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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 27. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 27.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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die Lunge in solchen Fällen ein vollkommen gesunde» Lutschen hat. i» PublSum die Herabsetznna de» Respekt» vor tan Trof» bewirken. Dazu rechne ich da» häufig vorkom- »ende Anwachsen der oberen Lungen lappen MIT«) an da» Rippenfell, »elche» nach Talmud (Ehullin 48») und nach Josef Karo (Jose Deah 39,18) koscher ist, trotzdem aber de« unfehlbaren Mose» Jfferle» und seine« »uralten Brauche" zuliebe für wi» nicht al» koscher gelten darf. Al« ein besonder» intereffaute» Beispiel von der früher beliebten geistlosen Auffassung de» Gesetze» will ich folgenden Fall geben, testen BrröffmtUchnna, wie ich glaube, im allgemeinen Interesse liegt. Ich würbe kürzlich gefragt, ob «an ein mit dem troquürck gestochene» Rind schlachten dürfe. Hur Erklärung füge ich hinzu, daß Rinder, d« sich an Grünfutter Lberfrrsteu. von Blähsucht befall« werde», die tödtlich ist, wenn nicht rechtzeitig dnrch Operation Hilf« gebracht wird. Diese Operation besteht darin, daß dem Tchiere mittel» eine» in einer Rühre befindlichen spitzigen Instrument» ein Stich durch die Hüfte bi» in den Pansen CDp, nicht wie Raschi Ehullin 42» angiebt fWDfl JT3, welche» Netzmagen heißt) »ersetzt wird, worauf e», nachdem die Gase entwichen find, toicter vollständig gesund wird und au Alter»schwäche eine» seligen Tode» sterben kann, wenn e» nicht der Metzger mitten in ferner irdischen Laufbahn abruft. Ich erklärte e» für bfqer. weil ich mir sagt«, daß die Bernarbung einer Wunde CD&n ’C T?Tn), wovon die Eodificatoren (Jorrh Deah 81, besonder» Sadbatai, Lohen ib. 5) sprechen, nm sie für da» Gesetz von trata irrelevant zu ervären, sich durch«» nicht auf die Vernarbung einer Operation»«uÄe bezieh« könne, nach welcher wie tu diesem Falle da» Thier länger ol» ein Jahr leben und Junge haben kann und endlich »eine ich, daß der einfache Worwerstand de» in der Mischnah ausgesprochen» Princip», wa» nicht lebendfähig ist, heißt trata, ebensowenig eine» Adeptenthum» zum rilsstignr Berftäudniß bedürfe, al» die Baraitha, welche mit Bezug auf Levit 11,2 sagt: da» Lebensfähige darfft Du esten, da» RichUebeutfähige darfft Du nicht esten. Diese Ansicht kann schon deswegen nicht ketzerisch fern, weil sie von Maimouide» ausgestellt wird, der (Hilch. Maach. aff. P. IV Hal. 9) sagt: Dir Sinn der Schriftstelle »Fleisch ans de» Feld« zerrissen sollst Du nicht esten" ist: ein Thier, da» in Folge einer Erkrankung oder einer Sund« dem Tode nah« ist, darfst Du nicht effen. Diese Anschauung hat sich auch Jakob den Ascher zu eigen gemacht, der die Worte de» Mab monide» al» Einleitung zu den Gesetzen über Traxb» im Tur Jore Deah cittrt. Sei» nun trotzdem Sabbat« fto^c» (o. •. O.) di« Ansicht vertritt, daß da», wa» einmal nach unfern Gesetz» unbedingt al» traph* gilt, durch keinen Beweis der Lebensfähigkeit koscher werden kam», so gilt die» keine»- »eg» für eine Oprratton»»uude, dereu correct« Heilung da» Normale ist. Und allereudlich ist die Autorität Sadbatai'» auch nur eine Eut,cheiduug Salomo den Ldrat» («esp. Nr. 88), der tu eine« Falle einer abnormen Bildung, die al» trapp» gilt und «»bei da» Thier über ein Jahr lebt«, entschied: »Tausend Zeugnisse und Experimente müssen ungiltig sein, che wir zu,eben, daß nur ein Tüpfelchen von den Worten unserer Weilen seine Recht»krast verliere." Diese» oracko, qni» »brardom h« auch Joel Serke» tat rra (Jore Deah 48) bestimmt, in de» Falle de» Troquioran» für trapbu zu entscheiden, im Gegätsatze zu einer auonhwen Notiz in einer Beuediger Lu»gabe de» Schulchau Aruch, von deren verfaffer er sagt: Sott möge ihm dies» leichtsinnig« Ausspruch verzeihen. Die» ist die einzige mir bekannt geworden« direkt« Erwähnung diese» Kalle», die übrigen», »eil sie ebenfall» nur auf «. S. b. L sich stützt, mir nicht maßgebend erscheint, um eine solche erschwer »de GesetzeSbesttmmuug al» kanonisch auzuseh» nud da» Grnndprinzip der Mtschnch fall» zu lasten, welch«» bet den Gesetzen von ta*pba da Heiligung««,riss durch Enthaltung van de« AbschavErregmd» unstreitig richtig ans,«faßt hat. Dr. S. Deutsch, Rabbiner. Zn» Angarn, 30. Juui. (Or.-Eorr.) Wenn di« von Sabbathai Zewi gestiftete Seste der Jud» (Sadbathian«r> dm 9. Aw, den Tag der Ze.störuug Jerusalem», al» höchst» £1 national» Feiertag feie», so liegt hierin einige Berechtig«». Einmal wirkt die nationale Tragödie nicht nur ergreift«», sondern auch erhebmd; wonach eine klein« volksgesammtheit >1 Alle» mit einem in der Geschichte beispiellos dastehend« i HeroiSmu» eingesetzt hatte, um einer wett überragenden Mehrhett gegmüber die Bedingungen idealer, tiefreiigiöser \ Machtstellung zu erretten und zu erhalt». Dieser Geist der 4 Liebe und de« erhabmen Dnldm» kann aber nicht untergeh», . i ragt über die Trümmer Zion», die Leichmstetae der Sofft«,yl gräber mächtig hinan«, um Wahrheit und Friede» zu zürdm und zu weck», die sittlich» Mächte, auf der« Grundlage der Au«bau de« Judenthum« ,u Glanz «ch? Herrlichkeit vollzogen werd» kann. Wa» also uu» Jud» z Zukunft«gü>anke ist, erhält in jener Sekt« schon in der Gegen» * wart jüd. national» Ausdruck. Im Gegmsatze zu jener am Reumond»tag« de» Monate« Tammu« für die Erörterung arlgemeff»» Idee aber ist die der serbffchm Kojsowo-Feftr, welche dm »ropäisch» Süd-Ost» bewegt. Die Serbe» - J. feierten nämlich den Gedmktag ihrer fünfhundertjährig» a. Niederlage, durch welche türkscher Minderheit gegenüber chrr jj nationale Existenz vernichtet wurde, der Halbmond auf de» H Grab« de» serbisch» Staate» und seine» unglücklich» Königs^ Lazar aufgrgangm war. — Da» Ausdehnuagsgeltste der E Serben über Süd-Unga», Slavoni», Kroatt», Dalmati», > BoSnim, die Herzegowina und Macrdoui» hat ja doch uichb nur in der Thronrede de» Kaiser» Franz Joseph vor den Abgesaudt» der Parlammte beider Reichithülst« die 's gebührmde Zurechtweisung erhalt», sondem e» beruht auch daitz Großseroeuthum unter den klein» König ebensowenig auf geschichtlicher Wahrheit, wie r» d» Frieden «ft der benachbarten österreich-ungarischen Gwßmach» gefährdet. /- Zu national ist data nicht national, wie zu rituell nicht rituell ist. Die erster« Wahrheit eraiÄt sich au» den Ereignissen am Balkan, di« letztere au» eine» Rothfalle in einer der ältesten Gemeind« de» Laude». > Altofen. Ein jüdischer MeischwaarenHändler hatte von de» it»- von der Altof»er Gemeind« eivgeräumteu Rechte, rituelle». Fleisch auSzuschueiden Mißbrauch gemach». Al» ihm uu» i von der genannt» Gemeind« da» Ver kauf» recht deShalü entzog» word« war. verschaffte er sich von einer spezifisch orthodox» Congregation (Neustift) die Genehmigung zu» . Fleischverkauft, wollte also ftommer al» ftomm erschein».. Dageta «hob nun die Alloftuer Gemeind«» die «emaltge % Muttergemeinde der Hauptstadt, Beschwerde bri» Gewerbe» 4 Amte. Dir Folge war. daß de« hhper-koscher» Fleischer ", für sein Geschäft da» Prädikat .koscher" von Amt» wich»? entzogen wurde. In Folge bchördluber Intervention z» Gunst» der Altofmer Gemeind« ist beregte Angeleg»h« f. in die Orffeutlichkeit gelangt, und erzähl» dft Tcmeödiätt» von der Affatte, wie auch von der rrfteultchm Thalsache, daß der Magffttat zu Budapest in Bezug «nf Versorgung taubstummer Kinder vor der Wahl gestand« zwisch» der Israel. LandeS-Lnstalt, «elche jüngst: glänzende PrüfurgS-Erfolge aufznweffm hott«, und der tato» confesstouellm Taubstummm-Arfftatt zu Waitzen. Möge über allen konfessionell» Forderung» erhab» »alt«, der H die Partei« vereinigende Gedanke sittlicher Humanttü GpOßtattuunte«. «London. Der Prinz von Wale» hat die öffentliche * Aufmerksamkeit auf dir Gefahr geleutt, welche an» de» Genüsse de» Fletsche» entsteht, da» von «tt Krankheiten H behaftet» Perfen» behandelt wirb. ES vergeht kan« etae % Woche, ohne daß Jemand überführt wird, für b« Sedrnnch. v ungeeignetes Fletsch verkauft zu hob». Während wir selbst ZZ uns glücklich schätz», durch nufere RrliatonSvorschrift« geg» s» traurig« Gefahr» ^schützt zu seta, entpehf für uu» dft Frage, ob wft nicht dahin streb« müssen, uus

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