu hat man allgr- »ein durchgreifende Schritte bisher weder von amtlicher Seite, »och in den Lehrer-Conferruz» gethan. am w»igst» aber könnm r» Artikel chun, die sich s» absrit« von der .Hauptsache bewegen. Man «Kd also selbst beim Mangel an jüdisch» Bolktschullehrern noch so wett sein, wie zuvor, mau wttd aukschließlnh der „deutsch»" Schule die principielle Berechtigung zunkeon». Daß diese „zufällig" christlich ist, daß sie die jÄnsch» Lehr.i nicht anstellt, hindert nicht», ist vielmehr günstig, denn nun müssen die Volksschullehrer -Schächter und Borbeier werden. Ist aber Aussicht Vorhand», daß da» vom Berfaffer empfohlene Mittel überhaupt zur Ausführung kommt? — Die» möchte ich bezweifeln. Jahrau», jahrein, wttd auf btt sociale Gefahr hingewttsen, die darau» entsteht, daß fo viel« ihre Rinder studirm lass». Hat die» gefruchtet? Und w»u zur Erlangung der Berechtigung zu« Einjährig-Frei, willig» - Militärdienst da» Abiturimtm «Examen verlangt würde, diejmigm jüdisch» Elte», die da» Bermögm dazu Hab», würdm auch vicfe» Opfer bring» au» falsche« BilduugStrieb. aus übertnebmem Ehrgeiz. Diese Studirtm könnm aber doch nicht all« Aerzte und Jurist» »erden und der Baaaattrstand hat vielleicht später auch nicht mehr so goldene Tage wie jetzt. Wa» zu thun? Sir gehen zum Rabbiverstand« über und — verdräng» dtt Lehrer. Herr R. in A, der stet» dm Muth drr eigen» Meinung bat, dabei aber dtt Meinung eine« sehr großen Theile» der -GlaubmSgenossm vertritt, sagt mit dürr» Wott»: L» giebt gar keine Ueberfülle an Lehre», vielmehr Mangel; eine Ueberfülle giebt e» an Bolk»schuüehreru, ein Mangel ist nur an jüdischen Lehre», die ein» gediegenen Religion«, «nterricht zu ertheilm vermögm. — Berzechungl So hätte er folgerichtig sag» müffm. Er sagt indeß: E« ist ein Mangel au Lehre», welche — Borbeter und Schächter sind. Man kann da» auch so ouSdrück»: E» ist Mangel an Schächte» »ad Bordete», welche Lehrer sind. Aber um wa» tu oller Wett ist d»n Letztere» uöthig? Weil der Staat von dem Unterrichtenden eia pädagogische» Exa«e» verlangt oder wett, fast gmtte ich mich, r» zu sag», well «» jüdisch« Senttuarim giebt? Diese Eaprice de» Staate« wttd ja von gewiffer jüdischer Site nicht anrrkannt. Ersten« unterrichtet der Rabbiner und ist der Lehrer höchst»» Gehilfe; in dm kleiner» Gemeind» ober kann Krrthi und Pttthi, der Schächter uud Borbeter ist, unterrichtm, Predigt Hab« sie don nicht nöthig. sie könnm auch so leben. — Zwar tadelt Herr R, daß d« kleiner» Gemeind» da» mechanische heor. Les» gmüge, daß sie kein vedürfuiß habe »ach systematischem Religionsunterricht, aber zur Idee der sch» Bolkdschutt, und daß diese nermrhrt werden müßt», r er sich nicht erheb», denn alle», wa» nn» von unser» Mitbürge» unterscheidet, ist blo» dtt Religion, ergo brauch» wir nur ReligionSfchule». Daß »tt sociale Pflicht» gegm un» selbst; daß wtt Ehrenpflichten gegm un» bade», in unserer Mitte Schul» zu erricht», daß diese Pflicht» auch vou der Religion vorarschrieb». daher im gewiff» Sinne drlngmde religiöse Pflichte» sind, da» stört Viele nicht. Ja, wen» Bttmarck »der Bötticher darauf Hin- ' sru, daun würde Profrffor Lazaru» f«foct ein Buch schreib», so aber . . . So lang« dtt Ehr»Pflicht der Errichtung jüdischer BolkSschul» nicht erkannt wttd. kan« auch die Auseinandersetzuug, daß die Landgemeinden, welche auf ein» rite vorgebildet» Lehrer verzichtet», eine Thorheit begeh», nicht« nütz». D»n ein» ander» Lehrer könnm sie eher beseitigen, w»n sie seiner überdrüsstg »erd» u. s. w. Zum Schluß will ich hervorheben, das; ich dergleichen AuSeinandersetznng» in der Preffe nicht für unersprießlich halte. Die Ansicht» werd» geklärt, und da» ist auch etwa» werth. Dagegm sollt» die Lehrer-Eonferenrrr: ihre Themata sehr sorgfältig au«wähl», da sie alljährlich nur einmal zusammenkommm, da sie positive Aufgaben zu bewälttg» Hab», der» sie sich bewußt werd» müßten. Rur da», wa» wirkt, ist eine That. Ob nun unsere Au»e nandersetzung» wirk», ob nicht vor wtt nach auf den llouferenz» «in« beffere Borbildung al» Borbeter oder il» Prediger verlangt wttd, uud dadurch nützlichere Themata verdrängt werd», da» ist fraglich; demnach ist e» eigentlich auch fraglich, ob diese Auseinandersetzung zur Kategorie der „Thattn" gehört. W. N. 8. Aeuöraudenöurg (Mecklmburg). A« Sonnabmd den 29. Juni feinte die hiesige Gemeinde ihr llvjährigr» Bestehen; al» dieselbe sich im Jahre 1864 gegründet hatte, zählte ste nur 9 stimmberechtigte Mitglieder und ist nun auf deren 30 ongewachs». Während dieser 2V Jahre verwaltete Herr Gustav Götz mit volle« Eifer und aller Hingebung da» Borst her-Amt und wurde Her» Götz im Austrage der Gemeinde durch eine Abordnung derselbm al» Dank und Anerkmnung seiner g«wiffmh»ft» AmtSführing ein Ehren» geschmk, bestehend in eine« mit Widmung vv^ehmm Prachtwerk, überreicht. E» fand daun ein feierlicher GotteSdttust in der Synagoge statt, bei dem der Landelrabbiner Herr De. Hamburger die Festrede hielt. Um */,12 Uhr Bormittag erschien» al» Deputtrte de» Magisttat» der Syndicu» und Senator bei de« Vorsteher Herr« Löwenhaupt und überbrachtm der Gemeinde im Ramm der stäi-tischm Behörde die Glückwünsche. — Ein festliche» Mahl vereinigtt am Abmd dtt Gemeinde, «ad warm al» Ehrengäste der Bürgermeister und Saator zugegen. Der erstt Toast wurde auf dm LaudeShrrrn vom Borsteder E. Löwenhaupt au»gebracht; er wie» darauf hin, daß S. König!. Hoheit der hiesigen Gemeind« sttt» in huldvollster, tolerantester Weise Wohlwollen und Förderung angedeihe» ließ und sich dadurch i« Herz» 6ct hiesig» Gemeinde rin unvergängliche« D«kmal errichtet habe. Im Anschluß hieran wurde dem Grobherzog ein Telegramm übelsrndet, in welchem dtt Gesinnung» dcr Treue und Dankbarkeit zum Au«drucke gelangt». Sr. König!. Hohett der Großherzog geruht», dm Festgmß durch folgende Depesche zu beantwortta: „Der zum 2vjährig» Stiftungsfest gestem Abend „versammelt gewes»» israelittjchea Gemeinde sage „Ich frmndlich» Dank für d» ttu»druck ihrer „treu» und dankbaren Gesinnung, wclchm ich gerne „»tgegrngmommen habe. Gr-rßherzoa." E« folgt» daun mehrere Toastt und noch Schluß de» Frsteffm« reihte sich ein Tanz an, der die <Gesellschaft bi» zu früher Stund« vereinigtt «ad wird diese» Fest al» frohe Erinnerung bei all» Theiluchmcm noch large nachhaltm. Hsterod«, Ostpr., 80. Imst. (Or^Corr.^ In unserer klein» Gemeinde Hab» in d» letzt» 16 Jehr» 4 Paare ihr Küjährigr» Ehejubiläum gefeiert, nad am!!4. d. M. hat da» älteste dieser 4 Paare, Selig Loreuz uud Taube Krause, sei» 66jährige« O^ibiläum (Diame uthochzett) begangen. Zwei Söhae de» Jroelpaar», dttLhif» der Firma Josef Krause u. E«. au» Peruambaco tu Brafilie», von den» der ältere durch dtt Auszeichnung «tt dem f-öchstm Brafiltauischm Ord» da» Adel»prädtkat erhalt», »erm zu diese« Tag« schon früher hergekommm. Dies« »ul» dtt auder» Linder, Gukrl uud Ureuktl üderrricht» de» Ziudelpaare am