Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 25.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 1*7 — dtfche» Stbatößürger fl«*» ihre patriotische Treue bewährt habe» m»d auf dm Schatz und die gerechte Würdigung btt »ugarischen Äaat»regieniag jederzeit rechne« können. 'Der «tt der Leitung de» Ministeriums de» Inner» jetzt provisorisch betraute Minister, Herr v. Baroß, «elcher durch den er- "wäßigten Zonentarif der Eisenbahn dem Handel und Berkehr einen hohe« Auifchwung zu geben da» unvergängliche Berdienst hat. hatte gleichfalls jüngst im Parlament sich als Fürsprecher unserer Glaubensgemeinschaft erwiesen. — Da» ungarische Judenthum hat durch da» Ableben de» fei. Oberrabbiner» Abraham Hochmuth in Be»zprim einen großen Berlust erlitten. Der Verklärte hat in Berlin in der Dr. Sach »'schm Epoche studirt und verband jüdische Gelehrsamkeit mit Bildung und Aufklärung. Um da« uug. Lande»'Radbiner»8eminar hat der Berewigte sich in hohem Maße verdimt gemacht. Serdie«. Mekarad, 12. Juni. (Or.-Eorr.) Geehrter Herr Redacteur I Ich war erstaunt, in Ihrem gesch. Journal (Nr. 28) «in« Tonefpondmz au» Wien zu lesm, in welcher über Angriffe gegm di« hiesigm Israeliten. über asiatischen >ntise«iti»mu», über dieDemolirung de» jüd. (rituellen) Btcke» rr. berichtet wurde. Nicht da» 1fr. (rituelle) Bad wurde de»olirt, sonder» der christliche Besitzer eine» hiesigen Dampfbades wurde mtt Fmstereiuschlagm bedroht, wa» aber die Polizei verhindert hatte. Ja jmem Stadtviertel, wo ein großer Theil der hiesig« Jsraelitm wobut und wo sich da» betreffende rituell« Bad befindet (da» Bad ist Privateigmthum und deffm Besitzer war uicht wmig stolz, al» er von der nuu erlangt« Berühmtheit seines Etablissement» hörte) ist überhaupt di« Ruhe nicht gestört worden. Die unbegründete Furcht, welche dmnoch a» jmm Tagm von den Jsraelitm geäußert wurde, /die» habe» einige Schwätzer durch Verbreitung dummer Nachricht« verschuldet) hatte die Präfektur veranlaßt, ein« grüßere Anzahl von Polizisten in jmem Viertel aufzustrllm, doch sind diese nie in Aktion getreten. Bei der ganz« Geschichte hat kein Israelit auch dm geringstm Schade» erlitt«. Boa AnttsemüiSmu» ist keine Rede, uud diefinigm, welche Furcht hattm, glaubtm eS al» Anhänger der Progresststm thun zu müffm. Weder die Regierung noch die Bevölkerung dmkt daran, dem traurig« Beispiel unsere« Nachbarstaates zu folg«. An der Toleranz der serbischen Geistlichkeit könnte sich mancher Hofprediger ein gute« Beispiel »ehmm. Dr. S. Bernfeld, Grand-Babbin. Vermischte mrd anul* Kechrichte». Halle «, S. Hr. Dr. Keßler, Rabbiner in Landsberg a. W.» ist zu« Rabbiner der htefixen Gemeinde einstimmig gewählt worden. X-HLverlin. (Entgegnung.) Dst Unmvglichirtt brr Co,trolle über dir einlanfenden Nachrichten »n» da« vertrank» »es Hrn. Redakteur« ist 1» der Lorresp. »Verl n" (Nr 20) etwa« pari «abgenützt worden. Seder da» Thema, noch der Ort, wo der Vortrag geh«/.««, werde» sollt«, »och die Umstände, die »it seiner Ankündigung t» Verdi»»»»» stehe», stad der Wahrheit rntsprechend „gegedn>, und koaat« dir Ssche »ar durch Jnhsterrrioa eine« Mstglttbes a» di« große »lose der Oeffentlichkeit gelaaae«. da i» der fraaltche» Vitzuag weder ei» »Gast M« vresiauer Conto«:*, noch Gäste überhanpt anwesend wäre». Es ist offenbar nicht gleich pl brurthelle», wa» t, Ndwesenhetl »oa Frrmden i» eine« geschloffene, Verein von lauter Theologo», und was « «ine» aeadaatsche» Verein t» Gegenwart von Gästen gesprochen wir», vo« einer »httztmn Debatte und vo» .Anftegnug in jüd^aead. Kreisen" tan» iidhatGt «cht di« Red« sei». Di« Scnw, — bei der es aller»tag» zu Worte» kam, di« dar Gegenpol von Schwetch,leien bilde», — spielte sich »ielwehr i» einer Panse »wtschai de» geschgftllche»nndoemüttzUche»Tdellab, und wurde dadnrch »er»»loht, daß ei» neue« vitrolied — offenbar kein Lkistrr tww Toleranz — in eine» «ngekstudigte» Vortrag, d«»«r er noch gehalte» wwrd», schon ngt Letzerei«» wittere. wor»»f der anttMscha Ttndache» Beschnldigt,, th» sei« Eatrststuu, über diese unerhdrt« Hndächtig,,, in »»»rrdlllmter Weise knndGtb. (lluser «»«»so. als» »och nicht alznweti »o« der Wahrb-it «tsernt, wein er diese »- und «ntrüstunasiintzerunge» Ms .hipige DeRNte" b» wir dapi, »La ttwolo^ow ttij ~ > ha» sich »» L«el ««»Nb, dir M pafbna, dach «iw p t»fn| M Semester« i, da Siegel ei, «ehr geschichtlicher ^er «I^«i»er Vortrag gehalst». Der dies»«! «»erst anjallndigt, vortraz wollt, »n», geftsttzt a»s die Uaselnaudeiletznng« »o» sirärtz, Geiger, Griidau« „d Loderen »das Lbri.ste»1hu» als Reform des Jndentßums" betrachte» uud «strdige». I» unsere« resormatorische» .jettalter »erlangt man «it Siecht von Jedün, daß er auch de» Pesormatw, de» er nicht verpflichtet — bi« aus den vewel» des Gegeatheil» — gnten Willen nicht absprech«. Tollte dies nu>> nicht auch aus dl« grschtchl lichen Umänderung«» tm Judeathu« Anwrndnug finde»? Sollt« es »tcht gestattet sei», das Ltriftrnlhmn als einen gutgemeinte» — wen» auch verfehlte» — diesorm-yersuch de» Iudeathum» zu betrachten? — Und doch war in de« Thema: »Das Lvrlltenthu« als Reform de« Judenthums" noch nicht einmal die Luerkenuung der gMer Absicht der Urheber jener Resorm ausgesprodenl — Zugegeben aber, daß da» Thema unglücklich stilisirt oar und auch Mißdeutungen zulaffe, so darf wohl von einem Theoltgen verlangt werden das, er seine,: verussgenoffen N12l *07 bearthetl«, und cl bleibt unverr-thlich, daß trotz der auteiitisch-n Deutun, des Thema'» u»d der nachdrücklichsten Zurückweisung des verdacht« seiten» des Beschuldig «n, der Vorfall dennoch in io gehässiger Weise weite, erzählt wurde. (Wir müssen o'fti» gestehen, daß wir in der etwa lüzetliae» Lorresp. verli», <Rr. 20) der di« obig« .Entgegnung" gilt eine gehässige Absicht des Einsender» nicht gcfti.idrn haben. Red.) Berlin. Der Stadtverordnete Färbereibefitzer Dan.d Tobias ist am 13. d. M. im 64. Lelenüjahr gestorb«». Der Verstorben« hat sich um die S>«dt verli» seit »eleu Jahre» hochverdient gemacht. Er bekleidele seit 1366 mehrere städti'che Aemter, war Beztrksvorfteher, Stadtverordneter, Schiedsmana, Mitglied des Repräsentawe.-llollegiums und hat in diesem auegedehnten Wirnlngskrrise sich durch seine Menlchen» sreundlichkett die höchst« Achtung nnd den Dank seiner Mitbürger, zu erwerb n gewußt. BreSlan. Am 6. Juni, beging die unter Leitung de« Herr» Rabbiner Dr. P. Neustadt siebend« ^Hebräsche Untenichtsanstalt" die Fttrr ihre« sünsundzwanzlgjährtgen vetzeh n«. Hervorgehokcn zu werden verdient, daß es de« rastlosen Eiser de» Leiter Ixr Anstalt gelunarn ist, »iesrlbe ans kleinen Ansä'gen in tem reifiosil ne» Zeitraum« zu einer zednNaffigen Schule <7 Knab n und 3 Märchen klaffe») zu erheben, an w:lcher 6 Lehrer und 2 Lehrerinnen wirken, während durch Umerrichtslocale in drei Siadnhette» dr» Schüler» Erftaanß an Weg und Zeit für ihr« Schularbeit g-währt wird. Der des,» deis gepflegt Jugendaottesdienst wird noch in diesem Jahre in einer Ixtrit» in Van befindlichen Anstalts-Synagoge sein- Heimstätte finden. Namen» der beiden Lommilfionen für die Schul« und den Jugendgottesdienst überreicht« Herr S. Oelsuer dem Leiter der Anstalt, der mtt dem Jubiläum d'r Anstalt zugleich di« Dauer der Lbjährigen Direktion beging, et» kostbare« Kr chenk. Bereits vorher hatte ein« Comitb ehemaliger Schüler der Avstalt den Jnbilar in seiner Wohnung durch eia« »dreffc und weitho-lle» Angebinde beglückwünscht. Sr. Esse», 4. Juni. (Or^Lorr.) Di« Stadt Arnsberg hatte einen Tommunalsrledhas augelegt uud eiue vegräbnißnrdnnug ausgestellt, »ach welcher aus drmsilbe» nur verstorbene christlicher Lovsessiou bestattet werde« solle». Der Arnsberger Bezirksausschuß abrr war auderer Ansicht und lehnte dt« vegräbutßordnmig ab, well de, Friedhof au» Lommuuolmittelu angeschafst worbe» und au« denselben erhalte» wirb. Auch den Leiche» der Juden, obgleich dieselbe» einen eigene» Friedhof besitzen, «üffe derselbe geiffuet le n. H»»»h»r>. Wege» grobe» Unfug» wurde ein Kauft»au» tu Sauds» deck bestraft, well er am Eingang sei»«« Gatten» elo« Tafel hatte anbriuzea laffeu, auf welcker mit großen vuchstabeu dl« Wotte «mast war«,: .Jnde» dürfe» hrer »tcht elntrtten." Die Wa, d»b«ck-r Pollztt hatte demselben auferlegt, die Tafel sorizuuehme» und ihm außerdem ttnen Strasb.'schktd zugehe» lasten, durch welche« er in eine Geldbuße gruomme» wurde. Segen diese, hatte der Karsman» Etuspruch erhoben uud auf gettchtlsthe Eutscheiduug provozitt. Di« Sach« kam vor de« Schöffengericht» zu «Üendsbeck zur Verhandlung. Der Kauf«»,, murt« »ach ttngehender vewetsausnähme, dem Antrag de« Amtsauwalt» gemäß, »ege» .grobe» Unfugs" zur ekstversügtr» Gelbst rasveruttheitt. In Mettze» ist am 7. und 8. Juni der vtett« »erbandstag der Thiersihntzverrme de« deutsche» Reiche» abgehalten werden, von den Ergebnisse» t er aus demselb» gepflogene» Veihandlmii,en ist folgende» hervorzuheben. Rach ttne« verachte te« Herrn v<ringer-verli» über die von chm beMgllch der Brtänbung der Schlachtthter: gemachte» Erftchruugen beschloß die Versammlung, di« Betäubung der Thier» beim Schlachte», wie sie durch die Schuß- und Schlachtmtskeu. die Klttaschmtdt'schen Vetäuvungsapp träte und da» Hoeb'ezen >«> Kopfe« beim Ausbluten erreicht wird. Ein Gleiche« beschloß der darauf zn Dresden tagend« 1v. Thierschntzftmgreß. An« Württemberg, tn Juni. (Or.^orr.) Di« lkammer der Abgeordnete» hat außer de« bereit« gea.-hmigte» Elaatsbeitrag von 27 C00 Kt. «ui isiael. ZeutralNrchenkaste noch eia« wtitere Ezizea, fü, Aufbesserung der Gehälter für Rabbine», Lehrer u»> Vorsänger «st 8000 Mt. ttnsttmmsg »erwtlligt. — Dm für dte Türktt neuernannte amerikanische'befandtr Salomo Hirsch ist in Hohebach geboren, wnrd« in der isrml. waisenanstalt Eßlingen txfßftt, an» der er 1864 «»trat nn» mch Amertka ans- Nntversttät wirb in diese« Jahre besucht >27 protestantische», 106 grieche Swbnprst. Di« hiesige Nntversttät vm» IM katholischem««resmmtiteu, eeientsstsch"' 12» jübtsch», «i